Der Tätowierer von Auschwitz

von Heather Morris 
4,9 Sterne bei32 Bewertungen
Der Tätowierer von Auschwitz
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L

Mir fehlen die Worte 😢 so ein bewegendes, aufwühlendes Buch.

kupfis_buecherkistes avatar

Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit kontra Grausamkeit. Ein wundervolles Buch

Alle 32 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Der Tätowierer von Auschwitz"

Eine Geschichte von Menschlichkeit, Mut, Liebe und Hoffnung

1942 wurde Lale Sokolov nach Auschwitz deportiert. Seine Aufgabe war es, Häftlingsnummern auf die Unterarme seiner Mitgefangenen zu tätowieren, jene Nummern, die später zu den eindringlichsten Mahnungen gegen das Vergessen gehören würden. Er nutzte seine besondere Rolle und kämpfte gegen die Unmenschlichkeit des Lagers, vielen rettete er das Leben. Dann, eines Tages, tätowierte er den Arm eines jungen Mädchens – und verliebte sich auf den ersten Blick in Gita. Eine Liebesgeschichte begann, an deren Ende das Unglaubliche wahr werden sollte: Sie überlebten beide.
Eindringlich erzählt Heather Morris die bewegende, wahre Geschichte von Lale und Gita, die den Glauben an Mut, Liebe und Menschlichkeit nie verloren.

Die wahre Geschichte eines Holocaust-Überlebenden

»Ein Buch, das nicht nur von den Schrecken des Holocaust erzählt, sondern auch von tiefer Liebe.« STERN ONLINE
Für Leser von „Schindlers Liste“ und „Der Junge mit dem gestreiften Pyjama“

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492061377
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:304 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:01.08.2018
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.08.2018 bei OSTERWOLDaudio erschienen.

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Rezensionen und Bewertungen

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    kupfis_buecherkistes avatar
    kupfis_buecherkistevor 13 Tagen
    Kurzmeinung: Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit kontra Grausamkeit. Ein wundervolles Buch
    Ein wundervoll trauriges Buch

    1942, der zweite Weltkrieg tobt, und unzählbar viele  Menschen werden in die Konzentrationslager deportiert. Darunter ist auch Lale Sokolov, der eigentlich Ludwig Eisenberg heißt, aber sich Lale nennt. Sein vermeintliches Verbrechen: er ist Jude. Wärend er sich opfert, um seine Familie zu retten, fährt er mit vielen anderen Juden und Verbrechern über Prag nach Birkenau. Lale scheint etwas an sich zu haben, was seinen Aufseher dazu bewegt, Lale als Tätowierer einzustellen. Doch Lale ist erstmal schockiert, denn er muss nicht nur Männern ihre Nummer in den Arm tätowieren, sondern auch noch Frauen, und später auch Kindern. Während er viele Frauen tätowiert, fällt ihm eine Frau besonders auf: Gita. In Gita verliebt sich Lale. Da sein Aufseher und Lale ein für die Zeit seltsames, ja fast freundschaftliches Verhältnis haben, kann sich Lale Gita nähern, und die zwei werden ein Liebespaar. Da Lale sich mit zwei Handwerkern anfreundet, kann er mit den zwei Handwerkern Handel betreiben. Viele Gefangene können ihm Schmuck und Juwelen zuspielen, und dafür kann Lale bei den Handwerkern Schokolade oder andere Lebensmittel in das KZ schmuggeln. Und so kann sich Lale einige Freiheiten erkaufen. Doch nicht alles läuft glatt. Mehrfach setzt er sein eigenes und Gitas Leben aufs spiel, und Lale wird Zeuge, wie seine Freunde aus seinem Block grausam ums Leben kommen. 

