Harry Mulisch Siegfried

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Inhaltsangabe zu „Siegfried“ von Harry Mulisch

“Hatte Adolf Hitler einen Sohn? Das neueste Meisterstück von Harry Mulisch” (Focus)

Nach einer Lesung in Wien spricht ein altes Paar den niederländischen Schriftsteller Rudolf Herter an. Die beiden erzählen Unglaubliches. Hausangestellte waren sie, auf dem Obersalzberg, und wissen, was keiner weiß: Hitler hatte einen Sohn, Siegfried, der im Untergang des Nazireiches sterben musste. Herter ist wie besessen von dem Gehörten. Er greift zum Diktafon um die Geschichte der monströsen Familie H. zu erzählen, und plötzlich liegt auch Eva Brauns Tagebuch vor ihm.

Wenn man seine anderen Bücher kennt und liebt ist man schon erstaunt, dass aus der guten Idee ein unbefriedigendes Buch geworden ist.

— Alanda_Vera

Sehr interessante Grundidee und flott zu lesen.

— Miss_Lizzie

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  • Rezension zu "Siegfried" von Harry Mulisch

    Siegfried

    halbkreis

    01. October 2012 um 14:21

    Der Teil dieser Geschichte, der sich mit der alternativen Realität befasst, ist faszinierend. Was wäre wenn... Hitler und Eva Braun also einen Sohn hatten? Mulisch schafft es, dieses Szenario zu entwerfen, ohne die tatsächlich passierte Geschichte neu zu schreiben. Es hätte tatsächlich so sein können. Schade aber, dass die Geschichte rund um diese alternative Geschichte, also der Teil, der sich mit dem Leben und den Gedanken des Protagonisten Herter befasst, eher blass und öde bleibt. Herter ist ein Autor (sehr autobiografisch angehaucxht, vermute ich...?), der der Geschichte rund um den Hitlersohn Siegfried auf die Spur kommt. Das einzige spannend/schockierende war vielleicht noch das Ende, aber auch das war irgendwie merkwürdig.

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  • Rezension zu "Siegfried" von Gregor Seferens

    Siegfried

    johnspring

    13. July 2009 um 16:20

    Das Buch enthält grob drei Teile: Zuerst geht es um Mulischs alter ego, der nach Wien zu einer Lesung reist. Dort trifft er dann zweitens ein altes Ehepaar, das ihm von Siegfried, Hitlers Sohn, berichtet. Diese Geschichte versetzt ihn - Mulischs alter ego - in großen geistigen Furor, woraufhin drittens seine Phantasie und sein angelesenes geistesgeschichtliches Wissen miteinander durchgehen. - Der Mittelteil des Buches, also der, in dem es tatsächlich um Siegried geht, ist wirklich stark geschrieben. Man merkt, daß Mulisch hier in seinem Element ist und daß er hier schreibt, worüber er eigentlich schreiben wollte. Das erste Drittel des Buches dagegen ist eine intellektuelle Beleidigung des Lesers, voll von überflüssigem Text und Metaphern, die sowas von aus den Fingern gesaugt sind, daß man sich fragt, ob vielleicht ein experimenteller Metapherncomputer sie generiert hat; eine Schreibe wie von einem Schüler (und immer brav ein Adjektiv dazu) - also wirklich: In diesem Drittel wünscht man sich sehnlichst, den verantwortlichen Lektor - so es überhaupt einen gab - würgen zu können. Das Ende des Buches glänzt dann mit einer umfänglichen Verwurstung abendländischer Geisesgeschichte zu einer Wiener Melange, die in ihrer Dreistigkeit etwas an den DaVinci Code erinnert, nur dabei leider jeder Spannung entbehrt. - Aber glücklicherweise ist das Buch ja ziemlich dünn, also z.B. als Lektüre für eine längere Zugfahrt zu empfehlen. Wenn man großzügig Seiten und Absätze überfliegt, kann man die schwachen Teile überstehen und sich am Starken erfreuen. Man sollte nur einfach nicht zuviel erwarten, insbesondere nicht an irgendwelchen tieferen Einsichten. So gesehen wäre 2,5 oder sogar 3 Sterne vielleicht eine fairere Wertung... Aber der Ärger über die mir zugemuteten Sprachbilder sitzt dafür einfach zu tief.

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