Heide Sommer

 4.3 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Lassen Sie mich mal machen, Berta und Auguste und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Heide Sommer

Heide Sommer, Jahrgang 1940, begann 1963 als Sekretärin im Politik-Ressort bei der »Zeit«. Dort lernte sie ihren Mann, den späteren »Zeit«-Chefredakteur Theo Sommer kennen, mit dem sie zwei Söhne hat. 1966 wurde sie Sekretärin von Carl Zuckmayer in der Schweiz. 1967 kehrte sie nach Hamburg zurück und landete nach kleineren Zwischenstationen beim »Spiegel« als Sekretärin von Joachim Fest, Günter Gaus und Rudolf Augstein. Anschließend arbeitete sie von 2001 bis 2015 für Fritz J. Raddatz und gleichzeitig von 2006 bis 2009 für das Ehepaar Loki und Helmut Schmidt. Heide Sommer lebt in Wacken.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Berta und Auguste

Neu erschienen am 14.10.2020 als Taschenbuch bei Medien Online Service GmbH "MOS".

Alle Bücher von Heide Sommer

Cover des Buches Lassen Sie mich mal machen (ISBN: 9783548063584)

Lassen Sie mich mal machen

 (4)
Erscheint am 02.08.2021
Cover des Buches Berta und Auguste (ISBN: 9783981311679)

Berta und Auguste

 (0)
Erschienen am 01.01.2018
Cover des Buches Berta und Auguste (ISBN: 9783982043722)

Berta und Auguste

 (0)
Erschienen am 14.10.2020
Cover des Buches Berta und Auguste (ISBN: 9783981311693)

Berta und Auguste

 (0)
Erschienen am 01.01.2019
Cover des Buches Berta und Auguste (ISBN: 9783982043708)

Berta und Auguste

 (0)
Erschienen am 01.07.2020
Cover des Buches Berta und Auguste (ISBN: 9783981311662)

Berta und Auguste

 (0)
Erschienen am 01.01.2018
Cover des Buches Berta und Auguste (ISBN: 9783981311655)

Berta und Auguste

 (0)
Erschienen am 16.02.2017

Neue Rezensionen zu Heide Sommer

Neu

Rezension zu "Lassen Sie mich mal machen" von Heide Sommer

Lebendige Erinnerungen an große Publizisten
Sigismundvor 10 Monaten

REZENSION – Ein ereignisreiches, manchmal aufregendes, in jedem Fall aber interessantes Berufsleben schildert Heide Sommer (79) in ihren im Ullstein-Verlag veröffentlichten Erinnerungen „Lassen Sie mich mal machen“. Kaum ein anderer Titel als dieses fast schon klassische Zitat könnte das arbeitsreiche Leben als langjährige Redaktionssekretärin so bekannter Publizisten wie Rudolf Augstein, Joachim Fest, Günter Gaus und Theo Sommer oder als Privatsekretärin namhafter Schriftsteller wie Fritz J. Raddatz und Carl Zuckmayer oder Altpolitiker wie Loki und Helmut Schmidt sowie Klaus von Dohnanyi besser in einem Satz zusammenfassen.

Es ist ein mit Erlebnissen gespicktes Leben bei der ZEIT und beim SPIEGEL, aus dem die bald 80-Jährige schöpfen konnte. Es waren die Jahrzehnte vor Computer und Internet, als Journalisten ihre Manuskripte noch handschriftlich verfassen, Sekretärinnen die schwer lesbaren Seiten entziffern und mit der Schreibmaschine in Reinschrift bringen mussten. Dann gingen die Texte in die Setzerei, wo Buchstabe für Buchstabe in Bleisatz gesetzt wurde. Zurück kamen die Korrekturfahnen, Texte mussten gekürzt werden, um die Zeitungsseite druckfertig zu bekommen. Spricht man heute gern von Stress, waren Termindruck und Arbeitsbelastung damals nicht geringer.

Äußerst lebendig schildert Sommer ihr Leben an der Seite dieser „großen“ Männer - in einer Zeit, als Frauen sich mit dem Job einer Sekretärin begnügen mussten. Doch betont die Autorin mehrfach, dass sie sich keinesfalls in die zweite Reihe gedrängt fühlte, sondern sich als persönliche Assistentin, als Beraterin und engste Vertraute durchaus zu behaupten wusste. Redakteur und Sekretärin waren aufeinander angewiesen, man arbeitete tage- und manchmal nächtelang zusammen. Da war kein Platz für Geheimnisse.

