Harry Mi Sho Teske

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Rezension zu "Warum scheißen die Vögel auf Buddhas Kopf?" von Harry Mi Sho Teske

Mu! Es gibt nichts zu verstehen! Es gibt nichts zu übermitteln!
R_Mantheyvor 3 Jahren

Harry Teske oder Harry Mi Sho Teske ist Zen-Meister in Kiel. In seinem Buch vereinen sich zwei Neuübersetzungen von Klassikern des Zen-Buddhismus, des Mumokan: die torlose Schranke und des Hekigan Roku: Die Aufzeichnungenvon der smaragdgrünen Felswand. Darüber hinaus findet der Leser eine Einführung in den Zen-Buddhismus. Die beiden Werke enthalten 48 bzw. 100 Koans. Das sind Aufgaben oder Geschichten, über die der in der Ausbildung befindliche Zen-Buddhist angeblich meditieren soll. Das ist sehr lustig, denn dabei kommt nichts aber auch gar nichts an Erkenntnissen (bis auf vielleicht eine einzige) heraus. Aber man lässt sich vielleicht von seinem üblichen persönlichen Gedankenkreisel ablenken. Das wäre immerhin etwas.

Man kann das ganze Buch natürlich auch durchlesen und sich mit all den Geschichten und angeblichen Rätseln intellektuell auseinandersetzen. Vielleicht kommt man sich dabei unheimlich klug vor. Tatsächlich aber wird man veralbert. Oder man kommt auf komische Fragen. Früher bekam man von seinem Zen-Meister dafür eins auf die Backe oder mit dem Zen-Stock übergezogen. Ob das heute noch so ist, wird in diesem Buch nicht überliefert.

Immerhin befinden sich in ihm eine kurze Anleitung zur Meditation und zahlreiche Warnungen. Meister Teske erklärt die Koans hinterher sehr ausführlich. Damit liefert er einen Grund, dieses Buch zu lesen oder die Koans tatsächlich bei der Meditation einzusetzen, wenn man seinen Geist nicht ruhig bekommt.

Ich finde es immer wieder höchst amüsant, wenn einem erklärt wird, worum es im Zen-Buddhismus eigentlich geht. Man will sich unter anderem von der Dualität des Denkens lösen, das auf Begriffen beruht. Und dazu erschafft man erst einmal ein Begriffssystem, das alle möglichen Pfade und Stufen auflistet. Reizt das nicht geradezu, sich ständig zu überprüfen, wo man inzwischen angekommen ist? Macht man das aber, dann ist man schon bald vom Wege abgekommen.

In Mumons Nachwort (S. 155) kann man Folgendes nachlesen: "Worauf es im Zen-Buddhismus unbedingt ankommt, ist die direkte Einsicht jedes Einzelnen in die Leerheit der eigenen Person und der Außenwelt. Ohne diese Erkenntnis bleibt die ganze Beschäftigung mit der Leerheit nur ein Spiel von Gedanken." Diese direkte (!) Einsicht gewinnt man eben nicht durch intellektuelles Rätseln, sondern nur durch Meditation.

Ein paar Sätze weiter steht: "Es ist nicht so, dass man irgendetwas dazu tun müsste, um den Samen der Erleuchtung in sich zu legen. Es gibt kein Tor zu durchschreiten, um in den Bereich der Erleuchtung zu gelangen, denn wir sind schon mittendrin und es bedarf lediglich der Bewusstwerdung der ohnehin schon vorhandenen Tatsache." Man erreicht also diesen Bereich nicht, indem man das x-te Buch darüber liest oder sich besonders vorbildlich verhält oder sonst irgendetwas tut, das mit diesem Ziel behaftet ist. Es gibt weder etwas zu übermitteln, noch etwas zu erreichen. Wenn diese Texte und ihre Erklärungen zu dieser Erkenntnis beitragen - und alleine dazu sind sie gut -, dann kann man sich auf den eigenen Weg machen.

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