Haruki Murakami Hard-boiled Wonderland und Das Ende der Welt

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Inhaltsangabe zu „Hard-boiled Wonderland und Das Ende der Welt“ von Haruki Murakami

Tokyo, ferne Gegenwart. Es herrscht Datenkrieg. Einem genialen greisen Wissenschaftler ist es gelungen, bei einer Gruppe professioneller Datenfälscher eine Gehirnwäsche durchzuführen. Er entnimmt ihnen Informationen, die er in Gehirne von unwissenden Versuchspersonen einspeist. Der 35-jährige Held und Ich-Erzähler ist der Einzige, der die Prozedur überlebt. Fortan versucht er, die dunklen Machenschaften des Professors mit allen Mitteln zu durchkreuzen...

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  • "Ferne Gegenwart" im unbekannten Paralleluniversum

    Hard-boiled Wonderland und Das Ende der Welt
    Gungl

    Gungl

    17. January 2017 um 10:27

    KLAPPENTEXT:Tokyo, ferne Gegenwart. Es herrscht Datenkrieg. Einem genialen greisen Wissenschaftler ist es gelungen, bei einer Gruppe professioneller Datenfälscher eine Gehirnwäsche durchzuführen. Er entnimmt ihnen Informationen, die er in Gehirne von unwissenden Versuchspersonen einspeist. Der 35-jährige Held und Ich-Erzähler ist der Einzige, der die Prozedur überlebt. Fortan versucht er, die dunklen Machenschaften des Professors mit allen Mitteln zu durchkreuzen...LESEEINDRUCK: Eine seltsame Geschichte um der Geschichte willen. Der Sprecher David Nathan lullt den Hörer ein, über lange Strecken der einzige Grund, nicht abzudrehen. Irgendwann stellt sich Ärger darüber ein, was denn nun die Aussage des Romans sein soll und das wird zum Antrieb, die Sache durchzuziehen, bis zum Ende.Doch auch hier bleibe ich ratlos zurück, verkauft und verraten vom Autor. Das macht er ja gern, der Herr Murakami, eine mutige Sache allemal. Wer das mag, wird begeistert sein. Ich war es nicht.

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  • Ich bin eine Interpretationsniete

    Hard-boiled Wonderland und Das Ende der Welt
    Abendstern

    Abendstern

    Was habe ich nicht alles über den genialen Murakami gehört und gelesen. Seit Jahren gilt er als einer der Top-Anwärter auf den Literaturnobelpreis. Die kritischen Stimmen habe ich komplett ignoriert und sie als Stimmen von mehr oder weniger missgünstigen Zeitgenossen abgetan. Mein erster Murakami sollte 1Q84 werden. Zwei befreundete Leser rieten mir jedoch, als Einstieg in die Welt des Japaners, mit Hardboiled Wonderland zu beginnen. Das sei immer noch sein bestes Werk. Die Entscheidung fiel nicht schwer, weil das Hörbuch gerade erst bei Audible erschien. Dann auch noch von David Nathan, einem meiner Lieblingssprecher, gelesen. Nun denn... Mit jeder gehörten Stunde, die ich zwischen den Welten von Hardboiled Wonderland (eine Art Realität im zukünftigen Tokio) und dem Ende der Welt (Fantasy) verbrachte, fühlte ich mich stärker an das Märchen Des Kaisers neue Kleider von Hans Christian Andersen erinnert oder mir erschien Hape Kerkeling mit seinem Hurz vor Augen. Ich will nicht sagen, dass Murakami nicht schreiben kann. Das kann er ohne Zweifel. Worte aneinander reihen ist ja eigentlich auch nicht so schwer. Das können (fast) alle anderen Autoren ebenfalls. Meine Erwartung hielt mit dem Verlauf der Handlung immer weniger Schritt. Um was geht es eigentlich? Versucht der Autor mir was zu sagen und ich bin zu beschränkt, es zu erkennen? Muss ich japanisch lernen, um die Genialität zu spüren? Es passiert einfach zu wenig, um mich bei Hörlaune zu halten. Alleine der Marsch durch die Katakomben. Uhuhu, pass auf, dass dich die Schwärzlinge nicht kriegen. Soll ich mich gruseln? Ja, mich gruselt der Gedanke, dass das noch mehrere Stunden so spannungsfrei vor sich hin tröpfelt. Und was soll ich sagen? Es tröpfelt weiter! Charaktere und Sprache so flach, wie das norddeutsche Tiefland. Nicht ein einziger Satz, den ich mir hinter den Spiegel klemmen möchte. Der (namenlose) Ich-Erzähler widmet sich ausgiebig seiner beachtlichen Whiskey-Sammlung und ist ansonsten der geborene Loser. Eigentlich habe ich sehr viel übrig für Loser. Für den hier nicht, obwohl der Autor mir weismachen will, dass er ein ganz besonderer Loser ist. Schließlich hat er als Einziger die Manipulation seines Gehirns durch Professor Namenlos überlebt und ist mit seinem Hirn als sogenannte Black Box in der Lage zu "shuffeln“ (er codiert als Kalkulator geheime Daten). Dann gibt es da noch eine Frau. Nein, ein siebzehnjähriges, übergewichtiges Mädchen. Wenn der Ich-Erzähler von ihr spricht, dann nennt er sie meistens die Dicke oder einfach nur das Mädchen. Ich habe nicht mitgezählt, aber gefühlte tausend Mal habe ich den Begriff das Mädchen gehört. Oft auch noch mit dem Zusatz dick oder auch rosa. Sie liebt alles, was rosa ist. Schuhe, Röcke, Brillen, Kleider und jede Form von Unterwäsche. Rosa in allen denkbaren Schattierungen. Man könnte sagen: Barbie – nur in dick! Ansonsten ist sie genauso namenlos und nichtssagend wie alle anderen Charaktere. In einem der letzten Kapitel mache ich dann Bekanntschaft mit einem Nagelknipser und Schrauben. Den Knipser erwirbt der Ich-Erzähler in einem Eisenwarenladen. "Henkels, Deutschland, hält ein ganzes Leben“, erklärt der Verkäufer. Der Blick fällt auf ein paar weiße Tellerchen, auf denen sich Schrauben befinden. Nun sind Schrauben in einem Eisenwarenladen ja an sich nichts besonderes. Aber hier sehen die Schrauben glücklich aus. "Vielleicht sahen sie so glücklich aus, weil sie aufgehört hatten, Teil eines Quirls zu sein und wieder nichts als Schrauben sein durften oder weil die weißen Teller für die Schrauben ein rechter Ehrenplatz waren? Wie auch immer. Dinge glücklich zu sehen, war schön anzuschauen“. Puh – vielleicht hätte ich mir ein paar Whiskeys hinter die nicht vorhandene Binde kippen sollen, um die Message dahinter zu finden. Als der Erzähler dann auch noch den grandiosen Einfall hat, sich vorzustellen, wie köstlich diese glücklichen Schrauben mit weißer Soße übergossen und mit Kresse verziert auf ihren Tellerchen aussehen, befürchte ich ernsthaft mich beim nächsten Schraubensatz vor den in Kürze vorbeifahrenden Zug zu werfen. Zwei Stunden, sieben Minuten und 45 Sekunden vor dem Ende ziehe ich die Notbremse. Sayonara, ihr Schrauben, Tellerchen und Nagelknipser, ihr Semioten, Wächter, Traumleser, Schatten und Einhornschädel. Ich kann nicht mehr. Eine Frage hätte ich da aber noch: Haben die Japaner keine eigene Kultur? Wieso klingt das alles so, als hätte es ein Amerikaner, Engländer oder Deutscher geschrieben, mit all den Hinweisen auf Musiktitel, Filmstars, Whiskey und Brandenburgische Konzerte? Oder haben die Übersetzer aus, sagen wir mal, Rinko Kikuchi, für die westlichen Leser/Hörer einfach Ingrid Bergman gemacht? Für Rinko Kikuchi hätte ich eine Suchmaschine angeworfen, Ingrid Bergman kenne ich schon. Fazit: Erwartet hatte ich einen interessanten, vielleicht auch japanisch angehauchten Roman mit außergewöhnlichem Sprachstil. Darf man erwarten von einem japanischen Autor, der als Literaturnobelpreisträger gehandelt wird, auch wenn das erst sein zweiter veröffentlichter Roman war. Gefunden habe ich leider das genaue Gegenteil. Wer es als Autor fertigbringt, mich so zu langweilen, hat sich den einen Stern redlich verdient. Es tut mir leid für David Nathan. Er war der einzige Lichtblick dieser abstrusen Geschichte. Ich zähle zu der verschwindend kleinen Minderheit, die des Kaisers neue Kleider nicht gesehen hat. Mir fehlt ganz eindeutig der intellektuelle Zugang zu dieser Art von Traumleseliteratur. Einen erneuten Versuch, die Kleider dieses Kaisers zu sehen, werde ich wohl nicht unternehmen. Es sei denn, Haruki Murakami bekommt tatsächlich den Nobelpreis. Egal für was.

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