Hatto Zeidler Das Kanuhaus

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Inhaltsangabe zu „Das Kanuhaus“ von Hatto Zeidler

In einem Bootsschuppen weit außerhalb der Stadt Eberbach am Neckar ist nach dem Krieg eine Familie untergekommen. Sie stammt aus Böhmen und ist mit ihrem Pferdefuhrwerk auf der Flucht von Saaz nach Pforzheim dort gestrandet. Die sechs Vertriebenenkinder fallen bei den pfälzisch sprechenden Eberbachern schon deshalb auf, weil sie anfangs den Dialekt nicht verstehen und sich selbst hochdeutsch ausdrücken. Aber auch sonst gibt es etliche Schwierigkeiten, mit denen die Familie bei ihrer Integration im Neckartal fertig werden muss. Hatto Zeidler berichtet in den teils heiteren, teils nachdenklichen Geschichten von den Schwierigkeiten, in der ungewohnten Umgebung zurechtzukommen. Seine Geschichten sind in leichtem Ton erzählt, zeigen aber auch deutlich die Probleme einer zugezogenen, mittellosen Großfamilie in einer badischen Kleinstadt. Sie entwerfen ein plastisches Bild der Nachkriegszeit. Ein Buch zu einem stets aktuellen Thema, auch zum Vorlesen und als Geschenk bestens geeignet.

Mit der Entwicklung der Familie Zeidler geht auch die Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland einher

— HEIDIZ
HEIDIZ

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    Das Kanuhaus
    HEIDIZ

    HEIDIZ

    27. June 2017 um 15:59

    Das Kanuhaus von Hatto Zeidler erzählt von den Erlebnissen einer Flüchtlingsfamilie aus Böhmen, die am Neckar ihre neue Heimat findet.   Hatto Zeidler, der Autor, ist sechs Jahre, als er gemeinsam mit seinen Eltern und den vier Geschwistern auf einem Pferdewagen aus dem Egerland in den Westen flüchten muss. In einem Bootsschuppen kommen sie erst einmal unter - die Stadt Eberbach liegt nicht weit entfernt. Einige Jahre leben sie ohne Strom und fließendes Wasser in dieser provisorischen Unterkunft.   Das Kanuhaus wird erst einmal ihr Zuhause. Der Autor erzählt, wie die Familie mit aller Kraft versucht, sich eine neue Existenz aufzubauen. Die Geschichten, die er aus seiner Erinnerung niedergeschrieben hat, sind mal lustig und mal nachdenklich und immer aus seiner ganz eigenen damaligen Sicht eines Kindes und Jugendlichen geschrieben.   Man spürt, dass Zeidler trotz aller Entbehrungen eine glückliche Kindheit verleben konnte.   Leseprobe: ========   Im Schwabenland habe ich sie überall gesehen, im Badnerland auch und natürlich auch im Frankenland, aber bei Magdeburg habe ich sie auch gesehen und sogar in der Tschechischen Republik habe ich sie gesehen, die massenhaft unter den Bäumen liegenden Äpfel und Birnen.   Keiner hebt sie auf. Keiner kann sie brauchen. Keiner hat sie nötig. Keiner will sie haben. Sie liegen da und faulen vor sich hin. ...   Ich finde es gut, dass Hatto Zeidler seine Kindheitserinnerungen niedergeschrieben hat. Es wäre historisch sehr schade, wenn sie in Vergessenheit geraten würden. Ich weiß nicht von vielen Publikationen, die sich mit der Vertreibung beschäftigen, daher - mein Vater und meine Großeltern wurden auch aus dem Egerland vertrieben - habe das Buch mit großen Interesse gelesen und fand seine bildhafte Sprache und die Tatsache, dass er aus seiner Sicht schreibt, sehr anregend und informativ.   Das Buch ist in drei Kapitel gegliedert:   Geschichten aus Saaz Geschichten aus der Zeit im Kanuhaus Geschichten vom neuen Haus   Zeidler schreibt seine Erlebnisse auf bis etwa zu dem Zeitpunkt, als er in den 50er Jahren zum Studium geht bis etwa Ende der 50er Jahre.   Extrem lesenswert und nicht nur bezogen auf die Familie spannend, sondern unbedingt auch historisch wertvoll. Irgendwann wird niemand mehr von seinen Erlebnissen dahingehend berichten können.   Mit der Entwicklung der Familie Zeidler geht auch die Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland einher, von der man liest vom Kriegsende bis eben in die Endfünfziger.

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