    Dieses Buch ist ein grausames Zeugnis der damaligen Zeit. Es ist mir nicht nur einmal eiskalt den Rücken hinunter gelaufen, und doch konnte ich dieses Buch nicht aus den Händen legen. Die Autorin Heather Morris hatte Glück, so einen Menschen kennen zu lernen, dessen Willen zum Überleben so weit gebracht hat. Lale hat sich seine Freiheit erkämpft, und musste sich nicht nur dem Tod seiner Familie stellen, sondern auch dem grausamen Foltermaßnahmen, die er geschafft hat zu überleben. Wieviel Leid kann ein Mensch ertragen, ohne lebenslangen Schaden zu nehmen? Heather Morris erzählt sehr eindringlich die Geschichte von Lale und Gita, wie diese es schaffen, dem KZ Alltag zu überleben, aber sich später auch ein Leben nach dem KZ aufzubauen. Heather Morris hat es geschafft, trotz des schrecklichen Hintergrunds ein so fesselndes Buch zu schreiben, bei dem die Menschlichkeit und die Hilfsbereitschaft im Vordergrund stehen. Eine Geschichte, die man weiter erzählen sollte, damit sie nicht vergessen bleibt. 

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    mitbuchumdiewelts avatar
    mitbuchumdieweltvor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Die Geschichte von Lale und Gina-berührend und authentisch. Muss man gelesen haben...
    Der Tätowierer von Ausschwitz

    Über die Gräueltaten von Auschwitz bedarf es keiner Diskussion. Die lebendigen Schilderungen in der Biographie bringen den Alltag in diesem Lager näher. Wie sehr doch der Tod und das Leben nahe beieinander sind. Dazwischen war die Hoffnung und der tiefe Glaube von Lale Solokov alias Ludwig Eisenberg zu überleben. Er fängt an Essen zu organisieren und macht den Leuten Mut. Es brauchte 50 Jahre bis Herr Solokov seine Erfahrungen und erlebtes frei machen konnte. Zu sehr lebte er damals in der Extreme. Durch Mithäftlinge erfährt er zusammenhält aber auch Vorsicht. Er mußte überlegt handeln, zu schnell hätte es sein Leben gekostet.  Man kann die Atmosphäre erahnen. Der flüssige Schreibstil erleichtert das Lesen, da die Geschichte mit den Grausamkeiten schon schwer genug.

    Diese Biographie hat dem Holocaust ein weiteres Gesicht gegeben, eine Bestätigung, zu was der Mensch in der Lage ist, im ‚Schlechten‘ wie im ‚Guten‘. Es fordert auf, achtsam zu sein ‚währet den Anfängen‘ aber auch den Mut und die Hoffnung nie auf zu geben. In der Erzählung wird niemand verurteilt, sie gibt wieder und beschreibt nicht den Holocaust im ganzen und vollem Ausmass sondern eine der Lebensgeschichte, eines Menschen der in die Mühle des Nazi-Regimes gerät, mit seinen persönlichen Auswirkungen und Handlungen.

    Dadurch läßt sich Geschichte besser vermittelten, da sie das Abstrakte verliert. Es gibt keine ‚die‘ und ‚die anderen‘ mehr. Die Möglichkeit sich hinter dem großen Ganzen zu verstecken ist genommen.

    Ich bin an das Zitat: ‚In großen Situationen zeigt sich der Charakter mehr als Geist und Wissen‘ erinnert. (Autor unbekannt)

    Fazit

     

    Der Tätowieren von Auschwitz beeindruckt, berührt und gibt Kraft. Der Wille zum Leben und die Widrigkeiten anzunehmen werden einfühlsam dargestellt. Viel zu wenig wird diese Zeit den Menschen heute nahe gebracht. Gedenkstätten werden nur noch von interessierten besucht. Jedoch geht das Geschehene der Nazizeit alle an, aufzupassen, dass so etwas nie wieder geschieht. Toleranz zu leben, die im kleinen beginnt. Eine Lektüre für Jugendliche privat oder in der Schule als auch für Erwachsene zu empfehlen.


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    Grossstadtheldins avatar
    Grossstadtheldinvor 22 Tagen
    Eine wichtige Geschichte, die es verdient hat auch heute noch gehört zu werden!

    Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

    Frau Trallafitti berichtete auf ihrem Blog über das Buch und machte mich neugierig. Ich wollte es unbedingt auch lesen und habe es sogleich bei der Netgalley als Rezensionsexemplar angefragt. An dieser Stelle nochmal ein riesiges Dankeschön an den Verlag und die Netgalley für das E-Book!

    Mein E-Book-Eindruck:


    Das Cover passt hervorragend zu der Thematik des Buches. Es erinnert an alte Sepia-Fotografien und wirkt dadurch sehr realistisch. Das Rot der Schrift erinnert außerdem an das Blut, das beim Tätowieren fließen kann. Insgesamt ist das Design also sehr stimmig und gut durchdacht. Das hat mir gut gefallen.

    Mein Leseeindruck:

    Natürlich ist dieses Lektüre kein Lesegenuss, aber das war mir vorher bereits bewusst. In der neunten Klasse war ich auf Klassenfahrt in Polen und habe Auschwitz besichtigt, daher wusste ich in etwa, was bei der Lektüre auf mich zukommen würde. Auch wenn dies kein Wohlfühlbuch ist, empfinde ich es als wichtig, dass traumatische Geschichten der Vergangenheit auch heute noch eine Stimme finden und gelesen werden!

    Bei der Lektüre war ich aufgewühlt, traurig und schockiert zugleich. Es ist immer wieder erschreckend davon zu lesen, was Menschen sich gegenseitig antun können und was Menschen in ihrem Leben ertragen müssen.
    Auch wenn mir die Lektüre sehr nahe ging, habe ich mir manchmal tiefer ausgestaltete Charaktere gewünscht. Vor allem die Gestaltung der Protagonisten war mir zu oberflächlich. Vielleicht lag das aber auch daran, dass das Buch zunächst als Drehbuch für einen Film konzipiert war.
    Am berührendsten war für mich das Nachwort, das von dem Sohn der beiden Protagonisten geschrieben wurde. Er beschrieb in sehr ergreifenden Worten das Leben, dass seine Eltern mit ihm nach Auschwitz geführt haben.

    Mein Eindruck vom Schreibstil:

    Der Schreibstil hat mich ziemlich überrascht. Ich erwartete, dass die Geschichte im Präteritum verfasst sein würde, da es sich um eine Erzählung aus der Vergangenheit handelt. Die Geschichte zurde allerdings im Präsens verfasst. Zunächst war das für mich beim Lesen gewöhnungsbedürfig. Aber nachdem ich die Lektüre beendet hatte, empfand ich es als passend, da die Vergangeheit so wieder lebendig wird und die vergangene Geschichte am Leben gehalten wird, denn diese Art von Geschichten ist auch für die Gegenwart und die Zukunft sehr wichtig. Solche Geschichten sollten nicht in Vergessenheit geraten!
    Vielleicht kann das Buch dabei helfen, dass so etwas Schreckliches nicht noch einmal geschieht!

    Mein Abschlussfazit:

    » Der Tätowierer von Auschwitz: Die wahre Geschichte des Lale Sokolov « lässt die Vergangenheit lebendig werden und leistet einen wichtigen Beitrag für Menschheit.

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    BookieDreamss avatar
    BookieDreamsvor 22 Tagen
    Kurzmeinung: Traurig und erschreckend, aber auch unglaublich mutig. Der Kampf um die Liebe an einem der traurigsten und schrecklichsten Orte der Welt...
    Erschreckend und traurig, aber auch mutig und voller Hoffnung!

    “Zurück in seiner Stube, legt Lale die wertvolle Blume vorsichtig neben sein Bett, bevor er in einen traumlosen Schlaf fällt; doch als er am nächsten Morgen aufwacht, sind die Blütenblätter abgefallen und liegen welk neben der schwarzen Mitte. Hier überlebt allein der Tod.”

     

    Klappentext

     

    1942 wurde Lale Sokolov nach Auschwitz deportiert. Seine Aufgabe war es, Häftlingsnummern auf die Unterarme seiner Mitgefangenen zu tätowieren, jene Nummern, die später zu den eindringlichsten Mahnungen gegen das Vergessen gehören würden. Er nutzte seine besondere Rolle und kämpfte gegen die Unmenschlichkeit des Lagers, vielen rettete er das Leben.
    Dann, eines Tages, tätowierte er den Arm eines jungen Mädchens – und verliebte sich auf den ersten Blick in Gita. Eine Liebesgeschichte begann, an deren Ende das Unglaubliche wahr werden sollte: Sie überlebten beide.
    Eindringlich erzählt Heather Morris die bewegende, wahre Geschichte von Lale und Gita, die den Glauben an Mut, Liebe und Menschlichkeit nie verloren.

     

    Erster Satz

     

    Lale versucht, nicht aufzublicken.

     

    Meinung

     

    Die Rezension zu diesem Buch fällt mir nicht leicht, weil ich nicht genau weiß, wie ich meine Gedanken in Worte fassen soll. Ich bin sprachlos, schockiert, aber auch tief berührt von dieser Geschichte. Die Geschichte von dem Tätowierer in Auschwitz.

    Ich habe das Buch im Buchladen liegen sehen und fand den Titel interessant, woraufhin ich es in die Hand genommen habe. Als ich dann den Klappentext gelesen habe, ging es mir nicht mehr aus dem Kopf. Noch Stunden später habe ich an dieses Buch gedacht, Tage später… als ich dann gelesen habe, dass der Piper Verlag bei Netgalley mitmacht, hat es nicht mehr lange gedauert, als ich das Rezensionsexemplar bekommen habe. Vielen Dank an Netgalley und den Piper Verlag, dieses Buch lesen zu dürfen.

    Die Zeit des Zweiten Weltkriegs hat jeder ausführlich im Geschichtsunterricht behandelt, zumindest hoffe ich das. Filme, Reportagen, Zeitzeugenberichte… die Geschichte von Auschwitz ist mir nicht fremd und doch hat es dieses Buch geschafft, mir erneut den Atem zu rauben.

    Das Buch handelt von Lale und seinem Leben im Konzentrationslager Auschwitz, wie er deportiert wurde und dort um sein Überleben kämpfte, wie er Gita kennengelernt hat und sie beide an einem der schlimmsten und traurigsten Orte der Welt um ihre Liebe kämpfen mussten. Unvorstellbar, aber wahr. Eine Geschichte, die eine Gänsehaut bei mir hinterlassen hat. Was die beiden und die vielen anderen Menschen dort erlebt haben und durchmachen mussten, ist kaum in Worte zu fassen. Unerträgliches Leid, menschenunwürdiges Dasein, absolute Unterdrückung… so schwer vorstellbar, aber es ist wahr. Die Erlebnisse, die so unfassbar traurig und schrecklich sind. Nicht die Hoffnung und den Mut an diesem Ort zu verlieren, ist unglaublich. Ich bewundere Lales Mut und die Gefahren, die er auf sich genommen hat und ich verurteile ihn nicht dafür, dass er für die SS gearbeitet hat, denn sein Leben hing genauso am seidenen Faden wie das der anderen und das wird in diesem Buch deutlich.

    Der Roman liest sich gut, er ist einfach geschrieben und lässt sich ohne Probleme nachvollziehen. Neben der eigentlichen Geschichte sind das Nachwort und die Anmerkungen ebenfalls sehr interessant und runden das gesamte Buch ab. Aus meiner Sicht hat nichts gefehlt.

    Ich kann das Buch jedem weiterempfehlen. Es steckt so viel in dieser Geschichte, was einfach nicht vergessen werden darf. Was in Auschwitz und an vielen Orten auf der Welt geschehen ist, darf sich einfach nicht wiederholen. Was im Zweiten Weltkrieg passiert ist, sollte nicht in Vergessenheit geraten. Umso schlimmer, dass viele Menschen das vergessen. Noch schrecklicher, dass viele Ansichten von damals in die Köpfe der Menschen zurückkehren. Dass Menschen immer noch wegen ihrer Herkunft oder Sexualität verurteilt werden. Dass die Menschen aus Frust und Angst jemanden wählen, dabei ihren Kopf abschalten und dann überrascht sind über die Konsequenzen. Nein, dieser Teil in der deutschen Geschichte darf sich einfach nicht wiederholen.

     

    Fazit

     

    Der Tätowierer von Auschwitz ist eine traurige, mutige und hoffnungsvolle Geschichte aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Der Schrecken dieses Krieges wird noch einmal verdeutlicht und lässt einen nachdenklich zurück. Was dort geschehen ist, darf sich nicht wiederholen und genau das macht dieses Buch so unglaublich wichtig, weil es zu viele gibt, die es vergessen haben.

