Hasnain Kazim

 4.1 Sterne bei 18 Bewertungen
Autor von Plötzlich Pakistan, Post von Karlheinz und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Hasnain Kazim

Hasnain KazimPlötzlich Pakistan
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Plötzlich Pakistan
Plötzlich Pakistan
 (8)
Erschienen am 21.08.2015
Hasnain KazimPost von Karlheinz
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Post von Karlheinz
Post von Karlheinz
 (7)
Erschienen am 25.04.2018
Hasnain KazimGrünkohl und Curry
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Grünkohl und Curry
Grünkohl und Curry
 (3)
Erschienen am 21.08.2009
Hasnain KazimGrünkohl und Curry.
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Grünkohl und Curry.
Grünkohl und Curry.
 (0)
Erschienen am 25.09.2014
Hasnain KazimKrisenstaat Türkei
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Krisenstaat Türkei
Krisenstaat Türkei
 (0)
Erschienen am 25.09.2017

Neue Rezensionen zu Hasnain Kazim

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Rezension zu "Post von Karlheinz" von Hasnain Kazim

Leserbriefe bzw. Leser-E-Mails from Hell und die Antworten darauf
Schnickvor einem Monat

Hasnain Kazim war mir bislang ehrlich gesagt kein Begriff. Wahrscheinlich habe ich auf SPIEGEL Online schon einmal etwas von ihm gelesen, aber bewusst geschah das nicht. Das war einer der Gründe, weshalb ich mir relativ viel Zeit gelesen habe, ehe ich mir das Buch gekauft habe. Ich hatte keine Ahnung, was mich erwartet. Ich hätte "Post von Karlheinz" schon früher lesen sollen.


Was Kazim gelingt, ist unglaublich: Er schafft es, teilweise wirklich schockierende E-Mails nicht nur zu veröffentlichen, sondern so großartig auf sie zu reagieren, wie ich es - leider - nie könnte. Mit Witz, Bildung, Geradlinigkeit, aber auch einer stets präsenten Ernsthaftigkeit geht er auf die Zuschriften ein und entlarvt dabei die Absender als das, was sie größtenteils sind.

Kazim kommt zugute, dass er sprachlich versiert und gebildet ist - ein nicht zu unterschätzender Vorteil gegenüber jenen Trotteln, die ihm ihren Hass entgegen sprühen, aber auch eine Labsal für uns Leser, weil das Buch ansonsten nicht auszuhalten wäre. 

Es gibt rührende Momente: Wenn ein Absender sich am Ende entschuldigt zum Beispiel. Es gibt sogar E-Mail-Austausch mit zwei Fans, was mich gefreut hat, weil ich schon die Hoffnung verloren hatte, dass Kazim auch etwas anderes als Hass entgegen gebracht wird. 

"Post von Karlheinz" ist, so empfinde ich das, ein sehr warmherziges Buch. Kazim erklärt viel, es gibt eine ausführliche Einleitung und auch immer wieder Zwischenrufe, in denen er Zusammenhänge herstellt, die uns Leser das Einordnen etwas erleichtern. Vor allem ist Kazim ein Mensch, der es verdient hat, dass man ihm zuhört, dass man seine Erfahrungen ernst nimmt und dass man ihn und alle anderen Menschen, die ähnliche Erfahrungen mit Hass und Gewalt (auch in der Sprache) erleben, von uns unterstützt werden und mit dem Hass nicht allein gelassen werden.

Das ist für mich die wichtigste Erkenntnis - und ist das nicht schön, dass ein Buch, das in der Rubrik "Humor" verkauft wird (und tatsächlich witzig ist), zu einer Erkenntnis führen kann? -, dass wir uns diesem Hass entgegen stellen müssen, dass wir die Klappe aufreißen müssen und Menschen zur Seite stehen und sie nicht allein lassen, die diesem Hass ausgesetzt sind. 

Kurz: Das Buch ist witzig, es ist schockierend und es ist lesenswert.

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Rezension zu "Post von Karlheinz" von Hasnain Kazim

Signierter Hass
jamal_tuschickvor 2 Monaten

Inzwischen geben sie ihre Titel und Telefonnummern an. Anwälte und Architekten fürchten keine Statusverluste mehr, wenn ihre Kommentarspaltenexzesse und andere Entladungen der Anonymität ohne Weiteres entzogen werden können. Manche sagen „Kultur“ statt „Rasse“ und „kulturfremd“ statt „rassisch minderwertig“, aber alle meinen das Gleiche, nämlich eine von fremden Einflüssen gefährlich gestörte volksgemeinschaftliche Homogenität, die zu verteidigen als vornehme Aufgabe verstanden wird.
Bei der Bestimmung der Grenzen des Sagbaren in den Sprechweisen des Ressentiments steht die Meinungsfreiheit bloß als Popanz auf dem Prüfstand. Die Amme der Demokratie wird strapaziert, um in ihrem Ach und Weh andere Angriffsgeräusche untergehen zu lassen. In Wahrheit schießen Keyboard Warrior nicht auf die Meinungsfreiheit, sondern auf die Unantastbarkeit der menschlichen Würde. Strategisch geht es um Verminderungen der Standards zum Schutz von Minderheiten. Geschliffen werden die Achtungswälle. Angegangen werden Personen, die sich als Repräsentanten von Minderheit im öffentlichen Raum schildern lassen. Die größte Zumutung liegt in der Zuschreibung. Ein deutscher Journalist mit indisch-pakistanischen Eltern gerät so automatisch in die Rolle des Gemeindesprechers ohne Gemeinde. Er muss sich mit Fiktionen auseinandersetzen. Davon berichtet der Journalist Hasnain Kazim in „Post von Karlheinz“.
Nicht seine Kritik (an was oder wen auch immer) erscheint dem Leserpostschreiber als das Übel, sondern die Herkunft des Kritikers. Ein „Ausländer“ soll kein Recht auf eine Stimme im Streit der Deutschen haben. Natürlich ist Kazim kein Ausländer und es gelingt auch keinem „echten Deutschen“ seine Sprecherkompetenz herabzusetzen. Bedenklich ist gleichwohl Kazims Erreichbarkeit für Hass. Längst trennt Kazim kein intellektueller Jägerzaun mehr von seinen Angreifern aus dem Bauch der gesellschaftlichen Mitte als dem neuen rechten Rand.
Zwei Jahre erwies Kazim seinen Kritikern die Ehre humorvoller Repliken. Er übte sich in grotesker Kunst und machte aus dem Dreck der Invektiven ein Fest der Schlagfertigkeit. Kazim erkannte: „Islamisten und Neonazis sind Geschwister im Geiste“
Rechtsextremismus ist Regression – eine infantile Reaktion auf Vielfalt. Das beweist der Satzbau deutscher und türkischer Karlheinzis. Mit Nachdruck reagieren sie auf den semantischen Rückstoß. Ein hohes Aufkommen von Ausrufezeichen zeigt sie an. Ihre Rechtschreibung ist eskapistisch. Es wird an die Wand gestellt, ausgerottet und angezeigt, als läge wenig Bemerkenswertes zwischen einer Exekution, einem Genozid und einer Gerichtsverhandlung. Allerdings glauben nur die deutschen Karlheinzis, dass man jeden Muslim ungestraft „Ziegen-“ wahlweise „Kamelficker“ nennen darf.   

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Rezension zu "Post von Karlheinz" von Hasnain Kazim

Schockierend und amüsant
StMoonlightvor 3 Monaten

In Zeiten der globalen Vernetzung und des Internets scheinen die Hemmschwellen gesunken zu sein. Hasnain schreibt für Spiegel (Online) und muss sich jeden Tag so einiges anhören oder auch Lesen. So zum Beispiel E-Mails von Lesern, die den Journalisten regelrecht anfeinden. Sei es zum Thema Islam, seiner Abneigung gegenüber der AfD oder der Türkei im Allgemeinen. Hanain hatte genug und antwortete den Schreibern dieser E-Mails. Zumindest er war dabei höflich…   

Ein kurzweiliges Buch, welches erschreckend unterhaltsam ist. (Außer vielleicht für die Emailschreiber, die es hinein geschafft haben. ;))

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