Harry Mulisch Schwarzes Licht

(3)

Lovelybooks Bewertung

  • 3 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(1)
(2)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Schwarzes Licht“ von Harry Mulisch

Im Nachruf auf Harry Mulisch schrieb Cees Nooteboom, er ziehe dessen Roman Schwarzes Licht seinen berühmteren Texten vor. In anderen Ländern bestens bekannt, ist dieses Frühwerk in Deutschland seit Jahrzehnten vergessen und selbst in Bibliotheken kaum aufzutreiben. Um diesem wichtigen Roman des weltweit verehrten Autors gerecht zu werden, in dem alle zentralen Themen und Motive seiner späteren Bestseller schon auftauchen, wird er von dem preisgekrönten Mulisch-Übersetzer Gregor Seferens neu ins Deutsche übertragen.

"Schwarzlicht" ist ein völlig anderes Licht, das nichts klar stellt, sondern alles ins unbekannte Seltsame transformiert.

— JulesBarrois

Stöbern in Romane

Lügnerin

Die Dynamik einer Lüge. Psychologisch fein erzählt, jedoch nicht so dicht wie gehofft.

leselea

Highway to heaven

Meiner Meinung nach ist es eine realistische Geschichte mit ganz normalen Charakteren – wie du und ich.

Die_Zeilenfluesterin

Der Weihnachtswald

ein schönes Wintermärchen mit einer Reise in die Vergangenheit

RoRezepte

Britt-Marie war hier

Ein wunderbares Buch über einen Neubeginn

Dataha

Sag nicht, wir hätten gar nichts

Beeindruckende Familiengeschichte zweier chinesischer Musikerfamilien vor politischen Hintergrund Chinesisch-sozialistischer Repressalien

krimielse

Alles wird unsichtbar

„Alles wird unsichtbar“ von Gerry Hadden ist keine leichte Kost, sondern eine anspruchsvolle, lesenswerte Lektüre

milkysilvermoon

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Harry Mulisch | SCHWARZES LICHT

    Schwarzes Licht

    Bookster_HRO

    26. September 2017 um 16:09

    INHALT: Es ist der 20. August 1953, der sechsundvierzigste Geburtstag Maurits Akeleis. Der Glockenspieler seiner kleinen Stadt lebt zurückgezogen in einem spartanischen Mietshauszimmer und seit ihn vor über zwanzig Jahren seine einzige Liebe Marjolein verließ, umgibt ihn eine Aura der Melancholie und Unnahbarkeit. Sowohl seine abergläubische Vermieterin als auch eine Gruppe der Zeugen Jehovas warnen ihm vor dem Ende der Welt, denn genau heute soll der Tag des Jüngsten Gerichtes sein. Akelei macht sich auf den Weg zu den paar Bekannten, die er hat, um sie zu einer Feier anlässlich seines Geburtstages einzuladen, was ihm gar nicht ähnlich sieht. Aus der Feier wird eine apokalyptische Orgie, die mit einer Erkenntnis endet, der zu folgen für Akelei unausweichlich ist. FORM: Harry Mulisch (1927-2010) war ohne Frage ein Meister unter den niederländischen Romanciers und was er dem Leser fast vierzig Jahre später in seinem Überroman DIE ENTDECKUNG DES HIMMELS (meines Erachtens eines der Bücher für die Insel) in Perfektion präsentiert, zeigt sich auch diesem sehr frühen Text. Denn auch wenn die Dialoge ein wenig holpern und die Charaktere etwas Holzschnittartiges haben, die Fülle an Symbolik und das experimentelle Spiel mit der Sprache machen die Kritikpunkte wieder wett. Besonders die Traum- und Deliriumszenen und wie sie in den Text eingebaut sind, wissen zu überzeugen. Man sollte also berücksichtigen, dass Mulisch erst Mitte zwanzig war, als er SCHWARZES LICHT schrieb, also noch viel Zeit hatte, zu dem Autor zu werden, den man heute kennt. FAZIT: Trotz der neuen, wohl etwas flüssigeren Übersetzung kam ich nur schwer in den Text, was an den genannten Punkten lag. Die gestelzte Art der Figuren und Dialoge erinnerten mich an diese furchtbaren Theo-Lingen-Paukerschreck-Komödien; bei einem 600-Seiten-Roman hätte ich wahrscheinlich abgebrochen. Aber nach einer Weile gewöhnte ich mich daran und versank doch noch in der Geschichte, deren Ende wirklich eines ist, das ich nicht so schnell vergessen werde. Vier Sterne. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

