Hauke Goos

 4,9 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor*in von Warum hängt daran dein Herz?, Schöner schreiben und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Hauke Goos, Jahrgang 1966, arbeitete nach dem Geschichtsstudium zunächst für das SAT.1-Magazin »Akte«, ehe er 1999 zum Magazin SPIEGELreporter kam. Von 2001 bis 2022 schrieb er für das Reportagenressort des SPIEGEL, heute leitet er dort das Sportressort. Bei DVA sind bislang von ihm erschienen »Ein Sommer wie seither kein anderer« (zusammen mit Alexander Smoltczyk, 2021), der Kolumnenband und Longseller »Schöner schreiben« (2021) und »Warum hängt daran dein Herz?« (zusammen mit Annette Goos, 2024). Er lebt mit seiner Familie in Hamburg.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Hauke Goos

Cover des Buches Schöner schreiben (ISBN: 9783421048882)

Schöner schreiben

(3)
Erschienen am 15.11.2021
Cover des Buches Warum hängt daran dein Herz? (ISBN: 9783421070319)

Warum hängt daran dein Herz?

(3)
Erschienen am 24.04.2024
Cover des Buches Die Magie der deutschen Sprache (ISBN: 9783421070500)

Die Magie der deutschen Sprache

(1)
Erschienen am 19.11.2025
Cover des Buches »Ein Sommer wie seither kein anderer« (ISBN: 9783421048813)

»Ein Sommer wie seither kein anderer«

(1)
Erschienen am 19.04.2021

Neue Rezensionen zu Hauke Goos

Cover des Buches Die Magie der deutschen Sprache (ISBN: 9783421070500)
Hubertus_Feldmanns avatar

Rezension zu "Die Magie der deutschen Sprache" von Hauke Goos

Hubertus_Feldmann
Magische Lektüre

Wie gut, dass der Autor, gepuscht durch den die deutsche Sprache verhunzenden „Scholzomat“, mit seiner Sammlung „literarischer Glanzlichter“ hierzu einen Gegenpol errichtet hat. Und wer die Zitate mit solch sprachlichen Eleganz zu beschreiben weiß, der braucht sich hinter den hier zur Sprache kommenden Autoren nicht zu verstecken. Aus den Glanzlichtern, allesamt zu Recht in dieser Sammlung aufgeführt, ragt, je nach den individuellen Vorlieben der Leser:innen, das eine oder andere Stück besonders hervor, gerade auch durch die Erläuterungen von Hauke Goos ins rechte Licht gesetzt. Besonders schön erkennbar in seinen Ausführungen zu dem Zitat das Wolfgang Amadeus Mozart vermutlich nicht in sein Tagebuch geschrieben hat: „Gar nichts erlebt. Auch schön.“ Mozart „war [vermutlich] zu sehr mit dem Leben beschäftigt, als am Abend noch darüber nachzudenken, was es bedeutete.“ Und der deshalb „keine Notwendigkeit [sah], nach innen zu horchen und täglich den Abstand zwischen sich und der Welt neu auszumessen.“

Eigentlich kann eine solche Sammlung kaum ins richtige Licht gesetzt werden, zu vielfältig die Auswahl, zu brillant die Erläuterungen, die nicht nur stimmig sind, sondern auch berühren, mit ihrer Sprachmelodie und ihrem Inhalt, manchmal bis hin zur Tränengrenze, die Lebensweisheiten enthalten, die zum Träger von Selbsterkenntnis und „edler“ Haltung geeignet sind. Dabei Sätze, die man nicht einfach überlesen kann: „Andererseits gehört zum Wesen der Sehnsucht, dass sie unscharf bleibt; ließe sie sich scharf stellen, hieße sie Liebe.“ Sich in solcher Weise mit Literatur, so vielfältig wie einzigartig, beschäftigen zu können, erfährt man nicht aller Tage.

(12.6.2026)

Cover des Buches Warum hängt daran dein Herz? (ISBN: 9783421070319)

Rezension zu "Warum hängt daran dein Herz?" von Hauke Goos

Ein LovelyBooks-Nutzer
Leseempfehlung!

Klappentext:

„Ein Messer, ein leerer Koffer, ein Paar Handschuhe aus Jute: Was Alltagsgegenstände heute noch über den Krieg erzählen – prominente und unbekannte Kriegskinder und -enkel berichten


In vielen Familien ist der Zweite Weltkrieg bis heute präsent, manchmal in ganz alltäglichen Dingen: einem Kleiderbügel, den die Mutter auf der Flucht dabeihatte, einer Keksdose, die für eine verlorene Kindheit steht, oder einer Trillerpfeife, die dem Vater gehörte, der aus dem Krieg nicht zurückkam. Mit ihnen verbindet sich die Erinnerung an Zeiten voller Angst und Leid, für die die Menschen, die sie oft noch als Kind miterlebt haben, zuweilen keine Sprache finden.


Annette und Hauke Goos stellen 36 solcher Erinnerungsstücke vor und bringen ihre Besitzer, darunter prominente Stimmen wie Björn Engholm, Marie-Luise Marjan, Paul Maar, Rita Süssmuth und Peter Stephan Jungk, zum Erzählen: Die so entstandenen Gesprächsprotokolle geben Zeugnis davon, welche seelischen Verwüstungen Krieg selbst in der Kinder- und Enkelgeneration hinterlässt. Und sie zeigen, wie die Gegenstände uns helfen können, unsere Eltern (besser) zu verstehen. Die beeindruckenden Geschichten und Menschen hinter den Gegenständen werden von dem Fotografen Dmitrij Leltschuk einfühlsam in Szene gesetzt.


Ausstattung: mit vielen Farbfotos“


Ein jeder von uns der nich Eltern oder Großeltern hat, die den Zweiten Weltkrieg miterleben mussten, werden alle ebenfalls ihr eigene Geschichte dazu haben. Es gibt Erinnerungsstücke, die einen durch eine Zeit begleiten, die im Herzen schmerzen. In diesem Buch kommen Menschen zu Wort, die uns ihre Stücke aufzeigen und ihre Geschichten dazu erzählen. Warum hängen wir nur so daran? Auch nach all der Zeit? Damit geht sehr viel Psychologie einher und genau das beleuchten hier auch die Autoren. Wir erlesen sehr tiefgründige Themen und Geschichten und diese werden kurzweilig und intensiv beleuchtet. Durch die Farbfotos bekommen wir Leser noch mehr Nähe zu den Texten. 

Fazit: Ein besonderes Buch zu einem sehr intensiven Thema. 5 Sterne hierfür!

Cover des Buches Warum hängt daran dein Herz? (ISBN: 9783421070319)
strickleserls avatar

Rezension zu "Warum hängt daran dein Herz?" von Hauke Goos

strickleserl
Gegenstände, die Geschichten erzählen

Zwei Silberlöffel und zwei Gabeln. Das ist alles, was eine Familie aus den Trümmern ihres Zuhauses retten kann. Ein zu Fetzen geliebter Teddybär, den ein gefühlskalter Vater sein Leben lang aufbewahrt. Das Messer, zuerst Verteidigungswaffe, und nun Küchenwerkzeug.

 

In diesem Buch erzählen fast vierzig Menschen von den Erlebnissen ihrer Eltern im Krieg. Ein Gegenstand steht dabei sinnbildlich für die Jahre voller Entbehrungen und Angst, teils aber auch Freude und Geborgenheit. Eine Vielzahl der Erzähler sagen, dass sie nur wenig mit ihren Eltern über ihre Kriegserfahrungen sprechen konnten. Da ist eine undurchdringliche Wand. Das Gefühl, dass die Elterngeneration nicht befragt werden will. Nur in besonderen Augenblicken lassen die inzwischen Altgewordenen teilhaben an den schwerwiegenden Geschehnissen in ihrer Kindheit und Jugend. Und selbst dann geht es selten um Gefühle. Das war damals so, heißt es dann.

 

Viele berichten von abwesenden Vätern, die entweder im Krieg gefallen oder voller Wut heimgekommen sind. Manchmal sind es die Mütter, die es nicht schaffen für ihre Kinder da zu sein. Einige Erzähler mussten wegen ihrer jüdischen Herkunft fliehen. Einer ist wütend auf seinen Vater, der als Nazi viele Unschuldige auf dem Gewissen hat. Ein anderer versteht nicht, warum er in ein Kinderheim gesteckt wurde.

 

Die Erfahrungen lassen sich jeweils in fünf bis zehn Minuten lesen. Jedes Kapitel beginnt mit einem künstlerisch wunderschönen Bild des Gegenstands und endet mit einem Porträtfoto des Berichtenden. Dazu kommen kleine alte Fotos, Erinnerungen an ein langes Leben.

 

Die Berichte sind in der Ich-Form geschrieben. Ergänzt wird das Buch mit einem Interview mit Peter Maar, dem Schreiber der bekannten Sams-Geschichten, und von seinem Sohn und Enkel. Und das Buch endet mit einem Interview über die Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen.

 

Jede einzelne Geschichte ist spannend und lesenswert. Interessant und aufschlussreich ist vor allem das Gemeinsame an diesen Geschichten. Es wirft Licht auf Rätselhaftes im Leben der Kriegskinder-Generation und weckt Verständnis für die teilweise recht harte und schroffe Erziehung, die ihre Kinder erleben mussten.

 

Fazit: Ein wunderschön gestaltetes und sehr lesenswertes Buch über die Erfahrungen von traumatisierten Kindern im Zweiten Weltkrieg, die über ihre Erlebnisse meist geschwiegen haben. Und doch haben sie etwas von ihrem Schmerz an die nächste Generation weitergegeben. Sehr empfehlenswert, und durch die hochwertige Ausstattung sehr gut als besonderes Geschenk geeignet!

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