Heide Fuhljahn

 3.7 Sterne bei 9 Bewertungen

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Heide FuhljahnKalt erwischt
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Kalt erwischt
Kalt erwischt
 (7)
Erschienen am 12.09.2016
Heide FuhljahnKalt erwischt: Wie ich mit Depressionen lebe und was mir hilft
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Kalt erwischt: Wie ich mit Depressionen lebe und was mir hilft
Heide FuhljahnVon WAHN und SINN - Behandler, Patienten und die Psychotherapie ihres Lebens
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Von WAHN und SINN - Behandler, Patienten und die Psychotherapie ihres Lebens

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AUSGEbuchT-PetraMolitors avatar

Rezension zu "Kalt erwischt" von Heide Fuhljahn

Durchaus hilfreich und einfühlsam – mit einigen Abstrichen
AUSGEbuchT-PetraMolitorvor 2 Jahren

Durchaus hilfreich und einfühlsam -mit einigen Abstrichen

Heide Fuhljahns Ratgeber „Kalt erwischt“ - Wie ich mit Depressionen lebe und was mir hilft – ist erstmals 2013 im Diana Verlag erschienen und wurde 2016 in aktualisierter und erweiterter Neuausgabe auf den Markt gebracht. Die 1974 geborene Autorin arbeitet seit vielen Jahren als freie Fachjournalistin mit den Schwerpunkten Psychologie, Gesundheit und Ernährung. Heide Fuhljahn ist seit ihrer Kindheit selbst an Depressionen erkrankt, sie teilt ihr Schicksal mit rund vier Millionen anderen Menschen in Deutschland. In „Kalt erwischt“ schildert sie ihre eigene Krankengeschichte und ihren Umgang damit, aber auch ihre Begegnungen mit anderen Betroffenen. Statements von Experten, Anregungen zur Selbsthilfe und Hinweise für Angehörige komplettieren das Buch.

Ein Buch über Depressionen? Nicht gerade das, was man sich allgemein unter unterhaltsamer Literatur vorstellt. Warum wollte ich das Buch als Buchbloggerin also dennoch lesen und rezensieren? Zum einen, weil mich der Titel und der Klappentext ansprachen. „Kalt erwischt“ suggerierte mir eine vielleicht etwas „humorvolle“ Herangehensweise an diese schlimme Erkrankung. Außerdem neige ich dazu, Menschen, mehr Vertrauen entgegenzubringen, die selbst wissen, von was sie schreiben, die selbst mit einer solchen kräftezehrenden und angsteinflößenden Diagnose leben. Zum anderen kenne ich einige depressive Menschen persönlich, ihre Krankheitsbilder sind vollkommen unterschiedlich, nicht nur in der Intensität, auch in den Symptomen. Ich wollte durch dieses Buch die Hintergründe besser kennen- und verstehen lernen, wollte wissen, wie ich mich verhalten und wie ich helfen kann.

Zuallererst: Meine Erwartungen wurden grundsätzlich nicht enttäuscht, auch, wenn ich etwas Kritik äußern muss.

Gleich von Beginn an konnte ich mich sehr gut in Heide Fuhljahn hineinversetzen. Ihre Schilderungen sind so plastisch und eindringlich, dass ich quasi selbst mit ihr mitgelitten und mitgehofft habe. Ich denke, so wird es vielen Leserinnen und Lesern ergehen. Man findet sich höchstwahrscheinlich nicht nur persönlich in vielen Schilderungen wieder, man bekommt auch das Gefühl, nicht alleine zu sein, was sehr viel Kraft, Mut, Optimismus und Trost vermitteln kann. Das Buch ist leicht und flüssig zu lesen, für mich auch ein klarer Pluspunkt, da depressive Menschen oftmals an Konzentrationsstörungen leiden und nicht immer die Kraft für hochtrabende Texte haben.

