Hartmut Lange Das Haus in der Dorotheenstraße

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Inhaltsangabe zu „Das Haus in der Dorotheenstraße“ von Hartmut Lange

Fünf Novellen, die im Südwesten von Berlin spielen und durch die sich der Teltowkanal mit seinen schwarzen Krähen, versteckten Villen und unwegsamen Waldstücken wie ein roter Faden zieht. Darüber ein Himmel, der durch eine Aschewolke plötzlich verschlossen wird.

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    Das Haus in der Dorotheenstraße

    Creed

    04. November 2017 um 23:09

    Hartmut Lange gelingt es wie keinem anderen in der deutschsprachigen Literatur, in seine klugen, sprachlich ausgefeilten Texte stets etwas Unheimliches, Mysteriöses, zumindest still Dramatisches einfliessen zu lassen, wodurch sie oftmals einen beinahe kafkaesken Stil besitzen. Die in diesem Buch versammelten fünf Novellen, die jede für sich ein kleines Meisterwerk der Erzählkunst sind, haben einen gemeinsamen Nenner, nämlich, dass sie allesamt den Südwesten von Berlin als Schauplatz besitzen; Villenviertel, Waldgebiete in der Gegend um den Teltowkanal (in dessen unmittelbarer Nähe ich auch jahrelang gewohnt habe). Alle fünf Erzählungen zeigen Menschen, denen Stück für Stück die Realität entgleitet, oftmals aus reiner Einbildung, also durch psychische Labilität, manchmal auch auf unerklärbare Weise. Mir gefällt stets (so auch bei diesem Buch), dass Hartmut Langes Prosa am Ende für den Leser meistens frei interpretierbar ist, vieldeutig und dadurch noch ein wenig unheimlicher nachhallt. Es sind stille Geschichten, begnadet erzählt, man kann Langes Schreibstil nicht genug loben. Ein Kritiker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat Hartmut Langes Erzählweise in meinen Augen am treffendsten und schönsten beschrieben: "Die mürbe Eleganz seines Stils sucht in der zeitgenössischen Literatur ihresgleichen." Dem ist nichts hinzuzufügen. Fazit: Wie alle Bücher Hartmut Langes lesenswert für Literaturinteressierte, die sich für guterzählte, nachdenklich-geheimnisvolle Prosa und für einen wunderbaren, geschliffenen Schreibstil begeistern.

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  • Schattengeschichten

    Das Haus in der Dorotheenstraße

    Duffy

    04. April 2017 um 08:03

    Es ist Langes Schreibstil, der seine Geschichten prägt. Auf der einen Seite das fast buchhalterisch genau Beschreibende, auf der anderen das Geheimnisvolle und nicht Greifbaren. Seine Figuren und vor allem seine Ortsbeschreibungen, diesmal vornehmlich im Berliner Südwesten, sind die Faktoren, die dem Leser die Möglichkeit geben, sich ganz in die Atmosphäre fallen zu lassen, um dann genauso überrascht und verunsichert den Gang der Dinge mitzuverfolgen. Dass am Ende seiner Geschichten fast nie etwas klar ist, immer ein wenig verschleiert bleibt oder die Auflösung nur in einem unvollendeten Ansatz erfahrbar ist, macht den Reiz der Lektüre aus. Das ist auch bei den fünf Novellen in diesem Buch nicht anders. Lange entführt uns in eine ganz normale Szenerie, in ganz normale und alltägliche Abläufe, die sich dann in mystische Momente auflösen. Wobei die jeweils aus dem Rahmen dieser Normalität fallenden Ereignisse überhaupt nicht spektakulär sind, sondern erst im Laufe der Erzälungen ihre dominierende Bedeutung erfahren.Hartmut Lange zu lesen heißt, sich für eine gewisse Zeit ganz zu lösen, um die Inhalte in sich aufnehmen zu können. Dann stellt man die Meisterschaft des Schreibers fest, kein Wort zu viel gebraucht zu haben, um eine Geschichte so erzählen zu können.

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  • Rezension zu "Das Haus in der Dorotheenstrasse" von Hartmut Lange

    Das Haus in der Dorotheenstraße

    cosima73

    03. March 2013 um 09:44

    Nach dem Tod seiner Frau zieht Denninghoff aus der gemeinsamen Wohnung aus. Er erträgt die Umgebung, in der sein gewohnter Alltag, der ein glücklicher gewesen ist, mit einem Schlag beendet war, nicht mehr. Schon kurze Zeit drauf bereut er diesen Schritt, hängt seine ganzen Gedanken an ein Poster, das in dieser Wohnung gehangen hat und das er wieder haben will. Er sieht es vor sich, bricht in die Wohnung ein, im Glauben, es müsse noch da hangen. Doch genauso wenig wie er das Bild wieder findet, lässt sich das alte Leben zurückholen. Diese und vier andere Erzählungen finden sich in Hartmut Langes Novellenband. Hartmut Lange lässt seine Geschichten durch detaillierte Umgebungsbeschreibungen realistisch wirken, man sieht sich dem normalen Leben inmitten einer plastischen Umwelt, sei es Stadt, sei es Natur, gegenüber. Es sind Geschichten aus dem Leben von normalen Menschen, die ein normales, von Gewohnheiten geprägtes Leben führen und damit glücklich sind. Es sind Geschichten vom kleinen Glück des Alltags, welches plötzlich getrübt wird. Sei es der Tod der geliebten Frau, die Aussage einer Frau über den eigenen Mann oder das Spiel einer toten Cellistin, alles bewirkt eine plötzliche Abkehr der Gedanken vom guten Alltag. Plötzlich ist nicht mehr das gewohnte Leben im Zentrum, sondern eine Besessenheit nimmt überhand und wird zum grossen vereinnahmenden Loch. Wie soll man damit umgehen? „Was unmöglich erscheint, kann man herbeizaubern“ Und: „Was wäre das für eine Welt, in der es nicht gelingt, die Wirklichkeit durch eine Täuschung aufzubessern“ Hartmut Lange beschreibt die menschliche Fähigkeit, den eigenen Gedanken mehr Realität zu geben als dem gewohnten Alltag. Was ist Wirklichkeit, was Lebenslüge? War die bisherige Gewohnheit nur Wegschauen und nun ist man aufgewacht? Sind die neuen Gedanken eigene Sehnsüchte, Ängste, welche irrational sind? Das blosse Denken einer Möglichkeit wird zur Obsession, der kaum entkommen werden kann. Entweder man findet einen Weg, mit dem Zerstörerischen umzugehen oder es zieht einen in den Abgrund. Fazit: Geschichten aus dem Leben, menschlich, realistisch und doch phantastisch. Empfehlenswert.

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