Hazem Ilmi Die 33. Hochzeit der Donia Nour

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Inhaltsangabe zu „Die 33. Hochzeit der Donia Nour“ von Hazem Ilmi

George Orwells 2048 Ägypten im Jahr 2048. Die Nezam haben die sedierende Wirkung von Konsum und Religion vereint und etwas völlig Neues geschaffen. Die Diktatur 2.0. Ihr Gesetz ist die Neo-Sharia, ihr Markt das Shariatainment. Doch die junge Muslimin Donia Nour hat nach den traumatischen Erfahrungen ihrer Kindheit nur ein Ziel: Das Land verlassen. Die Grenzen sind dicht. Schlepper verlangen ein Kilo Gold für die Überfahrt nach Europa. Ihr bleibt kein anderer Weg, als sich zu prostituieren. Doch die Männer wollen eine Jungfrau. Nach jeder Nacht muss sie ihre Jungfräulichkeit wieder herstellen lassen. Am Abend ihrer 33. Hochzeit gerät alles außer Kontrolle. Und kurz darauf befindet sie sich mitten in einer Hetzjagd durch ganz Ägypten. Vom Süden der Sklaven zum Norden der Oligarchen und immer tiefer in ihre skrupellosen Machenschaften. Schnell muss sie einsehen, dass es um mehr geht als ihr Leben allein, und zwar um die Freiheit ihres Volkes. 'In Ägypten und der gesamten islamischen Stratosphäre kann so ein Roman gefährlich werden. Und Ilmi schreibt mit der Abrissbirne. Er dekonstruiert Religion nicht, es zertrümmert sie, so wie der Prophet Mohammed die Götzen¬bilder in Mekka.' Tomas Avenarius, Süddeutsche Zeitung

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Ungewöhnliches Buch, das eine besondere Mischung auch für Science-Fiction-Hasser bietet. Kritisch in vielen Belangen, aber auch humorvoll!

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Von mir eine Leseempfehlung für alle Leser, die Mut haben, einmal etwas komplett Anderes auszuprobieren.

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— katze267
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    Die 33. Hochzeit der Donia Nour
    Gwhynwhyfar

    Gwhynwhyfar

    15. February 2017 um 17:24

    »Alle ägyptischen Bürger haben das Recht, in den Himmel zu kommen. Es ist die Pflicht der Regierung, sich zu bemühen, dass dieses Recht ihnen gewährt wird.« Der Roman spielt in der nahen Zukunft in Ägypten, wir schreiben das Jahr 2048. Das Land ist völlig abgeschottet vom Rest der Welt, es herrscht die Diktatur der Neo-Scharia. Religion gilt als Erfüllung und Konsum: Beten ist Pflicht, elektronisch werden die Minuten der Betzeit registriert. Der Gläubige sammelt elektronisch Punkte, um in den Himmel zu kommen. Neben einem religiösen Leben gibt es Extrapunkte für das Tragen von religiösen Kleidungsstücken, Schmuckstücken, die Vergabe von religiösen Namen an die Kinder usw. Gleitet die Haarsträhne einer Frau unter dem Hidschab hervor, geht ein lärmender Alarm los: Unrein, unrein! Das Leben ist sortiert in halal und haram. Riesige Werbebotschaften prangen an den Fassaden: »Allah würde Nike tragen«, auf E-Hidschabs blinkt Dolce&Gabbana, Männer tragen heilige Pantoffeln, die bei jedem Schritt »Allah, Allah« quäken. Der Wegwerf-Saugroboter zitiert summend Koranverse bei der Arbeit. Im Norden des Landes haben sich die Reichen ein luxuriöses Leben aufgebaut, in der Mitte wohnen brave Bürger, die fleißig arbeiten und beten, in die Wüsten des Südens werden die Abtrünnigen in Straflager verbannt. Der Staat ist völlig überwacht, das Leben durch Kameras und Zahlen erfasst. Sittenwächter überwachen in Form von Drohnen die Stadt. »Wenn du die Dinge gesehen hättest, die ich gesehen habe, ergibt die Vorstellung, fünfmal am Tag einen kosmischen Diktator zu preisen, der dir mit ewiger Folter droht, keinen Sinn.« Donia Nour wohnt in Kairo, ist im Erlösungsministerium beschäftigt, zählt Bonuspunkte. Irgendwie ist jeder Mensch in religiösem Geschäft angestellt, wundert sie sich, fragt sich, woher die ganzen Produkte stammen mögen, die es zu kaufen gibt. Sie glaubt nicht an die Frömmigkeit, fühlt sich beengt. Man flüstert auf der Straße, mit Booten könne man aus dem Land entkommen, dorthin, wo die Menschen frei sind. Die Fahrt koste ein Kilo Gold. Donia verdient sich heimlich ihr Fährgeld zusammen, indem sie heiratet. Sex ist nur in der Ehe erlaubt. Sie gibt sich widerlichen Typen hin für Gold. Eine Ehe, die innerhalb von 36 Stunden geschieden wird, landet nicht in der Registratur, alles egal, alles nur Papier. Jungfrauen sind beliebt, hübsche Frauen. Mit einer guten Figur und einem engelsgleichen Gesicht gesegnet, findet sie schnell Ehemänner und die Jungfernschaft ist chirurgisch erneuerbar, illegal. Die 33. Hochzeit soll die letzte sein, um das Kilo Gold zu erreichen. Doch beim letzten Ehemann geht alles schief ... »In Bezug auf die meisten Kulturen der Weltgeschichte ist jeder von euch gewissermaßen ein Atheist, da jeder von euch ihre Götter ablehnt.« Und dann ist da noch Ostaz Mukhtar, der Philosophieprofessor, der einstmals von Außerirdischen entführt wurde ... »Ist es dir nie verdächtig vorgekommen, dass Gottes Wille so hübsch zu den Absichten der Mächtigen passt? Für die meisten Gestalten der Geschichte ist der Wille Gottes nichts anderes als eine düstere Stimme in ihrem Kopf, die die Unterwerfung der Frauen und die Auslöschung Andersdenkender rechtfertigt.« Hizim Ilmi (ein Pseudonym) ist mit diesem Buch eine islamistischen Dystopie mit einem Schlag Science-Fiction gelungen, nicht weit entfernt der Wirklichkeit, eine Abrechnung mit dem Islam und der arabischen Gesellschaft, mit der Scheinheiligkeit von Religion an sich. Es ist kein philosophisches Werk, aber gute Unterhaltung. Religion als Vorwand für korrupte Diktatur, indoktriniertes Denken, man muss die Botschaft nur oft genug am Tag vorplappern, damit es alle glauben. Wer sich nicht an die Regeln hält, schmort in der Hölle, wer brav ist, kommt in den Himmel. »Welche sadistische Perversion will ewiges Höllenfeuer als Strafe?« Ein leichter Text, vielleicht ein wenig einfach gestrickt. Religion gleich Abschottung und Diktatur, gleich Korruption, gleich Vormachtstellung und Reichtum für die Mächtigen, gleich Dummheit der blökendenden Schafe, das Volk. Die Geschichte ist bitterböse und humorvoll, aber eben nur seichte Kost. Islam als Unterdrückung der Frau, Gewalt gegen Frauen, Männerperversion. Hier wird der Roman messerscharf. Die Erneuerung des Hymen vor der Hochzeit durch einen chirurgischen Eingriff ist in der heutigen »modernen« islamischen Welt keine Seltenheit, auch nicht in unserem Land. Am Ende des Buchs stand ich allerdings etwas ratlos da. Es wirkte unausgegoren, runtergeschrieben und ehmmmm ... wie bekomme ich die Kurve? Insgesamt ein nettes Buch zur Kurzweil.

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  • Interessanter Zukunftsroman aus Ägypten

    Die 33. Hochzeit der Donia Nour
    vanessabln

    vanessabln

    13. June 2016 um 09:53

    "Die 33. Hochzeit der Donia Nour" hörte sich aufgrund der ungewöhnlichen Mischung sehr interessant an. Tatsächlich ist das Buch sehr gut gelungen und dazu von dem ägyptischen Autor, der unter einem Pseudonym schreibt, sehr mutig. Normalerweise gebe ich keine Klappentexte wieder, aber die folgenden Sätze sind einfach treffend: "Hazem Ilmi vereint auf einzigartige Weise Orwells Gedanken zur Überwachung und Houellebecqs Kritik an westlichem Konsum und islamistischer Unterwerfung. Und bei alledem hat er noch Humor. Eine Lektüre, die einen lange nicht mehr loslässt." Das Buch ist "1984" von George Orwell sehr ähnlich, da es genauso um einen totalitären Staat mit Gehirnwäsche und Feindbildern geht, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt. In einem technisch hochmodernen Ägypten der Zukunft, wo der Nazim und egoistische, freuenfeindliche Oligarchen herrschen, lebt die junge Donia Nour. Ihren Körper für ganz legale 24-Stunden-Ehen herzugeben ist für sie nichts Besonderes. Nur noch eine 33. "Ehe" fehlt ihr, dann möchte sie mit dem erhaltenen Gold per Boot ins Feindesland. Aber alles entwickelt sich anders als geplant. Eine nicht unwichtige Rolle spielt dabei auch ein Philosoph, der von Außerirdischen entführt wurde. Diese Figur bringt nicht nur Humor, sondern auch Gelassenheit und konträre philosophische Gedanken in die ansonsten recht beängstigende Geschichte bzw. Realität im Zukunfts-Ägypten. Unter dem Deckmantel eines radikal und einseitig ausgelegten Islams (die Religion wäre wahrscheinlich auch gut gegen eine andere austauschbar) sind die Bürger ständig bemüht, so viel zu beten und einzukaufen wie nur möglich. Auf diese Weise werden ihnen nämlich Punkte gutgeschrieben, die ihnen den späteren Eintritt ins Paradies garantieren. Wer seine Pflichten nicht erfüllt oder gar aufbegehrt, hat nicht nur das Höllenfeuer zu fürchten, sondern die Abschiebung in die "Quarantäne für verlorene Seelen", worüber Erschreckendes erzählt wird, genauso wie über die "Ungläubigen". Das Buch bietet eine intelligente und überraschende Mischung mit überzeugenden Details. Einiges ist direkt aus der Realität gegriffen, anderes für die imaginäre Zukunft erfunden oder ausgestaltet. Die Technik ist im Jahr 2048 z. B. sehr ausgereift, Roboter haben teilweise wichtige Aufgaben übernommen. Die Träume der Menschen können gesteuert werden und Produktwerbung hat immense Ausmaße angenommen. Der Roman steht keineswegs nur für Islam-Kritik und Mut zum eigenen Denken, sondern behandelt auch viele andere aktuelle oder zeitlose Themen. Bei allem durchscheinenden Sarkasmus ist er doch recht versöhnlich. Übrigens hat das Buch eine sehr schöne Aufmachung.

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  • Erschreckende Zukunftversion

    Die 33. Hochzeit der Donia Nour
    katze267

    katze267

    09. June 2016 um 18:41

    Der Roman spielt im Ägypten des Jahres 2048. Das Land wird von der Neo Scharia beherrscht, Religion und Konsum sind die Stützpfeiler der Gesellschaft, wobei die Konsumgüter den Richtlinien des Islam angepasst sind., religiöse Pflichten nd REgeln beherrschen den Alltag der Menschen. Donia Noura, Anfang 20, möchte aus Ägypten fliehen, auch wenn sie  nicht genau weiss, wie es ausserhalb Ägyptens, in den Ländern der Kuffar, den von der Obrigkeit verteufelten Ungläubigen , aussieht.. Sie hat Gerüchte gehört, dass für den Preis von einem Kilo Gold ein Platz in einem  Fluchtboot zu bekommen sei und so versucht sie, durch den Brautpreis für sogenannte "Genusshochzeiten", die den Beischlaf ermöglichen und meist schon nach wenigen Stunden geschieden werden, dieses Kilo Gold zusammen zu bekommen. 32 Hochzeiten hat sie schon geschafft und ist fast am Ziel, die 33. brächte de letzten  Gramm Gold, die am Kilo fehlen.Im 2. Handlungsstrang wird der diskussionsfreudige, rebellische Philosophieprofessor Ostaz im Jahre 1952 von Ausserirdischen entführt und nach einigen Reisen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit und die damit verbundene Zeitverschiebung im Jahr 2048 wieder in Ägypten abgesetzt.Schliesslich werden diese unter aussergewöhnlichen Umständen zusammengebracht.Der Autor entwirft ein erschreckendes, an Orwell gemahnendes  Bild einer strikt überwachten Gesellschaft, mit strengen religiösen Regeln und Pflichten, die scharf überwacht werden. Werbung wird im Schlaf direkt ins Gehirn übermittelt.Der 2. Handlungsstrang mit den Ausserirdischen lockert anfangs etwas auf, doch auch das Schicksal des auf die Erde Zurückgekehrten ist düster.Insgesamt wird eine erschreckende Vision einer auf religiösen Zwängen aufgebauten, von Misstrauen, Korruption und Machtmissbrauch geprägten Gesellschaft heraufbeschworen, abstossend und in ihrer  Konsequenz  nachdenklich machend zugleich

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  • Die 33. Hochzeit der Donia Nour

    Die 33. Hochzeit der Donia Nour
    Mauela

    Mauela

    08. June 2016 um 16:51

    Donia Nour lebt 2048 in Mittelägypten und will nur eines, ihr Heimatland verlassen. Doch im Land herrscht das Gesetzt der islamischen Diktatur und die Grenzen sind hermetisch abgeriegelt. Ungenügender religiöser Eifer, Abweichen von der Norm oder der Gedanke an Dinge außerhalb der ägyptischen Grenzen und des entstandenen autarken islamischen Staates sind gefährlich. Darum entsinnt Donia einen gefährlichen Plan. Sie bietet sich für 24 Stunden Ehen an um so genügend Geld für eine Flucht zu verdienen. Als sie endlich ihr Ziel erreicht zu haben scheint, geht jedoch etwas fürchterlich schief.Hazem Ilmi gelingt mit seinem Roman die 33. Hochzeit der Donia Nour ein unglaublicher Mix aus Fantasie und erschreckender Zukunftsvision. Und obwohl ich eigentlich nichts mit fantastischer Literatur am Hut habe, hat mich der Roman nach einem holprigen Anfang doch mit gerissen. Der brutale eher einfache Schreibstil macht das Lesen einfach, nur der zweite Handlungsstrang mit den Außerirdischen hat mich etwas irritiert. Dieser kam unerwartet und hat leider der toll erzählen, wenn auch beklemmende Geschichte von Donia in ihrer Glaubwürdigkeit und Emotionalität geschadet. Erstaunt war ich auch über die schonungslose Kritik am Islam, die zwar in einer Geschichte verpackt ist, aber doch ganz offen ausgesprochen wird. Und trotzdem vermittelt der Roman eine ganz klare Botschaft: Träume sind nicht käuflich. Es wird immer Menschen geben, die das System hinterfragen und trotz aller Gefahren ihren Traum versuchen zu verwirklichen.Auch wenn ich diesen Roman keiner Sparte zuordnen kann und es mir schwer fällt ihn in Worte zu fassen, von mir eine Leseempfehlung für alle Leser, die Mut haben, einmal etwas komplett Anderes auszuprobieren.

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2016: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2016 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2016 bis 31.12.2016 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2016 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.Nimmst du die Herausforderung an?Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2016 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema.Ich freue mich auf viele Anmeldungen!Teilnehmer:19angelika63AgnesMAmayaRoseanushkaArizonaaspecialkateban-aislingeachBarbara62BlaetterwindblauerklausbonniereadsbooksBookfantasyXYbookgirlBuchgespenstBuchinaBuchraettinCara_EleaCaroasCorsicanacrimarestricyranaczytelniczka73Deengladia78DieBertadigraEeyoreleerinrosewellFarbwirbel FederfeeFornikaFrauGonzoFrauJottfreiegedankenfrlfrohsinngefluegeltermondGela_HKGetReadyGinevraGirl56GruenenteGwendolinahannelore259hannipalanniHeldentenorIgelaInsider2199JoBerlinK2kkatrin297krimielselenikslesebiene27LesefantasieleselealesenbirgitleseratteneuLibriHollylisibooksLiteraturmaria1Marika_RomaniaMaritzelmarpijeMartina28MauelaMercadoMiamoumiss_mesmerizednaddoochNadja_KloosnaninkaNepomurksNightflowerNilNisnispardenPetrisPocciPrinzessinAuroraschokoloko29serendipity3012SikalsofiesolveigsommerleseStefanieFreigerichtsternchennagelSumsi1990suppenfeesursulapitschiTanyBeeTintenfantasieTochterAliceumbrellavielleser18wandabluewiloberwortjongleurzeki35

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  • Buchverlosung zu "Die 33. Hochzeit der Donia Nour" von Hazem Ilmi

    Die 33. Hochzeit der Donia Nour
    aufbauverlag

    aufbauverlag

    Jede Veränderung braucht einen, der sie beginntÄgypten im Jahr 2048. Etwas völlig Neues ist entstanden: eine islamistische Diktatur 2.0. Das Gesetz ist die Neo-Sharia, der Markt das Shariatainment. Die junge Muslima Donia Nour will so schnell wie möglich das Land verlassen. Doch die Grenzen sind dicht. Ihr bleibt kein anderer Weg, als sich für 24-Stunden-Hochzeiten herzugeben, um so die Schlepper zu finanzieren. Am Abend ihrer 33. Hochzeit gerät alles außer Kontrolle, und kurz darauf befindet sie sich inmitten einer Hetzjagd durchs ganze Land. Die 33. Hochzeit der Donia Nour ist eine aufwühlende, mitreißende Zukunftsvision, die zu keinem Zeitpunkt aktueller war als jetzt. Zur LeseprobeMehr Informationen zum Buch unter http://www.aufbau-verlag.de/die-33-hochzeit-der-donia-nour.htmlÜber Hazem IlmiHazem Ilmi ist ein Pseudonym. Der Autor ist ägyptischer Neurowissenschaftler, geboren in Kairo, wo er bis 2014 gelebt hat. Seither lebt und forscht er in Neuseeland. »Die 33. Hochzeit der Donia Nour« ist sein Debüt. Ilmi hat es auf Englisch geschrieben und mit großem Echo selbst publiziert.Jetzt bewerben!Bewerbt euch im Unterthema "Bewerbung/Ich möchte mitlesen", indem ihr folgende Frage beantwortet: Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen?Viele Grüßeeuer Team vom Aufbau Verlag* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Buchverlosung schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.** Bitte beachtet, dass es sich hier um eine Buchverlosung handelt und nicht um eine Leserunde. Ihr könnt natürlich trotzdem gerne hier über das Buch diskutieren, aber eine Moderation wird es nicht geben.

