Hartmut Rosa Beschleunigung und Entfremdung

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Inhaltsangabe zu „Beschleunigung und Entfremdung“ von Hartmut Rosa

Die rasante Beschleunigung des sozialen Lebens ist eines der hervorstechenden Merkmale der Gegenwart, wird in den Sozialwissenschaften aber häufig übersehen. Hartmut Rosa hat mit seinen maßgeblichen Untersuchungen diesbezüglich Grundlagenarbeit geleistet. In seinem neuen Essay legt er dar, wie eine kritische Gesellschaftstheorie verfasst sein muss, die den Zusammenhang von Beschleunigung und Entfremdung ernst nimmt. §Im Mittelpunkt steht die Frage nach dem guten Leben und warum es uns heute vielfach nicht gelingt, ein solches zu führen. Immerhin sind durch die Liberalisierung moralischer Normen und sozialer Konventionen die in den westlichen Gesellschaften vorhandenen Freiräume des Einzelnen größer denn je, sich ein eigenes Konzept des guten Lebens zu wählen und zu verwirklichen. Dieser Liberalisierung steht jedoch die scheinbar unaufhaltsame Beschleunigung des sozialen Lebens im Kapitalismus gegenüber. Dieses Regime der Deadlines lässt Lebensentwürfe scheitern und führt zu einem sich immer stärker ausbreitenden Gefühl der Entfremdung. §Behutsam und anhand von konkreten Beispielen sucht Rosa nach Formen nichtentfremdeten Lebens. Sein pointierter Essay ist nicht nur eine konzise Einführung in die Theorie der Beschleunigung, sondern eröffnet auch erste Perspektiven, wie wir dem rasenden Stillstand entkommen können.

Ein zusammenfassendes Fachbuch, geschrieben von einem hervorragenden Soziologen und Kulturtheoretiker.

— NicolasDierks

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  • Gesellschaft in fortschreitender Entfremdung

    Beschleunigung und Entfremdung

    Sokrates

    03. April 2014 um 18:36

    Dass sich unsere Gesellschaft immer schneller entwickelt, Veränderungen eine die andere jagen, Optimierung nicht nur im technologischen, sondern auch im sozialen Einzug gehalten hat, ist seit Marx eine Grundkritik am Kapitalismus. Hartmut Rosa, Professor der Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, nimmt Marx' Ausgangskritik auf und arbeitet mit ihr. Herausgekommen ist seine Theorie der "Beschleunigung" und "Entfremdung" in unserer Gesellschaft - beides Prozesse, die unserem heutigen System inhärent erscheinen. Für ihn stellen sich gesellschaftliche, wirtschaftliche wie persönliche Verhältnisse immer mehr als eine vom (kapitalistischen) Fortentwicklungsdrang geprägte Welt dar, die ihre Mitglieder gleichsam wie in einem Hamsterrad scheinbar unablässig laufen lässt. Zwar verheißt technischer Fortschrift "mehr Freizeit", nur erfahren tuen es die Akteure so nicht. Konkurrenz- und Existenzdruck/angst sind ständige Begleiter geworden, Konsum ein Diktat der Werbung, der Medien, der Mitmenschen. Stetig scheint alles nur zu fordern. Rosa versucht aufzuzeigen, dass dieser oktroyierte Optimierungsdruck zwar nicht an sich Neues ist, aber in seiner ideologiegleichen Subtilität, die totalitäre Ausmaße angenommen hat, derart systemübergreifend ist, dass letztendlich die Innovativität unserer Gesellschaft angegriffen wird. Dort, wo weder Muße noch Müßiggang, sondern nur Effektivierung und Verbesserung das Drehmoment unseres Miteinander ausmachen, kommt eine Gesellschaft und damit ihr Individuum nicht mehr zum Stillstand, zum Ausruhen. Rosa sieht die stetig wachsenden Zahlen an Depressions- und Burn-Out-Erkrankten als kausale Folge dieser subtile gesellschaftlichen Veränderung an. -- Insgesamt haben mich seine Analysen und Ideen überzeugt. Nicht ausreichend bearbeitet hat Rosa einzelne seiner Argumente und Beispiele. Andererseits erscheint mir seine "Kritische Theorie", die er am Ende auszuformulieren versucht, noch sehr rudimentär. Zwar ruft er zum kritischen Diskurs über eine solche Theorie auf, bleibt aber eher vage. Ich hoffe, andere Soziologen greifen seine Theorien und Ansätze auf und laborieren weiter. Potential unter anderem zu nennen sind Ulrich Beck, Anthony Giddens und andere.

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