Heather O'Neill Wiegenlied für kleine Ganoven

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Inhaltsangabe zu „Wiegenlied für kleine Ganoven“ von Heather O'Neill

Kindsein heißt geliebt werden. Vertrauen gewinnen. Schutz finden. Doch für die zwölfjährige Baby steht die Welt Kopf. Ihre Mutter ist tot. Der Vater – eigentlich ein liebenswerter Chaot – kümmert sich eher um seine Heroinsucht als um seine Tochter. Und Baby muss sich ihre eigene kleine Welt zurechtzimmern. Das eigensinnige Mädchen besitzt eine außergewöhnliche Gabe dafür, Geschichten zu erfinden. Und die kleinen Krümel Glück aufzulesen, die das Leben ihr zuwirft. Doch so sehr sie sich eine unbeschwerte Jugend erträumt, so sehr schwebt sie in Gefahr. Denn auf den Straßen von Montreal locken riskante Abenteuer, trügerische Verheißungen von Geborgenheit und Liebe. Und Baby muss lernen, dass sie ihr Schicksal in die Hand nehmen muss, um ein Stück vom Glück zu finden.

Eines der traurigsten und bedrückensten Storys, die ich je gelesen habe. Die Geschichte ist sehr lesenswert und hat authentische Charaktere.

— Sunny Rose
Sunny Rose

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  • Rezension zu Wiegenlied für kleine Ganoven

    Wiegenlied für kleine Ganoven
    Sunny Rose

    Sunny Rose

    25. January 2015 um 11:28

    Wenn man jung genug ist, weiß man nicht, dass man in einer billigen, miesen Wohnung wohnt. Ein kaputter Stuhl ist nur ein Stuhl. Ein Löwenzahn, der aus einem Spalt im Bürgersteig vor der Haustür wächst, ist ein Garten. Man kann ein Lied, das die Eltern am Abend singen, für die tragischste Oper der Welt halten. Wenn man sehr jung ist, kommt man gar nicht auf den Gedanken, etwas anderes zu brauche als das, was die eigenen Eltern zu bieten haben. . Baby ist ein 12-jähriges Mädchen, dass mit ihrem Vaters Jules in Montreal wohnt. Jules ist sehr jung Vater geworden und bereits seit Jahren drogensüchtig. Er ist nicht das, was man einen guten Vater nennt, aber er liebt Baby, auch wenn sie oft genug vernachlässigt. Babys Mutter ist gestorben, als sie noch ganz klein war. Jules ist quasi dauerpleite und wenn er mal etwas Geld hat, investiert er sie in Drogen. Baby besitzt nur ein paar ein paar abgenutzte Kleidung und eine alte Puppe. Baby ist ein kluges Kind, sie ist gut in der Schule und sie erfindet gerne Geschichten. Sie baut sich ihre eigene kleine Welt auf und ist auf der Suche nach Glück. Als Jules eines Tages in Krankenhaus muss, kommt Baby in ein Kinderheim. Da merkt Baby das erste Mal, dass Jules nicht der ideale Vater ist. Sie merkt was Geborgenheit bedeutet. An dem Tag als Jules sie abholt, ist sie glücklich und traurig zugleich. Das war die erste Trennung der beiden, aber es wird nicht die letzte sein und Baby wird es auch nicht immer so gut haben wie im Kinderheim… . Das Cover passt zu der Geschichte. Es ist ein kleines Mädchen abgebildet, das alleine und verloren auf einem alten Sofa sitzt. Das Bild wirkt traurig und etwas trostlos. Die Charaktere, vor allem Baby und Jules sind gut dargestellt und wirken authentisch. Auch Babys Gefühle sind gut beschrieben. Die Geschichte wird aus Babys Sicht in Ich-Form im Präteritum erzählt. Das hat mir sehr gut gefallen, da ich mich so gut in Baby hineinversetzen konnte. Die Story spielt von kurz vor Babys 12 Geburtstag bis zu ihrem 13. Lebensjahr. Es passiert sehr viel in Babys Leben das mich sehr traurig gemacht hat. Es ist eine sehr bedrückende und berührende Geschichte. Ich wollte Baby manchmal so gerne tröstend in den Arm nehmen, sie aber auch manchmal schütteln. Baby ist kein Kind, das behütet aufwächst und sie versucht, so glücklich zu sein, wie es geht. Aber die glücklichen Momente werden im Laufe der Geschichte sehr selten… Ganz besonders toll finde ich, dass es viele tolle und weise Sätze in dem Buch gibt, die Babys Situation toll beschreibt. Eines der Sätze habe ich als Überschrift verwendet. Diese Sätze fand ich immer richtig klasse. Ich habe einen Monat gebraucht um das Buch zu beenden, weil ich es immer wieder weggelegt habe, da es mich sehr bedrückt hat. Noch trauriger macht es mich, dass diese Geschichte vielen Mädchen auch im wahren Leben passiert. Dennoch ist die Geschichte sehr spannend und absolut lesenswert. Es ist eines der traurigsten und bedrückensten Bücher, das ich je gelesen habe. Aber die Geschichte ist sehr lesenswert und die Charaktere sind authentische beschrieben.

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  • Rezension zu "Wiegenlied für kleine Ganoven" von Heather O'Neill

    Wiegenlied für kleine Ganoven
    murmel

    murmel

    06. August 2012 um 21:49

    Die zwölfjährige Baby lebt mit ihrem Vater Jules in Montreal. Ihre Mutter starb bereits ein Jahr nach ihrer Geburt, weswegen Baby ihr unstetes Leben, von einer Sozialwohnung in die andere, relativ normal vorkommt. Eine "normales" Familienleben kennt sie nicht, da ihr Vater, nur 15 Jahre älter als sie selber, Heroinabhängig und ständig pleite ist. Sie arrangieren sich, leben das Leben, das ihnen lebenswert erscheint und anscheinend erst in Scherben zerfällt, als Baby aufgrund eines Entzugs von Jules das erste Mal in einer Gemeinschaft von vernachlässigten Kindern landet. Von diesem Punkt der Geschichte geht es für Baby scheinbar immer nur noch weiter bergab, das Mädchen dreht und wendet ihr Schicksal aber immer wieder so zurecht, dass es für sie erträglich und wertvoll erscheint. Erst als sie, die ziemlich intelligent ist und sich in der Schule gar nicht mal so dumm anstellt, ihren ersten Zuhälter kennenlernt, zerbricht ihr Leben nach und nach in immer kleinere und kaputtere Stücke. Vom Klappentext hätte ich auch etwas anderes erwartet, eigentlich wollte ich auch keine "Drogengeschichte" mehr lesen. Die Stimmung des Romans ändert sich auch nach einigen Seiten nicht zum Besseren, aber die Autorin hat einen so wahnsinnig guten Schreibstil, dass ich immer weiter lesen musste. Teilweise ist das Buch schon harter Tobak, aber nachdem ich mich einmal darauf eingelassen hatte, konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Empfehlenswert!

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  • Rezension zu "Wiegenlied für kleine Ganoven" von Heather O'Neill

    Wiegenlied für kleine Ganoven
    The iron butterfly

    The iron butterfly

    22. April 2012 um 16:23

    Die zwölfjährige Baby lebt allein mit ihrem drogensüchtigen Vater in einem Montreal vergangener Tage. Sie ziehen ständig im Viertel um, besitzen im Grunde nichts außer der Kleidung, die sie tragen und in Taschen transportieren können. Es gibt keinen Halt in der Gesellschaft für Jules, den viel zu jungen Vater oder für Baby, die schon lange kein Kind mehr sein darf. Aber Baby liebt ihren Vater abgöttisch, er ist ihr Fixstern, sie entschuldigt alle Missstände und sieht sogar sich selbst viel eher in der Position Verantwortung zu tragen. Für Baby erscheint das Leben logisch, genau wie es stattfindet, auch wenn sie sich nach ihrer Mutter sehnt, die verstarb als sie noch ein Baby war, so ist doch Jules mit all seinen Gewohnheiten, Fantasien und Bedürfnissen alles was sie zu benötigen scheint um selbst glücklich zu sein. Das funktioniert bis zum ersten Aufenthalt Jules' in einer Entzugsklinik. Baby wird wieder einmal irgendwo verwahrt und muss mit Erschrecken erkennen, das die Realität ohne Drogenrausch für Jules nur noch Bedrohungen und Ängste parat hat. In dieser Realität ist der Platz für Baby zu einem winzigen Spalt im Mauerwerk geworden, so dass Jules nur noch Zurückweisung und Schmerz für sie erübrigen kann. Als er sie eines Tages aus der Wohnung wirft, wird Baby aufgegriffen und in eine Besserungsanstalt eingewiesen. Unschuldig, vom Leben gebeutelt wie ein winziger Vogel im Sturm lernt Baby dort nur noch tragischere Momente auszuhalten. Wiegenlieder gibt es in dieser Wirklichkeit für niemanden. Geht es noch tiefer im Leben, es geht - die Pforten zu den dunkelsten Kammern im Dasein eines Menschen sind weit geöffnet und Baby geht hindurch. Sie erzählt die Geschichte ihrer Kindheit aus einer unklaren Gegenwart heraus, rückblickend beendet Baby ihre Erzählung an einem prägnanten Abschnitt im dreizehnten Lebensjahr. Erschreckend ist vorallem, was sie zu diesem Zeitpunkt bereits an Lebenserfahrung sammeln musste. O'Neill schreibt erschreckend authentisch und doch wundersam poetisch über die hässlichsten Momente. Aus ihrer Sprache resultiert für mich die traurige Faszination dieser Geschichte. Diese kindliche Sicht auf ein Leben, das auf die Sehnsucht nach Berührung und menschlicher Wärme reduziert wird ist ihr ganz eindringlich gelungen. Das geht unter die Haut! Heather O’Neill beschreibt im Anhang ihre Beweggründe, die aus ihrer eigenen Kindheit resultieren. Der Roman "Wiegenlied für kleine Ganoven", übrigens ihr Erstlingswerk, ist so unerwartet traurig für mich gewesen, doch das soll mich nicht abhalten fünf Sterne zu vergeben. Verdient!

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  • Rezension zu "Wiegenlied für kleine Ganoven" von Heather O'Neill

    Wiegenlied für kleine Ganoven
    Schnurri

    Schnurri

    10. April 2012 um 14:40

    Ehrlich gesagt, weiß ich nicht so genau, was ich von dem Buch halten soll. Eigentlich ist es deutlich besser als meine 3-Sterne-Bewertung. Aber trotzdem hat es mir nicht wirklich gefallen. Wahrscheinlich war ich aufgrund des Klappentextes nicht auf den tatsächlichen Inhalt vorbereitet. Erwartet hatte ich eine Geschichte über ein Mädchen, das zwar nicht in den besten Verhältnissen aufwächst, aber trotzdem seinen Weg findet. Vielleicht war ich naiv, aber das trifft den Inhalt des Romans wirklich nicht. Baby - so heißt sie wirklich - wird von ihrem Vater mehr als vernächlässigt. Während der immer wieder in den Entzug muss, wird Baby durch die Gegend gereicht oder einfach vergessen und vernächlässigt. Baby gerät immer mehr auf das, was man als "Schiefe Bahn" bezeichnen würde, freundet sich nicht nur mit den seltsamen Kindern an, sondern letztendlich auch mit dem Zuhälter Alphonse, der sie entsprechend Geld verdienen lässt. Und das schockierende ist, dass sie es eigentlich gut findet. Zwar hat sie mal Zweifel, fühlt sich auch nicht richtig wohl in seiner Gegenwart, kehrt aber ständig zu Alphonse zurück. Das Buch ist sicherlich gut geschrieben und wer gerne Romane über die harte Realität liest, sollte sich an diesem Roman versuchen. Auf der Suche nach der richtigen Feierabendlektüre, war ich leider ein wenig enttäuscht.

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