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  • Außergewöhnliche Mischung aus Orwell und Houllebecq

    Die 33. Hochzeit der Donia Nour
    anushka

    anushka

    06. June 2016 um 20:12

    Mittelägypten, 2048: Donia Nour lebt in Zeiten der Neo-Sharia und des Shariatainment. Die Menschen sollen so viel beten und konsumieren, wie möglich. Wer nicht genügend "Gute-Taten-Punkte", beispielsweise durch religiösen Eifer, sammelt, der muss um den Zugang zum Himmel bangen. Donia möchte Ägypten unbedingt verlassen, doch um die Schlepper zu bezahlen braucht sie ein Kilogramm Gold. Dafür geht sie immer wieder so genannte Lustehen ein: Ehen, die nur zum Sex dienen und innerhalb von 24 Stunden annuliert werden. Allerdings wollen die Kunden nur Jungfrauen und so lässt Donia diese immer wieder wiederherstellen. Die 33. Hochzeit ist die letzte, bevor Donia das Gold zusammenhat, doch dann geht alles fürchterlich schief ...Ägypten, 1952: der Professor und Philosoph Ostaz Mukhtar, der für den nächsten Tag eine gerichtliche Vorladung wegen Blasphemie hat, wird von Außerirdischen entführt. Fast 100 Jahre später bringen sie ihn zurück, da er einer gewissen Donia Nour helfen soll.Dieses Buch ist etwas ganz Ungewöhnliches. Es erinnert an George Orwells "1984", da die Einwohner von ihrer eigenen Regierung bespitzelt werden. Es gibt ein zentrales System, dass die Häufigkeit der Gebete erfasst und wer nicht oft genug betet, wird vorgeladen. Die allgegenwärtigen elektronischen Sittenwächter geben sofort Alarm, wenn unter einem Schleier eine Haarsträhne hervorschaut. Die Position der Frau hat sich nicht wesentlich gebessert. Mit Houllebecqs Buch teilt "Die 33. Hochzeit ..." vor allem den Gegenstand der Dystopie: den islamistischen Gottesstaat.Meiner Meinung nach befeuert Ilmi jedoch nicht zwangsläufig die Islamophobie, denn es geht nicht darum, dass ein islamischer Staat die Weltherrschaft erringen will. Der Gottesstaat Ägypten dieses Buches ist lokal begrenzt, der Westen existiert weiterhin und wird, wie heutzutage schon normal, verunglimpft und verteufelt. Das erinnert eher an die Propaganda im Kalten Krieg. Es geht in diesem Buch auch vielmehr darum, zu kritisieren, wozu (jegliche) Religion instrumentalisiert wird und wie sie dazu dient, die Interesse der Mächtigen und Reichen zu schützen und zu fördern. Das Buch kritisiert auch die Auslegung und vor allem Rückständigkeit heiliger Schriften. Hierzu lässt Ilmi Ostaz Streitgespräche führen, in denen er Koranzitate anführt, die genau gegenteilig interpretiert werden könnten, wenn man dafür offen wäre. Leider übertreibt er in seinen Reden die Provokationen dann doch ein wenig bzw. sind diese an einingen wenigen Stellen wirklich sehr von der Holzhammer-Sorte, sodass ich mir die heftigen Reaktionen auf dieses Buch in arabischen Ländern gut vorstellen kann.Dass dieses Buch gerade durch aktuelle Debatten Unbehagen auslöst, kann ich nachvollziehen. Doch ist genau dieser Punkt das, was das Buch zu etwas Besonderem macht: in der westlichen Welt sind wir längst daran gewöhnt, unsere Lebensweise kritisiert zu sehen und bislang ist die Mehrheit der bekannten Dystopien ausschließlich westlich geprägt. Warum sollte eine Dystopie nicht auch die Gefahren in anderen Kulturkreisen aufzeigen, vor allem vor der aktuellen weltpolitischen Lage? Das Streben nach einem islamischen Staat ist derzeit präsenter denn je und bedient sich derzeit genau der Methoden, die dieses Buch anprangert. Daher ist es äußerst wichtig, dass auch öffentlich die Frage gestellt wird, wie ein solcher Staat zukünftig aussehen könnte. Vor allem, wenn dies durch einen Ägypter selbst geschieht, der seinen Handlungsort und seine Religion am besten kennt.Insgesamt präsentiert der Autor neben der Gesellschaftskritik interessante Ideen wie auch die Zukunft des Konsums aussehen könnte. Mit dem Handlungsstrang um Ostaz und die Außerirdischen bringt er etwas Leichtigkeit und Humor mit in die Geschichte. Beklemmend fand ich dagegen die zahlreichen Sex-, Gewalt- und auch vereinzelten Vergewaltigungsszenen. Das Buch ist keine seichte Unterhaltung, sondern neben der nachdenklich machenden Gesellschaftskritik von der Handlung und den Erlebnissen der Hauptfiguren her teilweise harter Tobak. Trotzdem ist es ein ganz ungewöhnliches und außergewöhnliches Buch, das viele Leser finden sollte.

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  • Eine fesselnde Zukunftsvision!

    Die 33. Hochzeit der Donia Nour
    Danion

    Danion

    02. June 2016 um 21:24

    Ich bin kein Fan von Fantasy, fantastischer Literatur und von Büchern, in denen die Handlung zu sehr von der Realität abweicht. Deswegen war ich ein bisschen skeptisch, als ich zum ersten Mal den Klappentext zu „Die 33. Hochzeit der Donia Nour“ las. Eine Zukunftsvision. Dieses Wort stieß mich ein wenig ab, aber die Geschichte, die dahinter steckt, vor allem ihre Aktualität, Anspielungen an die heutigen Geschehnisse in der islamischen Welt, machten mich neugierig. Ich war sehr schnell hineingezogen in die Handlung. Denn es geht im Buch zwar um eine Zukunftsvision, aber sie ist so überzeugend und glaubwürdig dargestellt, dass man einfach daran glaubt, als existiere dieses Ägypten 2.0 tatsächlich. Mit all seinen „Errungenschaften“ wie den Sittenwächtern (fliegende Roboter, die auf die Ordnung und die Befolgung der Regeln der Neo-Scharia aufpassen sollen), Gebetkabinen, magischen Rosenkränzen, die die  guten Taten zählen und vielem mehr. Der Glaube der Menschen scheint grenzenlos zu sein, ihre Unterwürfigkeit, die vom Koran vorgeschrieben wird, verstärken bestrafende Maßnahmen wie die Verbannung in die Quarantäne für verlorene Seelen. Die Gedanken der Menschen werden zusätzlich gelenkt durch das Ministerium für das Sleepvertising, das Botschaften direkt in die Gehirne senden kann. Öffentliche Predigten, denen man sich beim besten Willen nicht entziehen kann. Und der Umgang mit den kulturellen Schätzen des Altertums. Das alles hat mich zutiefst beeindruckt und zum Nachdenken über aktuelle Geschehnisse in den islamischen Ländern und der ganzen Welt gebracht. Trotz der massiven Propaganda der islamischen Diktatur gibt es in Ägypten von 2048 Menschen, die sich ein anderes Leben wünschen, wie die Hauptfigur Donia Nour. Sie verkauft ihren Körper und „regenerierbare“ Jungfräulichkeit für das Gold, das ihr eine Flucht mit einem Boot sichern könnte. Doch kurz vor dem Ziel geht alles schief. Die Spannung wird hier von dem Autor ins Unermessliche gesteigert, sodass ich persönlich mit der Heldin mitgefiebert hatte, die Angst verspürte und die Enttäuschung, die Ausweglosigkeit, die sie spürte. Faszinierend! Insgesamt fand ich das Buch sehr mutig geschrieben, sehr kritisch (was Islam betrifft), fast zerschmetternd und zugleich humorvoll. Und wie bereits erwähnt, regt das Buch zum Nachdenken an – was kann man sich von einem Werk sonst wünschen?

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  • Leider Potenzial zerstört...

    Die 33. Hochzeit der Donia Nour
    TeamFirered

    TeamFirered

    Klappentext: Ägypten im Jahr 2048. Etwas völlig Neuer ist entstanden: eine islamistische Diktatur 2.0. Das Gesetz ist die Neo-Sharia, der Markt das Shariataiment. Die junge Muslima Donia Nour will so schnell wie möglich das Land verlassen. Doch die Grenzen sind dicht. Ihr bleibt kein anderer Weg, als sich für 24-Stunden-Hochzeiten herzugeben, um so die Schlepper zu finanzieren. Am Abend ihrer 33.Hochzeit gerät alles außer Kontrolle, und kurz darauf befindet sie sich inmitten einer Hetzjagd durchs ganze Land. Normalerweise fasse ich die Handlung selbst zusammen, hier habe ich den Klappentext genommen. Es geht also um Donia, eine Frau die mir absolut sympathisch ist. Sie ist das Opfer eines Islamischen Staates der nur auf Konsum, Wirtschaft und Religion aufbaut. Abgeschottet von der Welt, gefangen in einem eisernen, strengen Käfig. Donia will raus, ausbrechen aus dem Gehirnwäsche manipulierten Ägypten.Die Kombination aus Zukunft (2048) und streng religöser Staat gelingt dem Autor sehr gut. Die Technologie ist einfallsreich, auch wenn ich mir nicht sicher bin, inwieweit sie logisch sind. Das ist aber hier nicht so wichtig. Das Schicksal Donias nimmt einen mit und ihr trostloses und unglückliches Leben berührt. Die Gehirnwäsche eines ganzes Landes ist schockieren und die Absichten der Politik erschrecken realistisch. Die Botschaft des Autors unterstütze ich total und ist sehr kräftig und aktuell. ABER: Eine gute Message, so gut sie auch sein mag, reicht nicht immer aus, wenn sie nicht auch gut verpackt ist. Der Schreibstil hat mir leider nicht so gut gefallen. Und warum, warum, musste es diese zweite Hauptperson und seine Handlung geben. Ostaz, ein Mann um die 40, wurde 1952 (Achtung jetzt gehts los) von Außerirdischen entführt und im Jahr 2048 auf die Erde zurück geschickt um eine Frau namens Donia Nour zu helfe Ägyptens Regierung zu stürzen. Diese Handlung ist für mich ansolut fehl am Platz und kam total unerwartet (siehe Klappentext). Sie passt einfach nicht in die Geschichte hinein. Donias Geschichte ist ernst, emotional und voller Schicksalswendungen. Und durch Ostaz Handlung konnte ich das Buch irgendwo nicht mehr ernst nehmen. Zudem schreibt der Autor Ostaz Geschichte nicht ebenfalls ernst wie Donias (dann würde es wieder passen), sondern komödienhaft und sarkastisch. Hier muss ich aber leider sagen, dass ich kein einziges Mal lächeln musste und Ostaz als Charakter überhaupt nicht mochte und seinen Sarkasmus kein bisschen schön sarkastisch fand. "Lustiger" Fakt zu den Aliens: Sie sind unbesiegbar, aber durch kitzeln brigt man sie zu Fall. Haha. Das macht das Buch irgendwie lächerlich und dämpft das realistische und Ernste. Ein Aspekt der mich gestört hat, war dass der Autor große negative Kritik am Islam übt und ich mich dabei sehr unwohl gefühlt habe. Dabei zeigt er die schlechten Seiten der Religion und legt und interpretiert den Koran sehr negativ aus. Leser die vielleicht kaum eine Meinung zu der Religion haben, werden eventuell danach sehr negativ eingestellt sein. Ich wünschte der Autor hätte deswegen auch die helle Seite beleuchtet.Lediglich am Ende fällt noch dazu ein ganz kurzes Wort, dass die Protagonistin allerdings selbst nicht nachvollziehen kann. Der Autor kommt durch Ostaz damit an, dass Gott allmächtig ist und warum denn die Menschheit trotzdem leide. Warum heilt Gott nicht Krebs wenn er alles kann? Warum schafft Gott nicht das und das, wenn er doch so toll ist? Dass ist nicht gerade ener der originellsten Gedankengänge, oder? Fazit: Das Buch enthält eine schöne Botschaft, ist aktuell und glänzt durch die Kombination aus Zukunft und Religion. Das traurige nd emotional Schicksal der Donia Nour packt und zieht einen mit. Jedoch hätte man den zweiten Handlungsstrang und die Aliens weglassen sollen, damit das Buch authentisch bleibt. Auch die Haltung gegenüber dem Islam und das unlogische Ende des Buches sind nicht ganz gelungen.--> Bewertung: 3,2/ 5 Blog: Worte sind Wind

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    • 7
  • Mutig, kritisch und mit viel Sarkasmus

    Die 33. Hochzeit der Donia Nour
    Magena

    Magena

    29. May 2016 um 14:44

    2048, Ägypten: Donia Nour lebt in einer komplett von der Außenwelt abgeschotteten Diktatur. Mit Konsum, strenger Religion, Klassentrennung und absoluter Abschottung vom Rest der Welt wird die Gesellschaft ruhig gehalten. Die untere Klasse in Südägypten arbeitet unter menschenunwürdigen Umständen für den Wohlstand und Reichtum der Oligarchen im Norden. Die Mittelschicht wird in einem Trott leichter, sich immer wiederholender Arbeit und Gebete eingelullt. Alles was in diesem Land passiert, passiert unter dem Deckmantel des Islams. Mit neumodischen Überwachungssystemen werden alle Taten und Regungen der Bürger registriert und auf einem Seelenkonto verbucht, was über den Zutritt zum Himmel entscheidet. Donia Nour lebt scheinbar gut an das System angepasst bei ihrem senilen Vater, kommt den täglichen Gebetsrufen nach und zählt auf Arbeit die gute-Taten ihrer Mitmenschen. Doch schon lange hegt die junge Frau den Wunsch dieses Land zu verlassen. Ihr einziger Weg sind Schlepper, das Geld dafür verdient sie sich über Genussehen. Für weniger als 24 Stunden geht sie Ehen mit reichen Männern aus dem Norden ein und lässt sich von ihnen entjungfern. 32-mal lässt sie sich im Anschluss eine künstlichen Hymen einsetzen, doch beim 33. mal fliegt der Betrug auf und eine schmerzvolle Odyssee beginnt. Sie geht buchstäblich durch die Hölle und erfährt dabei immer mehr über die Wahrheit der Diktatur und den Diktatoren. Vom System betrogen und ausgebeutet will sie nun nicht mehr nur ihre eigene Haut retten, sondern die Wahrheit allen Bürgern mitteilen. Hatte ich erst Schwierigkeiten in das recht komplex geschriebene Buch reinzukommen, so hatte diese düstere, beklemmende Utopie mich dann doch schnell im Griff. Mit viel schwarzem Humor und Anspielungen auf die heutige Zeit konstruiert Hazem Ilimi eine Diktatur unter dem Deckmantel des Islams. Ein System voller Lügen, Heuchelei und Bigotterie, in dem nicht zu Letzt auch der westlichen Welt am Ende eine tragende, unrühmliche Rolle zukommt. Gekonnt zerpflückt der Autor die Grundfesten der Diktatur, eine ganz selektive Deutung des Korans, mit stich- und hiebfesten Argumenten und Philosophie. Brutal ehrlich und entlarvend nimmt er die Gesellschaftsstrukturen auseinander. Passiert dies alles primär in dieser fiktiven Zukunftsvision, so lassen sich aber auch Bezüge zu unserer heutigen Zeit herstellen. Der Schreibstil ist oft vulgär und brutal, schonungslos offen und ehrlich. Es war nicht immer ein Genuss, das Buch zu lesen, aber die Intelligenz und der Sarkasmus dieses Romans waren bestechend. Mich hat dieses schonungslose und doch recht mutige Buch vom Hocker gerissen. Endlich mal wieder ein lauter, moralischer, harter Roman! Absolute Leseempfehlung! Ich bin mir sicher, das Buch kommt auf den Top 5 dieses Jahres.

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  • Kritisch, mutig und witzig

    Die 33. Hochzeit der Donia Nour
    krimielse

    krimielse

    Das mutige gesellschaftskritische und religionskritische Erstlingswerk "Die 33. Ehe der Donia Nour" von Hazem Ilmi entführt den Leser auf eine abenteuerliche Tour in die Zukunft, die angefüllt ist mit Gewalt, Lügen, Unterwerfung, Korruption und Bigotterie. Dass die Geschichte an George Orwells "1984" gespickt mit einer Prise lapidarer Witzigkeit von Douglas Adams sowie trostloser Gesellschaftskritik von Michel Houellebecq erinnert macht das Buch für mich besonders lesenswert. Ägypten 2048. "Alle ägyptischen Bürger haben das Recht, in den Himmel zu kommen. Es ist die Pflicht der Regierung, sich zu bemühen, dass dieses Recht Ihnen gewährt wird." So die Lehre der herrschenden Nizam-Regierung in der islamischen Diktatur 2.0. Das bedeutet, dass die Bürger bei drohender Bestrafung nach dem geltenden Recht der Neo-Scharia zur Einhaltung der Regeln des Islam gezwungen werden. Die junge Muslimin Donia Nour lebt bei ihrem Vater und arbeitet in den Büros der "RosenkranzPlus" und zählt die guten Taten, die die elektronischen Rosenkränze bei jedem Bürger verzeichnen. Ihr großes Ziel nach traumatischen Erlebnissen ist es, aus Ägypten zu fliehen, doch die Grenzen sind dicht und es gibt keine Verbindung zur Außenwelt. Sie ist gezwungen sich für 24-Stunden Hochzeiten zu prostituieren, um das nötige Gold für die Schlepper zu verdienen. 32 Hochzeiten ging alles gut, ein neues künstliches Hymen wurde nach jedem Vollzug der Ehe auf dem Schwarzmarkt eingesetzt, um die Ehre des Bräutigams zu bewahren, doch bei der 33. Eheschließung gerät ihre Strategie völlig außer Kontrolle. Sie wird abgeurteilt, in den armen Süden verbannt, von ihrem Peiniger, einem Oligarchen aus dem reichen Norden, zurückgeholt und gefoltert, was in einer wilden Jagd entlang der Mittelmeerküste endet. Doch ihr wird schnell klar, dass die Rettung ihres Lebens und Flucht außer Landes nicht die Lösung ist, sondern die Beseitigung der Unterdrückung durch die Herrschenden unter dem Deckmantel der Religion, nicht zuletzt durch die Befreiung des Geistes von den auferlegten Zwängen. Das Buch liest sich wie eine Mischung aus düsterer Orwellscher Zukunftsvision und witziger Douglas-Adams-Scienence-Fiction, was nach meinem Dafürhalten hervorragend zusammenpasst. Es ist definitiv kein tiefgründiges Werk, aber sehr unterhaltsam und nachdenklich stimmend, nicht zuletzt auch hochaktuell - wenn auch überspitzt - in Bezug auf die Situation im heutigen Ägypten. Seltsame Blüten wie elektronische Rosenkränze, Sleepvertising, Schariatainment-Konsolen, in China produzierte Sittenwächter aber auch Steinigungsmaschinen entlocken beim Lesen durchaus ein Schmunzeln, wenn auch ein Galgen- oder Schwarz-humoristisches. "Es gab nichts Wichtigeres als Ehre. Nichts. Das war die erste Lektion. Die zweite, dass Männlichkeit und Ehre sogar enger miteinander verknüpft waren als Männlichkeit und männliche Geschlechtsteile. Drittens gab es nur einen Weg, die verletzte Ehre wiederherzustellen: Rache. Um jeden Preis." Der unter Pseudonym schreibende Autor entlarvt und zerschlägt rigoros verknöchert-fanatische religiöse Ansichten, was zum Beispiel im Gegenspiel der Donia Nour mit ihrem Peiniger zum Ausdruck kommt, der zunächst ihr 33. Bräutigam ist, sich dann aber als machthungriger und fanatischer Oligarch aus dem Norden entpuppt. "Was genau ist der Wille Gottes? Ist es dir nie verdächtig vorgekommen, dass Gottes Wille so hübsch zu den Absichten der Mächtigen passt? Für die meisten Gestalten ist der Wille Gottes nichts anderes als eine düstere Stimme in ihrem Kopf, die die Unterwerfung der Frauen und die Auslöschung Andersdenkender rechtfertigt." Das Buch ist gefüllt mit Anprangerungen von Ungerechtigkeit und Beschränkung des freien Geistes durch religiösen Fanatismus, egal welcher Religion. Für mich ist es aber gleichzeitig ein Werk, das für Großzügigkeit und Toleranz im Umgang miteinander plädiert und hochmoralisch agiert. "Meine Moral entstammt der Antwort auf eine ganz simple Frage: Welche Eigenschaften und Einstelllungen benötigen die Mitglieder einer Gesellschaft, wenn sie miteinander auskommen und - idealerweise - persönlich und kulturell gedeihen wollen? Du wirst sehen, es gibt keine Alternative: Geduld, Mitgefühl, Gleichheit, Einfühlungsvermögen und Versöhnlichkeit sind neben ein paar anderen Werten nötig, wenn eine Gesellschaft sich gut entwickeln soll. Man braucht dazu keinen göttlichen Kommandeur, der irgendwelche Ansagen macht." Ich habe die Lektüre sehr genossen und vergebe 4 Sterne sowie eine unbedingte Leseempfehlung für dieses rasante, moralische, humoristische, mutige und aktuelle Buch.