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    -Leselust-s avatar
    -Leselust-vor einem Monat
    Wahre Geschichte von unvorstellbarem Leid und großer Liebe

    Kurzmeinung:
    Eine bewegende Geschichte über Lale, den Tätowierer von Auschwitz, der an diesem grausamen Ort voller Schmerz und Leid seine große Liebe fand. Ein Roman, der von den dunkelsten Abgründen der Menschen erzählt, aber auch von großer Menschlichkeit und Stärke.


    Meine Meinung:
    Ich finde es immer hart, Bücher über den Nationalsozialismus zu lesen. Es ist eine Zeit, in der Menschen anderen Menschen Unfassbares angetan haben. Eine dunkle und grausame Zeit. Aber ich finde es wichtig, mich mit dem Thema zu beschäftigen um aus der Geschichte lernen zu können. Denn so etwas darf nie wieder passieren!

    Schon vor einiger Zeit hatte ich geplant, dass mein diesjähriger Sommerurlaub nach Polen gehen soll, wo ich unter anderem die Gedenkstätte des ehemaligen KZ Auschwitz und Birkenau besuchen wollte.
    Und dann habe ich beim Piper Verlag dieses Buch entdeckt und wusste: das muss ich mit auf diese Reise nehmen. Das muss ich lesen.

    Der Roman erzählt die wahre Geschichte von Ludwig Eisenberg, genannt Lale, einem jungen Slowaken, der 1942 nach Auschwitz deportiert wurde.
    Dort erlebt er die Grauen des KZs. Er wird jeder Selbstbestimmung und Würde beraubt. Ihm werden seine Besitztümer, seine Kleidung, seine Haare, seine Freiheit und sogar seine Identität genommen. Fortan ist er nur noch Häftling Nummer 32407.
    Wie die anderen Gefangenen muss er harte körperliche Arbeit leisten, ist willkürlichen Bestrafungen und Demütigungen ausgesetzt. Muss unter menschenunwürdigen Bedingungen mit anderen in kleinen Baracken eingepfercht schlafen.
    Doch Lale beschließt zu überleben. Und ist gewillt, dafür alles zu tun. Mehr durch Zufall bekommt er nach einer Weile den Job des Tätowierers, was ihm einige „Privilegien“ beschert. Er bekommt eine eigene Baracke zum Schlafen, größere Essensrationen und genießt einen gewissen Schutz vor Übergriffen. Doch statt einfach froh zu sein, in dieser vergleichsweise guten Lage zu sein, tut Lale alles, was in seiner Macht steht, um seinen Mitgefangenen zu helfen. Er teilt seine Essensrationen, verhilft anderen zu besseren Jobs und besorgt Essen und Medikamente.

    Das ist etwas, was mich beim Lesen sehr beeindruckt hat. Wie an diesem Ort Schatten und Licht Seite an Seite stehen. Wie kein anderer Ort steht Auschwitz für das Dunkelste und Grausamste im Menschen. Was die Nazis ihren Opfern für schreckliche Dinge angetan haben, ist nur schwer zu ertragen und schwer vorzustellen. Andererseits erzählt der Roman aber auch von großer Menschlichkeit. Von Hungernden, die ihre kargen Essensrationen mit denen teilen, die sie noch dringender brauchen. Von Menschen, die ihr eigenes Leben auf’s Spiel setzen, um anderen zu helfen und ihnen Leid zu ersparen. Von solcher Selbstlosigkeit und solchem Großmut zu lesen, hat mir wieder Hoffnung in die Menschheit gegeben. Eine Hoffnung, die man bei all den Gräueltaten, die in den Lagern passiert sind, sonst sehr schnell verlieren könnte. Doch selbst die menschenunwürdigen Umstände im Lager konnte den Häftlingen nicht ihre Menschlichkeit nehmen.

    Außerdem erzählt der Roman von etwas, was man bei einer Geschichte über Auschwitz eigentlich eher nicht erwartet: von einer großen Liebe zwischen Lale und einer anderen Gefangenen, Gita. Und das ist so schön, davon zu lesen. Wie zwischen all dem Hass und Leid auch so etwas Schönes entstehen kann und wie diese Liebe Kraft geben kann. Nicht nur den beiden, sondern auch ihren Freunden und allen, die Zeuge von dieser Liebesgeschichte werden. Sie bezeugt, dass selbst unter den schrecklichsten Umständen etwas Gutes passieren kann.

    Fazit:
    Der Tätowierer von Auschwitz von Heather Morris ist eine sehr bewegende und emotionale Lektüre. Beim Lesen kamen mir öfter die Tränen, weil es einfach so unfassbar ist, was die Häftlinge in den Lagern und alle Verfolgten zu der Zeit erlebt haben. Was die Nazis ihnen angetan haben. Dennoch schafft es die Autorin, dass das Buch trotzdem gut zu lesen ist. Denn sie erzählt auch von großer Menschlichkeit. Und von einer Liebesgeschichte, die gegen alle Wahrscheinlichkeiten an diesem Ort des Schreckens entstanden ist.

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    winniehexs avatar
    winniehexvor einem Monat
    Sehr berührend und authentisch

    Ein Buch gegen das Vergessene, Lale Sokolov ist ein Tätowiere und wurde nach Auschwitz deportiert. Seine Aufgabe bestand darin, den Menschen Vorort eine Nummer auf den Unterarm zu tätowieren damit man Sie unterscheiden kann. Dies hat er solange getan bis er auf Gita getroffen hat, ein Mädchen das wie ein Sonnenstrahl ihn berührt. Aber nicht nur das, Lale schafft es mit seinem Beruf andere vor dem Tod zu retten, selbst Gita und er überleben Auschwitz.

    Es ist immer wieder spannend und herzureißend zugleich, wenn man die Geschichten über den zweiten Weltkrieg liest. Manche Biografien sind so authentisch geschrieben, dass man das Gefühl hat man war dabei.

    Das Buch hat mich sehr ergriffen und mitgenommen, so wie es meistens bei solchen Büchern ist. Ich finde es wichtig, dass dieses Thema nicht verschwiegen wird, vor allem heute muss diese Zeit wieder in Erinnerungen gerufen werden, damit sowas nicht nochmal einmal passiert.

     

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor einem Monat
    Kurzmeinung: Die berührende Überlebensgeschichte des Lale Sokolov und seiner Frau Gita - eine unbedingte Leseempfehlung
    Muss man gelesen haben ...

    Lale Sokolov, der eigentlich Ludwig Eisenberg heißt, meldet sich zunächst mehr oder weniger freiwillig, zu einem Arbeitseinsatz für die Nazis. Damit glaubt er, seine Familie schützen zu können. Dass man ihn nach Auschwitz bringt, um dort Baracken für die kommenden Häftlinge zu bauen, weiß er zunächst nicht. Was er aber bald nach seiner Ankunft weiß ist, dass er beim Bautrupp kein langes Leben haben wird. Es gelingt ihm, die Wachen von seinen Sprachkenntnissen zu überzeugen und so wird er als Tätowierer verwendet, dessen Aufgabe es ist, den Neuankömmlingen jene berüchtigte Nummer in den Unterarm einzuritzen, die den Menschen ihre Identität nimmt.  

    Ich habe schon viele Bücher über die KZ und deren Insassen sowie die Grausamkeiten der Nazis gelesen. Dieses hier ist ein wenig anders. Es beleuchtet die Rolle jener jüdischen Häftlinge, die aus reinem Selbsterhaltungstrieb Teil der grausamen Maschinerie der Deutschen wurden. Daher kann man Lale keinen Vorwurf machen, für größere Essensrationen, die er übrigens weitergibt, mechanisch seine Arbeit zu machen.

    Sehr interessant und fast unglaublich zu lesen, dass es den Frauen in der Kleiderkammer gelungen ist, Edelsteine aus den Kleidern der Ermordeten zu stehlen. Diese Diamanten, Smaragde und Rubine finden ihren Weg zu Lale, der sie wiederum gegen Medikamente und Nahrungsmittel eintauscht. Damit rettet er Dutzenden das Leben. Besonders für Gita, einem jungen Mädchen, in das er sich auf den ersten Blick verliebt, besorgt er das kostbare Penicillin, als sie schwer erkrankt.

    Mehrmals gerät Lale selbst in große Gefahr, denn die Denunzianten lauern überall.  

    Seine Liebe zu Gita und sein eiserner Wille helfen ihm, die Folter zu überstehen. 