Natürlich erzählt auch Sommer manche Anekdote, schildert Vorkommnisse oder charakterliche Eigenarten ihrer Chefs. Doch absolute Loyalität war immer oberstes Gebot. Dies gilt noch immer. Sommer verrät nichts, was nicht irgendwo schon mal bekannt wurde – ob es Augsteins Alkoholsucht oder Raddatz' Homosexualität ist. Auch Raddatz' vorbereiteten Freitod hat Sommer als dessen Privatsekretärin wenn auch nicht gewusst, aber doch erahnt.

Köstlich zu lesen sind ihre Ferienerlebnisse mit Ehemann Theo Sommer, Chefredakteur der ZEIT, in Positano, wo STERN-Herausgeber Henri Nannen sie beide, die doch allein zu zweit sein wollten, mit Cadillac-Cabrio und Yacht umherkutschierte. Oder über Theo Sommers Besuch in Israel, wo der behäbige und dickleibige General Ariel Scharon die ganze Nacht mit Heide tanzte. Oder wie sie am 7. Juni 1972 in einer Hamburger Boutique mit einer jungen Kundin allein war, die sie als RAF-Terroristin Gudrun Ennslin erkannte.

„Ich habe sie alle im Herzen, meine Männer, von A wie Augstein über S wie Sommer bis Z wie Zuckmayer“, schreibt die Autorin im Nachwort. Man glaubt es ihr aufs Wort. „Lassen Sie mich mal machen“ ist ein Buch voller Sympathie für ihre Chefs und seine Leser begeisternden Erinnerns an ein aufregendes und interessantes Berufsleben.

Kommentieren0
1
Teilen

Rezension zu "Lassen Sie mich mal machen" von Heide Sommer

Lesenswerte Erinnerungen
seschatvor einem Jahr

Heide Sommer (*1940) war über fünf Jahrzehnte Sekretärin von berühmten deutschen Literaten, Journalisten und Politikern. Darunter befanden sich u. a. Rudolf Augstein, Fritz J. Raddatz oder Helmut Schmidt. Ausgestattet mit einem wachen Verstand und Fleiß hat Sommer nicht nur den Schriftverkehr erledigt oder Reden mitgeschrieben, sondern auch Lebenshilfe geleistet. Diese eigenwilligen Geister und Machtmenschen der 60er- bis 90er-Jahre waren sicherlich keine einfachen Chefs, aber durchaus interessante Gesprächspartner und Künstler. Sommers persönlicher Einblick in die damalige egozentrische Herrenclub-Welt las sich ausgesprochen flüssig und spannend. Die Autorin hat einfach etwas zu erzählen und spart nicht mit allzu menschlichen Anekdoten. Ihre selbstbewusste wie verschwiegene Art machten sie zur perfekten, zutiefst loyalen Mitarbeiterin. Mir hat besonders ihre Offenheit sowie ihr modernes Frauenbild gefallen. Sie war nicht das damals propagierte "Heimchen am Herd", sondern lebte für ihre Arbeit und ordnete dieser stets alles unter. 


FAZIT

Interessante Einblicke in ein bisher wenig beschriebenes Stück deutscher Zeitgeschichte. 

Kommentare: 1
1
Teilen
J

Rezension zu "Lassen Sie mich mal machen" von Heide Sommer

Reizvolle zeitgenössische Einblicke und charmant vorgetragene Enthüllungen
Julia_Kathrin_Matosvor einem Jahr

Klappentext:

Schmidt, Gaus, Augstein, Raddatz, Zuckmayer – Heide Sommer erzählt von den unbekannten Seiten dieser prägenden Gestalten.
"Im Rückblick auf das eigene Leben fragt man sich nicht, welche Menschen groß waren. Wichtig ist, dass man eine liebevolle Beziehung hatte, wie ich zu Augstein und Raddatz. Bei beiden habe ich durch gedankliche Osmose gespürt, was sie in ihrem Innersten bewegt und was sie ausbrüten. Welche Frau kann das schon über ihren Ehemann sagen."
Im Februar 1963, im Alter von 22 Jahren, beginnt sie als Sekretärin bei der Zeit. Es sind die Jahre, in denen die Chefetagen von rauchenden und Whisky trinkenden Männern mit grandiosem Ego bevölkert sind, deren Frauen daheim den Haushalt machen und die Kinder hüten. In den Vorzimmern geht es nicht nur um Steno und Tippen, sondern auch um Rat und Lebenshilfe jeglicher Art. Auf sympathische, ja liebevolle Weise nimmt uns Heide Sommer mit auf eine Reise in die Zeiten von Mad Men und Herrenclub und zeigt ganz nebenbei, wie man als starke, selbstbewusste Frau im Hintergrund die Regie führt.