Kritisch möchte ich als medizinischer Laie anmerken, dass Frau Fuljahn meiner Meinung nach mehrere Krankheitsformen miteinander vermischt. Der Oberbegriff „Depression“ mag diese umfassen, trotzdem müsste man hier denke ich doch einiges deutlicher abgrenzen. Weiterhin halte ich es für unangebracht, ohne entsprechende Ausbildung Ratschläge zu Medikamenten zu geben. Dass Experten zu Wort kommen, finde ich gut, trotzdem sind diese Äußerungen für mich kritisch zu betrachten. Psychopharmaka sind schwerwiegende Substanzen, die sicherlich sehr oft sehr positive Wirkungen haben, aber sicherlich nicht für jeden Patienten geeignet sind, da sie selbst schwere Problematiken auslösen können. Hier ist eine gewisse Vorsicht und gute Information überaus wichtig. Ob Medikamente, wie im Buch beschrieben, wirklich die „das beste Mittel“ gegen Depressionen sind. kommt sicher auf den Einzelfall an und sollte nicht verallgemeinert werden. Jeder Mensch ist unterschiedlich.

Ich halte ich „Kalt erwischt“ als biografischen Erfahrungsbericht für eine gute Ergänzung – für Betroffene, Angehörige und Interessierte. Man erfährt viel Wissenswertes und Hilfreiches, sollte aber trotzdem  das Gelesene stets für sich selbst reflektieren. Dann kann das Buch durchaus eine Bereicherung sein. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

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kleinstadtprinzessins avatar

Rezension zu "Kalt erwischt" von Heide Fuhljahn

Kalt erwischt
kleinstadtprinzessinvor 2 Jahren

Gerade in der heutigen Zeit kann es jeden kalt erwischen: Die Depression, das schwarze Loch, das einen umringt und nicht mehr loslassen will. Ca. 4 Millionen Menschen sind in Deutschland erkrankt und die Tendenz steigt, zudem kommt noch die Dunkelziffer dazu, nicht jeder traut sich das Thema anzusprechen oder Hilfe zu holen. Oftmals bekommt man vielleicht noch dumme Sprüche zu hören wie "Stell dich nicht so an" oder "Das ist ja nicht so schlimm". Psychische Krankheiten sind für viele immer noch ein großes Tabuthema oder werden erst gar nicht anerkannt.  

Buchzitat: "Depressionen sind kein Zeichen von Schwäche oder Faulheit. Nie!"

Die Autorin selbst lebt nun seit 3 Jahren "depressionsfrei". Ihr erster Zusammenbruch war im August 2006 auf einer Journalistenreise nach Norwegen. Sie leidet zu dieser Zeit an starkem Liebeskummer sowie Trennungsschmerz und ist in Therapie bei einem Psychologen, der zugleich Psychiater ist. Sie nimmt Beruhigungs- und Schlafmittel sowie Antidepressiva und denkt an Suizid. Nach der Norwegen Reise bekommt sie von ihrem Psychiater eine Einweisung in die Klinik, ihr erster Klinikaufenthalt naht. Der Klinikaufenthalt wird im dritten Kapitel geschildert, zumindest der erste Kliniktag. Einiges kannte ich schon aus meinen Klinikalltagen, die Abläufe sind ja immer gleich oder sehr ähnlich mit Untersuchungen, Psychologen-Erstgespräch, Zimmereinteilung uvm. Nur die Mitpatienten waren bei der Autorin so, wie man sie sich nicht gerade wünscht.

Das zweite Kapitel handelt davon, wie sich eine Depression anfühlt. Ich hätte es selbst nicht besser beschreiben können, als Betroffene weiß ich es ja selbst, wie es sich anfühlt und fühlte mich durch das Buch auf einmal sehr verstanden. Das Kapitel endet mit einer Symptome-Liste und der Erklärung für die Einteilung im ICD. Das 5. Kapitel handelt von den Ursachen einer Depression, die hier auch wieder genau dargestellt werden. Das wären zum einen biologische Faktoren, zum anderen psychosoziale Faktoren, aber auch die Unfähigkeit zur Stressbewältigung und psychodynamische Faktoren. Darauf folgt ein Interview mit Privatdozent Dr. Reinhard Lindner. Auch finde ich super am Buch, dass alles anschaulich gestaltet wird, zum Beispiel mit Infografiken. Kapitel 8 beschäftigt sich mit dem Thema "Depressionen und Frauen" und zeigt unter anderem auf, dass Frauen häufiger depressiv werden, während Männer überproportional kriminell werden und dass eine Depression bei Frauen in der Regel länger verläuft als bei Männern. Im 10. Kapitel geht es dann um Psychopharmaka wie Antidepressiva. Frau Fuhljahn schildert hierbei ihre Erfahrung mit Medikamenten, die sie bekommen hatte, aber schreibt auch über Medikamentgruppen, die sie selbst nicht ausprobiert hat. Hierbei gibt es ein Interview mit einem Professor einer psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich über die Wirkung von Antidepressiva. Interessant fand ich auch Kapitel 12, welches sich mit verschiedenen Therapieformen beschäftigt. Im 18. Kapitel werden dann auch verwandte Krankheiten wie Persönlichkeitsstörungen oder Essstörungen aufgegriffen.

