Hector Malot Heimatlos

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Inhaltsangabe zu „Heimatlos“ von Hector Malot

Illustr. 384 S. (Quelle:'Sonstige Formate/01.01.1992')

Berührender Abenteuerroman, der viel mehr Aufmerksamkeit verdient

— konstantina99

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  • Rezension zu „Heimatlos“

    Heimatlos

    konstantina99

    16. May 2016 um 18:18

    In „Heimatlos“ wird die Geschichte des kleinen, herzensguten Remi erzählt.Remi ist ein Findelkind und erfährt erst im Alter von acht Jahren, dass Mutter Barberin nicht seine tatsächliche Mutter ist, sondern seine Pflegemutter. Er soll ins Findelheim gebracht werden, da sein Pflegevater Barberin nach einem schweren Arbeitsunfall nunmehr erwerbsunfähig ist und daher nicht mehr in der Lage, auch noch 'irgendein' Kind zu finanzieren. Gegen allen Widerstand seiner Frau macht Barberin sich also mit dem Jungen auf den Weg. Halt machen die beiden in einem Wirtshaus, wo sich durch Zufall die Möglichkeit ergibt, Remi an den Signor Vitalis, Führer einer Schauspieltruppe, zu vermieten. Die anderen Mitglieder der Truppe sind die 3 Hunde Capi, Zerbino und Ms. Dolce, sowie der Affe Joli-Coeur. Mit seiner neuen Familie wandert Remi nun durch ganz Frankreich, verdient durch Vorstellungen sein täglich Brot und erlebt große Abenteuer in der Welt. Das Buch, als französisches Kinderbuch mehr oder weniger bekannt, beinhaltet viele Aspekte, die die Geschichte auch heute noch zu einem lesenwerten Klassiker machen. Es schildert Frankreich Ende des 19. Jahrhunderts mit all seinen sozialen Missständen in der Gesellschaft, die viele Menschen ohne eigenes Verschulden in Unglück geraten ließen. Dargestellt wurde dies mit Hilfe Remis, der eine Reihe harter Erfahrungen durchmachen musste: Er erlebte die Armut der ländlichen Bevölkerung, die sozialen Ungerechtigkeiten und das Elend, der das Proletariat hilflos ausgeliefert war. Auch bekam er am eigenen Leib die Rechtlosigkeit der Kinder zu spüren, in einer Gesellschaft, in der ausbeuterische Kinderarbeit vertretbar war. Trotz des schweren Schreibstils, aber gerade wegen dieser ernsten Thematik, baut man sofort eine Bindung mit den Protagonisten auf. Sogar die Tiere konnten mich berühren und haben mich nicht nur einmal zum Weinen gebracht! Man fühlt als Leser einfach mit und durchlebt dabei alle Emotionen: Von Wut und Schmerz bis hin zur Belustigung und Freude war alles dabei! Gleichzeitig vermittelt das Buch bestimmte Werte und zeigt wie unersetzbar Familie und Freunde sind!Besonders gut hat mir auch der Stellenwert der Tiere in der Geschichte gefallen. Auch wenn das manche bezweifeln, gehören Tiere, und vor allem Hunde, auch zur Familie! Sie sind intelligent, spenden Trost, geben einem das Gefühl von Geborgenheit und lieben einen unerbittlich! Denn obwohl Remi für kurze Zeit niemanden hatte, hatte er dennoch seine Tiere, die ihm in so mancher Situation sehr geholfen haben. Der einzige Kritikpunkt meinerseits wäre der Schreibstil und die 'längere' Einlesungsphase. Wenn man aber bedenkt, dass der Roman in den 1880ern entstand, wird diese Aussage wiederum sehr banal. Fazit: Trotz des schönen Endes hat das Buch eine gewisse Schwere, weshalb es meiner Meinung nach weniger für Kinder, sondern eher für (junge) Erwachsene geeignet ist. Nichtsdestotrotz konnte mich das Buch sehr berühren, weshalb ich 5 Sterne vergebe.

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