Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

von Haruki Murakami 
4,0 Sterne bei547 Bewertungen
Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (410):
Kajimes avatar

Angenehmer Schreibstil. Es passt alles so wunderbar zusammen, das es aus dem echten Leben stammen könnte.

Kritisch (40):
S

Überhaupt nicht meins, allerdings gab es einen Moment, der mir einen neuen Blickwinkel offenbart hat.

Alle 547 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki"

Die Geschenkausgabe mit der abgerundeten Ecke: anspruchsvolle Haptik, hochwertiges Papier, mit Lesebändchen, kleines Format.
Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine Farbe im Namen tragen. Nur Tsukuru fällt aus dem Rahmen und empfindet sich – auch im übertragenen Sinne – als farblos. Als er nach der gemeinsamen Schulzeit nach Tokyo geht, tut dies der Freundschaft keinen Abbruch. Zumindest nicht bis zu jenem Sommertag, an dem Tsukuru voller Vorfreude auf die Ferien nach Nagoya zurückkehrt – und herausfindet, dass seine Freunde ihn plötzlich und unerklärlicherweise schneiden. Er erhält einen Anruf: Tsukuru solle sich in Zukunft von ihnen fernhalten, er wisse schon, warum. Verzweifelt kehrt Tsukuru nach Tokio zurück, wo er ein halbes Jahr am Rande des Selbstmords verbringt. Viele Jahre später offenbart sich der inzwischen 36-Jährige seiner neuen Freundin Sara uns stellt sich, von ihr ermutigt, den Dämonen seiner Vergangenheit.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442715152
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:416 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:14.08.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 14.01.2014 bei HörbucHHamburg HHV GmbH erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Kajimes avatar
    Kajimevor 7 Tagen
    Kurzmeinung: Angenehmer Schreibstil. Es passt alles so wunderbar zusammen, das es aus dem echten Leben stammen könnte.
    Leicht wie eine Feder...

    ...So kam mir der Schreibstil vor. Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki wurde von Haruki Murakami verfasst und wurde 2014 vom DuMont Buchverlag veröffentlicht. Die Hauptcharaktere lauten Tsukuru Tazaki, Kei Akamatsu (Aka), Yoshio Oumi (Ao), Yuzuki Shirane (Shiro) und Eri Kurono Haatainen, die zusammen ihre Jugend in Nagoya verbrachten und eine Clique bildeten. Sara Kimoto und Haida treten erst später in Tsukurus Leben.

    Das Buch handelt von der tiefen Freundschaft der Vieren, aber auch das Auseinanderbrechen und welche Spuren es bei Tsukuru hinterlassen hat. Viele Jahre schleppt er diese Last mit sich herum, dachte sogar eine Zeit lang intensiv, sich umzubringen. Erst als er Sara kennenlernte, die ihn ermutigte, seine vier Freunde aufzusuchen, fasste er langsam wieder Fuß. Vergangenheit und Gegenwart vermischen sich, als er Sara von seiner Jugend und Studentenzeit erzählte. Er lernte Haidan kennen, ebenfalls ein Student. Tsukuru hatte sich immer davor gescheut, seine ehmaligen Freunde persöhnlich aufzusuchen. Erst als Sara ihm Andressen aushändigte, fasste er Mut, und besuchte nacheinander Jeden. Seine Reise führte ihn zum Schluß nach Helsinki. Stück für Stück erfährt er, warum er damals von seiner Clique ausgestoßen wurde und reist mit einen besseren Gefühl zurück nach Tokio, wo er Sara unbedingt wieder sehen wollte, da es vor der Abreise Spannungen gab.

    Der Schreibstil gefiel mir sehr gut, und die vielen japanischen Begriffe und Namen, die darin vorkamen, waren keineswegs störend. Die Geschichte kam mit wenigen Charakteren aus, aber jeder von ihnen hatte seine eigene Persöhnlichkeit, die mir sehr gut gefiel und ich mir bestens vorstellen konnte. Je weiter die Story vorranschritt, desto mehr bekam ich das Gefühl, sie hatte sich genauso in der Realität abgespielt. Mit Spannung erwartete ich das Ende, welches leider ziemlich offen war, mit Spielraum für meine eigenen Vorstellungen. Viele Fragen blieben für mich unbeantwortet, was mich aber nicht unbedingt störte. Ich fand es nur schade, das es schon zu Ende war, und hätte gern noch das eine oder andere Kapitel gelesen.

    Nichtsdestotrotz, das Buch ist großartig. Unbedingt lesen!!!

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    MikkaGs avatar
    MikkaGvor 4 Monaten
    Weil ich nichts bin.

    Haruki Murakami erzählt die leise Geschichte eines Mannes, der sich selber in nur einer Hinsicht für außergewöhnlich hält: außergewöhnlich belanglos.

    Tazaki Tsukuro hat vier enge Freunde, die ihm alles bedeuteten. Alle tragen eine Farbe im Namen: Akamatsu (Rotkiefer), Oumi (blaues Meer), Kurono (schwarzes Feld) und Shirane (weiße Wurzel). Nur sein eigener Name ist so farblos, wie er sich auch als Mensch empfindet.

    Zitat:
    “Weil ich nichts bin. Ich habe keine Persönlichkeit, ich bin farblos. (…) Ich komme mir vor wie ein leeres Gefäß. Vielleicht habe ich eine gewisse Form, aber von Inhalt kann keine Rede sein.”

    Als die Freunde ihn von einem Tag auf den anderen brutal verstoßen, ist Tsukuro zutiefst verwundet. Monatelang taumelt er am Rande des Abgrunds, sehnt den Sturz fast herbei. Der Tod wäre ihm willkommen, doch trotz dieses Leidensdrucks wagt er nicht, auf einer Erklärung zu bestehen.

    Erst sechzehn Jahre später zieht er los, diese alte Wunde zu schließen.

    Dass es fünf Freunde sind und Tsukuru sich für leer hält, ist sicher kein Zufall – zu deutlich erinnert es an die Fünf-Elemente-Lehre in Japan. Neben Erde, Wasser, Feuer und Luft gibt es dort als fünftes Element die Leere.

    Daraus ergibt sich eine interessante Symbolik, die sich durch das gesamte Buch zieht, ohne dass es erzwungen wirkt. Tsukurus Freunde, allesamt unverwechselbare Persönlichkeiten, brauchen ihn – ihn, den Farblosen! –, damit ihre perfekte Harmonie funktionieren kann.

    Nach dieser Harmonie verzehrt sich Tsukuru seit dem Bruch, in keiner anderen Beziehung kann er sie finden. Erst spät kommt er zur Erkenntnis:

    Zitat:
    “Er begriff endlich in den Tiefen seiner Seele, dass es nicht nur die Harmonie war, die die Herzen der Menschen verband. Viel tiefer war die Verbindung von Wunde zu Wunde. Von Schmerz zu Schmerz. Von Schwäche zu Schwäche. Es gab keine Stille ohne den Schrei des Leides, keine Vergebung, ohne dass Blut floss, und keine Überwindung ohne schmerzhaften Verlust.”

    Als Figur macht es Tsukuro dem Leser erst nicht leicht.

    Über lange Passagen lässt er sich antriebslos treiben, Beziehungen zu anderen Menschen knüpft er eher zufällig. Wenn diese scheitern, nimmt er es hin und sieht es als weiteren Beweis seiner eigenen Bedeutungslosigkeit. Es ist schwer, sich mit ihm zu identifizieren, denn seine Persönlichkeit scheint an seinen Erlebnissen nicht zu wachsen.

    Was das Buch vorantreibt, ist in den ersten Kapiteln allein das ungelöste Rätsel, aus welchem Grund die Freunde ihn damals verstießen.

    Doch dann verliebt er sich in eine Frau namens Sara Kimoto, erzählt ihr die alte Geschichte, und sie überzeugt ihn, dass er die Freunde zur Rede stellen muss. Nur so könne die Verwundung heilen und er wäre offen für eine tiefere Beziehung.

    Sara selbst bleibt ein eher blasser Charakter. Sie ist bezaubernd, intelligent und einfühlsam, aber wenig mehr als der Stein des Anstoßes für Tsukuro. Der kommt endlich in Bewegung, nimmt sein Leben in die Hand und reist das erste Mal in seinem Leben ins Ausland.

    Ab hier entwickelt sich ein ganz anderer Spannungsbogen.

    Der Grund für den Bruch, den Tuskuro endlich erfährt, ist schockierend. Aber obwohl der Grund Stoff für einen Thriller bieten könnte, liegt das Augenmerk auf Tsukuros persönlicher Entwicklung. Es bleibt eine leise Geschichte, die eine umso größere Sogkraft entwickelt, je mehr ihr Protagonist seine Apathie abschüttelt.

    Manchmal verschwimmen die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Fantasie, und das macht der Autor meisterhaft. Träume spielen immer wieder eine große Rolle – dabei ist unklar, ob sie Spiegel oder Verzerrung der Realität sind, Erinnerung oder Vorahnung.

    So zweifelt Tsukuru, ob er nicht doch die Untat begangen hat, wegen der seine Freunde ihn damals verstießen.

    Haruki Murakami beschreibt die Pilgerreise seines farblosen Helden in einer Sprache, die wundervoll poetische Momente hat.

    Dennoch sind seine Sätze ruhig und kristallklar, vieles vermittelt er über leise Andeutungen und symbolische Bilder. Die Dialoge sind für westliche Ohren ungewohnt verhalten und höflich, das Ungesagte schwingt jedoch immer mit.

    FAZIT

    Manche Rezensionen sprechen davon, dies sei ein ‘typischer Murakami’, andere behaupten das genaue Gegenteil. Für mich war das Buch der längst überfällige Einstieg in das literarische Werk von Haruki Murakami, so dass ich unbefangen an Herrn Tazaki herantrat.

    Bereut habe ich es auf keinen Fall – typisch oder nicht, ich bin nun fest entschlossen, mich auch an die anderen Bücher des Autors heranzuwagen.

