Haruki Murakami Naokos Lächeln

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Inhaltsangabe zu „Naokos Lächeln“ von Haruki Murakami

Geschenkausgabe im kleinen Format, bedrucktes Ganzleinen mit Lesebändchen.
Tokio in den späten 60er Jahren: Während sich auf der ganzen Welt die Studenten versammeln, um das Establishment zu stürzen, gerät auch das private Leben von Toru Watanabe in Aufruhr. Mit seiner ersten Liebe Naoko verbindet ihn eine innige Seelenverwandtschaft, doch ihre Beziehung ist belastet durch den tragischen Selbstmord ihres gemeinsamen Freundes Kizuki. Als die temperamentvolle Midori in sein Leben tritt, die all das ist, was Naoko nicht sein kann, muss Watanabe sich zwischen Vergangenheit und Zukunft entscheiden …

der beste Murakami den ich gelesen habe, und einer den ich immer wieder lesen würde. Protagonisten authentisch und gut gezeichnet

— princess_leia

Das einzige Buch, dass ich mehr als vier Mal gelesen habe ...

— BuchHans

Ein wunderschön ruhiges Buch, ohne Hektik.. Die Worte fließen einfach so dahin - wunderschön!

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Traurig-Schön. Melancholisch. Ein paar mal auch zum Schmunzeln. Sehnsucht weckend. Leidenschaftlich erzählt...mein Lieblings-Murakami!

— bibliophila93

Mein erstes und liebstes Buch von Murakami

— denise_86

Ruhig und doch mitreißend. Wunderschön.

— Canem

Ein wundervolles Buch!

— Pocci

Geschichte eines nachdenklichen jungen Mannes, ruhig und interessant erzählt.

— Meenama

Eine Geschichte voller lesenswerter Tragik

— Asmodina66X

Mein erstes Buch von Murakami! Ich habe mich verliebt in seine Geschichten. Seitdem großer Fan!

— AugeNaseMund83

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  • Naokos Lächeln

    Naokos Lächeln

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. June 2017 um 14:57

    Toru ist ein Student der Theaterwissenschaft. Die Geschichte wird aus seiner Sicht lebendig erzählt. Toru selbst ist ein ruhiger Typ, der sich nicht viel daraus macht verstanden zu werden, da er glaubt, dass es auf der Welt keinen Menschen gibt, der ihn verstehen könnte. Dies wird noch durch den Tod seines besten Freundes verstärkt. Ein Jahr nach dessen Tod begegnet er Naoko wieder, die damals die Freundin seines besten Freundes war. Der gemeinsame Schmerz verbindet Beide. Allmählich entwickelt Toru Gefühle für Naoko, doch die Beziehung ist kompliziert. Am Ende muss Toru sich entscheiden.Zu Beginn wusste ich nicht, was ich darüber denken soll. Die Geschichte hat mich sehr überrascht. Was mich persönlich gestört hat war, dass es ziemlich obszöne Passagen gibt und das auch noch sehr detailliert. Trotz dessen hat mich die Geschichte fasziniert. Ich konnte mir alles gut vorstellen und fühlte mich so als sei ich wirklich in Japan, da eben diese Atmosphäre rüber kam. Es war schon sehr nostalgisch. Ich habe die letzten 170 Seiten in einem Ruck gelesen und nur noch geweint. Das war das erste Mal, dass ich ein Buch von Haruki Murakami las und definitiv nicht das letzte Mal.

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  • Ein Roman so klar und ruhig wie ein Fluss

    Naokos Lächeln

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. March 2017 um 16:36

    Inhalt:Haruki Murakamis Liebesroman "Naokos Lächeln" spielt in Tokio und handelt von einem jungen Mann namens Toru Watanabe, der sich während seines Studiums in Naoko verliebt, ein Mädchen, welches er schon seit mehreren Jahren kennt, zu der er jedoch erst jetzt größere Gefühle entwickelt hat. Die beiden verbindet ein harter Schicksalsschlag, denn zu Highschool Zeiten haben sie sich oft zu dritt getroffen: Toru, Naoko und deren Freund Kizuki. Doch eines Tages begeht Kizuki Selbstmord und der Kontakt zwischen Toru und Naoko bricht unvermittelt ab. Erst Jahre später treffen sie sich wieder und langsam verlieben sie sich ineinenander, doch ihr Glück wird gestört, denn Naoko wird plötzlich krank und verlässt Tokio. Während dieser Zeit fühlt sich Toru sehr einsam, bis er irgendwann Midori trifft, mit der er eine enge Beziehung aufbaut, jedoch will und kann er Naoko nicht vergessen.Meine Meinung:Erst einmal möchte ich Murakamis Schreibstil hervorheben, denn dieser ist so unglaublich leicht und klar. Der Roman lässt sich so unglaublich flüssig lesen, dass man einfach in die Welt um Toru Watanabe hineingezogen wird und mit ihm dahin schwimmt. Mir gefällt dieser einfache Stil sehr gut, weshalb ich auch während dem Lesen immer wieder erstaunt war, wie schnell die Zeit vergeht.Das Thema des Buches, beziehungsweise dessen Handlung ist nicht wirklich besonders neu oder aufregend, das heißt jedoch nicht, dass der Roman in irgendeiner Weise langweilig wäre. Er spielt lediglich mit anderen (Stil-) Mitteln als so manches anderes Werk. Mich haben vor allem die verschiedenen Figuren oft zum Nachdenken gebracht, auch über mich selbst und inwiefern ich mich vielleicht in einem oder mehreren von ihnen wieder finde. Gerade die psychologischen Aspekte und die Charaktere haben mir wirklich gut gefallen.Insgesamt finde ich wirklich, dass es ein sehr schönes Buch ist. Es bringt einen mehr als einmal zum Lachen oder Schmunzeln, behandelt jedoch auch die traurigen Seiten des Lebens und lehrt einen vielleicht auch etwas über die verschiedenen Arten, wie man mit Schicksalsschlägen im Leben umgehen kann.

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  • Sexistischer Meister der Erzählkunst

    Naokos Lächeln

    Kyoshi

    11. November 2016 um 18:20

    Naokos Lächeln war eine lange Erzählung, verhielt sich wie ein langer Fluss, der einen sanft mittreibt. Murakamis Sprache ist weich, fließend, langsam und stockt nirgends. Murakamis Gedankenkonstrukte aber sind überholt und geradezu idiotisch. In diesem Buch sind Frauen naiv, kindlich, zerbrechlich, möchten nur ihn, den männlichen und ewig selbstmigleidigen Protagonisten Toru, befriedigen und selbst nicht befriedigt werden, es sei denn, sie sehen aus und verhalten sich wie ein Kerl (wie Reiko). Vermutlich ist der Sexismus auch in der japanischen Mentalität stark verankert und Weiblichkeit kann nur getrennt von Sexualität entstehen und wer Sexualität erlebt, wird vermännlicht. Es gibt drei Figuren: Naoko, Midori und Reiko. Naoko ist Torus, bzw. Murakamis, ewiger, unerreichbarer Schwarm und je mehr er versucht, sich ihr zu nähern, desto mehr entfernt er sich von ihr. Naoko ist sehr zebrechlich, ehrfuchtergebend schön, so depressiv, dass es "schön" ist und sehr geheimnisvoll, alles Eigenschaften, die wir schon von "Gefährliche Geliebte" kennen, um ehrlich zu sein ist "Naokos Lächeln" nur eine andere Form von diesem Buch. Jedenfalls liebt Toru Naoko sehr, kommt aber nie an sie ran: Erst verliert er sie an Kizuki, seinem besten Freund und dann verliert er sie an die Depression und letztendlich verliert er sie an den Tod. Fakt ist, Toru kommt nicht an Naoko ran, die weibliche, asexuelle, ja göttliche Naoko, die Murakamis ewige Illusion der "perfekten" Frau ist. Er schreibt: "Naokos Körper war so schön, dass ich ihn nicht begehrte." Er verehrt sie. Dann gibt es noch die Gegenfigur zu Naoko, nämlich Midori. Sie ist Torus Kommilitonin und spricht Toru einfach mal so in einem Restaurant an und geht sehr locker mit ihrer Sexualität um, fragt sogar, ob er mit ihr nicht einen Porno angucken wolle oder ob er nicht einmal zu ihr masturbieren könnte. Dabei bleibt und redet sie natürlich trotzdem ganz klischeehaft "weiblich" und hilflos, ein Kind, das einen mit großen Augen anguckt und immer gerettet werden muss. Ein ebenso unrealistisches, ein beleidigendes Frauenbild. Und dann gibt es Reiko, die ältere Dame, die mir mit ihrem gezwungenen Humor und dem gefühlten Dauergrinsen einen Hass in die Adern getrieben hat, wie keine andere. Sie ist die Mitbewohnerin Naokos im Sanatorium und ihre "Depressions" Geschichte ist geradezu herzzerreißend (Achtung Sarkasmus): Sie wurde depressiv (oder manisch, verrückt, was auch immer) weil sie ihren Traum vom Konzertpianisten nicht erfüllen konnte!!!! Ja gibt es sowas! Das ist doch herzallerliebst, ach lasst uns alle eine Runde wenen um die arme arme Pianistin. Mir kommt das Kotzen. Jedenfalls ist Reiko die exakte Mitte von Midori und Naoko: Sie ist reif, etwas durchgeknallt aber offen, herzlich und sexuell offen, wobei sie - weil eine Frau ja keine Sexualität haben kann! - zeitweise als lesbisch bzw. bisexuell bezeichnet wird und männliche Klamotten trägt. Mal wieder ist Sexualität nur mit Männlichkeit verbunden - aha. Zwischen diesen drei Frauen springt unser Protagonist hin- und her und kann sich nicht entscheiden, für wen in Gottes Namen er sich entscheiden soll. Womit wir auch bei dem charakterschwachen, langweiligen, feigen, selbstmitleidigen Toru wären. In meinem ganzen Leben als Leser habe ich noch nie eine so schwache Person gesehen, es ist geradezu widerlich. Er will keine ersten Schritte machen, sonnt sich im Ruhm des Junggesellen Nagasawa (der natürlich stinkreich ist und alle Mädels abkriegt, die er will!) und trinkt ganz ganz cool Whiskey, als wäre es ein Grundnahrungsmittel bis zum Umfallen und zu jedem Anlass. Wo wir bei einem Nebenpunkt wären: warum zum Teufel die ganze Verwestlichung? Warum so viele westliche Lieder und Drinks und Serien? Oder wurde es nur übersetzt, gerade weil es so westlich war? Ich habe das Gefühl, ich habe einen westlichen Roman gelesen, nur dass die Namen und Orte eben ins japanische geändert wurden. SCHADE! Wenn ich einen JAPANISCHEN Schriftsteller lese, dann doch nur, weil ich daran interessiert bin, was er aus Japan so kennt, nicht weil er den Westen kopieren will. Aber ach, aber es ist ja sinnlos. Wenigstens wurde das Schönheitsideal nicht geändert von dunkelhaarig und hellhäutig zu blond-blau mit großen Brüsten... Ich könnte mich ewig über die Mentalität des Buches beschweren, die entsetzliche Humorlosgikeit (Murakami ist nicht witzig, so sehr er es auch versucht!), die gesichtslosen, klischeehaften Charaktere und dieses ewige Whiskey-Trinken. ABER, und das ist der Zauber von Murakami, ich habe dieses Buch trotzdem gelesen - warum? Das weiß ich selber nicht so ganz. Ich schätze, ich habe früh akzeptiert und verziehen, dass Murakamis persönliche Mentalität, seine ganz private Welt, hier eine Rolle spielt und habe mir die Geschichte einfach mal durchgelesen, mich treiben lassen. Und am Ende war ich einfach nur gerührt, ich hatte das Gefühl, ich habe jemanden durch sein Leben begleitet. Er hat mir alles erzählt, die langweiligen und die spannenden, die dummen aber auch die klugen Dinge, die er zu sagen hat. Ganz geduldig und sanft. Und wenn ich eines von Murakami gelernt habe, dann die Geduld und vor allem das Gefühlvoll sein. Ich habe noch nie so schöne Sex-Szenen gelesen, sie haben mir Gänsehaut bereitet. Ich schätze Murakami und habe lange gebraucht, um über die Tragik der Geschichte hinwegzukommen. Am Ende ging es nicht mehr um den Kitsch und die Klischees, sondern um eine tragische Geschichte. Und das ist es wohl, was am Ende zählt. Ob die Geschichte einen berührt hat oder nicht. Mich hat sie berührt und ich danke Murakami.

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  • Ruhig und doch mitreißend. Wunderschön.

    Naokos Lächeln

    Canem

    "Der Tod existiert nicht als das Gegenteil des Lebens, sondern ist ein Bestandteil desselben.""Naokos Lächeln" hat mich wirklich wieder überzeugen können. Murakami weiß, wie man Charaktere zum Leben erweckt und unvorhersehbare Wendungen in Geschichten einbaut.Seine Art zu schreiben ist auf eine besondere, ruhige Art trotzdem sehr flüssig und mitreißend. Das Buch hat eine ganz wunderbare Atmosphäre geschaffen und wie immer ist der Protagonist ein Kunst, Literatur und Musik-begeisterter Einzelgänger.Man hat die Szenen wie einen Film vor Augen und ich hatte öfter das Gefühl Dinge riechen und schmecken zu können. Viele Metaphern geben dem Leser die Möglichkeit selber Dinge in die beschriebenen Situationen hineinzuinterpretieren.Themen wie Liebe, Einsamkeit und Tod werden hier geschickt, zärtlich und vorsichtig thematisiert.Ein wunderbar ruhiges Buch das so viel mehr ist als "Nur eine Liebesgeschichte".

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    • 2
  • Rezension zu "Naokos Lächeln"

    Naokos Lächeln

    Asmodina66X

    05. November 2015 um 15:25

      Inhalt   Als aus den Lautsprechern des in Hamburg ankommenden Flugzeugs das Lied Norwegian Wood von den Beatles ertönt, denkt der 37-jährige Tōru Watanabe noch einmal an die 1960er Jahre zurück und an die Ereignisse, die seitdem sein Leben beeinflusst haben.   Tōru, sein gleichaltriger Klassenkollege Kizuki und dessen Freundin Naoko sind die besten Freunde und unternehmen fast alles zu dritt. Im Alter von 17 Jahren nimmt Kizuki sich ganz unvermittelt und aus unerfindlichen Gründen das Leben. Da es den beiden anderen sehr schwerfällt, diesen Verlust zu verarbeiten, ziehen sie, gleich nachdem sie das Gymnasium abgeschlossen haben, nach Tokio. Hierdurch trennen sich ihre Wege. Ein paar Monate später begegnen sie einander zufällig in der U-Bahn, und erneut entsteht eine freundschaftliche Beziehung. Geredet wird nicht viel, aber an jedem Sonntag unternehmen sie einen mehrstündigen Spaziergang durch die Straßen von Tokio.   Nach dem Ende des ersten Studienjahres holt Naoko das unverarbeitete Trauma um Kizukis Suizid wieder ein. Unfähig, mit beiden Beinen und allein im Leben zu stehen, wird sie von ihren Eltern in ein Sanatorium mit unkonventionellen Heilmethoden gebracht. Nach den Sommerferien lernt Tōru die lebenshungrige Midori Kobayashi kennen, die das Gegenteil von Naoko verkörpert. Für Tōru bahnt sich allmählich eine Dreiecksbeziehung an, da er sich nicht für eines der beiden Mädchen entscheiden kann.                                                    Schreibstil   Der Schreibstil von Murakami ist schwer zu beschreiben. Er genutzt ein recht einfaches Vokabular, aber das, was die Protagonisten sagen, tun oder auch diskutieren, ist seh philosophisch und zwingt den Leser regelrecht zum Nachdenken. Und genau das ist es, was diesen Schriftsteller so besonders macht, auf den ersten Blick sind seine Romane einfache Geschichten, aber wenn man genauer hinschaut, haben sie sehr viel Tiefe.   Fazit   Ich habe den Roman, trotz seiner ganzen Tragik, sehr genossen und werde definitiv weitere Werke kaufen. Denn es gibt im Leben auch ernste Themen, über die man vielleicht mal nachdenken sollte und dazu gehört zweifelsohne auch der Suizid.

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  • Einfach schön

    Naokos Lächeln

    Saruna

    21. February 2015 um 16:05

    Eine wunderschön geschrieben Gesichte. Murakami versteht es wirklich aus den einfachen und alltäglichen Dingen eine Bedeutung zu holen. Obwohl so wenig geschieht, passiert doch so viel. Die Charaktere erhalten eine unglaubliche Tiefe wie ich es noch nie erlebt habe. Selbst den belanglosesten Personen wird so ein Leben eingehaucht. Das Buch hat sich zwar einfach aber nicht so schnell lesen lassen, da mir die Spannung etwas fehlte. Zum Inhalt selber möchte ich nicht viel sagen, da es auch nicht viel zu sagen gibt. Wie gehen wir mit dem Tod eines geliebten Menschen um? Wie gehen wir weiter? Der Schluss kam dann für mich etwas plötzlich und hat mich mit einem sehr grossen Fragezeichen zurückgelassen. Trotzdem waren die Stunden in denen ich in Naokos Lächeln verweilte unglaublich schön.

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  • Pure Melancholie und ganz wunderbare, lebendige Figuren

    Naokos Lächeln

    Zen-Cola

    09. October 2014 um 03:33

    Tokyo Ende der Sechzigerjahre, Zeit der Studentenproteste: Toru, ein etwas wortkarger und eher durchschnittlicher Student der Literaturwissenschaften, ist noch nicht über den plötzlichen Selbstmord seines besten Freundes Kizuki hinweg. Als er zufällig dessen ehemalige Freundin Naoko - noch zurückhaltender und stiller als Toru - wieder trifft, beginnt zwischen den beiden langsam eine Freundschaft, errichtet auf dem gemeinsamen Ereignis von Kizukis Tod. Ihre Sonntage verbringen sie zweisam mit endlosen Spaziergängen, bei denen sie Zugang zueinander suchen. Doch zunehmend wird Toru klar, dass Naoko immer mehr die Kontrolle über ihr Leben und ihre Gefühle verliert ... Neben der schüchternen, stillen Naoko trifft Toru auf die verrückte, lebenslustige Midori - das komplette Gegenteil von Naoko. Auf dem Klappentext ist zu lesen, dass sich Toru für eines der beiden Mädchen entscheiden müsse. Aber bereits sehr früh im Buch wird deutlich, dass die eigentliche Frage eine ganz andere ist ... Wie sich aus der Inhaltsangabe erkennen lässt, ist »Naokos Lächeln« (das ursprünglich den Titel des Beatles-Liedes »Norwegian wood« trägt) eine in ihrem Aufbau sehr einfache, lineare Geschichte zu den Themen Verlust und Erwachsenwerden. Eine »boy meets girl(s)«- und »coming of age«-Geschichte also. Aber obwohl der Plot sehr einfach getrickt ist, ist »Naokos Lächeln« - seit ich es vor etwa acht Jahren zum ersten Mal gelesen habe - eins meiner zwei absoluten Lieblingsbücher. Woran liegt das? In erster Linie an der unglaublich starken Atmosphäre, in die der Leser eintaucht. Schon auf den ersten Seiten wird man von einer ungewöhnlich intensiven Melancholie ergriffen, die einen die ganze Geschichte über nicht mehr loslässt. Man nimmt Anteil an dieser sehr stillen, sehr emotionalen Geschichte, in der jede der Figuren eine düstere, aber sehr reale Last trägt. Dazu kommen die starken, lebendigen Protagonisten. Mit dem introvertierten Toru wird sich mit Sicherheit nicht jeder sofort identifizieren können, ein Hineinversetzen wird aber sehr wahrscheinlich leicht möglich sein. Naoko und Midori bilden zwar auf den ersten Blick ein gegensätzliches Paar wie Tag und Nacht, trotzdem sind sie beide sehr vielschichtig. Den Schwarz-Weiß-Status, den man jetzt vielleicht vermuten könnte, lassen sie jedenfalls mit Leichtigkeit hinter sich. Besonders Midori hat mich überzeugt. Auf der einen Seite unglaublich heiter, lebenslustig und obszön (überhaupt wird im Buch nicht mit expliziten, teilweise schon vulgären Sexschilderungen gegeizt), bleibt sie auf der anderen doch das verletzliche, zerbrechliche Mädchen. Einige mögen darüber den Kopf schütteln, aber: Für mich bleibt sie - egal wie viele Bücher ich auch lese - eine der stärksten Romanfiguren, die ich kenne. Wer also stimmige, melancholische und atmosphärische Romane über das Erwachsenwerden mag, in dem es von tollen und ein wenig verrückten Protagonisten sowie gut eigebundenen Zitaten aus Literatur und Musik nur so wimmelt, der wird an »Naokos Lächeln« nicht vorbeikommen ... Falls ich einmal gerade kein geeignetes neues Buch finden sollte, werde ich dieses hier mit Sicherheit auch ein drittes Mal lesen.

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  • Coming-of-Age Geschichte ohne Tiefgang

    Naokos Lächeln

    hartmutw

    Mein drittes Buch vom hochgelobten H. Murakami dürfte vermutlich auch das letzte gewesen sein: Wieder hatte ich am Ende das Gefühl, dem Schein einer schönen Verpackung aufgesessen zu sein (Murakami! Japan! Erotik! Bildungsroman!). Inhaltlich ist das Buch zunächst nicht besonders originell: Japanische Jugendliche - meist schön, klug und reich, leiden an ihren Problem(ch)en und am Leben insgesamt. Soweit könnte das jeder beliebigen Teenieserie aus den USA entstammen, nur bringen sich die Leute in Japan vielleicht etwas häufiger um. Intellektuell aufgehübscht wird die Handlung dann durch Bezüge zum westlichen Bildungskosmos, etwa zu Hesse, Mann, Bach und den Beatles. Leider bringen diese Bezüge aber weder das Leben noch die Gedanken der Protagonisten irgendwie voran. Alle auf selbstreflexiv getrimmten Dialoge wirken banal, bleiben auf dem Nivau von Kalenderblattweisheiten: Der Tod sei elementarer Bestandteil unseres Lebens ab unserer Geburt. Das Leben sei wie eine Pralinenkiste. Soweit also nichts Neues. Wirklich unangenehm fand ich persönlich dann die lieblos, ja plump beschriebenen Liebesszenen. Hier werden Körperteile und Zärtlichkeiten in einer mechanischen Sprache geschildert, die ich eher in Kfz-Handbüchern erwartet hätte. Hier geht es nicht um Nähe und Intimität, sondern um Fleisch und Flüssigkeit. Insgesamt ist das Buch aber durchaus flüssig zu lesen; somit hat es mich im Urlaub auch halbwegs unterhalten. Wer auf der Suche nach Tiefsinn oder gar Erotik ist, der sollte jedoch andere Autoren in Betracht ziehen. Für mich erschliesst sich der Hype um H. Murakami nicht.

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    • 2
  • Gelungenes Werk mit einzelnen Schwächen

    Naokos Lächeln

    Ramona1987

    22. August 2014 um 19:12

    Insgesamt wirkt das Buch sehr melancholisch, die Figuren werden aber super gut gezeichnet, man hat bei keinem Charakter das Gefühl, dass es einem Klischee zum Opfer gefallen ist. Insbesondere der Protagonist wirkt sogar an sehr vielen Stellen sehr undurchsichtig, seine Handlungen wirken manchmal wenig vorhersehbar und auch nicht immer nachvollziehbar, was ich aber eher als Vorteil gesehen habe.  Aufgrund der Tragik ist es kein Buch, was fröhlich macht, jedoch enthält es viele weise Worte und formschöne Beschreibungen, zum Teil auch über den Sinn und Unsinn des Lebens und dem Umgang mit Schicksalsschlägen oder Verlusten. Durch die verschiedenen Personen wird deutlich, dass jeder auf seine sehr unterschiedliche Art und Weise sein Leben meistert oder eben daran zerbricht. Es lässt viele Fragen offen, was mir an Büchern immer gut gefällt.  Ich habe bisher kein anderes Buch von Haruki Murakami gelesen, daher war es für mich ein guter Einstieg in seinen Schreibstil. Sehr nachteilig und wirklich schon nervig waren für mich die vielen Sexszenen oder auch Gedanken zu diesem Thema an manchmal wirklich unangebrachten Stellen. Ich hoffe mal, dass dies nicht Bestandteil all seiner anderen Werke ist. 

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  • Schöne Liebesgeschichte, verstörendes Ende

    Naokos Lächeln

    SandraWer

    28. May 2014 um 13:45

    Das Buch handelt von Toru und den Liebesgeschichten, die ihn in seiner Jugend in seinen 20igern beschäftigen. Zu nennen sind dabei vor allem 2 Frauen. Naoko und Midori. Naoko war die Freundin seines verstorbenen besten Freundes, dessen Selbstmord eine enge Verbundenheit zwischen den beiden nächsten hinterbliebenen erschafft. Midori lernt Toru während seiner Studienzeit kennen. Sie ist etwas lockerer und unbeschwerter, als Naoko, hat aber trotzdem auch eine sehr schwere Vergangenheit zu bewältigen; den Tod ihrer beiden Eltern. Die Liebe zu Naoko erscheint tiefergehend zu sein, doch als Naoko psychische Probleme hat und zur Therapie an einen entfernten Ort geht, hat er hauptsächlich nur Briefkontakt mit ihr. Bis auf seine zwei Besuche bei Naoko und deren älteren Mitbewohnerin. Midori hat auch einen Freund, von dem sie sich aber im Laufe der Geschichte trennt, da sie mehr Gefühle für Toru hat. Angesichts der schwierigen Situation in der sich Naoko befindet, entscheidet sich Toru für eine Beziehung mit Midori. Dieser Zwiespalt indem er sich befindet, macht es ihm aber anfangs nicht leicht auch zu ihr zu stehen. Erst nach Naokos Selbstmord löst sich dieser Zwiespalt langsam auf. Am Ende des Buches, bevor er nun endgültig seinen Weg an Midoris Seite weitergehen kann, schläft er noch mit Naokos älteren Mitbewohnerin, was mich stutzig gemacht hat und für mich nicht verständlich war. Allgemein wird oft der Sex oder auch Probleme beim Sex, also der nicht-Sex oder auch andere Arten der Befriedigung geschildert. Auch das Thema Selbstmord und Tod sind ein wichtiger Bestandteil der Geschichte. Interessant sind die speziellen kulturellen Eigenheiten Japans, die dem Leser vermittelt werden, allerdings schwingt auch immer eine gewisse Melancholie mit. Allgemein finde ich die Geschichte sehr schön und außergewöhnlich, allerdings habe ich das Gefühl, dass die deutsche Übersetzung die Sprache nicht zu 100 Prozent an den Leser transportieren kann. Gefallen hat mir Midoris Charakter, die sehr offen ist und sich kein Blatt vor den Mund nimmt. Alles in Allem bin ich froh nun einen Murakami gelesen zu haben, es wird allerdings nicht so bald der nächste folgen.

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  • Roman ohne Naokos Lächeln

    Naokos Lächeln

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    21. March 2014 um 14:34

    Naokos Lächeln taucht im Roman nicht so oft auf, wie es der Titel vermuten lässt. Eigentlich ist Murakamis Roman eine melancholische und traurige Geschichte, in der es um die missratenen Versuche von Teenagern und jungen Twens geht, ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Dabei tun sich die Protagoisten extrem schwer und sie tun für meine Begriffe dummerweise auch noch ihr Bestes, es dabei zu belassen. Torus Freund Kizumi begeht Selbstmord und hinterlässt seine Freundin Naoko sowie Toru ziemlich ratlos und desorientiert - umso mehr, da die drei eine kleine Inselgesellschaft inmitten ihrer Altersgenossen gebildet haben. Mit Außenseitern und anderen Inselgesellschaften tut sich Toru auch weiterhin am leichtesten. Eine desorientierte Naoko trifft er nach einem Jahr wieder und verliebt sich in sie; er kümmert sich auch weiter, nachdem sie in einem Sanatorium lebt und um ihr Gleichgewicht kämpft. Die kesse Midori ist zwar entschlossen und neugierig, aber auch sie erlebt in ihrer Familie Tod und Krankheit und holt sich zum Ausgleich, was sie gerade will. Alle Bekannten Torus passen auf ihre Art und Weise in seinen Kosmos, aber nicht so recht in die Gesellschaft, der mehr Disziplin und Geradlinigkeit besser gefallen würden. So arg "aus der Bahn" sind Toru und seine Freunde noch gar nicht mal, aber hier ist nicht Japan und die Ansprüche scheinen sie als zu hoch zu empfinden. Und so suhlen sie sich in ihrer Situation und pflegen ihre Sonderlingsrolle. Ein bisschen viel Selbstmord und Depression, nicht jedermanns Sache, aber Murakami bringt es mit seinem Erzählstil fertig, den Roman nicht allzu kaputt dastehen zu lassen. Ebenfall japanisch anmutend für mich und ungewöhnlich für europäische Gemüter: Die Figuren liebäugeln zum Teil geradezu mit dem Tod. Dieses Thema rettet Murakami mit seinem Erzählstil, der selbst die depressiven Situationen poetisch auszudrücken vermag. Die Ausrutscher aus der Poesie brachte der Sex, der schon fast voyeuristisch konstrastierte. Passte jedoch auch zu Menschen, die nichts so richtig tun wollen, zwischen hier und dort schwanken und einfach nur irgendwas zu tun haben wollen, bevor sie statt durch Selbstmord an Langeweile sterben. So jedenfalls kam es mir vor. Kein einfaches Buch, keine einfachen Themen, ich pendle zwischen Gefallen und Nichtgefallen, vor allem, weil der letzte Satz nicht nur ein offenes Ende lässt, sondern für mich auch keinen rechten Sinn ergab.

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  • Rezension zu "Naokos Lächeln" von Haruki Murakami

    Naokos Lächeln

    LindyBooks

    18. November 2013 um 23:20

     „Naokos Lächeln" erzählt lebendig und leidenschaftlich von einer Liebe mit Komplikationen in den unruhigen sechziger Jahren: Toru, der einsame, ernste Student der Theaterwissenschaft, begeistert von Literatur, Musik und einsamen Sonntagsspaziergängen durch die Straßen Tokyos, erfährt früh, dass der Verlust geliebter Menschen zum Leben und zum Erwachsenwerden dazugehört. Sein Jugendfreund Kizuki begeht Selbstmord, die geheimnisvolle und anziehende Naoko verirrt sich mehr und mehr in ihrer eigenen unerreichbaren Welt. Toru muss sich zwischen ihr und der vor Lebenslust strotzenden Midori entscheiden. Dieses Buch hat mir richtig gut gefallen und zählt für mich ab sofort, als eins der besten Bücher aus der Feder Haruki Murakami. Im Untertitel steht, dass es "nur eine Liebesgeschichte" ist, aber meiner Meinung nach ist es viel mehr, als bloß nur eine Liebesgeschichte. Es ist tiefgründig, melancholisch, spricht viele Themen an, aber es ist auch fröhlich und Sexualität ist ein großes Thema. Es wird viel offen darüber geredet und es gibt auch öfters in der Handlung Sex. Weiterhin gibt es interessante, sehr unterschiedliche Charaktere, die mir alle auf ihre Art gefallen haben. Murakamis Schreibstil finde ich sowieso toll, es ist leicht und flüssig zu lesen. Ein tolles und interessantes Buch - 5 Sterne!

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  • Anders als erwartet besonders zum Ende hin

    Naokos Lächeln

    LineLine

    19. July 2013 um 18:14

    Die langen Kapitel und wenigen Absätze haben mir das Lesen ziemlich schwer gemacht. Ich hatte auch oft keine Lust zum Lesen, da ich gerne die Kapitel beende, aber keine vierzig oder fünfzig Seiten lesen wollte.Toru ist mir das ganze Buch über ein wenig fremd geblieben, da man nicht gerade oft erfährt, was er denkt. Ich hätte mir weniger Ortsbeschreibungen und dafür einen etwas intensiveren Einblich in seinen Kopf gewünscht. Seine gewählte Sprechweise war erstmal ziemlich gewöhnungsbedürftig vorallem, weil sie so im Kontrast zu Midori's ungezwungener Sprechweise steht. Auch Toru's Familie hätte ich gerne etwas näher kennengelernt.Midori war mir sehr sympathisch, da sie nicht das typische Mädchen ist und brachte mich mit ihrer witzigen teilweise auch perversen Art immer wieder zum Lachen, was eine schöne Abwechslung war, da das Buch oft sehr ernst war. Mit diesem Humor hat sie mich an eine alte Freundin von mir erinnert. Ich habe sie von allen Charakteren am liebsten gemocht. Mit ihr konnte ich sehr gut mitfühlen, besonders dann wenn Toru sich ihr gegenüber nicht besonders nett verhalten hat. Naoko fand ich leicht sonderbar, da sie zum Beispiel beim gemeinsamen Spaziergang mit Toru immer vorneweg gelaufen ist und er ihr durch halb Tokio hinterherdackeln musste.Während des Lesens habe ich mich immer wieder gefragt, warum es in dieser Geschichte so viele Selbstmorde gibt. War das früher so üblich?Das Buch war eine ziemliche Überraschung, da ich nicht damit gerechnet hatte, dass so viel und offen über Sex geredet und dieser auch ziemlich oft praktiziert wird.Das Ende hat mich sprachlos gemacht. Ich hätte nicht gedacht, dass Toru so etwas machen würde. Nachdem ich das Buch beendet hatte, dachte ich nur "Hä? Was soll das denn bitte?", denn der letzte Satz war echt komisch.Alles in allem hat mir das Buch ganz gut gefallen und ich werde mich mal nach weiteren Büchern von Herrn Murakami umsehen.

