Heide Sommer

 4 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Lassen Sie mich mal machen, Berta und Auguste und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Heide Sommer

Heide Sommer, Jahrgang 1940, begann 1963 als Sekretärin im Politik-Ressort bei der Zeit. Dort lernte sie ihren Mann, den späteren Zeit-Chefredakteur Theo Sommer kennen, mit dem sie zwei Söhne hat. 1966 wurde sie Sekretärin von Carl Zuckmayer in der Schweiz. 1967 kehrte sie nach Hamburg zurück und landete nach kleineren Zwischenstationen beim Spiegel als Sekretärin von Joachim Fest, Günter Gaus und Rudolf Augstein. Anschließend arbeitete sie von 2001 bis 2015 für Fritz J. Raddatz und gleichzeitig von 2006 bis 2009 für das Ehepaar Loki und Helmut Schmidt. Heide Sommer lebt in Wacken.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Lassen Sie mich mal machen

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Neu erschienen am 30.08.2019 als Hardcover bei Ullstein Buchverlage.

Alle Bücher von Heide Sommer

Cover des Buches Lassen Sie mich mal machen (ISBN:9783550200168)

Lassen Sie mich mal machen

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Erschienen am 30.08.2019
Cover des Buches Berta und Auguste (ISBN:9783981311693)

Berta und Auguste

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Erschienen am 01.01.2019
Cover des Buches Berta und Auguste (ISBN:9783981311662)

Berta und Auguste

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Erschienen am 01.01.2018
Cover des Buches Berta und Auguste (ISBN:9783981311679)

Berta und Auguste

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Erschienen am 01.01.2018
Cover des Buches Berta und Auguste (ISBN:9783981311655)

Berta und Auguste

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Erschienen am 16.02.2017

Neue Rezensionen zu Heide Sommer

Neu
J

Rezension zu "Lassen Sie mich mal machen" von Heide Sommer

Reizvolle zeitgenössische Einblicke und charmant vorgetragene Enthüllungen
Julia_Kathrin_Matosvor 12 Tagen

Klappentext:

Schmidt, Gaus, Augstein, Raddatz, Zuckmayer – Heide Sommer erzählt von den unbekannten Seiten dieser prägenden Gestalten.
"Im Rückblick auf das eigene Leben fragt man sich nicht, welche Menschen groß waren. Wichtig ist, dass man eine liebevolle Beziehung hatte, wie ich zu Augstein und Raddatz. Bei beiden habe ich durch gedankliche Osmose gespürt, was sie in ihrem Innersten bewegt und was sie ausbrüten. Welche Frau kann das schon über ihren Ehemann sagen."
Im Februar 1963, im Alter von 22 Jahren, beginnt sie als Sekretärin bei der Zeit. Es sind die Jahre, in denen die Chefetagen von rauchenden und Whisky trinkenden Männern mit grandiosem Ego bevölkert sind, deren Frauen daheim den Haushalt machen und die Kinder hüten. In den Vorzimmern geht es nicht nur um Steno und Tippen, sondern auch um Rat und Lebenshilfe jeglicher Art. Auf sympathische, ja liebevolle Weise nimmt uns Heide Sommer mit auf eine Reise in die Zeiten von Mad Men und Herrenclub und zeigt ganz nebenbei, wie man als starke, selbstbewusste Frau im Hintergrund die Regie führt.

Meine Meinung:

Motivation: Titel, Cover und Kurzbeschreibung ließen mich zu einem Buch greifen, das nicht in mein Beuteschema passt. In den 90ern/00ern aufgewachsen, beschränken sich meine Vorkenntnisse zu beschriebenen Dekaden ab den 1960ern auf kurze mündliche Erzählungen, Fernsehen und historische Romane (z. B. „Rheinblick“). Biografien berühmter Persönlichkeiten bergen die Gefahr, dass Selbstprofilierung eine große Rolle spielt. Hier ging bin ich mit der Hoffnung heran, zeitgenössische Eindrücke einer auf dem Boden gebliebenen Mitbürgerin und die Gesellschaft unauffällig mitgeprägten „Arbeitsbiene“ erhaschen zu können.

Sprach- und Erzählstil sind für mich gewöhnungsbedürftig. Bei diesem stark biografisch geprägten Buch gewinne ich das Gefühl, Sekretärin Heide Sommer sei oft noch eine zusätzliche Anekdote eingefallen, die es unterzubringen gilt. Hieraus ergeben sich zahlreiche verschachtelte Satzkonstruktionen. Das erfordert Konzentration beim Lesen. Angeführt werden Details, die der Autorin viel bedeuten mögen, weil sie z. B. Wegbegleiter würdigen. Und bezogen auf die eigenen Eltern fand ich das auch durchaus packend und erwähnenswert. Aber wenn z. B. auf Verwandte von Arbeitskollegen oder Chefs eingegangen wird, hat das für mich mangels Relevanz wenig Interesse entfacht und mein Erinnerungsvermögen überstrapaziert.
Die überwiegend chronologische Erzählweise ist für das Verständnis hilfreich. Nur selten wird etwas vorweggenommen (z. B. zu ihrem Liebesleben) und dann an anderer Stelle vertieft.

Die Autorin nimmt sich selbst zurück, stellt sich auch nicht als Übermenschen dar, begnügt sich mit biederen Beschreibungen zu ihrem eigenen Privatleben, soweit es Auswirkungen auf Werdegang und Geisteshaltung hat, widmet sich ansonsten vorrangig Ausführungen zu ihrem erfüllten Berufsleben, bei dem es unübersehbar „menschelte“. Auch wenn mir ihre persönliche Meinung zu einigen Vorgängen ein bisschen kurz kommt, finde ich es andererseits gut, dass der Fokus auf der professionellen Ebene gewahrt bleibt.

Die meisten hier angeführten Figuren der Zeitgeschichte kannte ich bisher nicht. Bestimmt ist es aufregender und spannender, wenn diese Persönlichkeiten aus der eigenen Medienlandschaft bereits ein Begriff sind. Dann weiß man es mehr zu schätzen, wenn „aus dem Nähkästchen geplaudert“ wird. Ich finde, es gelingt der Autorin gut, neue Erkenntnisse auf charmante (wertende, aber nicht verurteilende) Weise zu vermitteln. Auch wenn sie auffälliges Verhalten enttarnt, erfolgt dies wertschätzend, augenzwinkernd, ohne der Lächerlichkeit preiszugeben, und doch amüsant und kurzweilig.

Als besonders interessant empfinde ich Ausführungen zur organisatorischen, technischen und inhaltlichen Aufbereitung einer Zeitung, zum Wandel im menschlichen Umgang (Büroalltag, Beziehungen, Veranstaltungen, Geschlechterrollen) sowie weiteren Entwicklungen und Trends in Politik und Gesellschaft (Mode, Wohnen, Arbeitsmarkt, …). Dahingehend wurde meine Erwartungshaltung an den Roman erfüllt.
Ich spüre, dass Heide Sommer mit Überzeugung und Leidenschaft erfüllt ist, bei dem was sie tut. Politische Statements von ihr zur Lage der Nation stechen positiv hervor. Toll ist auch der Anhang mit Fotos.

Fazit: Einerseits nehme ich zusätzliches Wissen und Denkanstöße mit und wurde gut unterhalten. Andererseits bin ich auf Längen gestoßen. Streckenweise war für mich als vergleichsweise junge Leserin die Informationsdichte zu hoch. Aufgrund des anstrengenden Stils musste ich mich manchmal zum Weiterlesen überwinden. Insgesamt vergebe ich vier Sterne. Ich möchte es auf keinen Fall missen, mich dank Heide Sommer in diese hochinteressanten Zeiten hineingedacht und -gefühlt zu haben.

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