    Diese Rezension wurde zuerst auf meinem Buchblog veröffentlicht:
    https://wordpress.mikkaliest.de/2018/06/04/rezension-haruki-murakami-die-pilgerjahre-des-farblosen-herrn-tazaki/

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    Literatur-Universumvor 5 Monaten
    Eine sensible Lebenswelt

    Sterben ist einfacher als zu leben. Lange Zeit verfolgt den jungen Studenten Tazaki dieser Gedanke. Einmal ausgebrütet nimmt er verschiedene Formen an und wächst und gedeiht. Das Einzige was ihn davon abhält, ist das Fehlen einer Todesart. Ein halbes Jahr lang verbringt er in einer fremden Hülle - einer fremden Gestalt, bis er sich letztlich ausgebrütet - neu formiert. Ein komplett neuer Mensch wird.

    16 Jahre später hat Tazaki erfolgreich Architektur explizit für Bahnhöfe studiert. Zurückgezogen in einer Wohnung, die er vererbt bekommen hat, lebt er ein sorgenloses Leben. Bis er Sara begegnet. Plötzlich nimmt sein Leben bedeutende Formen an. Er sieht einen neuen Sinn, welchen er nicht mehr aus den Augen verlieren will. Sara fühlt zunächst dasselbe. Mit der Zeit jedoch merkt sie, dass ihn etwas tief sitzendes bedrückt. Ein tiefer Stachel der Vergangenheit. Aus diesem Grund will sie erst über eine Beziehung nachdenken, wenn er die Geister seiner Vergangenheit besiegt hat.

    Haruki Murakami ist ein weltweit bekannter Autor, der immer wieder im Gespräch ist für den Literaturnobelpreis. Er hat zahlreiche Preise bereits gewonnen und steht mit seinen Büchern jedes Jahr auf den Bestsellerlisten. Vor allem mit den Pilgerjahren des farblosen Herrn Tazaki sorgte er für öffentliches Ansehen.

    Das Farblose ist nämlich ein Kernpunkt der Geschichte. Tazaki wuchs in der oberen Mittelschicht auf. Zusammen mit seinen vier Freunden bildeten sie eine unzertrennliche und überdimensionale Gang, die alles miteinander teilte und alle Erlebnisse nur zusammen in der Gruppe durchmachte. Sie waren ein Band, welches nur zusammen fest blieb. Tazaki unterschied vom Rest der Gruppe, dass er in seinem Nachnamen keine Farbe als Bedeutung hatte. Von Anfang an hemmte ihn dieses Handicap. Er fühlte sich nicht als gleichrangig. Als einziger ging er in eine Großstadt studieren. Alle anderen blieben in der Nähe, um als Gruppe zusammenzubleiben. Als er eines Tages heimkehrte, meldeten sie sich nicht mehr bei ihm und teilten ihm mit, dass sie nichts mit ihm zu tun haben wollen und er wisse auch wieso.Tazaki wusste es jedoch nicht. Er erfuhr es nie. Bis er sich 16 Jahre später durch Sara gezwungen sah, die Wahrheit herauszufinden.

    Es ist ein sehr gut geschriebenes Buch mit einer tragischen Figur, die nie ihr Leben auskosten konnte, weil das Selbstbewusstsein zu gering ausgeprägt war. Die fehlende Akzeptanz in der Gesellschaft und die fehlende Nächstenliebe zeichnen die Figur Tazaki und bieten ihr viel zu spät Antworten des Lebens, was zur Folge hat, dass die Suche nach dem Glück im Leben sehr lange hinter verschlossenen Türen bleibt. Tazaki hat viel Talent. Jedoch ist die Sprache und die Qualität bei weitem nicht reif für einen Literatur-Nobelpreis.

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    SandraKathvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine gefühlvolle Reise, auf der der Protagonist alte Wunden aufreißen muss, um sie für immer zu heilen. Nicht immer leicht, aber lesenswert!
    Eine bewegende Suche nach sich selbst

    3,5 Sterne 

    In Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki muss der Protagonist wieder zu sich selbst finden, nachdem er die vollkommene Harmonie verloren und am Abgrund des Todes gestanden hat. Auf seiner Reise trifft er alte Freunde, wird unterstützt von neuen Freunden und erhält schließlich die Antworten auf seine Fragen. Zuletzt muss er den Mut haben, den Schritt in ein farbenfrohes Leben zu wagen. 

    Als Tsukuru Tazaki mit 36 Jahren Sara Kimoto kennenlernt, muss er sich seiner Vergangenheit stellen, wenn die Beziehung der beiden eine Zukunft haben soll. Als Jugendlicher findet er in einer Gruppe von fünf Freunden die vollkommene Harmonie, doch schon damals fühlt er sich als Außenseiter, denn im Gegensatz zu Tsukuru tragen die vier Anderen jeder eine Farbe im Namen. Als einziger der Fünf verlässt er schließlich ihre Heimatstadt Nagoya, um in Tokio zu studieren. Bei einem seiner Heimatbesuche eröffnen ihm seine Freunde, dass sie nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen und dass er den Grund dafür wohl wüsste. 16 Jahre später will Tsukuru der Ursache nachgehen und sucht seine alten Freunde auf. Dabei lernt er, dass nicht nur er selbst Wunden in sich trägt, die noch immer nicht verheilt sind. 

    Murakami ist ein Meister, wenn es darum geht, menschliche Empfindungen in Worte zu fassen. Metaphern, die auf den ersten Blick zusammenhangslos erscheinen, drücken bei näherem Hinsehen genau das Problem der Situation aus. Die Wortwahl ist sauber und die Sprache geschliffen, die deutsche Übersetzung ist wirklich gelungen. 

    Bemängeln muss ich dagegen die Charaktere. Vor allem Tsukuru selbst, aber auch manche der Nebenfiguren kommen mir einfach zu hölzern vor. Natürlich muss man berücksichtigen, dass Tsukuru ein traumatisches Erlebnis zu verarbeiten hat und dass der Ausdruck der Charaktere sicher auch ein Stück weit auf den Stil des Autors zurückzuführen ist, aber die Dialoge wirken so präzise ausgefeilt, die Handlungen so überlegt, dass sie an Authentizität einbüßen. Dadurch ist es mir schwer gefallen, mit den Figuren mitzufühlen, was bei einer so bemerkenswerten Geschichte sehr schade ist. 

    Die Romane von Murakami sind für meinen Geschmack insgesamt ein bisschen zu melancholisch, was in gewissen Situationen bestimmt genau das sein kann, was man in einem Buch sucht. In jedem Fall hat auch die Traurigkeit bei Murakami etwas unheimlich Schönes, weswegen seine Bücher wohl nie ihren Reiz verlieren. 

    Ich selbst werde wahrscheinlich noch den ein oder anderen Roman von ihm lesen, auch wenn es mich jedes Mal ein bisschen Kraft kostet.

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    LillyLous avatar
    LillyLouvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Eine außergewöhnliche Geschichte, aber vielleicht nicht was für jedermann. ☺️
    Rezension–„Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“- von Haruki Marukami

    Inhalt: Tsukuru Tazaki und seine vier Freunde sind eine eingeschworen Gemeinschaft. Das dachte Tsukuru jedenfalls, bis er eines Tages von seinen Freunden ohne jegliche Begründung gemieden wird. Ein Verlust mit dem er noch viele Jahre lang zu kämpfen hat. Doch als, der jetzt 36-jährige Tsukuru Sara kennenlernt, merkt er dass es unvermeidlich ist sich mit seiner Vergangenheit auseinanderzusetzen, um seine Zukunft gestalten zu können. Und so macht er sich auf die Suche nach seinen damaligen Freunden um sich selbst zu finden. Meine Meinung: Es handelt sich hier um ein wirklich außergewöhnliches Buch. Sowohl die Protagonisten, als auch der Schreibstil des Autors sind alles andere als gewöhnlich. Tsukuru ist ein sehr komplizierter und komplexer Charakter, den ich auch nach 300 Seiten noch nicht wirklich kenne. Die Freundschaft spielt in diesem Buch eine ebenso große Rolle, wie die Bedeutung von Namen. Eine sehr interessante Thematik, meiner Meinung nach. Fazit: Dieses Buch macht es einem wirklich schwer es zu bewerten. Auch ist es schwer eine gelungene Inhaltsangabe zu geben, denn dazu ist es zu komplex. Man muss es einfach gelesen haben um sich eine Meinung zu bilden. Der Autor hat mich aber auf jeden Fall neugierig gemacht und ich werde mir noch das ein oder andere Werk von ihm zu Gemüte führen.

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    buchjunkies avatar
    buchjunkievor einem Jahr
    Der alles andere als farblose Herr Tazaki

    Der 36-jährige Tsukuru Tazaki wird von seiner Freundin Sara gedrängt, sich der Vergangenheit zu stellen und seine ehemaligen Schulfreunde zu besuchen.Mit diesen vier Freunden, zwei Jungs und zwei Mädchen , verband ihn damals eine dicke Freundschaft. Die Namen seiner Freunde beinhalten alle eine Farbe , nur Tsukurus Namen nicht.Als die Schulzeit zu Ende ist , verlässt er als einziger der Clique die Heimatstadt Nagoya und geht zum Studium nach Tokio.Der Freundschaft tut dies zunächst keinen Abbruch, bis zu einem Sommertag als Tsukuru einen Telefonanruf von einem der Freunde erhält: Tsukuru solle sich in Zukunft von ihnen ferngehalten, er wisse schon warum.Tsukuru kann sich nicht erklären, was das soll. Doch jeder Telefonanruf wird abgeschmettert und keiner seiner Freunde will mit ihm sprechen.Verzweifelt und mechanisch lebt Tsukuru nun  in Tokio und auch die Jahre können diesen Schmerz nicht lindern und er fragt dich immer noch nach dem Warum.Bis er sich auf Anraten von Sara auf die Reise begibt.
    Das war mein zweiter Roman von Murakami. Nach meinem ersten wusste ich nicht, was ich davon halten sollte. Deshalb musste ich noch einen Roman von ihm lesen. Und er hat mir gut gefallen.
    Der Schreibstil ist besonders. Das Buch liess sich gut lesen und sogar alltägliche kleine Abläufe waren nicht langweilig , sie gehören dazu und beschreiben die Person Tsukuru Tazaki .

    Er musste sich überlegen,,was er Sara sagen würde. Er wusch seine Wäsche und überflog die Zeitungen, die sich während seiner Abwesenheit angesammelt hatten. Am Nachmittag ging er aus, um Lebensmittel zu kaufen, aber er hatte keinen Appetit. Er wurde sehr müde, als es noch hell war, was,sicher an der Zeitverschiebung lag. Er ging um halb neun ins Bett und schlief ein. Vor Mitternacht wachte er wieder auf.Er versuchte ein Buch writerzulesen, aber er war zu bekommen......
    ........Nachdem er geduscht hatte ,rief er Sara an.“


    Sehr japanisch fand ich diesen Roman nicht. Ich war erstaunt über das Westliche wie z.b Hackbraten mit Kartoffelsalat in einer Bahnhofsgaststätte.


    Es ist ein Roman über Einsamkeit und Freundschaft. Und ein kleines bisschen über Liebe.
    Es ist eine ruhige Geschichte , in der aber auch Spannung aufkommt.
    Schliesslich möchte man erfahren, warum die vier Freunde ganz plötzlich jeden Kontakt zu Tsukuru abgebrochen haben.
    Tsukuru Tazaki fand ich ein bisschen merkwürdig,,aber durchaus liebenswert.


    Mir hat der Roman so gut gefallen, dass ich durchaus auch irgendwann mal einen dritten von Haruki Murakami lesen werde!

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    Katykates avatar
    Katykatevor einem Jahr
    Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki - Haruki Murakami

    Schon seit einer ganzen Weile wollte ich mal einen Murakami lesen. Denn seine Schreibe soll etwas ganz besonderes und sehr schräg sein. Weil so viele von ihm schwärmen, habe ich mir mal ein paar Bücher empfehlen lassen und die meisten meinten, »Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki« wäre als Murakami-Einstieg sehr gut geeignet.



    Kurzbeschreibung

    Es geht um den mittlerweile Mitte dreißig-jährigen Tazaki, der eine Frau kennen lernt. Doch sie hat immer das Gefühl, dass er sie nicht richtig an sich heranlässt. Grund dafür ist ein Ereignis in der Vergangenheit. Denn Tazaki gehörte mal zu einer Fünfergruppe, die alles gemeinsam gemacht hat. Die anderen vier waren seine besten Freunde und die gemeinsame Zeit war etwas ganz besonderes, obwohl er sich immer etwas ausgeschlossen gefühlt hat. Immerhin haben all seine alten Freunde eine Farbe in ihrem Namen, wodurch er sich immer farblos gefühlt hat.

    Eines Tages haben sich seine Freunde von ihm abgewendet, ohne ein Wort der Begründung. Und Tazaki hat auch nie nachgefragt. Bis er sich mit Mitte dreißig auf eine Reise in die Vergangenheit begibt, um herauszufinden, was damals passiert ist.



    P O S I T I V E S

    Angenehm zu lesen

    Tatsächlich habe ich erwartet, dass Murakami eine ganz außergewöhnliche Schreibe hat. Hat er in gewisser Weise auch, aber ich habe nicht damit gerechnet, dass sie so leicht zu lesen sein würde. Die Zeilen fliegen nur so dahin und das obwohl deren Inhalt teilweise abstrus ist.



    Die Spannung kam spät, aber blieb

    Anfangs dümpelte die Geschichte so ein bisschen vor sich hin, sodass ich vor dem Buch saß und mich gefragt habe, wann es denn endlich losgeht. Ich hatte ein bisschen Angst, dass mir Murakami so im Gedächtnis bleiben würde: „Tolle Schreibe, aber langweilige Geschichte.” Denn alle, vor allem Kollegen, sind so begeistert von Murakami, dass ich ihn doch toll finden muss!

    Aber die Spannung kam noch auf. Es dauerte zwar ein bisschen, aber ab dem Moment, als Tazaki sich auf die Reise in seine Heimatstadt macht, um mit seinen alten Freunden zu sprechen, konnte ich das Buch kaum noch weglegen. Das große Geheimnis wird zwar ziemlich schnell enthüllt, sodass der erste Knaller überraschend zeitig vorüber war. Aber es bleibt spannend, denn man möchte unbedingt wissen, was seine anderen Jugendfreunde dazu zu sagen haben.



    Vielfältigkeit in vieler Hinsicht

    Besonders auffällig ist, wie unterschiedlich die Charaktere sind. Vor allem Tazaki und seine Jugendfreunde könnten charakterlich nicht weiter voneinander entfernt sein. Und doch sind sie stimmig – im Einzelnen und auch als Gruppe.
    Murakami schafft es, jedem seiner Charaktere eine ganz andere Motivation einzuhauchen, weshalb sie alle sehr real wirken. Man muss sich ein bisschen durch die Fassade kämpfen, aber das, das darunter liegt, ist einzigartig.







    N E G A T I V E S

    Wichtig, aber öde

    Wie schon erwähnt, braucht die Geschichte ein bisschen, bis es richtig losgeht. Die ersten Kapitel empfand ich deshalb doch eher als mühselig. Vor allem die ausführliche Beschreibung von Tazakis Studienzeit fand ich so uninteressant, dass ich teilweise gern weitergeblättert hätte.

    Es ist allerdings gut, dass ich das nicht getan habe, denn auch diese Zeit ist maßgeblich für Tazakis Entwicklung. Verfolgt man seine Zeit mit seinem außergewöhnlichen Studienfreund nicht, versteht man Tazaki und seine Handlungen und Gedanken im späteren Verlauf nicht so recht – vor allem die Szenen mit der anderen Realität.



    Der abstrakte Murakami

    Ich wurde vorgewarnt, dass Murakami sehr abstrakt schreibt und so einige verrückte Szenen in seine Bücher einbaut. Weil sich das in »Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki« aber in Grenzen hält, wurde mir das als Einsteiger-Buch empfohlen. Aber ganz ehrlich?

    Ich war enttäuscht, wie wenig abstrakt dieses Buch ist. Mir wurden so viele verrückte Dinge erzählt, die schon in Murakamis Büchern vorkamen, dass es in diesem Buch tatsächlich enttäuschend ist. Das einzig abstrakte ist eine Geschichte über einen Mann, dem der Tod auferlegt wurde und der ihn entweder über sich ergehen lassen oder weitergeben kann. Und die Träume Tazakis, die sich eher wie eine andere Realität anfühlen, sodass er nicht weiß, ob sie überhaupt Träume sind.



    Erst mal abwarten

    Genau diese Einstellung scheint der Protagonist zu haben. Schon in seiner Jugend hat er bei seinen Freunden nicht nachgebohrt, wieso sie plötzlich keinen Kontakt mehr wollten. Und auch später, gegen Ende des Buches, zeigt Tazaki genau diese Eigenschaft. Als Leser ist es da manchmal schwer, seine Beweggründe nachzuvollziehen, weil wahrscheinlich fast jeder – ich zumindest auf jeden Fall – nachfragen würde, wenn jemand gegen einen selbst handelt.

    Aber genau diese Eigenschaft an Protagonisten scheint typisch für Murakami und teilweise auch andere japanische Autoren zu sein. Selbst kann ich das zwar nicht beurteilen, aber von zwei Kollegen und Freunden – unter anderem Sibylle von Zwischen meinen Zeilen – wurde mir berichtet, dass das sehr typisch für diese Art Autoren ist.



    Wie? Was? Wo?

    Ich hasse Bücher, in denen Fragen offen bleiben. Vor allem, wenn es sehr viele offene Fragen sind. Leider muss ich mich bei Murakami wohl damit abfinden, denn auch das ist etwas typisches für ihn. Auch in »Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki« bleiben mehr Fragen offen als gelöst werden.

    Wieso haben sich seine Freunde einfach von ihm abgewandt ohne sich zu erklären? Was hat es mit dem früheren Studienfreund auf sich? Ist es jetzt ein Traum oder Realität oder eine andere Realität?





    Fazit

    Nach Beenden des Buches bin ich mit gemischten Gefühlen zurückgeblieben. Einerseits ist »Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki« (ich hoffe, ich muss den Titel nie wieder so oft hintereinander schreiben) irgendwie lehrreich. Man kann sich so einiges daraus ziehen, vor allem was das Miteinander betrifft. Schließlich muss man es nicht einfach so hinnehmen, dass sich Freunde von einem Abwenden und das Jahre mit sich herumschleppen, man kann es auch direkt klären. Andererseits lässt es so viel offen, dass man gar nicht genau weiß, welche Lehre man daraus ziehen soll.

    Das war mein erster Murakami und von einigen habe ich gehört, dass der erste einen meistens noch nicht vom Hocker haut, dass man aber nach dem zweiten oder dritten ganz begeistert von diesem Autor ist. Ich werde ihm also noch eine Chance geben und freue mich darauf, wenn im Oktober die Neuausgabe von „Hard-boiled Wonderland” erscheint.

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    Weltensuchers avatar
    Weltensuchervor einem Jahr
    Distanziert, gekünstelt, bemüht philosophisch

    Haruki Murakami – ein beliebter Name in der gegenwärtigen Literatur. Ich habe mir schon lange vorgenommen, etwas von diesem japanischen Autor zu lesen, wo er doch weltweit Bekanntheit und Anerkennung genießt. „Die Pilgerreise des farblosen Herrn Tazaki“ fiel mir eher zufällig in die Hände und leitete schließlich meine erste und leider vermutlich letzte Murakami-Probe ein.

