Harry Pross Zeitungsreport

(0)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 0 Rezensionen
(0)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Zeitungsreport“ von Harry Pross

Die Printmedien stimmen in letzter Zeit gerne ihre eigene Totenklage an: Das Internet werde demnächst eine "Ära nach Gutenberg" einläuten. Harry Pross, langjähriger freier Journalist und Redakteur, Professor und Lehrer für Publizistik, geht der Frage nach, ob die Prognosen berechtigt sind und spannt dabei den Bogen über ein ganzes Jahrhundert deutscher Publizistik.<P> Befürchtungen, hier würde zum dutzendstenmal die Presse als Garant für Demokratie und Fortschritt beweihräuchert, verpuffen schon auf den ersten Seiten. So zitiert Pross Maximilian Harden, der das Pressewesen um 1900 als "großcapitalistisch betriebenes Gewerbe" klassifiziert. Mit der Bildung von "Meinungsplantagen" höre das Schreiben für die Zeitung auf, ein Zweig der Literatur zu sein. Es gilt das Primat der Ökonomie: Der Werbeetat der Anzeigenkunden wird zum Zentrum betriebswirtschaftlicher Erwägungen und beeinflusst häufig die Richtung des Blattes. Konzentration, Maschinenauslastung sowie der Warencharakter von Nachrichten untergraben journalistisches Berufsethos zwangsläufig. Da erscheinen politische Gegebenheiten fast schon als zweitrangig, und selbst Hitlers Diktum, dass erfolgreiche Propaganda wie gute Seifenreklame sein solle, gemahnt eher an Clausewitz' Kriegsphilosophie denn an Gleichschaltung.<P> Pross ist Zyniker, aber ein angenehmer. Darauf hin deuten Bemerkungen der Art, dass Konkurrenz das Geschäft belebe, aber nicht notwendigerweise die Kultur oder dass jede Ausweitung des Wortumlaufs ohne Substanzgewinn zur Entwertung der Begriffe führe. Er schließt daraus: Zeitungen würden im Internetzeitalter dann überleben, wenn sie aus ihrer Not (Langsamkeit der Übermittlung) eine Tugend (Genauigkeit und umfassende Darstellung) machten und den regionalen Bezug nicht vernachlässigten. Pross setzt stets stillschweigend ausreichende Kenntnisse in Zeitgeschichte und Journalismus voraus. Wer sich davon nicht abschrecken lässt, wird eine anregende und oft amüsante Lektüre haben. <I>--Jürgen Grande</I>
  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks