Hartmut Leppin

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Neue Bücher

Die frühen Christen

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Neu erschienen am 18.09.2018 als Hardcover bei C.H.Beck.

Alle Bücher von Hartmut Leppin

Einführung in die Alte Geschichte

Einführung in die Alte Geschichte

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Erschienen am 22.08.2005
Justinian

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Erschienen am 01.08.2011
Die frühen Christen

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Erschienen am 18.09.2018
Maxentius

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Erschienen am 31.05.2007
Das Erbe der Antike

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Erschienen am 15.09.2010
Theodosius der Grosse

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Erschienen am 01.01.2003
Die Kirchenväter und ihre Zeit

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Erschienen am 12.01.2007

Neue Rezensionen zu Hartmut Leppin

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Rezension zu "Die frühen Christen" von Hartmut Leppin

Fundierte Einblicke in das ganz praktische Leben der frühen Christen
michael_lehmann-papevor einem Monat

Fundierte Einblicke in das ganz praktische Leben der frühen Christen

Vorweg gestellt sei, dass Hartmut Leppin ein ausgewiesenes Fachbuch zur Entstehung des Christentums auf eher praktischer Ebene (Alltag, Veränderungen durch den Glauben, Bedrängnis oder Anpassung, auch Auseinandersetzungen unter verschiedenen christlichen Gruppen der ersten drei Jahrhunderte) vorlegt, das sowohl sprachlich wie auch vom Objekt der Betrachtung her ein Grundinteresse am Thema und an Erkenntnissen der historischen Wissenschaft voraussetzt.

Wobei zwar die Entfaltung des Christentums samt überhaupt erst die Entstehung „kirchlicher Strukturen“ das Kernthema darstellt, daneben aber vielfache Einblicke in das kulturelle, religiöse und gesellschaftliche Leben jener Zeit an sich ebenso informativ im Buch vor Augen geführt werden.

Eine spannende Phase der Geschichte, nicht nur für gläubige Christen, sondern auch für die dort wurzelnde Kultur des Abendlandes bis in die Gegenwart hinein.

„Ihre Fremdheit in der Welt betonten Christen gern, nun fanden sie sich and er Seite der Herrschenden wieder“. Eine Kernfrage, die bis heute den christlichen Glauben mitbegleitet. Nach Ausbleiben der Parusie Jesu (des „jüngsten Gerichtes“, das viele Christen damals noch zu eigenen Lebzeiten erwarteten) einerseits und durch die zunehmende und weite Verbreitung des christlichen Glaubens auch über die Kerngruppe jüdischer Anhänger Jesu hinaus stellte sich alsbald nach Kreuzigung und „leerem Grab“ (wie Leppin formuliert) den frühen Christen die Frage, wieweit sie „in dieser Welt“ sich anpassen sollten oder wollten und andererseits die Reibung mit den Glaubensinhalten (die nicht selten mit den Regeln der „Welt“ in Konflikt gerieten) in das eigen Leben integrieren könnten.

Vor allem, weil sich die frühen Christen bei Weitem nicht als homogene Gruppe darstellten und in der Lebenspraxis, wie auch im dogmatischen Verständnis von Kernelementen des Glaubens teils massiv in Konfrontation zueinanderstanden. Was Leppin, seinem Ziel treu bleibend, weniger im Rahmen theologischer Diskussionen untersucht, sondern immer die Frage mitschwingen lässt, was dies für das je eigene Leben damals bedeutet haben mag.

Wie also definierten sich Christen gegenüber Juden und Heiden in den Anfängen und welche Veränderungen brachte dies in das alltägliche zusammenleben, die Feiern, die vorherrschenden Kulte der damaligen Zeit?

Wie organsierte sich der Glaube in jener Zeit und welche Autoritäten beanspruchten aus welchen Gründen welchen Einfluss und wie wirkte sich das auf die jungen Gemeinden aus (Gerade in Fragen der Taufe und des Abendmahls, das verschiedene starke Interpretationen ins Leben damals stellten)?

Wie änderte der christliche Glaube das Alltagsverhalten, die Haltung zur Sexualität und Familie, zur Ehe und zum „Beruf“?

Und wie stellten sich die jungen Gemeinden gegenüber der weltlichen Macht? Samt der, zu Anfang, kaum voraussehbaren Entwicklung hin zur „Staatsreligion“? Märtyrer, Verhaftungen, Verfolgungen, zunächst deutete ja alles auf eine erbitterte „Auslöschung“ der neuen Religion hin, eine Haltung der Obrigkeit dem neuen Glauben gegenüber, an dem der radikale Wandel des Lebens und das offensive Auftreten (nicht aller, aber vieler) damals zum Christentum konvertierten Gläubiger nicht ganz unschuldig war.

Sorgsam, detailliert und mit großem Fachwissen geht Leppin dieser besonderen Zeit der Gründung einer Weltreligion nach, legt auch den Finger auf offene Wunden der Widerspräche, der Macht-Auseinandersetzungen der jungen, sich herausbildenden Organisation und bietet damit ein differenziertes Bild der Folgen einfach auch, die es nach sich zog, sich diesem Glauben anzuschließen. Mit einem klaren Blick auch auf die Vielen, die ihren neuen Glauben flexibel in das bisherige Leben mi eingepasst haben.

Eine spezielle, für den am Thema interessierten sehr gehaltvolle Lektüre.

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Rezension zu "Einführung in die Alte Geschichte" von Hartmut Leppin

Rezension zu "Einführung in die Alte Geschichte" von Hartmut Leppin
Zenzivor 11 Jahren

Überblicks- und Einführungsliteratur zum Studium der Alten Geschichte.

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