Heidi Hassenmüller

 4 Sterne bei 165 Bewertungen

Lebenslauf von Heidi Hassenmüller

Heidi Hassenmüller, geboren 1941 in Hamburg, machte nach der mittleren Reife eine Lehre als Reedereikauffrau. In den Niederlanden, wo sie seit vielen Jahren lebt, studierte sie Journalistik und Belletristik. Heute schreibt sie regelmäßig für verschiedene Tageszeitungen und Zeitschriften im In- und Ausland und hat bereits mehrere Jungendbücher publiziert. Heidi Hassenmüller hat selbst vier Kinder.

Alle Bücher von Heidi Hassenmüller

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Buchformat:
Cover des Buches Gute Nacht, Zuckerpüppchen (ISBN: 9783499206146)

Gute Nacht, Zuckerpüppchen

 (96)
Erschienen am 01.08.1992
Cover des Buches Zuckerpüppchen und die Zeit danach (ISBN: 9783404161317)

Zuckerpüppchen und die Zeit danach

 (18)
Erschienen am 31.01.1995
Cover des Buches Kein Engel weit und breit (ISBN: 9783781707696)

Kein Engel weit und breit

 (9)
Erschienen am 01.08.2005
Cover des Buches Schwarz Rot Tot (ISBN: 9783841501080)

Schwarz Rot Tot

 (9)
Erschienen am 01.08.2011
Cover des Buches Auf einmal ist alles anders (ISBN: 9783781707771)

Auf einmal ist alles anders

 (5)
Erschienen am 01.01.2012
Cover des Buches Gegen meinen Willen (ISBN: 9783841504142)

Gegen meinen Willen

 (6)
Erschienen am 22.04.2016
Cover des Buches Falsche Liebe (ISBN: 9783781707740)

Falsche Liebe

 (1)
Erschienen am 24.07.2009
Cover des Buches Tellerwäscherblues (ISBN: 9783781707764)

Tellerwäscherblues

 (1)
Erschienen am 29.07.2011

Neue Rezensionen zu Heidi Hassenmüller

Neu

Rezension zu "Gegen meinen Willen" von Heidi Hassenmüller

Interessant
Yoyomausvor 2 Monaten

Zum Inhalt:

Für die in Deutschland aufgewachsene, 16-jährige Malika gelten seit ihrer Pubertät andere Regeln als für ihre Mitschüler. So muss sie unter anderem ein Kopftuch tragen. Eines Tages entdeckt sie allerdings für sich, wie unterschiedlich der Koran ausgelegt werden kann. Während Malika zuhause die Fassade der sittsamen Tochter aufrechterhält, bricht sie in ihrer Freizeit immer mehr aus. Geht sogar eine Beziehung mit Tobias ein. Doch dann wird sie zu Verwandten nach Marokko geschickt. Dort belästigt sie ihr Cousin Rashid zunehmend und er soll ihr Mann werden! Malika beschließt, unterzutauchen!

 

Cover:

Das Cover ist auf jeden Fall ansprechend. Es ist einerseits provokant, durch die schillernden Farben, auf der anderen Seite hat es mich betroffen gemacht, weil Titel und Abbildung mir schon verraten haben, dass das Buch wohl einen sehr ernsten Hintergrund haben wird und so war es dann auch. Passend ist es also und deshalb finde ich es auch recht gelungen.

 

Eigener Eindruck:

Malika wächst in Deutschland auf und wäre so gern wie die anderen Mädchen in ihrer Klasse. Aber Malika ist eine Muslimin und muss sich an andere Regeln halten als ihre Mitschüler. Während die ersten Jahre für das Mädchen recht unkompliziert waren, beginnen nun, wo sie zur Frau wird, immer mehr Verbote und Regeln auf sie einzuprasseln, die sie selbst in Frage stellt. Sie bemerkt, dass nicht alle so weltoffen sind, wie sie tun und doch in ihrer Umgebung immer mehr erwarten, dass sie so wird, wie es sich als Muslimin geziemt. Es beginnt mit einem Kopftuch, einem Verbot beim Sport mit zu schwimmen und plötzlich findet sich Malika in einer Welt wieder, die sie selbst immer mehr in Frage stellt. Eine Welt, in der sie Angst hat. Als dann auch noch ihr Cousin sie zu seiner Frau nehmen will und sie in Marokko festgesetzt wird, beginnt für Malika ein Wettlauf mit der Zeit, denn ihr Cousin Rashid ist brutal und die Regeln in Marokko noch viel schärfer als in Deutschland. Und plötzlich sind da neue Ängste die Malikas Leben bestimmen.

 

Dieses Buch ist eine absolute Gradwanderung. Einerseits ist es interessant zu lesen, wie die Ansichten der Muslime sind und die Autorin versucht auch alle möglichen Aspekte anzusprechen. Da geht es darum, dass die Frau in der muslimischen Religion kaum bis nichts zu sagen hat, es geht um Aberglauben, aber es geht auch um Ehrenmorde. Das sind durchaus heikle Themen die sicher nicht von allen Lesern gut geheißen werden. Ich finde es aber stark, dass dieses Buch Missstände in dieser Religion anspricht. Malika geht meines Erachtens sehr blauäugig an ihr Leben heran. Sie hinterfragt, hat Angst, ist aber dann auch wieder recht unvorsichtig, obwohl sie weiß, was ein „Fehltritt“ für sie bedeuten kann. Manchmal möchte man das Mädchen einfach schütteln und dann hat man einfach wieder Mitleid mit ihr. Für die Familie des Mädchens hat man jedenfalls nur eins übrig: Totale Verachtung. Aber leider ist das, was hier geschrieben wird, traurige Realität. Ein Leben in Deutschland und dann doch so hinter dem Mond zu leben und seine eigenen Regeln zu befolgen. Kein Wunder, dass es so viele blutige Konflikte gibt und gab. Wenn man die Passagen liest, in denen der Bruder der Protagonistin zu Wort kommt, weiß man auch nicht so recht, was man davon halten soll. Einerseits versucht er sich an die westlichen Werte anzupassen, aber dann ist er einfach wieder abergläubisch und sowas von hinterm Mond, dass es einfach weh tut. Diese Verbohrtheit, mit der dieser Charakter teilweise voran geht, bis er denn endlich merkt, dass dieses Ansichten völlig falsch sind, lassen uns, also den westlichen Leser einfach mit dem Kopf schütteln. Schön, dass er da noch die Kurve bekommt. Aber ich mag bezweifeln, dass es in der Realität alles so einfach ist. Ich glaube, da ist es wirklich wie es zu Beginn in diesem Buch ist, die Töchter haben nichts zu melden und werden einfach verschachert, um die Ehre der Familie beizubehalten, komme was wolle. Traurig ist das und das macht betroffen. Schade bei diesem Buch ist, dass das Ende doch recht offen ist. Da hätte ich mir noch mehr abschließenden, aufklärenden Text gewünscht, aber das ist Ansichtssache. Fakt ist, dass das Buch beschäftigt und zum Nachdenken anregt. Auch wenn es jetzt nicht unbedingt so ganz meinen Lesegeschmack getroffen hat. 

 

Fazit:

Idee: 5/5

Emotionen: 3/5

Charaktere: 4/5

Logik: 2/5

Spannung: 3/5

 

Gesamt: 3 von 5 Sterne

 

Daten:

ISBN: 9783841504142

Sprache: Deutsch

Ausgabe: Flexibler Einband

Umfang: 192 Seiten

Verlag: Oetinger Taschenbuch

Erscheinungsdatum: 22.04.2016

 

 

 

 

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Rezension zu "Gegen meinen Willen" von Heidi Hassenmüller

Ob die Sicht immer so ist... das mag ich zu bezweifeln
Yoyomausvor 10 Monaten

Zum Inhalt:

Für die in Deutschland aufgewachsene, 16-jährige Malika gelten seit ihrer Pubertät andere Regeln als für ihre Mitschüler. So muss sie unter anderem ein Kopftuch tragen. Eines Tages entdeckt sie allerdings für sich, wie unterschiedlich der Koran ausgelegt werden kann. Während Malika zuhause die Fassade der sittsamen Tochter aufrechterhält, bricht sie in ihrer Freizeit immer mehr aus. Geht sogar eine Beziehung mit Tobias ein. Doch dann wird sie zu Verwandten nach Marokko geschickt. Dort belästigt sie ihr Cousin Rashid zunehmend und er soll ihr Mann werden! Malika beschließt, unterzutauchen!

 

Cover:

Das Cover ist auf jeden Fall ansprechend. Es ist einerseits provokant, durch die schillernden Farben, auf der anderen Seite hat es mich betroffen gemacht, weil Titel und Abbildung mir schon verraten haben, dass das Buch wohl einen sehr ernsten Hintergrund haben wird und so war es dann auch. Passend ist es also und deshalb finde ich es auch recht gelungen.

 

Eigener Eindruck:

Malika wächst in Deutschland auf und wäre so gern wie die anderen Mädchen in ihrer Klasse. Aber Malika ist eine Muslimin und muss sich an andere Regeln halten als ihre Mitschüler. Während die ersten Jahre für das Mädchen recht unkompliziert waren, beginnen nun, wo sie zur Frau wird, immer mehr Verbote und Regeln auf sie einzuprasseln, die sie selbst in Frage stellt. Sie bemerkt, dass nicht alle so weltoffen sind, wie sie tun und doch in ihrer Umgebung immer mehr erwarten, dass sie so wird, wie es sich als Muslimin geziemt. Es beginnt mit einem Kopftuch, einem Verbot beim Sport mit zu schwimmen und plötzlich findet sich Malika in einer Welt wieder, die sie selbst immer mehr in Frage stellt. Eine Welt, in der sie Angst hat. Als dann auch noch ihr Cousin sie zu seiner Frau nehmen will und sie in Marokko festgesetzt wird, beginnt für Malika ein Wettlauf mit der Zeit, denn ihr Cousin Rashid ist brutal und die Regeln in Marokko noch viel schärfer als in Deutschland. Und plötzlich sind da neue Ängste die Malikas Leben bestimmen.

 

Dieses Buch ist eine absolute Gradwanderung. Einerseits ist es interessant zu lesen, wie die Ansichten der Muslime sind und die Autorin versucht auch alle möglichen Aspekte anzusprechen. Da geht es darum, dass die Frau in der muslimischen Religion kaum bis nichts zu sagen hat, es geht um Aberglauben, aber es geht auch um Ehrenmorde. Das sind durchaus heikle Themen die sicher nicht von allen Lesern gut geheißen werden. Ich finde es aber stark, dass dieses Buch Missstände in dieser Religion anspricht. Malika geht meines Erachtens sehr blauäugig an ihr Leben heran. Sie hinterfragt, hat Angst, ist aber dann auch wieder recht unvorsichtig, obwohl sie weiß, was ein „Fehltritt“ für sie bedeuten kann. Manchmal möchte man das Mädchen einfach schütteln und dann hat man einfach wieder Mitleid mit ihr. Für die Familie des Mädchens hat man jedenfalls nur eins übrig: Totale Verachtung. Aber leider ist das, was hier geschrieben wird, traurige Realität. Ein Leben in Deutschland und dann doch so hinter dem Mond zu leben und seine eigenen Regeln zu befolgen. Kein Wunder, dass es so viele blutige Konflikte gibt und gab. Wenn man die Passagen liest, in denen der Bruder der Protagonistin zu Wort kommt, weiß man auch nicht so recht, was man davon halten soll. Einerseits versucht er sich an die westlichen Werte anzupassen, aber dann ist er einfach wieder abergläubisch und sowas von hinterm Mond, dass es einfach weh tut. Diese Verbohrtheit, mit der dieser Charakter teilweise voran geht, bis er denn endlich merkt, dass dieses Ansichten völlig falsch sind, lassen uns, also den westlichen Leser einfach mit dem Kopf schütteln. Schön, dass er da noch die Kurve bekommt. Aber ich mag bezweifeln, dass es in der Realität alles so einfach ist. Ich glaube, da ist es wirklich wie es zu Beginn in diesem Buch ist, die Töchter haben nichts zu melden und werden einfach verschachert, um die Ehre der Familie beizubehalten, komme was wolle. Traurig ist das und das macht betroffen. Schade bei diesem Buch ist, dass das Ende doch recht offen ist. Da hätte ich mir noch mehr abschließenden, aufklärenden Text gewünscht, aber das ist Ansichtssache. Fakt ist, dass das Buch beschäftigt und zum Nachdenken anregt. Auch wenn es jetzt nicht unbedingt so ganz meinen Lesegeschmack getroffen hat. 