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    • 4
  • Challenge: Literarische Weltreise 2016

    Euphoria
    Ginevra

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Ägypten 2048

    Die 33. Hochzeit der Donia Nour
    lisam

    lisam

    23. May 2016 um 14:06

    Angelehnt an George Orwell wird die Welt im Ägypten des Jahres 2048 beklemmend beschrieben. Die Nezam haben ihre Diktatur 2.0 auf Konsum und Religion aufgebaut und die Bewohner sollen mit Konsum und Religionsausübung unterdrückt werden und die Belohnung wartet dann im Jenseits. Die junge Muslimin Donia Nour möchte unbedingt das Land verlassen und um diese Flucht zu finanzieren, steht ihre 33. Hochzeit an. Vor jeder Hochzeit muss Donia ihre Jungfräulichkeit am Schwarzmarkt wiederherstellen lassen und  bei ihrer letzten Hochzeit fliegt ihr Betrug auf und damit beginnt eine Hetzjagd durch ganz Ägypten. Ihr neuer Ehemann gewährt einen guten Eindruck in die Welt der Oligarchen. Durch den zweiten Handlungsstrang um den Philosophen Ostaz, der in den 1950er Jahren von Außerirdischen entführt wird, wird die Handlung aufgelockert und drei Welten werden gegenübergestellt.Das Buch hat mich sehr begeistert und ich habe die vollen 5 Sterne vergeben. Die Welt von Donia Nour wird beklemmend dargestellt und ich konnte ihre Beweggründe zur Flucht und ihre Wandlung gut nachvollziehen und durch ihre letzte Heirat wird die Welt der Oligarchen als Kontrast sehr gut beschrieben. Durch Ostaz und die Außerirdischen wurde die beklemmende Geschichte aufgelockert. Der Kontrast war hilfreich und teilweise auch witzig. Ich kann mir aber auch gut vorstellen, dass man diese Diktatur gut mit einer anderen Religion durchziehen könnte oder irgendein Belohnungssystem im Jenseits. Das Buch hat mich zum Nachdenken gebracht und auch gut unterhalten. 

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  • „Zugang zum Himmel garantiert“