    Mehr
  • Ein kindlich totalitäres Lachen

    Schwarzes Licht

    JulesBarrois

    05. May 2016 um 07:51

    Schwarzes Licht – Harry Mulish (Autor), Gregor Seferens (Übersetzer), 144 Seiten, Verlag Klaus Wagenbach (22. April 2016), 9,90 €, ISBN-13: 978-3803127600 Harry Mulish nennt dieses Buch einen kleinen Roman. In der Tat spielt sich die ganze Geschichte an einem Tag ab. Der 20. August 1953. Der Protagonist Maurits Akelei hat Geburtstag. Er wird 46 Jahre alt und er beschließt ein Fest zu geben. Frau Henkes, seine Zimmerwirtin, eröffnet ihm, dass heute der Tag des Weltunterganges sei. Ein Fest, obwohl Maurits nur wenige Freunde hat, wenn überhaupt? Obwohl er ziemlich ungesellig ist, seit ihn seine Freundin Marjolein vor 23 Jahren verlassen hat? Ja, er begibt sich auf Einladungstour zu seinen wenigen Bekannten, zu den Herren Ketelaar, Splijtstra, Doornspijk und Pollaards. Ja, ein Jubiläum, das mit einer Art apokalyptischer Vision der Endzeit zusammenfällt. Diese Vorstellungen gehen zusammen mit allen Arten von halluzinatorischen Szenen, in denen die Grenzen zwischen dem Wahnsinn von Maurits und den Wahnsinn der Welt miteinander verwischen. Diese Szenen sind für meinen Geschmack sehr überzeugend geschrieben. Harry Mulish schreibt einen wunderbaren Roman, voller magischem Realismus mit Symbolik und dunklen Ahnungen über die Magie der Phantasie. Die gewöhnlichen Dinge wie "Realismus" und "Alltag" sind ihm zu langweilig, er zielt eher auf die "ganz Andere". "Schwarzlicht" ist ein völlig anderes Licht, das nichts klar stellt, sondern alles ins unbekannte Seltsame transformiert. Alles Bekannte (wie die christliche Religion und die daraus resultierende Musik) wird zerstört, alle Konventionen werden über Bord geworfen. Ergebnis für Maurits und den Leser, ist ein Eintauchen in eine Welt, die völlig unbekannt und unsicher ist, frei von jedem Bezugspunkt und damit von einer erschreckenden, aber auch faszinierenden, hemmungslosen Intensität und Unberechenbarkeit. Darin steckt natürlich ein Risiko. Denn das Buch stellt Anforderungen an den Leser und ist deshalb nicht für jeden zu empfehlen. Einer der bekanntesten Aussprüche von Harry Mulish lautete: "Das Beste ist, das Rätsel zu vergrößern." Das hat er mit diesem Werk erneut bewiesen: das Paradox ist der Kern seines Lebens. Für mich ist dieser kleine Roman ein großes Buch. Der Roman "Schwarzes Licht" wurde im Original erstmals im Jahr 1956 veröffentlicht, es handelt sich somit um ein Frühwerk Mulischs. Die im Jahr 2016 erschienene Neuauflage wurde vom preisgekrönten Übersetzer Gregor Seferens überzeugend frisch ins Deutsche übertragen. Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Klaus Wagenbach Verlages https://www.wagenbach.de/buecher/titel/1037-schwarzes-licht.html Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks