Heather Petty

 3.7 Sterne bei 117 Bewertungen

Alle Bücher von Heather Petty

My Dear Sherlock - Wie alles begann

My Dear Sherlock - Wie alles begann

 (81)
Erschienen am 28.09.2015
My Dear Sherlock - Nichts ist, wie es scheint

My Dear Sherlock - Nichts ist, wie es scheint

 (22)
Erschienen am 03.10.2016
My Dear Sherlock - Weil es enden muss

My Dear Sherlock - Weil es enden muss

 (14)
Erschienen am 30.10.2017

Neue Rezensionen zu Heather Petty

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Der_Professors avatar

Rezension zu "My Dear Sherlock - Wie alles begann" von Heather Petty

Neu ist leider nicht immer besser
Der_Professorvor 3 Monaten

Die Bücher von Sherlock Holmes haben mich fasziniert. Sir Arthur Conan Doyle hat eine Figur erschaffen, die die Zeit überdauert und sich noch mehr als James Bond immer wieder erneuert. Für mich ist es kein Wunder, dass der so intelligente, exzentrische Detektiv immer wieder für neue Geschichten benutzt wird. Dadurch stieß ich auch auf dieses Buch. Sowohl in der Serie "Elementary" (die meiner Meinung nach toll angefangen hat, aber rasant nachließ) und der BBC-Erfolgsserie "Sherlock" (ein reines Meisterwerk ohne Abzüge) wurde Sherlock Holmes in die neue Zeit gewuchtet. Eine wunderbare Idee, besonders wenn man die Neuinszenierung der Fälle betrachtet, die auch nur angelehnt waren, mal mehr und mal weniger. 

Ich möchte noch einmal betonen, dass ich "Sherlock" exzellent finde und ich niemand bin, der sich dem Neuen gegenüber verschließt. Allerdings wurde auch bei "Sherlock" nicht an den eigentlichen Figurenkonzepten gerüttelt, auch wenn einige Wendungen, Aufklärungen und  Entwicklungen anders waren. Hier hat man es richtig gemacht. Die Eigenschaften blieben bestehen. 

Nun also endlich zu "My Dear Sherlock". Ich hätte mir schon denken können, dass ich enttäuscht werden würde, als ich las, dass "Mori" und "Lock" gemeinsame Sache machen. Ich störte mich nicht weiter daran, dass Watsons Auftritt eher ein nostalgischer Cameo ist als eine richtige Begegnung, immerhin lernen sie sich im Original auch erst später kennen. Da kommen wir aber auch schon zu meinem großen Problem: Hier wurde die Geschichte von Sherlock Holmes entweder nicht sehr gut recherchiert oder sie wurde ignoriert. Damit meine ich nicht das Kennenlernen der eigentlichen Erzfeinde, was natürlich an den Büchern vollends vorbei ist und ganz sicher nicht, dass Moriaty eine Frau ist. Es geht mir um Sherlock Holmes selbst, der nur seinen Intellekt von seinem Original bekommen hat. Die Charaktereigenschaften passten einfach nicht zu dem, wie ich Sherlock beschreiben würde. Diesen typischen "Teenagerproblemen" sollte Sherlock doch eigentlich erhaben sein, beziehungsweise sollte er anders damit umgehen. Auch in "Sherlock" ist für mich die beste Folge die mit Irene Adler (wunderbar gecastet, toll auf die neue Zeit übertragen und glänzend aufgelöst), weil man Sherlocks so gefühllose Fassade bröckeln sieht. Damit ist aber nicht gemeint, dass er zu einem liebeskranken Teenager mutiert. 
Da hätte mir schon besser gefallen, wenn Moriaty und Holmes zuerst gemeinsam agieren, dann aber auseinander gehen und das Ganze nicht Richtung Liebesroman gezerrt wird. 

Positiv hervorheben muss man die Figur Moriaty an sich, die in den Originalbüchern doch immer ein Mysterium geblieben ist. Den Fokus hätte man gerne noch mehr aus sie legen können, denn sie sorgt für das Feuer, das ich mir viel lieber von Sherlock gewünscht hätte. 

Als weiteren Punkt kann man sagen, dass die Autorin mit ihrem Schreibstil auch einiges rettet. Sehr flüssig, aber auch weit am Original vorbei, was man ihr aber nicht groß vorhalten kann, immerhin sind die Originale aus der Sicht von Watson geschrieben, der - das wird oft unterschätzt - den roten Faden in den Büchern entstehen lässt. Durch ihn wird gewährleistet, dass man Handlungen nachvollziehen kann, dass Fragen gestellt werden (die ja bekanntlich erst am Ende beantwortet werden) und dass sowohl Gefühl als auch Normalität in die Bücher einkehrt. Wie furchtbar wirr und ohne Spannung wären die Bücher, wenn sie aus Holmes' Sicht geschrieben wären? 

Fazit: Insgesamt funktioniert die Strategie ja: Man richtet sich nach einem Buch oder einer Reihe, die bereits durchschlagenden Erfolg hatte und versucht auf dieser Welle mitzusurfen. Wenn ich ehrlich bin, hätte ich dieses Buch ja auch nie zur Hand genommen, wenn nicht "Sherlock" auf dem Cover gestanden hätte und sein wehender Mantel sofort an die BBC-Serie erinnert hätte. Dennoch, wäre ich dafür, dass die Autorin ein eigenständiges Werk mit neuen Figuren schafft, denn ich bin mir bei ihrem Stil sicher, dass sie im Schatten von Arthur Conan Doyle nichts zu suchen hat und sie lieber etwas eigenes versuchen sollte. Denn ohne eine Anlehnung an Figuren, die so gar nicht sind, würde meine Bewertung deutlich besser ausfallen. Ich will der Autorin nichts unterstellen, aber wenn sie auch nur die Figuren umbenannt hätte, würde zwar die Vermarktungsstrategie wegfallen, doch sie hätte ein intelligentes Buch im Stile von Sherlock Holmes geschrieben, ohne dabei die Figuren so auszulegen, dass sie in ihr Handlungsschema passen. Deswegen für mich am Ende kein Buch, das auch nur als Vorgeschichte von Sherlock Holmes standhalten kann oder als Ableger zu empfehlen ist. 


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Marie1990s avatar

Rezension zu "My Dear Sherlock - Weil es enden muss" von Heather Petty

Weil es enden muss
Marie1990vor 3 Monaten

"Weil es enden muss" ist der dritte und damit finale Band der "My Dear Sherlock"- Trilogie.

Nachdem ich die beiden Vorgänger recht begeistert gelesen habe, stand außer Frage, dass auch Band drei keineswegs fehlen darf. Als großer Fan von Sherlock Holmes und seiner Raffinesse war ich neugierig, was wohl in diesem Abschlussband für ein fulminantes Finale folgen wird und stürzte mich begierig in die Seiten. Dabei werden die Ereignisse nahezu nahtlos fortgeführt, sodass man wieder sehr gut in die Geschichte hineinfindet.

Allerdings mangelte es mir in "Weil es enden muss" ein Stück weit an besagter Raffinesse. Sherlock Holmes tritt kaum auf den Plan und die Geschichte dreht sich zum größten Teil nur um Rache und wie diese ausgeführt werden kann. Stellenweise hätte man bestimmte Sequenzen um ein Vielfaches verkürzen können, um dafür andere Stellen besser zu unterfüttern. Zwar hat die Autorin dieses Finale gut geschrieben, doch konnte es mich nicht in dem Maße mitreißen, wie ich es mir gewünscht hätte. Bereits am Anfang begann es sehr zäh, wurde dann zwar etwas besser, erreichte aber nie das Niveau, das zum Beispiel Band 1 von sich behaupten konnte.

Auch atmosphärisch blieb die Geschichte aufgrund der ständigen Rachegelüste etwas auf der Strecke. Es wirkte manchmal wenig lebendig und auch die Protagonisten konnten ihr Potential und ihre Vielschichtigkeit nicht wirklich entfalten. 

Das Ende erschien mir dann auch ein wenig unbefriedigend, da es sehr abrupt und mittendrin aufhörte. Man hätte durchaus noch einen kleinen Epilog hinzufügen können, um diesen Schluss runder hinzubekommen. 

Fazit: Gut zu lesender Abschluss, allerdings wurde das Potential nicht so umgesetzt, wie ich es mir gewünscht hätte, wobei Vieles auf der Strecke blieb.

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Amilyns avatar

Rezension zu "My Dear Sherlock - Weil es enden muss" von Heather Petty

Leider schon zu Ende
Amilynvor 7 Monaten

Monatelang wird Mori von Alice festgehalten. Als ihr endlich die Flucht gelingt und sie ihre Brüder in Sicherheit weiß, will sie sichergehen, dass das auch so bleibt. Und allem voran will sie Rache. Ihre große Liebe, Sherlock Holmes, ist ihr dabei im Weg.

Anders, als ich anfangs dachte, muss diese Reihe tatsächlich enden. Keine Endlosreihe, in der Holmes nicht mit Watson einen Fall nach dem anderen löst, sondern mit Moriarty. Eigentlich schade, weil ich diese doch sehr unbeachtete Sherlock Holmes-Adaption sehr ins Herz geschlossen habe. Dass die (fast) kein Mensch lesen will, ist sicherlich dem Umstand zu verdanken, dass Heather Petty eine sehr düstere und ernste Version geschaffen hat und (ja, für mich ist das auch nach dem Ende der Trilogie immer noch sehr schade) James Moriarty hier ein Mädchen ist.

Wie auch in der Rezension im zweiten Teil schon erwähnt, funktioniert James "Mori" Moriarty als Mädchen wirklich sehr gut. Trotzdem finde ich es gerade wegen der sehr subtil dargebrachten Liebesgeschichte immer noch schade, dass man sich nicht einfach getraut hat, ein homosexuelles Pärchen zu schaffen, zumal die Autorin mit der kompletten Geschichte sowieso schon aneckt: sehr ernst, sehr düster, stellenweise sehr brutal und der Feel-Good-BBC-Version, die den Sherlock-Hype ins Rollen gebracht hat, nicht ähnlich. Außerdem fungiert Sherlock Holmes hier nur als Nebencharakter und hat im dritten und letzten Teil nur noch einige wenige Szenen, ist aber trotzdem durchgehend präsent. Wenn es in manchen Büchern statt eines Antagonisten in Fleisch und Blut eine antagonistische Kraft gibt, haben wir hier (meist) quasi eine "sherlockistische" Kraft, zumal Sherlock tatsächlich zu einem der Gegenspieler Moris wird.

Wie auch die ersten beiden Teile der Reihe mochte ich den der Geschichte entsprechenden düster-melancholischen Schreibstil sehr gerne, obwohl die Übersetzerin diesmal eine andere ist. Der Schreibstil der Autorin scheint also von der Übersetzung bewahrt worden zu sein (ein Thema, das in letzter Zeit gerne bei Büchern angeschnitten wird, die nicht gefallen haben: "Vielleicht lag es an der Übersetzung" - zu solcherlei Gedanken komme ich übrigens nie). Apropos Übersetzung: ich bin wirklich froh, dass die komplette Reihe ins Deutsche übersetzt wurde, obwohl sie nicht sehr gefragt und wenn doch gelesen nicht sehr beliebt war. 

Da Heather Petty hier also eine mögliche Version der Vorgeschichte von Sherlock Holmes und seinem Erzfeind James Moriarty gesponnen hat, ist klar, dass sie also enden muss. Wie sie endet, kann man sich denken, weshalb ich umso beeindruckter bin, dass die Autorin das konsequent durchgezogen hat. 

Leider verlässt sie sich ein bisschen zu sehr auf die Spuren, die eine Kindheit wie Mori sie hatte, hinterlassen kann, und auf die Konsequenzen, die die Einflüsse und Taten, denen sie ausgesetzt war. Ich hätte es gerne noch nachvollziehbarer auf Mori als eigenständige Person gehabt, die trotz allem noch Entscheidungen treffen kann. Ab einem gewissen Zeitpunkt wirkte sie zu fremdbestimmt auf mich. Auch habe ich nicht wirklich nachvollziehen können, was genau die Situation war, aus der Holmes' und Moriartys Beziehung, wie sie in den gängigen Erzählungen/Adaptionen beschrieben wird, entstanden sein soll. 

Fazit: Mit dem finstersten Teil geht My dear Sherlock zu Ende. Weil es enden muss gerät an manchen Stellen sogar sehr Splatter-artig, fängt sich aber immer wieder. Ich mochte auch diesen letzten Teil der Trilogie um Mori und (die Nebenfigur) Sherlock Holmes sehr gerne, obwohl mir das Individuelle an Moriartys Entwicklung gefehlt hat. Wie auch bei den anderen beiden Teilen vergebe ich 4****.


Reihenfazit: Leider eine viel zu vernachlässigte Sherlock Holmes-Adaption mit/für Jugendliche mit einem weiblichen Moriarty als Hauptperson, die erfrischend ernst, düster und melancholisch geraten ist. Die Trilogie zeigt eine mögliche Vorgeschichte zur Feindschaft von Holmes und Moriarty, die Heather Petty konsequent erzählt und dabei auf ein Mainstream-Ende verzichtet. Verlieben dürfen sich die beiden auch, doch dieser Aspekt übernimmt in keinem der Teile Überhand über die eigentliche Handlung, die im ersten Teil als lockeres Krimi-Experiment zwischen "Lock" und "Mori" beginnt und sich im Laufe der Reihe zu einer Tragödie zuspitzt. 

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