    Die 33. Hochzeit der Donia Nour
    Ginevra

    Ginevra

    16. May 2016 um 16:25

    Donia Nour ist erst 22 Jahre – und ihre 33. Hochzeit steht unmittelbar bevor. Wie kann das möglich sein?? Dazu muss man etwas weiter ausholen! Donias Mutter ist bereits verstorben, der Vater dement. Donias Beruf: sie zählt gute Taten der Einwohner Ägyptens, für das Ministerium für Erlösungshilfe. Im Ägypten des Jahres 2048 werden alle Einwohner auf unterschiedliche Weise von der Regierung überwacht und manipuliert: so sorgt ein Fez zur Gehirnstimulation für positive Gedanken, der „RosenkranzPlus“ wird auf die Stirn geklebt und zählt die Gebete, ganz nach dem Motto: „Gebet ist besser als Schlaf“. Im Schlaf wiederum werden die Gehirne angezapft, so dass sich Werbung für das staatliche Waschpulver „MusliClean“ und Träume unbeeinflussbar vermischen. Bunt blinkende Werbe-Kopftücher und E-Tattoos sind weitere „Gimmicks“, die den Menschen das Leben scheinbar versüßen, und die Punkte bringen können - auf dem Weg in den Himmel. „Der Nizam“, wie der Präsident ehrfurchtsvoll genannt wird, hat ein absolutistisches Regime aufgebaut, die Reichen von den Armen getrennt, die Familienplanung kontrolliert – und ebenso das Sexualleben. Ohne Heirat kein Sex – und ohne Hymen keine Heirat. So floriert eine ungewöhnliche medizinische Dienstleistung, nämlich die Rekonstruktion des Hymens. Donia Nour will nur Eins – weg aus diesem Überwachungsstaat. Doch dazu braucht sie viel Geld für Schleuser – Geld, das sie nur durch Brautgaben erwerben kann. So lässt sie sich an zahlungsfähige „Bräutigame“ vermitteln. Die 33. Soll ihre letzte Hochzeit sein – doch diese entwickelt sich zu einem wahren Horror-Trip… am Ende zeigt sich, wie unglaublich wertvoll Freiheit ist – und wo sie zu finden ist. Diese außergewöhnliche, beklemmende dystopische Satire wurde von einem bislang Unbekannten mit dem Pseudonym „Hazem Ilmi“ auf Englisch selbst publiziert. Übersetzer ist der Journalist, Biograph und Fernsehmoderator Matthias Frings. In einem spannenden SZ-Artikel habe ich gelesen, dass „Ilmi“ inzwischen in Australien Philosophie und Psychologie studiert – und hofft, durch sein Buch keinen Ärger zu bekommen. (hier der link: http://www.sueddeutsche.de/kultur/roman-die-hochzeit-der-donia-nour-jungfrau-bis-zum-juengsten-tag-1.1833757-2) Mich hat diese Lektüre von Anfang bis Ende total gefangen genommen. Es ist keine leichte Unterhaltung, sondern ziemlich schwere Kost, die aber immer wieder durch witzige Details aufgelockert wird. Besonders gut gefielen mir die Passagen rund um den unfreiwilligen und unangepassten Zeitreisenden Professor Oztaz, die sehr fantasievoll geschrieben sind. Ansonsten sorgen viele Actionszenen und dramatische Wendungen für filmreife Abwechslung. Für mich persönlich wurden die Personen zu wenig spürbar, der Schwerpunkt liegt eher auf den Effekten. Ich fand dieses Buch sehr spannend und grotesk, sehr kritisch gegenüber dem Islamismus – in unserer Zeit literarischer Sprengstoff pur. Ich hoffe, das Buch trägt nicht zur Verfestigung von Vorurteilen gegenüber dem Islam bei, sondern wird als das aufgenommen, was der junge Autor beabsichtigt hat: als eine fantasievolle Satire und Warnung! Fazit: eine rasante, moderne, abgedrehte und filmreife Dystopie, die allerhand Zündstoff birgt - und die eindrucksvoll vor einem Mißbrauch der Religionen warnt. 4 von 5 Sternen!

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  • Mutige Gesellschaftskritik, die aufrüttelt und nachdenklich macht.

    Die 33. Hochzeit der Donia Nour
    Insider2199

    Insider2199

    Mutige Gesellschaftskritik, die aufrüttelt und nachdenklich macht. Der bis vor kurzem in Kairo lebende Autor, dessen Name ein Pseudonym ist, forscht zur Zeit als Neurowissenschaftler an einer Universität im Ausland. Dieser Roman, den er auf Englisch schrieb und mit großem Echo in seiner Heimat Ägypten selbst publizierte, ist sein Debüt. Zum Inhalt: Ägypten im Jahr 2048: die junge Muslimin Donia Nour arbeitet im Ministerium für Erlösungshilfe und nach den traumatischen Erlebnissen ihrer Jugend hat sie nur ein Ziel: raus aus Ägypten. Aber die Grenzen sind dicht. Es gibt keine Touristen, es gibt keine Pyramiden mehr, nichts, was die Reinheit der islamischen Diktatur mindern könnte. Illegale Schlepper verlangen 1 Kilo Gold für den Transport übers Mittelmeer. Donia muss sich prostituieren, um sich die Flucht nach Europa zu verdienen. Doch kurz vor ihrem Ziel kommt alles anders als erhofft. Eine Odyssee durch das Land beginnt: vom Süden der Sklaven zum Norden der Oligarchen, wo Donia sich ihrem ärgsten Gegner stellen muss. Doch schnell wird ihr klar, dass es um mehr geht als nur um ihr Überleben – es geht um die Freiheit ihres Volkes von der islamistischen Unterwerfung. Meine Meinung: Zuerst möchte ich erwähnen – und ich mache das sonst nie bei meinen Rezensionen –, dass das Buch durch seine aufwendige Machart in seiner Optik SEHR besticht: das Cover ist direkt aufgedruckt und innen durch ein edel wirkendes Muster in Weinrot abgestimmt. Als Grafiker schätze ich es sehr, wenn Verlage auch die Präsentation eines Werkes als wichtig erachten, bravo! Nun zum Inhalt: Meine Erwartungshaltungen wurden weit übertroffen! Ich muss ehrlich gestehen, dass ich anfangs ein wenig befürchtete, dass der Roman mich thematisch nicht ganz erreichen würde, weil ich mir erstens nichts aus Religionen mache, mich mit dem Islam wenig auskenne und mich zweitens auch nicht besonders für Politik interessiere. Aber dennoch hatte mich der Klappentext neugierig gemacht, auch habe ich eine mir unerklärliche Affinität zu Ägypten, also dachte ich: Let’s give it a try. Ich wurde nicht enttäuscht! Auf eine unterhaltsame Art und Weise gewährt der Autor dem Leser einen tiefen Einblick in den Islam, zeigt ihm eine Zukunftsvision, die erschreckender nicht sein könnte und möchte natürlich dadurch nicht nur zum Nachdenken anregen, sondern auch wachrütteln. Koran-Zitate sollen klar machen, dass viele Aussagen nicht nur widersprüchlich, sondern auch nicht mehr zeitgemäß sind. Eine von Menschenhand gemachte Religion, die nicht nur Andersgläubige ausschließt, sondern das Volk in Angst und Schrecken halten soll, damit die Reichen und Mächtigen ihre uneingeschränkte Kontrolle ausüben können. Sprachlich ist der Roman anspruchsvoll, aber leicht verständlich. Der Autor mixt das Genre „Gesellschaftskritik“ mit Sci-Fi-Elementen – es gibt einen wie ich finde sehr witzigen Sub-Plot mit Außerirdischen, d.h. der Humor kommt hier definitiv nicht zu kurz –, aber ansonsten ist die Zukunftsvision im Jahr 2048 sehr glaubwürdig und aktuell, also der Roman alles andere als eine Parodie. Nach all der Kritik am Bestehenden, zeigt der Autor am Ende sein „Paradies“, so wie es sein könnte – kurz: es ist der krönende Abschluss eines großartigen Romans! Fazit: Der islamkritische Gesellschaftsroman besticht auf ganzer Linie: unterhaltsam zeigt er eine erschreckende Zukunftsvision von Ägypten, die den Leser aufrütteln soll und es meines Erachtens auch schafft. Meine Erwartungen wurden übertroffen, daher vergebe ich gerne die vollen 5 Sterne und behalte diesen Autor auch in Zukunft auf meiner Watch-List.

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