    Im Zentrum des Geschehens steht Tsukuru Tazaki, ein Bahnhofsingeneur Mitte dreißig. Seit er vor sechzehn Jahren ohne jede Erklärung von seinen vier besten Freunden aus ihrer Clique verstoßen wurde, leidet er unter dem traumatischen Verlust jener Freundschaft, die ihm alles bedeutete. Auf eine anfängliche Lebenskrise und Selbstmordgedanken folgt eine erzwungene Abfindung seinerseits mit den vergangenen Geschehnissen und Tazaki lebt sein Leben als Einzelgänger weiter. Erst als seine Freundin Sara ihm rät, sich mit seiner Vergangenheit auseinander zu setzen, sucht er Jahre später nach Erklärungen und den Kontakt zu seinen alten Freunden...

    Mir hat das Lesen nur sehr wenig Spaß bereiten. Das lag vermutlich vor allem an dem Erzählstil, mit dem ich wirklich gar nichts anfangen konnte und an dem ich mich schon ab den ersten Seiten störte.

    Auf Passagen, die eher einer Berichterstattung ähneln als einem Roman folgen hölzerne Dialoge fern jeder realistischen Kommunikationsformen - mal bemüht philosophisch, dann in einem so seltsamen Ton, dass das Gefühl vermittelt wird, Tsukuru spreche mit einem Psychologen statt mit seinen Freunden. Ständig ergänzen sich die Figuren auf wirklich eigenartige Weise, ständig fallen absichtliche, um Weisheit bemühte Sentenzen, die mir stets fremd und unpassend erschienen. Zwischen mir und dem Roman blieb bis zum Ende jedenfalls eine gewisse Distanz, die sich wahrscheinlich vor allem auf meine Abneigung gegenüber dem Sprachstil begründete, den ich selten so gekünstelt erlebt habe.

    Dementsprechend konnte ich mich auch mit keinem der Charaktere anfreunden. Allesamt blieben für mich tatsächlich „farblos“, platt und distanziert. Ihre Beschreibungen haben mir gar nicht gefallen – auf einer halben Seite wurde zu jeder Person eine kleine und scheinbar beliebige Hintergrundgeschichte platziert, jeder ein mehr oder minder interessantes Hobby angedichtet, kurz das Hauptmerkmal seines Charakters genannt, vielleicht auch seine schulischen Leistungen und später der Beruf – und das war es auch schon. Worauf die Freundschaft zwischen den fünf Hauptpersonen sich begründete, blieb mir schleierhaft – schließlich gab es weder gemeinsame Szenen noch Dialoge zwischen ihnen.

    Diese hätte man meiner Meinung nach aber leicht unterbringen und stattdessen die ständigen Wiederholungen, die sich durch den gesamten Roman ziehen, streichen können. Immer wieder wurde die Geschichte des Herrn Tazaki und sein Leben generell noch einmal von vorne geschildert, als könnte der Leser die Basisdaten dazu – denn darüber ging das Ganze ja auch nicht hinaus – wieder vergessen haben.

    Auch die Handlung war für mich an den meisten Stellen langweilig. Ich hatte zumindest auf ein spektakuläres Ende gehofft, in dem alle Fragen geklärt und sich die Einzelheiten zu einem großen Ganzen fügen, doch auch in dieser Hinsicht wurde ich enttäuscht. Dabei bleibt auch vieles, was Erwähnung fand, einfach unberücksichtigt – mir stellt sich nun die Frage nach dem Sinn und Beitrag zu der Handlung jener meiner Meinung nach vollkommen überflüssigen Aspekte (auf die ich ohne zu Spoilern nicht näher eingehen kann).

    Insgesamt war mein erster Murakami-Roman eine sehr große Enttäuschung und rief vor allem großes Unverständnis für seine Beliebtheit in mir hervor. Ob es wohl an der Übersetzung lag, an kulturellen Differenzen? Ich weiß es nicht. Mir hat „Die Pilgerreise des farblosen Herrn Tazaki“ jedenfalls rundum einfach nicht zugesprochen und es wird sicherlich eine ganze Weile dauern, bis ich mich wieder an diesen Autor heranwagen werde.

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    Larimayas avatar
    Larimayavor einem Jahr
    Auf der Suche nach den verlorenen Farben

    Haruki Murakami besitzt einen ganz eigenen Stil. Er ist sehr klar, detailliert und schnörkellos.  Genau das macht den Reiz seiner Geschichten aus.

    Der Leser gelangt in die Welt von Tsukuru, der nicht weiß was dazu geführt hat, dass ihn die 'Farben verlassen haben'

    Er sucht nach Gründen und wagt den Schritt sich auf die Suche nach Antworten zu machen.
    Es war spannend diese Reise zu verfolgen.

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    Daphne1962s avatar
    Daphne1962vor einem Jahr
    Der Farblose Herr Tazaki

    Er ist noch ein junger Mann, Tsukuru Tazaki lebt in Nagoya. Sie sind 5 Freunde und harmonieren hervorragend. Sie gehen gemeinsam auf eine Oberschule. Sie sind unzertrennlich und erleben eine schöne gemeinsame Zeit. Auch sonst haben sie viel gemeinsam. Sie sind eine Clique, wie es sie selten noch gibt.

