Heather MacDowell

 3.8 Sterne bei 24 Bewertungen

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Cover des Buches Ein Tisch für zwei (ISBN:9783442467136)

Ein Tisch für zwei

 (24)
Erschienen am 15.08.2008

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Rezension zu "Ein Tisch für zwei" von Heather MacDowell

Eine ehemalige Marketing-Managerin arbeitet als Kellnerin
sydneysider47vor 8 Monaten

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

auch die Lektüre dieses Buches liegt schon eine Weile zurück.

Worum geht es in dem Buch?

Erin ist Marketing-Managerin, eine gute obendrein. Nur – auf einmal verliert sie ihren Job, weil ihr Arbeitgeber pleite macht. Ein Freund der Familie versucht zu helfen und vermittelt Erin eine Tätigkeit als Kellnerin in einem der fünf besten New Yorker Restaurants – ein Restaurant mit Namen „Roulette“. Dort gibt es Tagesgerichte – wie zum Beispiel „Gebratener Seeteufel an krossen Schalotten und Feldsalat-Emulsion mit einem Auberginen-und-Black-Zebra-Tomaten-Törtchen“ für 42 Dollar – oder auch folgendes Tagesgericht für Fleisch-Liebhaber: „Filetsteak von 280 Gramm aus biologischer Freilandhaltung, unter Betäubung geschlachtet, in Höhenluft gereift und gut abgehangen. Dazu gratinierten Topinambur und einem Jus (Saft) von der roten Paprika“ – natürlich auch für 42 Dollar.

Solche Gerichte hat Erin sich ab und zu in einem Restaurant geleistet, als sie noch richtig gut verdiente. Jetzt steht sie da ohne Job und muss Geld verdienen, um in New York zu überleben – um ihre Wohnungsmiete und weitere Kosten bezahlen zu können. Als Kellnerin im Nobelrestaurant „Roulette“ sollte man nicht nur herumflitzen, Bestellungen entgegennehmen und Speisen servieren können – nein, man muss viel denken, kombinieren, effektiv arbeiten.

 Der Gast ist Kaiser, die Laune jedes Gastes oder Pärchens wird auf einem „Gästebestimmungsbarometer“, einem großen Bogen Papier, der in der Küche hängt, aufgeschrieben. Ist ein Gast besonders zufrieden, was ein Kellner zu sehen hat, so bekommt er die Note 10 – je unzufriedener ein Gast ist, desto geringer fällt die Note aus. Erhält ein Gast die Note 7 oder schlechter, so ist es Pflicht eines Kellners und des gesamten Restaurantteams, den Gast soweit zu bringen, dass er seine Laune sich um mindestens drei Noten verbessert. Und das schafft man mit einigen Extragaben – zum Beispiel einem luxuriösen Nachtisch – natürlich kostenfrei für den Gast.

Die Kellner kennen ihre Stammgäste, sie kennen die Speisekarte – sie wird auswendig gelernt, genauso wie die Gewohnheiten der Stammgäste. Die Devise des Restaurants lautet: man muss ordentlich arbeiten können – es geht jeden Abend richtig rund – es herrscht keine Flaute, es gibt keine leeren Tische. Überstunden sind verlangt – auch wenn man bis tief in die Nacht arbeiten muss.

 Erin wird also sofort „ins kalte Wasser“ geschmissen. Steve, der Mann im Restaurant, der sich um das Finanzielle kümmert, merkt gleich, dass sie zur Kellnerin nicht geboren ist und sagt ihr das direkt ins Gesicht. Sie arbeitet unter dem Kellner Cato, der sie anlernen soll.

Carl ist Küchenchef, Kommandant, Genie und Halbgott gleichzeitig – er kann Erin nicht leiden, ist aber auch ansonsten kein guter Chef, Lob gibt er selten – alles läuft so, wie er es will. Weil er so glänzend hervorragende Gerichte zaubern kann, hat er das Privileg, launisch sein zu dürfen und seine „Untergebenen“ herumzuscheuchen, wie es ihm passt.

 Erin merkt gleich: der Job ist schwieriger, als sie es sich je gedacht hatte – das fängt schon beim Serviettenfalten an – die Servietten sollen aussehen wie „Bischofsmützen“, aber das tun sie selten – neben Bestellungen entgegennehmen (hier sollte der gute Kellner gleich die Laune der Gäste „erspüren“ und eine Note von 1 bis 10 in das „Gästebestimmungsbarometer“ in der Küche eintragen) und Servieren (dabei darf man die Tische nicht verwechseln!) muss sie auch Fettfilter schrubben, die Scharniere an den Türen zur Herrentoilette nachziehen und auch die Kronleuchter, an einem Drahtseil hängend, putzen. Und bei all diesem Stress gilt als erste Regel: immer lächeln!

 Ja, dieser Job ist fast ein Alptraum, gäbe es nicht auch nette Kollegen, so wie Cato – oder auch nette Gäste, wie Daniel zum Beispiel, der beim Fernsehen arbeitet und öfter im „Roulette“ eine Mahlzeit einnimmt.

 

Eine tollpatschige Heldin – oder Welche Erfahrungen machte ich beim Lesen dieses Buches?

Ich kaufte dieses Buch im Sommer 2008 – kurz nachdem es erschienen war. Die Inhaltsangabe hinten auf dem Cover klang vielversprechend.

Mit dem Lesen begann ich noch mal selben Tag. Von diesem Buch war ich angenehm überrascht. Es handelt sich nicht um einen Frauenroman, der nur vor sich „hinplätschert“ und an dem man schnell die Lust am Lesen verliert – nein, meiner Meinung nach ist das eine äußerst lesenswerte, rasante Geschichte. Als Leserin war ich gleich von Anfang an hineingezogen in Erins Bemühungen, eine gute Kellnerin zu werden.

Erin ist sympathisch – aber sie tritt in jedes Fettnäpfchen, in das sie treten kann. Es beginnt schon mal damit, dass sie die Servietten nicht falten kann – dass sie zur Besprechung in der Küche, die Carl leitet, zu spät kommt – und dass sie auf dem Küchenboden ausrutscht, weil dieser an einer Stelle so rutschig ist. Ich bangte mit Erin und fragte mich, wann sie es endlich schaffen würde, den an sie gestellten Anforderungen im „Roulette“ gerecht zu werden. Sie tat mir Leid – und ich merkte beim Lesen: nein, diesen Job will auch ich nicht machen – diesen Stress unter exzentrischen Gästen mit einem ständig launischen Küchenchef und vielen anderen Kollegen, die die neue Kellnerin eher „niedermachen“, anstatt sie zu ermutigen.

Ich habe durch dieses Buch einen gewissen Respekt vor dem Kellnerberuf erworben. Ich denke nicht mehr daran, dass es sich hierbei „nur“ um Bestellungen entgegennehmen und Servieren handelt – sondern oft viel mehr Tätigkeiten dahinterstecken, die man als Gast in einem Restaurant oft nicht sieht.

Mein Fazit:

Mir hat die Geschichte bis zum Schluss gefallen – und ich war traurig, als das Buch zu Ende war. Ein Buch, das ich übrigens zweimal gelesen habe.

Ich vergebe alle 5 Sterne und eine Leseempfehlung für Leute, die diese Art von Romanen mögen.

 

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Rezension zu "Ein Tisch für zwei" von Heather MacDowell

Das ist nicht nur servieren,
Moorteufelvor 3 Jahren


Als Erin ihren richtigen Job verliert und kurz davor ist auf der Starße zu stehen,greift sie zu den letzten Strohhalm der sich ihr bietet.
Sie fängt als Kellnerin in einen Nobelrestaurant an.Das bisschen Teller hin und herschleppen kann ja nicht so schwer sein.Und solang sie Geld verdient,brauch sie nicht wieder bei ihren Eltern einziehen.
Doch so einfach wie sich Erin gedacht hat,ist es auf keinen Fall.
Sie serviert nicht nur,sie muß auch eine gute Zuhörerin sein und die Gäste so gut versorgen,als wenn es ihre Kinder wären.
Schnell merkt sie ,dieser Job ist nicht einfach,aber sie beißt die Zähne zusammen und kämpft sich durch.


Recht temporeich und doch kulinarsich ging es in diesen Buch zu.Manchmal kam es mir so vor ,als wäre Erin schon ein paar Seiten weiter gelaufen als ich lesen kann :D
Bestens wird hier das stressige leben der Kellner erzählt,von dem wir als Gast nichts mitbekommen,einmal weil wir es nicht sollen und einmal weil wir ja unsren Besuch in der  jeweiligen Lokalität genießen wollen.
Ein toller Blick hinter die Kulissen ,mit vielen Momenten wo ich fragte ist das noch machbar oder schon unmöglich.
Man bekommt einen ganz anderen Blick,wenn man das nächste mal in ein Restaurant geht.

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Rezension zu "Ein Tisch für zwei" von Heather MacDowell

'Roulette'
Armilleevor 6 Jahren

Der Anfang war etwas verwirrend. Soviele Personen und alles hektisch. Aber dann....wuchs mir Erin sehr ans Herz. Ihr Mut, Humor und Durchhaltevermögen. Herzerfrischend selbstkritisch und nie langweilig.
409 Seiten echtes Lesevergnügen im Bereich der gepflegten Küche und den Verwicklungen um Leidenschaften und Missverständnissen.
Manche brauchen eben etwas länger, um ihr Glück zu finden.
Das Cover ist toll und passt hervorragend zum Thema.
Und wer sich in der Gastronomie auskennt, wird seine Freude an Carl haben...der Chefkoch und Miteigentümer des 'Roulette' und Despot in der Küche. Voll abgedreht...;o)

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