 

Fazit:

Idee: 5/5

Emotionen: 3/5

Charaktere: 4/5

Logik: 2/5

Spannung: 3/5

 

Gesamt: 3 von 5 Sterne

 

Daten:

ISBN: 9783841504142

Sprache: Deutsch

Ausgabe: Flexibler Einband

Umfang: 192 Seiten

Verlag: Oetinger Taschenbuch

Erscheinungsdatum: 22.04.2016

 

 

 

 

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Rezension zu "Gegen meinen Willen" von Heidi Hassenmüller

Ich will so sein, wie alle anderen
annluvor 2 Jahren

*Sie hatte Angst. Funken konnten einen Brand verursachen. Sie griff nach ihrem Kopftuch, zwängte ihre Locken erst in das kleine Käppchen, das sie unter dem Tuch trug.*


Malika ist in Deutschland in einer streng muslimischen marokkanischen Familie aufgewachsen. Als sie in die Pubertät kommt beginnt sie an manchem zu zweifeln, was der Koran und ihr Vater sagt. Obwohl sie sich bemüht, alles richtig zu machen will sie eigentlich nur eins – so sein, wie alle anderen auch.



Malika schlägt sich mit den typischen Gedanken der Pubertät herum: Wer bin ich und wer möchte ich sein? Die Probleme, die sich durch ihr Nachdenken ergeben, kann sie mit niemanden besprechen. Dafür ist ihre Familie zu gläubig und lässt Kritik nicht zu. Immer mehr Gedanken macht sie sich über sich selbst und die Rolle der Frau, aber auch darüber, wie sie sich ihr Leben vorstellt. Da sich viele Zweifel einstellen, war das Buch teils sehr melancholisch. Nur schwer kann sich Malika einen Lebensweg vorstellen, der sie selbst zufriedenstellt aber nicht gegen den Glauben ihrer Familie verstößt.


Da der Glaube und Traditionen eine wichtige Rolle in Malikas Leben spielen, wird manches dazu erklärt. Allerdings wird auch viel Kritik ausgesprochen. Besonders die wortwörtliche Interpretation des Korans wird kritisiert. Malika beschäftigt sich aber vor allem mit den ungleichen Regeln für Männer und Frauen, sodass sich hier viele Zweifel in ihr auftun.


Einige Szenen zeigen ein typisches Verhalten eines Teenagers, der sich mit all den Veränderungen in sich selbst zurechtfinden muss. Gerade diese haben mir gut gefallen. Was den Glauben und die doch starken Zweifel daran angehen, so war der Blickwinkel doch sehr westlich. Ich war mir nie sicher, ob ich das Ganze nicht als allgemeine Kritik an einer traditionellen Lebensweise (ob diese nun gut oder schlecht ist sei dahingestellt) verstehen soll. Je weiter die Geschichte ging, umso mehr hat mich das gestört, auch wenn zum Ende hin die Handlung wieder an Fahrt aufnahm.

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