Wir begleiten die Autorin von ihrer Kindheit, die vom Tod ihrer Mutter geprägt wurde, zum Internatsleben und Abitur sowie Studium, die Jugend bishin zum Erwachsenenalter. 

Heide Fuhljahn vermischt in ihrem Buch Autobiografie mit Fachartikeln sowie Interviews, welches ihr sehr gelungen ist und auch gut verständlich für die Allgemeinheit gehalten ist. Sie selbst schreibt, dass sie das Buch geschrieben hat um anderen Frauen zu helfen, leichter und schneller Hilfe zu finden als sie sie gefunden hat.  Zum Schluss gibt es einen 15-seitigen Service Teil zur Selbsthilfe, der Antworten auf Fragen gibt (z.B. "Wann zum Hausarzt", "Wann zum Psychiater" etc.), aber auch Hilfsangebote und wichtige Internetadressen preisgibt.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen, es ist sehr hilfreich und nützlich, sowohl für Betroffene als auch für Angehörige von Betroffenen. Aber auch jeder, der mehr zum Thema Depression erfahren möchte kann auf dieses Werk zurückgreifen. 

Fazit:
Ein absolut lehrreiches Buch, welches ich wärmstens empfehlen kann.

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S

Rezension zu "Kalt erwischt" von Heide Fuhljahn

Mutig - das war aber auch schon alles
swarowvor 4 Jahren


Leider kann ich dieses Buch niemandem empfehlen. Wen die Depression "kalt erwischt" hat, sollte sich lieber mit Sachbüchern von Fachleuten für Patienten/Innen beschäftigen, sofern ihr/ihm das möglich ist. Auch die Beschreibung ihrer Therapie macht den Betroffenen nicht unbedingt Mut, einen Psychologen oder eine Psychologin aufzusuchen.

Das "Brigitte-Buch" enttäuscht auf ganzer Linie. Es fehlen wichtige Bestandteile, die ich als weibliche Leserin dort gern gefunden hätte, zum Beispiel den Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Therapeuten oder die Auswirkung der Depression auf mein "Frausein". Bei den Sachinformationen fehlen wesentliche Therapiemöglichkeiten. Unkritisch - sich selbst und den einzelnen Therapeuten gegenüber - verurteilt die Autorin wichtige Therapieformen als ungenügend. Die Autorin ist Journalistin und hat sich psychologische Kenntnisse nur über Eigenrecherche angeeignet. Aus dieser Situation heraus über Medikation zu schreiben, lässt den Leser an der Notwendigkeit eines Medizinstudiums, das Psychiater vor ihrer Berufsausübung absolvieren müssen, zweifeln.

In den Abschnitten, in denen sie über ihre eigene Therapie schreibt, bemerkte ich eine Art Abhängigkeit. "Ihre" Therapieform, einzelne Kliniken und Therapeuten werden von ihr fast angehimmelt. Selbst als ihr Therapeut sie als "abartig" bezeichnet, als sie auf ihre Art und Weise versucht, das Thema Suizid anzusprechen, kommt ihr nicht in den Sinn zu hinterfragen, ob dieses Verhalten wirklich therapeutisch sinnvoll ist und ihr gut tut. Die Psychotherapie sollte aber ein Akt des Vertrauens sein, in dem sich die Patientin frei äußern kann, ohne Verurteilungen fürchten zu müssen. Und das gilt speziell für traumatisierte Patientinnen, wie die Autorin sich selbst beschreibt. Den Männern unterlegen zu sein, als krank, gestört oder minderwertig betrachtet zu werden, haben diese Patientinnen schließlich schon am eigenen Leib genug erlebt. Solche Erniedrigungen sind in der Psychotherapie völlig unnötig.

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