    Wie ungerecht es im Leben zugeht, beweist das Schicksal von Cilka. Von einem Nazi-Schergen zur Bettgenossin gezwungen und missbraucht, wird sie später der Kollaboration beschuldigt und zu 15 Jahren Haft verurteilt. Dabei hat sie nur dasselbe versucht wie Lale: Sich und andere vor der Ermordung zu schützen. Denn auch Cilka hat einen großen Anteil daran, dass Lale, Gita und andere überleben. 

    Der Autorin gelingt es sehr gut, die Lebensgeschichten von Gita und Lale Sokolov vor unseren Augen erstehen zu lassen.  

    Fazit: 

    Eine berührende Biografie, die uns einen besonderen Einblick in das Lagerleben von Auschwitz bzw. Birkenau bietet. Gerne gebe ich 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung.


    Kommentare: 2
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    Sannys avatar
    Sannyvor einem Monat
    Gänsehaut pur!

    Der Schreibstil von Heather Morris ist fesselnd und ich war schnell mitgeriessen von der Geschichte. Sie erzählt das Leben von Lale, den Tätowierer in Auschwitz. Dabei bringt sie die Gefühle emotional sehr gut rüber, sodass ich oft Gänsehaut hatte beim lesen. Das Buch umfasst 28 Kapitel plus Pro- und Epilog. Am Ende des Buches sind noch Hintergrundinformationen und auch Fotos von Lale und Gite, die mich sehr berührten.

    Lale ist ein Kämpfer, obwohl er immer wieder am Rande des Todes steht. Er knüpft einige Kontakte und hilft vielen anderen wo er nur kann. Er hat mich tief beeindruckt. Auch Gite, die ebenfalls aus der Slowakei kommt, ist eine tolle Frau. Man spürt die Angst, aber auch den Zusammenhalt.

    Was für eine emotionale Geschichte. Dazu noch eine wahre Geschichte, die sich wirklich so damals abgespielt hat. Es ist schrecklich und unmenschlich, was damals passiert ist. Sie haben Dinge getan, die sie tun mussten um zu überleben. Sie haben schreckliche Sachen gesehen. Wie wussten nicht, ob sie die nächsten 5 Minuten überleben werden. Aber Lale hatte Hoffnung. Eine völlig mitreißende und herzzerreißende Geschichte zweier Liebenden in einer schrecklichen Zeit. Gänsehaut pur!

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    HEIDIZs avatar
    HEIDIZvor einem Monat
    Kurzmeinung: Lebendig geschrieben, geht an die Nieren und ist aufrüttelnd
    Die wahre Geschichte des Lale Sokolow

    Das Schicksal des Lale Sokolov wird in diesem Buch von Heatgher Morris erzählt, die Lale nach dem Krieg kennenlernte und die letzten Lebensjahr mit ihm befreundet war, seine Geschichte von ihm persönlich erzählt bekam. Die Geschichte geht an die Nieren, sie ist sehr lebendig geschrieben aus der Sicht des Protagonisten, der ins KZ Auschwitz/Birkenau deportiert wird und Schreckliches durchlebt, Freunde verliert, krank wird, zum Tätowierer wird und überlebt ...

    Die Zeit kurz vor dem KZ, während des Aufenthalts dort und danach wird thematisiert. Es ist ein Einzelschicksal, das eines ganz besonderen Menschen, eines bekannten Menschen, eines Häftlings, der sich und vielen anderen im KZ das Leben rettete. Es ist eine Teilbiografie, eine Überlebensgeschichte, die mir sehr viel gegeben hat. Gänsehaut und das ein oder andere Tränchen musste ich mir während des Lesens  verdrücken. Wirklich real geschrieben, man fühlt mit den Charakteren - gut, dass dieses Buch geschrieben wurde, dass man das Schicksal des Lale Sokolow nicht vergißt.