Meine Meinung:

Motivation: Titel, Cover und Kurzbeschreibung ließen mich zu einem Buch greifen, das nicht in mein Beuteschema passt. In den 90ern/00ern aufgewachsen, beschränken sich meine Vorkenntnisse zu beschriebenen Dekaden ab den 1960ern auf kurze mündliche Erzählungen, Fernsehen und historische Romane (z. B. „Rheinblick“). Biografien berühmter Persönlichkeiten bergen die Gefahr, dass Selbstprofilierung eine große Rolle spielt. Hier ging bin ich mit der Hoffnung heran, zeitgenössische Eindrücke einer auf dem Boden gebliebenen Mitbürgerin und die Gesellschaft unauffällig mitgeprägten „Arbeitsbiene“ erhaschen zu können.

Sprach- und Erzählstil sind für mich gewöhnungsbedürftig. Bei diesem stark biografisch geprägten Buch gewinne ich das Gefühl, Sekretärin Heide Sommer sei oft noch eine zusätzliche Anekdote eingefallen, die es unterzubringen gilt. Hieraus ergeben sich zahlreiche verschachtelte Satzkonstruktionen. Das erfordert Konzentration beim Lesen. Angeführt werden Details, die der Autorin viel bedeuten mögen, weil sie z. B. Wegbegleiter würdigen. Und bezogen auf die eigenen Eltern fand ich das auch durchaus packend und erwähnenswert. Aber wenn z. B. auf Verwandte von Arbeitskollegen oder Chefs eingegangen wird, hat das für mich mangels Relevanz wenig Interesse entfacht und mein Erinnerungsvermögen überstrapaziert.
Die überwiegend chronologische Erzählweise ist für das Verständnis hilfreich. Nur selten wird etwas vorweggenommen (z. B. zu ihrem Liebesleben) und dann an anderer Stelle vertieft.

Die Autorin nimmt sich selbst zurück, stellt sich auch nicht als Übermenschen dar, begnügt sich mit biederen Beschreibungen zu ihrem eigenen Privatleben, soweit es Auswirkungen auf Werdegang und Geisteshaltung hat, widmet sich ansonsten vorrangig Ausführungen zu ihrem erfüllten Berufsleben, bei dem es unübersehbar „menschelte“. Auch wenn mir ihre persönliche Meinung zu einigen Vorgängen ein bisschen kurz kommt, finde ich es andererseits gut, dass der Fokus auf der professionellen Ebene gewahrt bleibt.

Die meisten hier angeführten Figuren der Zeitgeschichte kannte ich bisher nicht. Bestimmt ist es aufregender und spannender, wenn diese Persönlichkeiten aus der eigenen Medienlandschaft bereits ein Begriff sind. Dann weiß man es mehr zu schätzen, wenn „aus dem Nähkästchen geplaudert“ wird. Ich finde, es gelingt der Autorin gut, neue Erkenntnisse auf charmante (wertende, aber nicht verurteilende) Weise zu vermitteln. Auch wenn sie auffälliges Verhalten enttarnt, erfolgt dies wertschätzend, augenzwinkernd, ohne der Lächerlichkeit preiszugeben, und doch amüsant und kurzweilig.

Als besonders interessant empfinde ich Ausführungen zur organisatorischen, technischen und inhaltlichen Aufbereitung einer Zeitung, zum Wandel im menschlichen Umgang (Büroalltag, Beziehungen, Veranstaltungen, Geschlechterrollen) sowie weiteren Entwicklungen und Trends in Politik und Gesellschaft (Mode, Wohnen, Arbeitsmarkt, …). Dahingehend wurde meine Erwartungshaltung an den Roman erfüllt.
Ich spüre, dass Heide Sommer mit Überzeugung und Leidenschaft erfüllt ist, bei dem was sie tut. Politische Statements von ihr zur Lage der Nation stechen positiv hervor. Toll ist auch der Anhang mit Fotos.

Fazit: Einerseits nehme ich zusätzliches Wissen und Denkanstöße mit und wurde gut unterhalten. Andererseits bin ich auf Längen gestoßen. Streckenweise war für mich als vergleichsweise junge Leserin die Informationsdichte zu hoch. Aufgrund des anstrengenden Stils musste ich mich manchmal zum Weiterlesen überwinden. Insgesamt vergebe ich vier Sterne. Ich möchte es auf keinen Fall missen, mich dank Heide Sommer in diese hochinteressanten Zeiten hineingedacht und -gefühlt zu haben.

Kommentieren0
10
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 6 Bibliotheken

auf 1 Wunschzettel

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks