Hasan Ali Toptas Die Schattenlosen

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Inhaltsangabe zu „Die Schattenlosen“ von Hasan Ali Toptas

Aus einem Frisörsalon verschwindet ein Lehrling, aus einem anatolischen Dorf das Mädchen Güvercin. Dafür taucht dort ein neuer Frisör auf, oder ist es etwa der alte? Mit seiner erzählerischen Sogkraft und ungeheuerlichen Sprachgewalt ist der Roman 'Die Schattenlosen' die große Überraschung der letzten Jahre.

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  • Hasan Ali Toptas - Die Schattenlosen

    Die Schattenlosen

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    17. June 2013 um 22:38

    Eine Rezension zu "Die Schattenlosen" von Hasan Ali Toptas zu verfassen, fällt mir nicht leicht. Allein schon den Inhalt mit eigenen Worten wiederzugeben, ist schier unmöglich. Es fehlt dem Buch an einer linearen und stringenten Handlung. Bekräftigt wird dies im Nachwort von Erika Glassen"Wer versucht, den Inhalt des Romans "Die Schattenlosen" zu resümieren, dem brummt der Schädel. Der Schauplatz verwackelt, man verwechselt Figuren und verirrt sich im Gewirr der Erzählzeiten.“ Daher greife ich für die Angabe des Inhalts auf den Klappentext zurück: Ein Lehrling verschwindet aus dem Frisörsalon. Auch das schöne Mädchen Güvercin ist verschollen - hat der Dorftrottel sie entführt? Das spurlose Verschwinden greift um sich wie eine Epidemie. Schon berichtet die Provinzpresse in fetten Schlagzeilen über den Skandal. Der Bürgermeister, noch siegestrunken nach seiner Wiederwahl, weiß sich nicht mehr zu helfen. Ein Albtraum legt sich über das Dorf. Oder ist dieses Verwirrspiel nur die Erfindung eines in Geschichten vernarrten Kunden, der im Spiegel des Frisörsalons seine Fantasie spielen lässt? Anfangs fiel es mir sehr schwer, mich in das Buch einzufinden. Vermutlich hängt dies stark damit zusammen, dass dieses Buch der Postmoderne zuzuordnen ist. (zumindest habe ich das Gefühl, dass es sich hierbei um einen postmodernen Roman handelt) Hasan Ali Toptas legt dem Leser geradezu auf das realistische Denken abzulegen und in eine teilweise surreale Welt einzutauchen. Wirklichkeit und Phantasie alternieren, Zeit und Raum verschwimmen ineinander und es birgt eine Eigenlogik, die manch einen verwirren könnte. Davon ausgehend wird dieses Buch nicht jedermanns Geschmack sein. Es ist sehr speziell und erinnert mich stark an die Werke von Franz Kafka. Ich neige schon dazu Hasan Ali Toptas als den türkischen Kafka zu betiteln. Jeder Der Prozess von Kafka mochte, wird "Die Schattenlosen" lieben und manch einer wird dieses Buch mit Sicherheit sogar wegen des wunderbaren poetischen Schreibstils und der überbordenden Phantasie Toptas als Meisterwerk deklarieren. Zu dem Autor: Hasan Ali Toptas, geboren 1958 in Buldan, einer Kleinstadt im Südwesten der Türkei, arbeitete ab 1981 als Gerichtsvollzieher und später als Beamter in verschiedenen Finanzämtern. Hasan Ali Toptas gilt als urwüchsiges Erzähltalent. Er besitzt eine magische Beziehung zur türkischen Sprache, der er in seiner klaren Prosa poetische Qualitäten abgewinnt. Für seinen jüngsten Roman Uykuların Doğusu (Morgenland des Schlafs) erhielt er die bedeutende literarische Auszeichnung den Orhan-Kemal-Preis.

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  • Rezension zu "Die Schattenlosen" von Hasan Ali Toptas

    Die Schattenlosen

    Liisa

    07. May 2007 um 20:18

    Hasan Ali Toptaş wurde 1958 in Buldan, einer Kleinstadt im Südwesten der Türkei geboren. Schon früh entdeckte er seine Liebe zu Büchern und sein Bedürfnis zu schreiben. Seinen ersten Erzählband veröffentlichte er mit 29 Jahren auf eigene Kosten. 1994 reichte er dann den Roman »Die Schattenlosen« zum Wettbewerb um den Yunus-Nadi-Preis ein und gewann zusammen mit Serdar Rifat den renommierten Preis. In der Türkei wird Hasan Ali Toptas als einer der hervorragendsten Vertreter der türkischen »modernen Postmoderne« gesehen und in einem Atemzug mit Orhan Pamuk genannt. Letztes Jahr nun wurde sein Roman ins Deutsche übersetzt und beim Unionsverlag im Rahmen der "Türkischen Bibliothek" veröffentlicht und somit auch dem deutschen Lesepublikum zugänglich gemacht. In »Die Schattenlosen« spielt Hasan Ali Toptas mit den Ebenen von Zeit, Raum, Realität, Phantasie und Traum und das so gekonnt, dass die Geschichte einen ganz eigenen Sog auf den Leser ausübt. Fast glaubt man selbst in einem Traum zu sein, während man dem Erzählen von Toptas folgt. Vor den Augen des Lesers entsteht ein kleines anatolisches Dorf, in dem immer mehr Menschen scheinbar spurlos verschwinden, was die Dorfbevölkerung samt gerade wiedergewähltem Bürgermeister verständlicherweise in große Unruhe versetzt. Misstrauen und Verdächtigungen machen sich breit, die Presse der nächstgelegenen Kleinstadt berichtet über den Fall, andere Verschollene tauchen unter seltsamen Umständen wieder auf - es ist ein erzählerischer Taumel in den Toptas seine Leser hier hineinreißt und der trägt durch bis zur letzten Seite. Hasan Ali Toptaş Sprache ist bildreich und sehr poetisch und erinnert teilweise an orientalische Märchen, zumindest tauchen Elemente daraus auch in der Geschichte auf und nichts ist was es scheint oder vielleicht doch?! Hasan Ali Toptas ist mit Sicherheit ein türkischer Schriftsteller, den man im Auge behalten sollte und es ist zu hoffen, daß z.B. auch sein Roman "Uykuların Doğusu (Morgenland des Schlafs) ins Deutsche übersetzt wird. Hasan Ali Toptas für diesen Roman mit dem bedeutenden Orhan-Kemal-Preis ausgezeichnet worden und mit der Türkei als Gastland der Frankfurter Buchmesse im nächsten Jahr, stehen die Chancen für eine Übersetzung vermutlich recht gut.

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