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    Dreamworxs avatar
    Dreamworxvor 2 Monaten
    Lale Sokolov - Nummer 32407 in Auschwitz

    1942 wird der Jude Ludwig Eisenberg, Lale genannt, mit vielen anderen nach Auschwitz deportiert und dort zur Nummer 32407. Lale erhält die Aufgabe, als Tätowierer zu arbeiten und die ankommenden Häftlinge und Leidensgenosse mit Nummern auf den Unterarmen zu brandmarken. Lale ist sich der schlimmen und grausamen Lage von ihnen allen voll bewusst. Er lässt sich nicht unterkriegen, denn sein Kampfgeist ist ungebrochen, wobei er so einige gefährliche Situationen überleben muss und sich immer wieder irgendwie durchschlägt. Dabei versucht er, seinen Leidensgenossen Mut zuzusprechen und ihnen beizustehen. Eines Tages lernt er ausgerechnet an diesem grausamen Ort mit der jungen Gita seine große Liebe kennen. Die gegenseitigen großen Gefühle lassen die beiden die täglichen Schrecken ertragen und lassen sie von einer gemeinsamen Zukunft in Freiheit träumen. Und der Traum wird Wirklichkeit…

    Heather Morris hat mit ihrem Buch „Der Tätowierer von Auschwitz“ einen sehr bewegenden und gefühlvollen Roman vorgelegt, der die wahre Geschichte von Lale Sokolov alias Ludwig Eisenberg erzählt, den die Autorin einige Jahre vor seinem Tod kennenlernen durfte und der ihr von seinem Leben berichtet hat. Der Schreibstil ist flüssig und gleichzeitig von einer Eindringlichkeit, die sich im Kopf des Lesers festsetzt. Die Handlung wird hauptsächlich aus Lales Sicht erzählt und gewinnt dadurch noch mehr an Ehrlichkeit, denn der Leser ist wie ein unsichtbarer Beobachter an seiner Seite und muss die ganzen Schrecken hautnah miterleben, die Lale in Auschwitz tagtäglich zu überstehen hatte. Die Autorin ist bei den Schilderungen der Grausamkeiten an den Häftlingen schonungslos offen, aber nicht übertrieben grausam. Sie behält sich eine gewisse Zurückhaltung vor, denn es soll nichts von Lales eigenem Bericht abweichen. Gleichzeitig streift sie manche Dinge so gut, dass im Kopf des Lesers durchaus sehr reale Bilder entstehen, die man lange nicht mehr aus dem Gedächtnis bekommt. Die grausamen Schandtaten des Naziregimes werden hier lebendig und doch gibt es Menschen, die in diesem Umfeld die Hoffnung nicht verlieren und die Kraft aufbringen, mit aller Macht zu überleben.

    Die Charaktere sind lebendig und authentisch dargestellt, so dass der Leser das Gefühl hat, selbst mit Lale in einem Raum zu sitzen und seiner Biografie zu lauschen. Lale, der nach dem Krieg seinen Nachnamen in Sokolov ändern ließ, macht aus der Not eine Tugend. Die Aufgabe als Tätowierer ist mit einigen Privilegien verbunden, die er für sich und seine Mitmenschen zu nutzen weiß, ob es nun um zusätzliches Essen war oder lebensrettende Informationen. Dass Lale dabei seinen Mut und seine Hoffnung nicht verliert, obwohl das Gräuel rund um die Uhr um ihn herum ist, kann man eigentlich als Wunder bezeichnen, doch es ist einzig und allein Lales Optimismus und seinem Naturell zuzuschreiben, aus jeder Situation das meiste für sich herauszuholen, um zu überleben. Durch seine Sprachkenntnisse, seine Intelligenz und sein großes Herz kann er vielen anderen helfen, die mit seiner Hilfe überleben. Auch Gita ist so eine verängstigte Seele, als Lale sie kennenlernt. Aber durch die gegenseitige Liebe geben sie sich auch Hoffnung und Zuversicht, all den Schrecken zu überleben, um ein gemeinsames Leben führen zu können.

    „Der Tätowierer von Auschwitz“ ist nicht nur ein berührender Roman einer wahren Lebensgeschichte, sondern lässt die Vergangenheit Deutschlands durch einen Augenzeugenbericht wieder lebendig werden. Die Geschichte macht Mut, dass es überall auf der Welt solche Menschen gibt, die sich Widrigkeiten in den Weg stellen oder im Geheimen gegen sie kämpfen und andere dabei unterstützen, zu überleben. Absolute Leseempfehlung für eine echte Entdeckung!

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