Hatune Dogan

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Ich glaube an die Tat

Ich glaube an die Tat

 (1)
Erschienen am 04.01.2017

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Rezension zu "Ich glaube an die Tat" von Hatune Dogan

Schwester Hatune - Mutter der Stimmlosen
Buchperlentauchervor 3 Jahren

Hatune Dogan - "Ich glaube an die Tat" - Im Einsatz für Flüchtlinge
aus Syrien und dem Irak. 

"..Die armen Menschen können nicht zu mir kommen.Ich muss da hin. Ich weiß, dass es riskant ist, aber ichmöchte Stimme sein für die stimmlosen Menschen. Die Geschöpfe Gottes, egal welchem Glauben sie angehören..."(Zitat - Homepage www.hatune.de)
In einem Interview erzählt  Hatune Dogan von ihrer
"Mission", die im vorliegenden Buch von Tonia Riedl
beschrieben wird. 

Mutig und selbstlos besucht Schwester Hatune in
Ordenskleid und mit Kreuz Flüchtlingslager und Dörfer
an der Frontlinie. Immer wieder bedroht von radikalen
Muslimen setzt sie sich mit ganzer Kraft für die Menschen
ein, die Gewalt und Hunger erlebt haben und erleben. 
Ob Jesiden, Kurden, Alawiten, Schiiten, Suniten oder Christen
spielt für sie keine Rolle, wichtig ist ihr die Tat für die 
rechtlosen Flüchtlinge. 

Schwester Hatune war selber Flüchtling aus der Krisenregion
und kam mit 14 Jahren nach Deutschland. Hier hätte sie,
nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester und Psychotherapeutin,
ein schönes und ruhiges Leben haben können. Doch gegen
den Willen ihrer ganzen Familie, mit Ausnahme des Vaters, 
wird sie Ordensschwester. Ein Leben hinter Klostermauern ist 
aber auch nichts für Hatune Dogan. Sie möchte ihre ganze Kraft
für die Verfolgten einsetzen. 

Mich hat das Cover, des 2015 erschienen Buches, gar nicht 
angesprochen. Es erinnerte mich an Bücher, die vor Jahrzehnten
erschienen sind. Trotzdem begann ich dann darin zu lesen
und konnte es nicht mehr weglegen. 

Wer sich für Flüchtlinge und deren Hintergrund aus Syrien und
Irak interessiert, dem kann ich " Ich glaube an die Tat" empfehlen.
Leichte "Kost" ist es aber nicht. Immer wieder musste ich Teile
des Buches auslassen, weil mich die Gewalt, die da beschrieben
wird, zu sehr erschütterte. Ganz wegschauen und die Not ignorieren
darf man jedoch auch nicht. Es gibt immer wieder sehr gut 
geschriebene Bücher über die Konflikte und die Menschen dieser 
Region. Dies meist aus Sicht von Männern aus europäischen
Ländern. Für mich hat es die Autorin Tonia Riedl geschafft, einen
anderen Blickwinkel zu zeigen. Sie hat den Stummen selber und deren Anwältin eine Stimme gegeben. Zu Wort kommen vor allem auch die Frauen. 
In diesem Zusammenhang möchte ich auf das
Buch von Chantal Louis " Monika Hauser - Nicht aufhören anzufangen" hinweisen. Einer Aerztin, die sich für kriegstraumatisierte Frauen einsetzt. 

Kommentare: 3
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Rezension zu "Ich glaube an die Tat" von Hatune Dogan

ein sehr bewegendes Buch
BeatesLovelyBooksvor 3 Jahren


Meine Meinung: 
Hatune Dogan erzählt auf erschütternde Art und Weise, wie sie aus der Türkei geflohen ist und wie sie jetzt im Irak und Syrien den Flüchtlingen hilft.
Es war herzzerreißend zu lesen, wie junge Frauen entführt, vergewaltigt und getötet werden.

>>>Eines Tages hatte Ramans Familie an ihrer Haustür einen Stoffbeutel gefunden. Darin ein Stück Seife und ein Leintuch - eine Schreckensbotschaft, mit der die IS-Milizen in Syrien Menschen terrorisieren ... Die Botschaft ist makaber und deutlich: "Morgen seid ihr dran. Morgen wäscht man eure Leichen, Morgen hüllt man euch in ein Leichentuch. <<<

Solche Texte findet man in diesem Buch und sie sind grausam und entsprechen auch noch der Realität.
Hatune Dogan ist zusammen mit der Journalistin Tonia Riedl unterwegs, um Menschen in dieser Lage zu helfen.
Teilweise ist sie kraftlos und müde. Ihre Hilfe wird überall benötigt. Junge Frauen warten auf sie. Doch auch Hatune ist nur ein Mensch.

>>>Als einer der letzten Redner betrat ein Journalist aus Schweden das Rednerpult und zeigte über Laptop und Beamer das Foto eines alten, gebrochenen Mann. Seine Augen schauten resigniert in die Leere, an seiner Nasenspitze hing eine Träne. Das Bild berührte mich sofort. Der Journalist erzählte uns die Geschichte, die dahinterstand. 
Farouk ist Ostsyrer, 66 Jahre alt und musste kürzlich im Hof eines Krankenhauses in Mossul den Leichnam seines Sohnes identifizieren. Ein Berg von Leichen lag dort - Tote, die man auf der Straße aufgelesen und bis zur entgültigen Identifizierung und endgültigen Beseitigung im Hof des Hospitals zwischengelagert werden. Unter ihnen suchte Farouk seinen Sohn, seinen einzigen Sohn. Simon. Und fand ihn: Nur an der Kleidung konnte er den Körper des Jungen erkennen, denn dem Leichnam fehlte der Kopf. Der Vater drückte den Leib des geliebten Sohnes an sich, schrie und weinte. Dann betete er. Er betete dafür, den Körper seines Sohnes nicht ohne Kopf beerdigen zu müssen. Als er sich erhob, so hatte Farouk es dem Journalisten erzählt, geriet der Berg dadurch ein wenig in Bewegung, und etwas rollte ihm vor die Füße. Es war der Kopf seines Sohnes. Behutsam hob er ihn hoch, küsste die Stirn und die geschlossenen Augenlider. "Gott sei Dank", rief er mit Tränen in den Augen. Jetzt kann ich meinen Sohn wenigstens beerdigen. <<<

Diese Textpassage hat mich sehr zerrüttet. Welch ein schreckliches Leben und Zustände dort herrschen.
Denkt man als Europäer überhaupt an so etwas? Im Grunde verdrängen wir es.
Das Buch rüttelt einen wach. Es hat mich sehr nachdenklich gemacht. Hatune Dogan ist eine bewundernswerte Frau, die sich mit so viel Elend und Leid befasst. Sie hat meine allergrößte Hochachtung.

Mein Fazit: 
Lest dieses Buch und ihr versteht was ich meine. Es ist in der Ich-Form geschrieben, so dass man es wirklich bildlich miterlebt.
Schaut mal unter www.hatune.de vorbei. Dort seht ihr wie sie in verschiedenen Fernsehsendern schon zu Gast war und über ihr erlebtes erzählt.
Diesem Buch kann man nur die volle 5 Sterne Bewertung geben. Ein Buch, dass ich nicht so schnell vergessen werde.

Meine Bewertung: 5/5

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