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  • Mein erster Murakami - und bestimmt nicht mein letzter

    Naokos Lächeln

    PMelittaM

    Ein Beatles-Song bringt Toru Watanabe dazu, sich fast zwanzig Jahre zurückzuerinnern. Als 19jähriger war er gerade zur Universität gekommen. Einige Zeit vorher hatte sich sein bester Freund getötet und nun trifft er dessen Freundin Naoko wieder. Naoko, psychisch labil, wird seine erste große Liebe. Doch auch andere Frauen kreuzen seinen Weg, seine lebenslustige und sehr offenherzige Kommilitonin Midori, die ältere Reiko und Hatsumi, die Freundin eines Mitbewohners. Das Buch wurde bereits 1987 erstmals veröffentlicht (in Deutschland erst 2001), die erinnerten Geschehnisse stammen also aus dem Ende der 60er Jahre. Toru erzählt seine Geschichte in Ich-Form selbst, sein Erwachsenwerden, seine Liebesbeziehungen. Toru kommt mir dabei, obwohl erst 19 Jahre alt (im Laufe des Buches wird er 20), sehr reif vor. Möglicherweise liegt das am Kulturkreis, in dem er aufwuchs, das kann ich leider nicht beurteilen. Es tut seinem Charakter und der Geschichte jedoch sehr gut, dass er nicht als unreifer Teenager handelt. Für mich ist Toru der sympathischste Charakter des Buches, seine Handlungen erscheinen mir grundsätzlich am nachvollziehbarsten, wozu die gewählte Ich-Form ein übriges tut, denn wir nehmen direkt teil an Torus Fühlen und Handeln. Die Frauen dagegen mag ich, außer Hatsumi, die aber sowieso nur eine Nebenrolle spielt, deutlich weniger. Sie sind es auch, die eher irrational handeln, was teilweise auch daran liegt, dass sie nicht unbedingt psychisch stabil sind. Interessant finde ich sie allesamt, gerade auch wegen ihrer Probleme und Macken. Auf Grund des Alters der Protagonisten spielt Sexualität eine große Rolle im Buch. Leider benutzt Murakami in solchen Szenen und Gesprächen eine absolut unerotische Sprache. Ansonsten  ist der Schreibstil ist angenehm, die verschiedenen Rückblenden immer passend und gut verständlich, das Buch lässt sich sehr flüssig lesen. Es ist nicht übermäßig spannend, aber das würde auch gar nicht passend. Trotzdem liest man immer weiter und will wissen, wie es weitergeht. Es ist mein erster Roman von Murakami und ich war angenehm überrascht, hatte ich doch schwierigeren Stoff erwartet. Ich bin gespannt auf meine nächste Erfahrung mir dem Autor. Leider hatte ich mir mehr „Japan“ erwartet. Sicher erkennt man an vielen Kleinigkeiten, wo der Roman spielt, tatsächlich kommt mir aber die japanische Kultur etwas zu kurz. Auch dass z. B. mehrere Personen den Freitod wählen, was in Japan offenbar tatsächlich relativ oft vorkommt, die Gründe dafür aber nicht wirklich thematisiert wurden, fand ich etwas unbefriedigend. Das Buch erzählt, zum Teil sehr melancholisch, Liebesgeschichten, nicht nur eine und auch nicht nur die von Toru (auch z. B. Reiko und Hatsumi tragen ihre bei), man kann das Buch aber auch einen Coming-of-Age-Roman nennen, Toru sagt gegen Ende selbst, er sei erwachsen geworden. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen und kann ich uneingeschränkt weiterempfehlen. 

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    • 3
  • Rezension zu "Naokos Lächeln" von Haruki Murakami

    Naokos Lächeln

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    11. January 2013 um 22:06

    Seit Toru Watanabe denken kann ist sein bester freund Kizuki mit der bezaubernden Naoko zusammen. Die Drei unternehmen viel zusammen, bis Kizuki sich eines Tag es das Leben nimmt. Zurück bleiben nur die verstörte Naoko und der hilflose Toru. Sie treffen sich regelmäßig wieder. Sie können über alles miteinander reden, nur nicht über Kizuki. Irgendwann wächst Naoko das alles über den Kopf und sie wird in ein Sanatorium eingewiesen. Allein in der Stadt zurückgeblieben lernt Toru an der Uni Midori kennen. Sie ist alles, was Naoko nicht ist: aufgeschlossen, lebensfroh und abenteuerlustig. Toru liebt Naoko wirklich sehr, aber er stellt sich oft die Frage, ob sie es wert ist auf sie zu warten (und er muss lange warten). Zeitweise lässt er sich von der frechen Midori um den Finger wickeln, ist in Gedanken jedoch immer bei der Liebe seines Lebens: Naoko. # Die Geschichte setzt sich aus sehr verschiedenen, interesssanten Charakteren zusammen: die schüchterne Naoko, die exzentrische Midori und dem nachdenklichen Toru. Das macht das Buch so interressant und lesenswert. Der Leser bekommt Einblick in die Gefühlswelt von jedem der Charakter gewährt und kann sie deshalb gut nachvollziehen. Auf diese Art und Weise ist die tragische Liebesgeschichte also sehr mitreissend und spannend beschrieben. # Auch wenn zwischendurch alles sehr melancholisch ist steckt doch eine gewisse Wärme und Herzlichkeit hinter der verzwickten und scheinbar ausweglosen Liebesgeschichte. Definitiv eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe.

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