Hazel Rosenstrauch Wahlverwandt und ebenbürtig

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Inhaltsangabe zu „Wahlverwandt und ebenbürtig“ von Hazel Rosenstrauch

Das Wunder einer vernünftigen Liebe Verdanken wir das Ideal einer humanistischen Erziehung dem Alltag einer außergewöhnlichen Beziehung' Hazel Rosenstrauchs kritische und wissensgesättigte Annährung an ein Ehepaar, das seiner Zeit weit voraus war. Wilhelm von Humboldt: der große Reformer unseres Bildungswesens, der Diplomat, der Ästhet, der dem Wesen der Antike auf der Spur war, der Sprach-Philosoph, der Goethe- und Schiller-Freund. Seine Persönlichkeit ist nicht denkbar ohne seine Frau, Caroline von Dacheröden, Mutter seiner fünf Kinder, in den Hauptstädten Europas zu Hause: eine Partnerin, die ihm an Weltneugier, Bildung, Kunstsinn und an tätiger Humanität ebenbürtig war. Die beiden verband keine allzu leidenschaftliche Beziehung, doch eine Liebe »auf gleicher Höhe«. Die »Individualitäten eines jeden Charakters... in einem so engen Verhältnis wie die Ehe respektiert zu sehen«, schrieb sie ihm, »war das einzige, was ich bei dem Mann suchte, dem ich meine Hand geben wollte ...« Das entsprach seinem Wunsch »in dem engsten Verhältnis die höchste Freiheit zu behalten«. Anhand unzähliger Briefe, die sich die beiden über Jahrzehnte geschrieben haben, zeichnet Hazel Rosenstrauch mit kritischer Sympathie das Bild einer selbstbewussten Frau, deren Begriff von Liebe und Partnerschaft weit in die Moderne vorauswies, und das ihres Gefährten, der - an ihrem freien Wesen gewachsen - zu einem der großen liberalen Geister unserer Geschichte wurde.

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  • Rezension zu "Wahlverwandt und ebenbürtig" von Hazel Rosenstrauch

    Wahlverwandt und ebenbürtig

    Clari

    10. June 2010 um 15:21

    Eine ebenbürtige Partnerschaft in längst vergangener Zeit. Wahlverwandt und ebenbürtig: mit dieser Charakterisierung ist treffend das Verhältnis zwischen Wilhelm von Humboldt und Caroline von Dacheröden beschrieben. Beide waren zum Ende des ausgehenden 18. Jahrhunderts um die dreißig Jahre alt und standen sich geistig und seelisch nahe, fühlten sich vertraut und absolut ebenbürtig. Sie teilten als Kinder das gleiche Schicksal: Caroline verlor ihre Mutter im Alter von acht Jahren, Wilhelm von Humboldt seinen Vater, als er zwölf Jahre alt war. Beide entstammten dem Adel, und beide schlossen sich früh Bewegungen an, in denen es um Freiheit und Gleichberechtigung ging. Sie lernten sich über Karl von La Roche kennen und begegneten den Frauen der Romantik in deren literarischen Salons. Zu den bekannten Frauen der Romantik gehörte Brendel, die Tochter Moses Mendelssohns, Henriette Herz, Caroline von Wolzogen und neben weiteren als bekannteste Rahel Varnhagen von Ense. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts blühten die ersten Jugend,- Freundschafts - oder Tugendbünde, in denen sich Seelenverwandte zusammenfanden, die sich u.a. der Erforschung der inneren Befindlichkeit hingaben. Zur Freiheit gehörte für Caroline und Wilhelm die damals noch ungewöhnliche Vorstellung, sich den Partner selbst zu wählen. Caroline von Dacheröden war eine selbständig denkende und handelnde Person, die in Wilhelm von Humboldt den Gleichgesinnten erkannte und von sich aus um ihn warb. Schon bald nach der ersten Begegnung zeigte sich, dass sie ähnliche Gedanken hegten und die gleichen Denkmodelle teilten. Es entstand eine Verbindung, die unvergleichlich war sowohl in der Gestaltung der Ehe, als auch in der Freiheit, die sie einander auch im Liebesverhalten zugestanden. Wilhelm von Humboldt war Kenner der Antike, früher Anthropologe und wurde als Vorläufer der Linguistik gefeiert. Beruflich genoss Wilhelm hohes Ansehen als Staatsmann, Gelehrter und Mitbegründer der Berliner Universität, der heutigen Humboldtuniversität. Beide Partner zeigten ungewöhnlich starke Charaktere. Hazel Rosenstrauchs hat die Merkmale ihrer starken Persönlichkeiten an vielen Beispielen in ihrer Biographie zum Ausdruck gebracht. Wilhelms Aufgaben im Dienste der preußischen Kultusbehörde führten zu langen Trennungen von seiner Frau und den Kindern und damit zu einer ausgedehnten Korrespondenz zwischen den beiden. Die Briefe legen beredt Zeugnis ab von der tiefen Verbundenheit zwischen dem Paar. Mit der Abschrift zahlreicher Briefe, dem Aufführen ausgedehnter Zitate und bibliographischer Belege lässt uns die Autorin an einer Entwicklung teilnehmen, die eng verknüpft war mit der französischen Revolution von 1789 und dem damit verbundenen Zeitalter der Aufklärung. Es ging den Vordenkern der Französischen Revolution um geistige und seelische Befreiung aus traditionellen Zwängen und um ein Ende der feudalen Herrschaft. In kritischen Analysen wusste Wilhelm von Humboldt die missbräuchlichen Auswüchse der Revolution von den Ansätzen zu freiheitlichem Denken zu unterscheiden Sein Denkansatz galt dem reflektierenden Individuum , das durch eigene Anschauung und Erfahrung zur Emanzipation und Befreiung finden sollte. Wilhelm und Caroline lebten bereits das, was als Vision den Mitstreitern und Philosophen der Aufklärung für die ferne Zukunft vorschwebte. Insofern fügte sich das Leben der beiden folgerichtig in ihre Zeit, der sie mit ihrem Denken, Taten und Lebensmustern Ausdruck verliehen. In den Ausführungen von Rosenstrauch kommen viele bekannte Geistesgrößen und Denker des 18. und 19. Jahrhunderts zu Wort. Sie runden das Bild ab, das eine Zeit beschreibt, in der sich Wissenschaftler und Dichter mit Geist und Genie begegneten, um sich im Denken und Handeln zu ergänzen und zu befruchten. Dazu gehörten Schiller, Goethe, die Schwestern von Lengefeld, der Philosoph La Roche und viele andere mehr. Ohne Kants berühmten und aussagekräftigen Satz „Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“ ist die Zäsur in der Geschichte schwer vorstellbar. Wer sich mit den Ursprüngen unserer freiheitlichen und rechtlich aufgeklärten Gesellschaft befassen möchte, der findet in diesem Buch Anregung und Inspiration. Gut zu lesen, klug und einfühlsam geschrieben und hervorragend recherchiert bildet die Biographie zusammen mit einem ausführlichen Anhang eine ausgezeichnete Grundlage zur Erweiterung des eigenen Wissens. Die feine, bibliophile Aufmachung des Buches aus der Reihe „ Die andere Bibliothek“ vom Eichborn Verlag betont das Besondere des Sujets, mit dem man sich hier zu befassen hat.

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