Wie gut, dass der Autor, gepuscht durch den die deutsche Sprache verhunzenden „Scholzomat“, mit seiner Sammlung „literarischer Glanzlichter“ hierzu einen Gegenpol errichtet hat. Und wer die Zitate mit solch sprachlichen Eleganz zu beschreiben weiß, der braucht sich hinter den hier zur Sprache kommenden Autoren nicht zu verstecken. Aus den Glanzlichtern, allesamt zu Recht in dieser Sammlung aufgeführt, ragt, je nach den individuellen Vorlieben der Leser:innen, das eine oder andere Stück besonders hervor, gerade auch durch die Erläuterungen von Hauke Goos ins rechte Licht gesetzt. Besonders schön erkennbar in seinen Ausführungen zu dem Zitat das Wolfgang Amadeus Mozart vermutlich nicht in sein Tagebuch geschrieben hat: „Gar nichts erlebt. Auch schön.“ Mozart „war [vermutlich] zu sehr mit dem Leben beschäftigt, als am Abend noch darüber nachzudenken, was es bedeutete.“ Und der deshalb „keine Notwendigkeit [sah], nach innen zu horchen und täglich den Abstand zwischen sich und der Welt neu auszumessen.“
Eigentlich kann eine solche Sammlung kaum ins richtige Licht gesetzt werden, zu vielfältig die Auswahl, zu brillant die Erläuterungen, die nicht nur stimmig sind, sondern auch berühren, mit ihrer Sprachmelodie und ihrem Inhalt, manchmal bis hin zur Tränengrenze, die Lebensweisheiten enthalten, die zum Träger von Selbsterkenntnis und „edler“ Haltung geeignet sind. Dabei Sätze, die man nicht einfach überlesen kann: „Andererseits gehört zum Wesen der Sehnsucht, dass sie unscharf bleibt; ließe sie sich scharf stellen, hieße sie Liebe.“ Sich in solcher Weise mit Literatur, so vielfältig wie einzigartig, beschäftigen zu können, erfährt man nicht aller Tage.
(12.6.2026)










