Naokos Lächeln

von Haruki Murakami 
4,3 Sterne bei853 Bewertungen
Naokos Lächeln
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (732):
marieliliths avatar

Ich L I E B E dieses Buch!

Kritisch (23):
CoCo_79s avatar

Zu sentimental und naiv für meinen Geschmack.

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Inhaltsangabe zu "Naokos Lächeln"

Die Geschenkausgabe mit der abgerundeten Ecke: anspruchsvolle Haptik, hochwertiges Papier, mit Lesebändchen, kleines Format.
Tokio in den späten 60er Jahren: Während sich auf der ganzen Welt die Studenten versammeln, um das Establishment zu stürzen, gerät auch das private Leben von Toru Watanabe in Aufruhr. Mit seiner ersten Liebe Naoko verbindet ihn eine innige Seelenverwandtschaft, doch ihre Beziehung ist belastet durch den tragischen Selbstmord ihres gemeinsamen Freundes Kizuki. Als die temperamentvolle Midori in sein Leben tritt, die all das ist, was Naoko nicht sein kann, muss Watanabe sich zwischen Vergangenheit und Zukunft entscheiden …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442744947
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:544 Seiten
Verlag:btb
Erscheinungsdatum:08.10.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.11.2013 bei Lübbe Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    NaokosSmiles avatar
    NaokosSmilevor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Dieses Buch hat mich mit so vielen unbeschreiblichen Gefühlen zurückgelassen.
    Unbeschreiblich

    Auf Haruki Murakami bin ich erst durch Youtube gekommen. Ich wurde so neugierig, dass ich mir sehr schnell Naokos Lächeln bestellt habe und sobald es da war gelesen habe.
    Man begleitet Toru Watanabe in seiner Studienzeit in den 60er Jahren. Durch eine enorme Gefühlswelt voller Liebe, Trauer und sogar Depressionen.
    Dieses Buch hat mich an sich gerissen, ich wurde in die Geschichte und in die Zeit, in der die Geschichte spielt nur so hineingezogen. Das Buch hat mich emotional verwirtt zurückgelassen, aber auch positiv gemeint, ich konnte danach nicht mal ein anderes Buch anfangen, da ich mich erstmal damit noch selbst auseinandersetzen musste.
    Eine absolute Leseempfehlung !

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Naokos Lächeln

    Toru ist ein Student der Theaterwissenschaft. Die Geschichte wird aus seiner Sicht lebendig erzählt. Toru selbst ist ein ruhiger Typ, der sich nicht viel daraus macht verstanden zu werden, da er glaubt, dass es auf der Welt keinen Menschen gibt, der ihn verstehen könnte. Dies wird noch durch den Tod seines besten Freundes verstärkt. Ein Jahr nach dessen Tod begegnet er Naoko wieder, die damals die Freundin seines besten Freundes war. Der gemeinsame Schmerz verbindet Beide. Allmählich entwickelt Toru Gefühle für Naoko, doch die Beziehung ist kompliziert. Am Ende muss Toru sich entscheiden.
    Zu Beginn wusste ich nicht, was ich darüber denken soll. Die Geschichte hat mich sehr überrascht. Was mich persönlich gestört hat war, dass es ziemlich obszöne Passagen gibt und das auch noch sehr detailliert. Trotz dessen hat mich die Geschichte fasziniert. Ich konnte mir alles gut vorstellen und fühlte mich so als sei ich wirklich in Japan, da eben diese Atmosphäre rüber kam. Es war schon sehr nostalgisch. Ich habe die letzten 170 Seiten in einem Ruck gelesen und nur noch geweint. Das war das erste Mal, dass ich ein Buch von Haruki Murakami las und definitiv nicht das letzte Mal.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein wunderschön ruhiges Buch, ohne Hektik.. Die Worte fließen einfach so dahin - wunderschön!
    Ein Roman so klar und ruhig wie ein Fluss

