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FiFa-Verlag

vor 4 Monaten

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Für politisch interessierte Leser verlose ich 3 Exemplare meines im Jahr 2015 neu überarbeiteten politischen Science-Fiction-Romans AUFSTIEG UND FALL VON CHRIS BOWERS (Teil 1). Worum es darin geht, ist dem Vorwort des Romans zu entnehmen:

Im Mai 1975 beging Deutschland den 30. Jahrestag des Endes des grausamsten und unmenschlichsten Regimes, das je auf deutschem Boden gewütet hat: des Nazi-Reichs Adolf Hitlers. In zahlreichen Fernsehsendungen wurde damals daran erinnert.

Diese Sendungen und der Spielfilm HITLER – DIE LETZTEN ZEHN TAGE mit Alec Guinness in der Hauptrolle waren für mich – wie für viele Jugendliche der damaligen Zeit – Anlass, mich intensiver mit Hitler und seiner Machtpolitik zu beschäftigen. Im Jahr 1975 wurde ich siebzehn Jahre alt und fragte mich, wie die Geschichte verlaufen wäre, wenn statt des Judenvergasers und größenwahnsinnigen Kriegsverbrechers Hitler ein positiver »Führer« an der Spitze des Landes gestanden wäre, der seine Mitmenschen liebt und ihnen ein Leben in Frieden, Freiheit, Wohlstand und Menschenwürde garantiert. Meine Vorstellung von einem solchen Politiker war damals geprägt durch die Science-Fiction-Serie PERRY RHODAN, die ich als Jugendlicher gelesen hatte. So schuf ich 1975 die Romanfigur CHRIS BOWERS als positiven Gegenentwurf zu Hitler und zugleich als etwas realistischere Variante des Weltregenten Perry Rhodan, der mir zu perfekt und fehlerfrei erschien.

Im Sommer 1975 schrieb ich den 1. Teil von AUFSTIEG UND FALL VON CHRIS BOWERS und im darauffolgenden Winter den 2. Teil. Der Roman erzählt – beginnend im Alter von fünfzehn Jahren – die Lebensgeschichte eines Mannes, der sich schon als Jugendlicher politisch engagiert, als Student eine Partei gründet, Parlamentsabgeordneter, Oppositionsführer und schließlich terranischer Präsident wird und auf dem Höhepunkt seiner Macht über die gesamte galaktische Menschheit herrscht. Dabei zeigen sich immer wieder – was im 2. Teil des Romans noch deutlicher wird – Parallelen zwischen Chris Bowers und seinen Vorbildern Gaius Julius Cäsar und Napoleon Bonaparte, der im Alter von dreißig Jahren als Erster Konsul Herrscher über Frankreich wurde.

Die fast dreihundert Schreibmaschinenseiten dicke Urfassung des Romans lag zweieinhalb Jahre in meinem Schrank, bis ich sie im Sommer 1978 – ein Jahr nachdem ich den Roman MARAGOSSA geschrieben hatte – wieder hervorholte und überarbeitete. Ich studierte inzwischen Psychologie und wollte in der Neufassung von AUFSTIEG UND FALL VON CHRIS BOWERS noch stärker auf die psychologischen Aspekte politischer Macht eingehen. Darum wählte ich damals für diesen politischen Science-Fiction-Roman den Untertitel »ein Psychogramm der Macht«. Da ich seit Anfang 1977 Stammesvorsitzender bei den Pfadfindern (sozusagen der »Häuptling« von etwa hundert Kindern und Jugendlichen) war, flossen auch viele persönliche Erlebnisse und Erfahrungen aus dieser »Führer-Funktion« in meinen Roman ein.

Wie Bobby und Pierre, die Protagonisten des Romans MARAGOSSA, ist auch Chris Bowers zunächst ein idealistischer Träumer: Während die Erde nach dem verlorenen Krieg von der Ost-Galaktischen Republik beherrscht wird, träumt Chris von der Freiheit Terras und einem Neuen Terranischen Imperium, so wie in meiner Jugendzeit viele von einem Staat im Stil des von Perry Rhodan regierten Solaren Imperiums träumten. Doch anders als Bobby und Pierre entwickelt sich Chris Bowers zu einem pragmatischen Politiker, der konsequent nach Macht strebt, »um etwas zum Wohl seiner Mitmenschen machen zu können«, wie es der deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt seinerzeit ausdrückte.

Der 1. Teil von AUFSTIEG UND FALL VON CHRIS BOWERS schildert den Weg des jungen Chris Bowers zur politischen Macht und viele schicksalhafte Begegnungen und Ereignisse, die ihn dabei prägen und beeinflussen. Der 2. Teil zeigt dann, wie Chris mit der errungenen Macht umgeht, was er daraus macht. Dabei stellte ich mir schon 1978 die Frage, ob es den idealen politischen Führer im Stil von Perry Rhodan überhaupt geben kann, ob nicht jeder auch seine Schattenseiten hat, deshalb zwangsläufig Fehler begeht und schließlich auf die eine oder andere Art scheitern muss. Diese Frage kann ich auch heute, vierzig Jahre nachdem ich die Urfassung von AUFSTIEG UND FALL VON CHRIS BOWERS schrieb, nicht verbindlich beantworten. Aber ich glaube, dass es sich lohnt darüber nachzudenken. Dieser Roman bietet die Möglichkeit dazu.

Harry Theodor Master


PS: Ein LovelyBooks-Nutzer schrieb: "Insgesamt leider viel mehr Politik als SF." Das ist zutreffend (wobei ich statt "leider" eher "Gott sei Dank" geschrieben hätte). Wer sich von Science-Fiction Weltraumschlachten und "Landser-Abenteuer im Weltall" (Zitat eines meiner Deutschlehrer über SF-Groschenromane) erwartet, ist nicht der richtige Leser dieses Romans. Bei Chris Bowers geht es um Politik - mit einem Blick in die Vergangenheit (Cäsar, Napoleon, Hitler), aber auch mit einem Blick in die Zukunft: Was kann/wird/muss sich an unserer derzeitigen Politik verändern? Was macht den idealen Politiker aus? Mit welchen Problemen muss er sich auseinandersetzen?

Autor: Harry Theodor Master
Buch: Aufstieg und Fall von Chris Bowers - Teil 1
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Allesleserin

vor 4 Monaten

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Ich interessiere mich schon seit einiger Zeit für Politik. Wohl weil es schon immer Hauptthema am Essenstisch war. Dadurch habe ich genau wie die Hauptpersonen von Maragossa eine sehr idelistische Einstellung entwickelt. Dass das wahrscheinlich nie Realität wird, ist mir klar.
Mich interessiert also an diesem Buch hauptsächlich wie mit dem Thema "allmächtiger Führer" umgegangen wird und welche Entscheidungen er für die Besten hält.

galadf

vor 4 Monaten

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Ich würde gerne ein Buch gewinnen, gerade durch das "Was wäre wenn" bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden.

Allesleserin

vor 4 Monaten

Plauderecke

Mein Buch ist da! Hab auch gleich reingelesen. Man merkt, dass es im Eindruck des Zweiten Weltkrieges geschrieben wurde. Vieles an dem alten Regim erinnert an das Nazi-Deutschland und die "Bösen" kommen aus dem Osten.

galadf

vor 4 Monaten

Plauderecke

So, mein Buch ist da, vielen Dank. Zum Lesen komme ich aber noch nicht, das muss bis morgen warten.

Ausgewählter Beitrag

FiFa-Verlag

vor 4 Monaten

Plauderecke
@Allesleserin

Gut beobachtet! Wobei Terra nach dem verlorenen Krieg an die DDR erinnert (bzw. an das, was wir im Westen über die DDR wussten). Und die OGR entspricht natürlich der Sowjetunion, ebenso wie die LSU in MARAGOSSA.
Als Jim-Knopf-Leser nannte ich die DDR als Kind immer "Das Land, das nicht sein darf".

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