Heide Sommer

 4,3 Sterne bei 62 Bewertungen
Autor von Lassen Sie mich mal machen, Berta und Auguste und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Heide Sommer

Heide Sommer, Jahrgang 1940, begann 1963 als Sekretärin im Politik-Ressort bei der »Zeit«. Dort lernte sie ihren Mann, den späteren »Zeit«-Chefredakteur Theo Sommer kennen, mit dem sie zwei Söhne hat. 1966 wurde sie Sekretärin von Carl Zuckmayer in der Schweiz. 1967 kehrte sie nach Hamburg zurück und landete nach kleineren Zwischenstationen beim »Spiegel« als Sekretärin von Joachim Fest, Günter Gaus und Rudolf Augstein. Anschließend arbeitete sie von 2001 bis 2015 für Fritz J. Raddatz und gleichzeitig von 2006 bis 2009 für das Ehepaar Loki und Helmut Schmidt. Heide Sommer lebt in Wacken.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Lassen Sie mich mal machen (ISBN: 9783548063584)

Lassen Sie mich mal machen

 (5)
Neu erschienen am 02.08.2021 als Taschenbuch bei Ullstein Taschenbuch Verlag.

Alle Bücher von Heide Sommer

Cover des Buches Rendezvous mit einem Oktopus (ISBN: 9783866482654)

Rendezvous mit einem Oktopus

 (43)
Erschienen am 29.08.2017
Cover des Buches Ein Amerikaner (ISBN: 9783455813180)

Ein Amerikaner

 (5)
Erschienen am 20.10.2014
Cover des Buches Lassen Sie mich mal machen (ISBN: 9783548063584)

Lassen Sie mich mal machen

 (5)
Erschienen am 02.08.2021
Cover des Buches Die Entfesselung (ISBN: 9783596158256)

Die Entfesselung

 (4)
Erschienen am 01.09.2005
Cover des Buches Ein schwimmender Fels am Ufer des Hudson (ISBN: 9783886797097)

Ein schwimmender Fels am Ufer des Hudson

 (2)
Erschienen am 01.08.1997
Cover des Buches Die Gnade eines wilden Stroms (ISBN: 9783596135660)

Die Gnade eines wilden Stroms

 (2)
Erschienen am 01.10.1998
Cover des Buches Alice über alles (ISBN: 9783821862316)

Alice über alles

 (2)
Erschienen am 01.06.2010

Neue Rezensionen zu Heide Sommer

Cover des Buches Lassen Sie mich mal machen (ISBN: 9783550200168)Sigismunds avatar

Rezension zu "Lassen Sie mich mal machen" von Heide Sommer

Lebendige Erinnerungen an große Publizisten
Sigismundvor 2 Jahren

REZENSION – Ein ereignisreiches, manchmal aufregendes, in jedem Fall aber interessantes Berufsleben schildert Heide Sommer (79) in ihren im Ullstein-Verlag veröffentlichten Erinnerungen „Lassen Sie mich mal machen“. Kaum ein anderer Titel als dieses fast schon klassische Zitat könnte das arbeitsreiche Leben als langjährige Redaktionssekretärin so bekannter Publizisten wie Rudolf Augstein, Joachim Fest, Günter Gaus und Theo Sommer oder als Privatsekretärin namhafter Schriftsteller wie Fritz J. Raddatz und Carl Zuckmayer oder Altpolitiker wie Loki und Helmut Schmidt sowie Klaus von Dohnanyi besser in einem Satz zusammenfassen.

Es ist ein mit Erlebnissen gespicktes Leben bei der ZEIT und beim SPIEGEL, aus dem die bald 80-Jährige schöpfen konnte. Es waren die Jahrzehnte vor Computer und Internet, als Journalisten ihre Manuskripte noch handschriftlich verfassen, Sekretärinnen die schwer lesbaren Seiten entziffern und mit der Schreibmaschine in Reinschrift bringen mussten. Dann gingen die Texte in die Setzerei, wo Buchstabe für Buchstabe in Bleisatz gesetzt wurde. Zurück kamen die Korrekturfahnen, Texte mussten gekürzt werden, um die Zeitungsseite druckfertig zu bekommen. Spricht man heute gern von Stress, waren Termindruck und Arbeitsbelastung damals nicht geringer.

Äußerst lebendig schildert Sommer ihr Leben an der Seite dieser „großen“ Männer - in einer Zeit, als Frauen sich mit dem Job einer Sekretärin begnügen mussten. Doch betont die Autorin mehrfach, dass sie sich keinesfalls in die zweite Reihe gedrängt fühlte, sondern sich als persönliche Assistentin, als Beraterin und engste Vertraute durchaus zu behaupten wusste. Redakteur und Sekretärin waren aufeinander angewiesen, man arbeitete tage- und manchmal nächtelang zusammen. Da war kein Platz für Geheimnisse.

Natürlich erzählt auch Sommer manche Anekdote, schildert Vorkommnisse oder charakterliche Eigenarten ihrer Chefs. Doch absolute Loyalität war immer oberstes Gebot. Dies gilt noch immer. Sommer verrät nichts, was nicht irgendwo schon mal bekannt wurde – ob es Augsteins Alkoholsucht oder Raddatz' Homosexualität ist. Auch Raddatz' vorbereiteten Freitod hat Sommer als dessen Privatsekretärin wenn auch nicht gewusst, aber doch erahnt.

Köstlich zu lesen sind ihre Ferienerlebnisse mit Ehemann Theo Sommer, Chefredakteur der ZEIT, in Positano, wo STERN-Herausgeber Henri Nannen sie beide, die doch allein zu zweit sein wollten, mit Cadillac-Cabrio und Yacht umherkutschierte. Oder über Theo Sommers Besuch in Israel, wo der behäbige und dickleibige General Ariel Scharon die ganze Nacht mit Heide tanzte. Oder wie sie am 7. Juni 1972 in einer Hamburger Boutique mit einer jungen Kundin allein war, die sie als RAF-Terroristin Gudrun Ennslin erkannte.

„Ich habe sie alle im Herzen, meine Männer, von A wie Augstein über S wie Sommer bis Z wie Zuckmayer“, schreibt die Autorin im Nachwort. Man glaubt es ihr aufs Wort. „Lassen Sie mich mal machen“ ist ein Buch voller Sympathie für ihre Chefs und seine Leser begeisternden Erinnerns an ein aufregendes und interessantes Berufsleben.

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Cover des Buches Rendezvous mit einem Oktopus (ISBN: 9783257244533)sommerleses avatar

Rezension zu "Rendezvous mit einem Oktopus" von Sy Montgomery

Under the sea
sommerlesevor 2 Jahren

Im Diogenes Verlag erscheint Sy Montgomerys preisgekröntes Buch "Rendezvous mit einem Oktopus". Donna Leon hat das Nachwort geschrieben. 

In einem Aquarium in Boston trifft die Autorin auf einen Pazifischen Riesenkraken und macht damit die Entdeckung ihres Lebens. Diese Tiere lassen sie nicht mehr los und sie versucht hinter ihre Geheimnisse zu kommen. Wie empfindsam sind Oktopusse, wo versteckt sich ihr Gehirn, wie intelligent sind sie? Viele weitere Fragen erklärt Sy Montgomery in ihrem Buch und möchte eigentlich nur wissen: Haben Oktopoden eine Seele?


"Der Oktopus ist ein Tier, das über Gift verfügt wie eine Schlange, über einen Schnabel wie ein Papagei und über Tinte wie ein altmodischer Füllfederhalter. Er kann soviel wiegen wie ein Mensch... und seinen knochenlosen Körper durch ein Loch mit dem Durchmesser einer Orange zwängen." Zitat Seite 9


Als Sy Montgomery in der Auffangstation des New England Aquariums in Boston zum ersten Mal in ihrem Leben auf einen Pazifischen Riesenkraken trifft, ist sie fasziniert von diesen Tieren und es verändert ihren Blickwinkel auf die Welt.

Als Naturforscherin erlebt sie im Umgang mit diesen Tieren tiefe Zuneigung und Anerkennung. Krakendame Octavia erkennt ihre Pfleger am Geschmack ihrer Haut wieder und auch Sy kommt in den Genuss von Umarmungen und erlebt die Farbveränderungen bei Stimmungswechseln mit. 


Die Autorin berichtet von ihren Erfahrungen und Begegnungen mit Kraken in Gefangenschaft und auch im offenen Meer und so erlebt man als Leser eine fesselnde Tierstory, lernt viel wissenswertes über Oktopoden dazu und versucht, hinter die Seele dieser Tiere blicken zu können.

Sie sind sehr intelligent, neugierig und haben auch persönliche Vor- und Abneigungen gegen manche Menschen. Dieses Verhalten schreibt man für gewöhnlich Menschen oder bestimmten Tieren wie Hund, Katze oder Vogel zu. Nun zeigt sich, dass der Oktopus genau diese Eigenschaften auch besitzt. Da stellt sich natürlich die Frage: Sind diese Tiere im Besitz einer Seele? 