    Inhalt:
    Haruki Murakamis Liebesroman "Naokos Lächeln" spielt in Tokio und handelt von einem jungen Mann namens Toru Watanabe, der sich während seines Studiums in Naoko verliebt, ein Mädchen, welches er schon seit mehreren Jahren kennt, zu der er jedoch erst jetzt größere Gefühle entwickelt hat. Die beiden verbindet ein harter Schicksalsschlag, denn zu Highschool Zeiten haben sie sich oft zu dritt getroffen: Toru, Naoko und deren Freund Kizuki. Doch eines Tages begeht Kizuki Selbstmord und der Kontakt zwischen Toru und Naoko bricht unvermittelt ab. Erst Jahre später treffen sie sich wieder und langsam verlieben sie sich ineinenander, doch ihr Glück wird gestört, denn Naoko wird plötzlich krank und verlässt Tokio. Während dieser Zeit fühlt sich Toru sehr einsam, bis er irgendwann Midori trifft, mit der er eine enge Beziehung aufbaut, jedoch will und kann er Naoko nicht vergessen.


    Meine Meinung:
    Erst einmal möchte ich Murakamis Schreibstil hervorheben, denn dieser ist so unglaublich leicht und klar. Der Roman lässt sich so unglaublich flüssig lesen, dass man einfach in die Welt um Toru Watanabe hineingezogen wird und mit ihm dahin schwimmt. Mir gefällt dieser einfache Stil sehr gut, weshalb ich auch während dem Lesen immer wieder erstaunt war, wie schnell die Zeit vergeht.
    Das Thema des Buches, beziehungsweise dessen Handlung ist nicht wirklich besonders neu oder aufregend, das heißt jedoch nicht, dass der Roman in irgendeiner Weise langweilig wäre. Er spielt lediglich mit anderen (Stil-) Mitteln als so manches anderes Werk. 
    Mich haben vor allem die verschiedenen Figuren oft zum Nachdenken gebracht, auch über mich selbst und inwiefern ich mich vielleicht in einem oder mehreren von ihnen wieder finde. Gerade die psychologischen Aspekte und die Charaktere haben mir wirklich gut gefallen.
    Insgesamt finde ich wirklich, dass es ein sehr schönes Buch ist. Es bringt einen mehr als einmal zum Lachen oder Schmunzeln, behandelt jedoch auch die traurigen Seiten des Lebens und lehrt einen vielleicht auch etwas über die verschiedenen Arten, wie man mit Schicksalsschlägen im Leben umgehen kann.

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    Kyoshis avatar
    Kyoshivor 2 Jahren
    Sexistischer Meister der Erzählkunst

    Naokos Lächeln war eine lange Erzählung, verhielt sich wie ein langer Fluss, der einen sanft mittreibt. Murakamis Sprache ist weich, fließend, langsam und stockt nirgends. Murakamis Gedankenkonstrukte aber sind überholt und geradezu idiotisch.
    In diesem Buch sind Frauen naiv, kindlich, zerbrechlich, möchten nur ihn, den männlichen und ewig selbstmigleidigen Protagonisten Toru, befriedigen und selbst nicht befriedigt werden, es sei denn, sie sehen aus und verhalten sich wie ein Kerl (wie Reiko). Vermutlich ist der Sexismus auch in der japanischen Mentalität stark verankert und Weiblichkeit kann nur getrennt von Sexualität entstehen und wer Sexualität erlebt, wird vermännlicht. Es gibt drei Figuren: Naoko, Midori und Reiko. Naoko ist Torus, bzw. Murakamis, ewiger, unerreichbarer Schwarm und je mehr er versucht, sich ihr zu nähern, desto mehr entfernt er sich von ihr. Naoko ist sehr zebrechlich, ehrfuchtergebend schön, so depressiv, dass es "schön" ist und sehr geheimnisvoll, alles Eigenschaften, die wir schon von "Gefährliche Geliebte" kennen, um ehrlich zu sein ist "Naokos Lächeln" nur eine andere Form von diesem Buch. Jedenfalls liebt Toru Naoko sehr, kommt aber nie an sie ran: Erst verliert er sie an Kizuki, seinem besten Freund und dann verliert er sie an die Depression und letztendlich verliert er sie an den Tod. Fakt ist, Toru kommt nicht an Naoko ran, die weibliche, asexuelle, ja göttliche Naoko, die Murakamis ewige Illusion der "perfekten" Frau ist. Er schreibt: "Naokos Körper war so schön, dass ich ihn nicht begehrte." Er verehrt sie.
    Dann gibt es noch die Gegenfigur zu Naoko, nämlich Midori. Sie ist Torus Kommilitonin und spricht Toru einfach mal so in einem Restaurant an und geht sehr locker mit ihrer Sexualität um, fragt sogar, ob er mit ihr nicht einen Porno angucken wolle oder ob er nicht einmal zu ihr masturbieren könnte. Dabei bleibt und redet sie natürlich trotzdem ganz klischeehaft "weiblich" und hilflos, ein Kind, das einen mit großen Augen anguckt und immer gerettet werden muss. Ein ebenso unrealistisches, ein beleidigendes Frauenbild.
    Und dann gibt es Reiko, die ältere Dame, die mir mit ihrem gezwungenen Humor und dem gefühlten Dauergrinsen einen Hass in die Adern getrieben hat, wie keine andere. Sie ist die Mitbewohnerin Naokos im Sanatorium und ihre "Depressions" Geschichte ist geradezu herzzerreißend (Achtung Sarkasmus): Sie wurde depressiv (oder manisch, verrückt, was auch immer) weil sie ihren Traum vom Konzertpianisten nicht erfüllen konnte!!!! Ja gibt es sowas! Das ist doch herzallerliebst, ach lasst uns alle eine Runde wenen um die arme arme Pianistin. Mir kommt das Kotzen. Jedenfalls ist Reiko die exakte Mitte von Midori und Naoko: Sie ist reif, etwas durchgeknallt aber offen, herzlich und sexuell offen, wobei sie - weil eine Frau ja keine Sexualität haben kann! - zeitweise als lesbisch bzw. bisexuell bezeichnet wird und männliche Klamotten trägt. Mal wieder ist Sexualität nur mit Männlichkeit verbunden - aha.
    Zwischen diesen drei Frauen springt unser Protagonist hin- und her und kann sich nicht entscheiden, für wen in Gottes Namen er sich entscheiden soll. Womit wir auch bei dem charakterschwachen, langweiligen, feigen, selbstmitleidigen Toru wären. In meinem ganzen Leben als Leser habe ich noch nie eine so schwache Person gesehen, es ist geradezu widerlich. Er will keine ersten Schritte machen, sonnt sich im Ruhm des Junggesellen Nagasawa (der natürlich stinkreich ist und alle Mädels abkriegt, die er will!) und trinkt ganz ganz cool Whiskey, als wäre es ein Grundnahrungsmittel bis zum Umfallen und zu jedem Anlass. Wo wir bei einem Nebenpunkt wären: warum zum Teufel die ganze Verwestlichung? Warum so viele westliche Lieder und Drinks und Serien? Oder wurde es nur übersetzt, gerade weil es so westlich war? Ich habe das Gefühl, ich habe einen westlichen Roman gelesen, nur dass die Namen und Orte eben ins japanische geändert wurden. SCHADE! Wenn ich einen JAPANISCHEN Schriftsteller lese, dann doch nur, weil ich daran interessiert bin, was er aus Japan so kennt, nicht weil er den Westen kopieren will. Aber ach, aber es ist ja sinnlos. Wenigstens wurde das Schönheitsideal nicht geändert von dunkelhaarig und hellhäutig zu blond-blau mit großen Brüsten...
    Ich könnte mich ewig über die Mentalität des Buches beschweren, die entsetzliche Humorlosgikeit (Murakami ist nicht witzig, so sehr er es auch versucht!), die gesichtslosen, klischeehaften Charaktere und dieses ewige Whiskey-Trinken. ABER, und das ist der Zauber von Murakami, ich habe dieses Buch trotzdem gelesen - warum? Das weiß ich selber nicht so ganz. Ich schätze, ich habe früh akzeptiert und verziehen, dass Murakamis persönliche Mentalität, seine ganz private Welt, hier eine Rolle spielt und habe mir die Geschichte einfach mal durchgelesen, mich treiben lassen. Und am Ende war ich einfach nur gerührt, ich hatte das Gefühl, ich habe jemanden durch sein Leben begleitet. Er hat mir alles erzählt, die langweiligen und die spannenden, die dummen aber auch die klugen Dinge, die er zu sagen hat. Ganz geduldig und sanft. Und wenn ich eines von Murakami gelernt habe, dann die Geduld und vor allem das Gefühlvoll sein. Ich habe noch nie so schöne Sex-Szenen gelesen, sie haben mir Gänsehaut bereitet. Ich schätze Murakami und habe lange gebraucht, um über die Tragik der Geschichte hinwegzukommen. Am Ende ging es nicht mehr um den Kitsch und die Klischees, sondern um eine tragische Geschichte. Und das ist es wohl, was am Ende zählt. Ob die Geschichte einen berührt hat oder nicht. Mich hat sie berührt und ich danke Murakami.

