Hazel Hutchison

 4.5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Henry James.

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Cover des Buches Henry James (ISBN:9783869640976)

Henry James

 (2)
Erschienen am 25.05.2015

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Rezension zu "Henry James" von Hazel Hutchison

Lesenswert und kurzweilig
kingofmusicvor einem Jahr

Als mehr oder weniger regelmäßiger Biografieleser mit Schwerpunkt auf Musikern und Schriftstellern hatte ich mich im letzten Jahr sehr gefreut, als ich die Biografie über Henry James der Autorin Hazel Hutchison entdeckte – war ich doch von „Das Durchdrehen der Schraube“ vor einiger Zeit recht begeistert gewesen.


Um mich nun etwas auf eine Leserunde zu „Washington Square“ vorzubereiten, dachte ich „Okay, lese ich jetzt mal die Biografie“, zumal sie mit etwas mehr als 200 Seiten ein sehr kompaktes Maß hat und sich wirklich gut und schnell lesen lässt.


Trotz der Kürze lernt man einiges über den Autoren kennen. Man begleitet ihn bei seinen (häufigen) Reisen als Kind ins europäische Ausland (ein Umstand, den er seinem rastlosen Vater zu verdanken hat, der eher auf die europäische Bildung denn die amerikanische setzte) und wird so schnell Zeuge von Henry James´ Gedanken, dass er sich in Europa immer wohler gefühlt hat als in Amerika.


Auch lernt der geneigte Leser etwas über die teils schwierigen Familienverhältnisse der James´ kennen. So erinnert mich das Verhältnis Vater/ Sohn ein wenig an das von Franz Kafka. Weitere Parallelen zu Kafka finden sich in der Haltung von Henry James in Bezug auf seine Korrespondenz, von der er auch einen Teil vernichtet hat. Allerdings hat er testamentarisch nicht verfügen lassen, dass seine Werke nach seinem Tod verbrannt werden sollen *g*.


Der schriftstellerischen Seite von Henry James wird natürlich ein großer Raum gelassen. Ich fand es äußerst spannend zu lesen, wie sich seine Romane, Kurzgeschichten, Essays und Reisereportagen entwickelt haben, wie er erste Erfolge feiern konnte, aber auch seine kritisch aufgenommene Reise ins Metier des Theaters, dem er sich dann wieder abwand, um 1895 in sein Tagebuch zu notieren:


 „Ich nehme meine eigene alte Feder wieder auf – die Feder meiner eigenen unvergesslichen Anstrengungen und Kämpfe. Mir muss ich – heute – nichts weiter erklären. Weit, reich und hoch liegt die Zukunft noch vor mir. Es ist nun gewiss, dass ich das Werk meines Lebens noch schaffen kann. Und das werde ich tun.“ (S. 127)


Interessant fand ich auch die Information, dass er in späteren Jahren angefangen hat, seine früheren Werke zu überarbeiten, um sie der Zeit anzupassen – ein bei Kritikern und „Fans“ nicht unumstrittenes Handeln.


Trotz seiner Erfolge war Henry James immer auch ein streitbarer Literat, da er mit einigen der damals üblichen Konventionen bzgl. der Erzählweise brach, auch wenn er damit der nachfolgenden Schriftstellergeneration wie Virginia Woolf den Weg ebnete.


Fazit: Lesenswert und macht Lust, sich weiter mit Henry James und seinem Werk zu beschäftigen.

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Rezension zu "Henry James" von Hazel Hutchison

Von einem aus der neuen Welt, der die alte Welt liebt und schätzt
Ambermoonvor 4 Jahren

Henry James
 - geboren 1843 in New York,
gestorben 1916 in London als Englischer Staatsbürger.
Zu seinen Freunden zählten unter anderem Charles Dickens und Robert Louis Stevenson.

Henry James hatte seine ganz eigene Art zu schreiben und seine Figuren entstehen zu lassen.
Er benutzte Freunde und Bekannte als Material für seine Arbeit. Er hatte wenig Skrupel, seine gesellschaftlichen Verbindungen für berufliche Zwecke einzuspannen. Nichtsdestotrotz soll er ein gutmütiger, schlagfertiger und loyaler Mensch gewesen sein, mit spitzem Humor und daher allseits beliebt und immer von Freunden umgeben.
Diese Beobachtungen zwischenmenschlicher Beziehungen, sowie mancher spezieller Charakterzüge, fanden in seine Werke. Das Innenleben seiner Figuren berschreibt er so detailreich, dass seine Romane bis heute modern erscheinen.
Des Weiteren beinhaltet so manches Werk die Grenzen verbotener Beziehungen und die Konsequenzen ihrer Überschreitung (z.B. Pädophilie in seiner Novelle "Watch and Ward". In seinen späteren und letzten Werken befreite er sich vom Druck, dem Lesepuplikum zu gefallen und experimentierte mit erzählerischen Techniken und wagte sich an unkonventionelle Themen - unkonventioneller als seine vorherigen Werke schon waren.
Obwohl seine Kurzgeschichten und Romane fern des damaligen Massengeschmacks waren, wurde Henry James einer der führenden Schriftsteller seiner Generation. Er hatte jedoch nie den Dreh raus, mit seinen Werken anständiges Geld zu verdienen. James war aber auch nie jemand der aufgrund des materiellen Reichtums schrieb, sondern aus Überzeugung und Liebe zur Literatur.

Henry James, ewiger Junggeselle, war für seine Zeit ein modern denkender Mann und war überzeugt, dass es nicht abwegig ist, dass Frauen und Männer emotional wie intellektuell ebenbürtig sein können und empfand die typische weibliche Rolle in der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts als Absurdität.
       "Er begann die Vorstellung von einer neuen Art literarischer Heldin zu
        entwickeln, eines idealischtischen, intelligenten, lebhaften amerikanischen
        Mädchens, mit einem heftigen Widerwillen gegen Konventionen [....], ein
        Mädchen mit größeren Ambitionen als Heiraten. Aber sobald er begann,
        ein solches Mädchen zu konzipieren, erkannte er, dass die amerikanische
        Mittelklasse keine Verwendung für eine solche Figur hatte..."

Henry James war Europa (vor allem Paris und London) immer mehr zugetan als Amerika, da er dessen moralischen Maßstäbe als zu engstirnig befand, im Gegensatz zu den Europäischen.
     
Diese Biographie, wenn auch mit mehreren Rechtschreibfehlern gespickt, liest sich wie ein Roman. Flüssig und spannend. Sie zeichnet ein facettenreiches Bild des bedeutenden Schriftstellers und seiner Werke, wobei hier auch eine kurze Inhaltsangabe zu jedem Werk angeführt wird.
Des Weiteren besticht diese Biographie durch zahlreiche Abbildungen, sowie durch eine ausführliche Bibliografie, Erläuterungen zu Personen (die mehr als nur interessant sind) und einer Kurzbiographie mit den wichtigsten Daten.

Fazit:
Eine absolut interessante und toll geschriebene Biographie, die mich begeistert zurück lässt.
Für alle die sich für Biographien literarischer Größen interessieren, kann ich diese Biographie wärmstens empfehlen!

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