Dieses Buch gibt Aufschluss über die Lebensweise dieser Tiere, erklärt den einzigartigen Körperbau, die Wirkung und Funktion der Arme mit ihren Saugnäpfen, die Tarnung, das Paarungsverhalten, die Eiablage und die unglaubliche Intelligenz und rückt damit Kraken in den Mittelpunkt des Interesses. 

Die helle Begeisterung der Autorin für Kraken springt beim Lesen auf mich über, ich fand die Tiere bisher schon ganz außergewöhnlich, doch nun erlebe ich Seiten an diesen Tieren, die mir bisher noch unentdeckt blieben.


Was allerdings gar nicht für Begeisterung sorgt, ist die Haltung von Riesen-Kraken in Aquarien, das ist absolut kein artgerechtes Leben. Deshalb habe ich mich beim Lesen häufig gefragt, wie Sy ihre Liebe zu den Tieren mit dieser Haltung vereinbahren konnte. Als lehrreiche Anschauungsobjekte sollten sie die Besucher verzaubern, auch ihr Paarungsverhalten wurde als öffentliches Schauspiel inszeniert und im Grunde wurde mit ihnen sicher auch viel Geld durch die Besucher verdient.  

Über Zeichnungen und etwas Bildmaterial zu den beschriebenen Kraken hätte ich mich auch gefreut.

Trotz dieser Kritik hat mir der mitnehmende Erzählstil gefallen, neben vielen Beschreibungen von Personen, Tauchgängen und Erlebnissen wird auch eine Menge über das Verhalten, die Anatomie und die besondere Physiologie von Kraken mitgeteilt. Auch ein Forschungsvorhaben im offenen Meer wird näher erklärt. 

Am meisten mochte ich jedoch die Szenen der persönlichen Begegnung von Sy mit einzelnen Oktopoden, die sie auf die ein oder andere Weise wiedererkannt haben. 

Mit diesem Hintergrundwissen bekommt man eine erweiterte Sichtweise auf eine Tierart, die häufig nicht so hoch angesehen wird, wie es ihr zustehen mag. Tiere, egal welcher Gattung, haben Persönlichkeit und Individualität, die sie zu unseren Mitlebewesen auf der Erde machen und wir sollten sie schützen und ihre Arten erhalten.


Wenn man sich das Literaturverzeichnis im Anhang ansieht, merkt man, das dieses Buch keine romantische Erzählung ist, sondern auf Fakten und wissenschaftlichen Publikationen aufbaut.  


Dieses Sachbuch verdeutlicht anschaulich die enge Beziehung der Autorin zu diesen Oktopoden, es ist spannend zu lesen, informiert und zeigt wie sehr wir Menschen doch andere Spezies unterschätzen. 


Für alle Leser, die ein Faible für interessante Lebewesen und die Unterwasserwelt haben. Es öffnet die Sinne für das Bewusstsein, bzw. die Seele von Tintenfischen. Jedes Individuum ist wertvoll und einzigartig!



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Cover des Buches Lassen Sie mich mal machen (ISBN: 9783550200168)seschats avatar

Rezension zu "Lassen Sie mich mal machen" von Heide Sommer

Lesenswerte Erinnerungen
seschatvor 2 Jahren

Heide Sommer (*1940) war über fünf Jahrzehnte Sekretärin von berühmten deutschen Literaten, Journalisten und Politikern. Darunter befanden sich u. a. Rudolf Augstein, Fritz J. Raddatz oder Helmut Schmidt. Ausgestattet mit einem wachen Verstand und Fleiß hat Sommer nicht nur den Schriftverkehr erledigt oder Reden mitgeschrieben, sondern auch Lebenshilfe geleistet. Diese eigenwilligen Geister und Machtmenschen der 60er- bis 90er-Jahre waren sicherlich keine einfachen Chefs, aber durchaus interessante Gesprächspartner und Künstler. Sommers persönlicher Einblick in die damalige egozentrische Herrenclub-Welt las sich ausgesprochen flüssig und spannend. Die Autorin hat einfach etwas zu erzählen und spart nicht mit allzu menschlichen Anekdoten. Ihre selbstbewusste wie verschwiegene Art machten sie zur perfekten, zutiefst loyalen Mitarbeiterin. Mir hat besonders ihre Offenheit sowie ihr modernes Frauenbild gefallen. Sie war nicht das damals propagierte "Heimchen am Herd", sondern lebte für ihre Arbeit und ordnete dieser stets alles unter. 


FAZIT

Interessante Einblicke in ein bisher wenig beschriebenes Stück deutscher Zeitgeschichte. 

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