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    Canems avatar
    Canemvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ruhig und doch mitreißend. Wunderschön.
    Ruhig und doch mitreißend. Wunderschön.

    "Der Tod existiert nicht als das Gegenteil des Lebens, sondern ist ein Bestandteil desselben."

    "Naokos Lächeln" hat mich wirklich wieder überzeugen können. Murakami weiß, wie man Charaktere zum Leben erweckt und unvorhersehbare Wendungen in Geschichten einbaut.

    Seine Art zu schreiben ist auf eine besondere, ruhige Art trotzdem sehr flüssig und mitreißend. Das Buch hat eine ganz wunderbare Atmosphäre geschaffen und wie immer ist der Protagonist ein Kunst, Literatur und Musik-begeisterter Einzelgänger.
    Man hat die Szenen wie einen Film vor Augen und ich hatte öfter das Gefühl Dinge riechen und schmecken zu können.

    Viele Metaphern geben dem Leser die Möglichkeit selber Dinge in die beschriebenen Situationen hineinzuinterpretieren.
    Themen wie Liebe, Einsamkeit und Tod werden hier geschickt, zärtlich und vorsichtig thematisiert.

    Ein wunderbar ruhiges Buch das so viel mehr ist als "Nur eine Liebesgeschichte".

    Kommentare: 1
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    Asmodina66Xs avatar
    Asmodina66Xvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Eine Geschichte voller lesenswerter Tragik
    Rezension zu "Naokos Lächeln"

      Inhalt

     

    Als aus den Lautsprechern des in Hamburg ankommenden Flugzeugs das Lied Norwegian Wood von den Beatles ertönt, denkt der 37-jährige Tōru Watanabe noch einmal an die 1960er Jahre zurück und an die Ereignisse, die seitdem sein Leben beeinflusst haben.

     

    Tōru, sein gleichaltriger Klassenkollege Kizuki und dessen Freundin Naoko sind die besten Freunde und unternehmen fast alles zu dritt. Im Alter von 17 Jahren nimmt Kizuki sich ganz unvermittelt und aus unerfindlichen Gründen das Leben. Da es den beiden anderen sehr schwerfällt, diesen Verlust zu verarbeiten, ziehen sie, gleich nachdem sie das Gymnasium abgeschlossen haben, nach Tokio. Hierdurch trennen sich ihre Wege. Ein paar Monate später begegnen sie einander zufällig in der U-Bahn, und erneut entsteht eine freundschaftliche Beziehung. Geredet wird nicht viel, aber an jedem Sonntag unternehmen sie einen mehrstündigen Spaziergang durch die Straßen von Tokio.

     

    Nach dem Ende des ersten Studienjahres holt Naoko das unverarbeitete Trauma um Kizukis Suizid wieder ein. Unfähig, mit beiden Beinen und allein im Leben zu stehen, wird sie von ihren Eltern in ein Sanatorium mit unkonventionellen Heilmethoden gebracht. Nach den Sommerferien lernt Tōru die lebenshungrige Midori Kobayashi kennen, die das Gegenteil von Naoko verkörpert. Für Tōru bahnt sich allmählich eine Dreiecksbeziehung an, da er sich nicht für eines der beiden Mädchen entscheiden kann.

                                                      

    Schreibstil

     

    Der Schreibstil von Murakami ist schwer zu beschreiben. Er genutzt ein recht einfaches Vokabular, aber das, was die Protagonisten sagen, tun oder auch diskutieren, ist seh philosophisch und zwingt den Leser regelrecht zum Nachdenken. Und genau das ist es, was diesen Schriftsteller so besonders macht, auf den ersten Blick sind seine Romane einfache

    Geschichten, aber wenn man genauer hinschaut, haben sie sehr viel Tiefe.

     

    Fazit

     

    Ich habe den Roman, trotz seiner ganzen Tragik, sehr genossen und werde definitiv weitere Werke kaufen. Denn es gibt im Leben auch ernste Themen, über die man vielleicht mal nachdenken sollte und dazu gehört zweifelsohne auch der Suizid.

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    Sarunas avatar
    Sarunavor 4 Jahren
    Einfach schön

    Eine wunderschön geschrieben Gesichte. Murakami versteht es wirklich aus den einfachen und alltäglichen Dingen eine Bedeutung zu holen. Obwohl so wenig geschieht, passiert doch so viel. Die Charaktere erhalten eine unglaubliche Tiefe wie ich es noch nie erlebt habe. Selbst den belanglosesten Personen wird so ein Leben eingehaucht.
    Das Buch hat sich zwar einfach aber nicht so schnell lesen lassen, da mir die Spannung etwas fehlte. Zum Inhalt selber möchte ich nicht viel sagen, da es auch nicht viel zu sagen gibt. Wie gehen wir mit dem Tod eines geliebten Menschen um? Wie gehen wir weiter?
    Der Schluss kam dann für mich etwas plötzlich und hat mich mit einem sehr grossen Fragezeichen zurückgelassen. Trotzdem waren die Stunden in denen ich in Naokos Lächeln verweilte unglaublich schön.

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    Zen-Colas avatar
    Zen-Colavor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Mein herzallerliebstes Buch ...
    Pure Melancholie und ganz wunderbare, lebendige Figuren

    Tokyo Ende der Sechzigerjahre, Zeit der Studentenproteste: Toru, ein etwas wortkarger und eher durchschnittlicher Student der Literaturwissenschaften, ist noch nicht über den plötzlichen Selbstmord seines besten Freundes Kizuki hinweg. Als er zufällig dessen ehemalige Freundin Naoko - noch zurückhaltender und stiller als Toru - wieder trifft, beginnt zwischen den beiden langsam eine Freundschaft, errichtet auf dem gemeinsamen Ereignis von Kizukis Tod. Ihre Sonntage verbringen sie zweisam mit endlosen Spaziergängen, bei denen sie Zugang zueinander suchen. Doch zunehmend wird Toru klar, dass Naoko immer mehr die Kontrolle über ihr Leben und ihre Gefühle verliert ...
    Neben der schüchternen, stillen Naoko trifft Toru auf die verrückte, lebenslustige Midori - das komplette Gegenteil von Naoko.
    Auf dem Klappentext ist zu lesen, dass sich Toru für eines der beiden Mädchen entscheiden müsse. Aber bereits sehr früh im Buch wird deutlich, dass die eigentliche Frage eine ganz andere ist ...