    Da wäre der Rugbysspieler Ao, kräftig und kantig, aber liebenswert. Ao trägt die Farbe BLAU in seinem Namen.

    Aka ist ein kleiner kräftiger Junge und trägt die Farbe ROT in seinem Namen. Fleiss ist nicht seine Eigenschaft.

    Kuro war groß und kräftig und steckt voller Leidenschaft. Sie trägt die Farbe Schwarz in ihrem Namen.

    Shiro spielt Klavier und ist mehr musisch angehaucht. Sie trägt die Farbe Weiss in ihrem Namen. Kuro und Shiro sind seit Kindheit befreundet und in einer Schulklasse gewesen.

    Nur Tazaki beinhaltet keine Farbe. Auch hebt er sich von den anderen ab. Er fühlt sich daher eher farblos seine Leidenschaft sind Bahnhöfe. Er hält daran fest, geht nach Tokio zum Studieren und kommt nur in den Ferien nach Nagoya. Die jungen Leute befinden sich alle samt in einer Selbstfindungsphase noch. Genau in dieser Phase ereignet sich für Tazaki ein Ereignis, von dem er sich so schnell nicht erholen wird. Erst 16 Jahre später, als er Sara kennenlernt und sie sich für seine Geschichte interessiert und ihm rät, sich der Vergangenheit zu stellen und das Problem aus seinem Kopf zu bekommen.

    Ich fand die Geschichte sehr ungewöhnlich, aber ausgesprochen gut. Man steht unter Spannung und wartet ständig darauf zu erfahren, was damals hinter Tazakis Rücken passiert ist. Man leidet mit Tazaki mit und hofft, er kommt aus dem Tal heraus. Warum er so leiden musste und versucht hat, diesen Schock zu verarbeiten kann der Autor authentisch darstellen, in dem er in die Seelen der Protagonisten herabsteigt und man sich in deren Köpfe verliert. Sehr menschlich sind die Geschichten von Murakami, die mich bisher immer begeistert haben.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Leserunde mit dem Lovelybooks-Team zu Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki von Haruki Murakami


    Haruki Murakamis neuer Roman Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki startete in Japan mit der höchsten Erstauflage aller Zeiten und wurde zum Rekord-Bestseller. Diesem Phänomen wollen wir, das Lovelybooks-Team, in einer internen Leserunde nachgehen und gemeinsam in die Welt von Tsukuru Tazaki eintauchen. Auch wenn Murakamis Protagonisten oft als Einzelgänger charakterisiert werden und sich lieber außerhalb der japanischen Gesellschaft an den Rändern der Existenz oder gar einem Paralleluniversum bewegen, wollen wir unsere Leseeindrücke untereinander austauschen und alles diskutieren, was unsere Gedanken verwirrt, belustigt oder unverstanden bleibt.

    Inhaltsangabe:
    Der junge Tsukuru Tazaki ist Teil einer Clique von fünf Freunden, deren Mitglieder alle eine Farbe im Namen tragen. Nur Tsukuru fällt aus dem Rahmen und empfindet sich – auch im übertragenen Sinne – als farblos, denn anders als seine Freunde hat er keine besonderen Eigenheiten oder Vorlieben, ausgenommen vielleicht ein vages Interesse für Bahnhöfe. Als er nach der Oberschule die gemeinsame Heimatstadt Nagoya verlässt, um in Tokio zu studieren, tut dies der Freundschaft keinen Abbruch. Zumindest nicht bis zu jenem Sommertag, an dem Tsukuru voller Vorfreude auf die Ferien nach Nagoya zurückkehrt – und herausfindet, dass seine Freunde ihn plötzlich und unerklärlicherweise schneiden. Erfolglos versucht er wieder und wieder, sie zu erreichen, bis er schließlich einen Anruf erhält: Tsukuru solle sich in Zukunft von ihnen fernhalten, lautet die Botschaft, er wisse schon, warum. Verzweifelt kehrt Tsukuru nach Tokio zurück, wo er ein halbes Jahr am Rande des Selbstmords verbringt.
    Viele Jahre später offenbart sich der inzwischen 36-jährige Tsukuru seiner neuen Freundin Sara, die nicht glauben kann, dass er nie versucht hat, der Geschichte auf den Grund zu gehen. Von ihr ermutigt, macht Tsukuru sich auf, um sich den Dämonen seiner Vergangenheit zu stellen.


    Ab Freitagabend, den 7. Februar, wollen wir Murakamis Melancholie und den Weltschmerz, den er mit seinen Charakteren suggeriert, in uns aufnehmen und unser Zeit- und Raumempfinden für einige Lesestunden in das gegenwärtige Japan verschieben. Dabei könnt ihr alle selbstverständlich gern mitdiskutieren. Es gibt jedoch KEINE BÜCHER ZU GEWINNEN!


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    Letzter Beitrag von  Ginevravor 4 Jahren
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