    Wie sich aus der Inhaltsangabe erkennen lässt, ist »Naokos Lächeln« (das ursprünglich den Titel des Beatles-Liedes »Norwegian wood« trägt) eine in ihrem Aufbau sehr einfache, lineare Geschichte zu den Themen Verlust und Erwachsenwerden. Eine »boy meets girl(s)«- und »coming of age«-Geschichte also.
    Aber obwohl der Plot sehr einfach getrickt ist, ist »Naokos Lächeln« - seit ich es vor etwa acht Jahren zum ersten Mal gelesen habe - eins meiner zwei absoluten Lieblingsbücher. Woran liegt das?

    In erster Linie an der unglaublich starken Atmosphäre, in die der Leser eintaucht. Schon auf den ersten Seiten wird man von einer ungewöhnlich intensiven Melancholie ergriffen, die einen die ganze Geschichte über nicht mehr loslässt. Man nimmt Anteil an dieser sehr stillen, sehr emotionalen Geschichte, in der jede der Figuren eine düstere, aber sehr reale Last trägt.
    Dazu kommen die starken, lebendigen Protagonisten. Mit dem introvertierten Toru wird sich mit Sicherheit nicht jeder sofort identifizieren können, ein Hineinversetzen wird aber sehr wahrscheinlich leicht möglich sein. Naoko und Midori bilden zwar auf den ersten Blick ein gegensätzliches Paar wie Tag und Nacht, trotzdem sind sie beide sehr vielschichtig. Den Schwarz-Weiß-Status, den man jetzt vielleicht vermuten könnte, lassen sie jedenfalls mit Leichtigkeit hinter sich.
    Besonders Midori hat mich überzeugt. Auf der einen Seite unglaublich heiter, lebenslustig und obszön (überhaupt wird im Buch nicht mit expliziten, teilweise schon vulgären Sexschilderungen gegeizt), bleibt sie auf der anderen doch das verletzliche, zerbrechliche Mädchen. Einige mögen darüber den Kopf schütteln, aber: Für mich bleibt sie - egal wie viele Bücher ich auch lese - eine der stärksten Romanfiguren, die ich kenne.

    Wer also stimmige, melancholische und atmosphärische Romane über das Erwachsenwerden mag, in dem es von tollen und ein wenig verrückten Protagonisten sowie gut eigebundenen Zitaten aus Literatur und Musik nur so wimmelt, der wird an »Naokos Lächeln« nicht vorbeikommen ...

    Falls ich einmal gerade kein geeignetes neues Buch finden sollte, werde ich dieses hier mit Sicherheit auch ein drittes Mal lesen.

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    Ramona1987s avatar
    Ramona1987vor 4 Jahren
    Gelungenes Werk mit einzelnen Schwächen

    Insgesamt wirkt das Buch sehr melancholisch, die Figuren werden aber super gut gezeichnet, man hat bei keinem Charakter das Gefühl, dass es einem Klischee zum Opfer gefallen ist. Insbesondere der Protagonist wirkt sogar an sehr vielen Stellen sehr undurchsichtig, seine Handlungen wirken manchmal wenig vorhersehbar und auch nicht immer nachvollziehbar, was ich aber eher als Vorteil gesehen habe. 

    Aufgrund der Tragik ist es kein Buch, was fröhlich macht, jedoch enthält es viele weise Worte und formschöne Beschreibungen, zum Teil auch über den Sinn und Unsinn des Lebens und dem Umgang mit Schicksalsschlägen oder Verlusten. Durch die verschiedenen Personen wird deutlich, dass jeder auf seine sehr unterschiedliche Art und Weise sein Leben meistert oder eben daran zerbricht.
    Es lässt viele Fragen offen, was mir an Büchern immer gut gefällt. 

    Ich habe bisher kein anderes Buch von Haruki Murakami gelesen, daher war es für mich ein guter Einstieg in seinen Schreibstil. Sehr nachteilig und wirklich schon nervig waren für mich die vielen Sexszenen oder auch Gedanken zu diesem Thema an manchmal wirklich unangebrachten Stellen. Ich hoffe mal, dass dies nicht Bestandteil all seiner anderen Werke ist. 

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    SandraWers avatar
    SandraWervor 4 Jahren
    Schöne Liebesgeschichte, verstörendes Ende

    Das Buch handelt von Toru und den Liebesgeschichten, die ihn in seiner Jugend in seinen 20igern beschäftigen. Zu nennen sind dabei vor allem 2 Frauen. Naoko und Midori. Naoko war die Freundin seines verstorbenen besten Freundes, dessen Selbstmord eine enge Verbundenheit zwischen den beiden nächsten hinterbliebenen erschafft. Midori lernt Toru während seiner Studienzeit kennen. Sie ist etwas lockerer und unbeschwerter, als Naoko, hat aber trotzdem auch eine sehr schwere Vergangenheit zu bewältigen; den Tod ihrer beiden Eltern. Die Liebe zu Naoko erscheint tiefergehend zu sein, doch als Naoko psychische Probleme hat und zur Therapie an einen entfernten Ort geht, hat er hauptsächlich nur Briefkontakt mit ihr. Bis auf seine zwei Besuche bei Naoko und deren älteren Mitbewohnerin.
    Midori hat auch einen Freund, von dem sie sich aber im Laufe der Geschichte trennt, da sie mehr Gefühle für Toru hat.
    Angesichts der schwierigen Situation in der sich Naoko befindet, entscheidet sich Toru für eine Beziehung mit Midori. Dieser Zwiespalt indem er sich befindet, macht es ihm aber anfangs nicht leicht auch zu ihr zu stehen. Erst nach Naokos Selbstmord löst sich dieser Zwiespalt langsam auf.
    Am Ende des Buches, bevor er nun endgültig seinen Weg an Midoris Seite weitergehen kann, schläft er noch mit Naokos älteren Mitbewohnerin, was mich stutzig gemacht hat und für mich nicht verständlich war.
    Allgemein wird oft der Sex oder auch Probleme beim Sex, also der nicht-Sex oder auch andere Arten der Befriedigung geschildert. Auch das Thema Selbstmord und Tod sind ein wichtiger Bestandteil der Geschichte.
    Interessant sind die speziellen kulturellen Eigenheiten Japans, die dem Leser vermittelt werden, allerdings schwingt auch immer eine gewisse Melancholie mit.
    Allgemein finde ich die Geschichte sehr schön und außergewöhnlich, allerdings habe ich das Gefühl, dass die deutsche Übersetzung die Sprache nicht zu 100 Prozent an den Leser transportieren kann. Gefallen hat mir Midoris Charakter, die sehr offen ist und sich kein Blatt vor den Mund nimmt.
    Alles in Allem bin ich froh nun einen Murakami gelesen zu haben, es wird allerdings nicht so bald der nächste folgen.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Queenelyzas avatar

    Konnichi-wa, liebe Japan-Fans, es ist nun bald soweit, am Freitag, den 1. März startet unser Lesemonat "Japanische Literatur"! Einen ganzen Monat widmen wir uns Büchern von japanischen Autoren und tauschen uns aus, aber natürlich nicht nur über die Bücher! Hier kann auch anderes rund um Japan gefragt und ausgetauscht werden!

    Da ich leider keine "allgemeine" Leserunde zum Thema anlegen kann, diese muss buchbezogen sein, läuft diese unter "Naokos Lächeln", das habe ich spontan als Titelgeber für unsere Märzrunde herausgesucht. 

    Auf vielfachen Wunsch wurde die Leserunde aufgeteilt in die diversen Autoren - bei Murakami noch zusätzlich noch nach Büchern unterteilt, da es hier sonst unter Umständen zu unübersichtlich wird. Sollte jemand einen Autoren vermissen, bitte gerne melden, dann trage ich das noch nach. Und auch sonst gerne her mit Anregungen, über welches Thema ihr noch plaudern wollt.

    Ihr könnt jederzeit einsteigen, es muss also nicht am 1. März begonnen werden. Wenn ihr erst noch was anderes weglesen wollt / müsst, kein Problem!  

    Ich freue mich sehr darüber, dass ihr alle dabei seid und fleißig mitlest! Irasshaimase! :-) 

    Zur Leserunde

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