Heidi Kastner Wut: Plädoyer für ein verpöntes Gefühl

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Inhaltsangabe zu „Wut: Plädoyer für ein verpöntes Gefühl“ von Heidi Kastner

Darf Wut sein? Ja, sie soll sogar. In unserer Gesellschaft ist Wut, diese heftige Gefühlsregung, geächtet und negativ bewertet. Sehr zum Schaden für ein gelingendes Zusammenleben. Denn wer dieses Gefühl immer im Zaum hält, schafft sich andere Ventile: Zynismus, der beleidigt und entwertet; psychosomatische Erkrankungen; chronisches Gekränktsein; oder der lange zurückgehaltene Wutstau entlädt sich in einem fatalen Affektdelikt. Heidi Kastner weiß als Gerichtspsychiaterin nur zu genau, wohin Wut führen kann, wenn sie nicht ins Alltagsleben integriert ist. Anhand von Fallbeispielen und Rückgriffen auf Psychologie und Geschichte zeigt sie, wie sich die Spielregeln im Umgang mit Wut im Lauf der Zeit geändert haben und in welch engem Korsett der Gefühlsäußerungen wir heute leben. Das Buch ist ein Plädoyer für die Geradlinigkeit des Ausdrucks und die Anerkennung der eigenen Emotionen – der „guten“ wie der „bösen“. Denn, so schrieb schon der französische Philosoph Montaigne: „Alle offen zutage tretenden Laster sind weniger schlimm; am gefährlichsten werden sie, wenn sie sich unter dem Mantel seelischer Gesundheit verstecken.“ Wie wahr!

Die Fachärztin widmet sich in ihrem neuesten und kurzweiligen Sachbuch einem tabuisiertem Gefühl: Der Wut.

— Nespavanje
Nespavanje

Eine etwas andere Sichtweise... Lesenswert!

— dani_eb
dani_eb

Bemerkenswertes, sehr wertvolles Büchlein, das sich dem verpönten Gefühl der Wut widmet. Psychologisch fundiert, voller Sprachwitz. Grandios

— kalligraphin
kalligraphin

Anders als erwartet

— milchkaffee
milchkaffee

Beschreibung von Auswirkungen unterdrückter Wut und dem Appell, die Wut anzuerkennen und im stillen Kämmerlein auszuleben.

— Thala
Thala

Welche Formen der Wut gibt es und warum ist es wichtig, sie in Maßen auszuleben? - Dies und anderes beantwortet Heidi Kastner.

— Lesemaus_im_Schafspelz
Lesemaus_im_Schafspelz

Sammelsurium unterschiedlicher Formen und Folgen von Wut - alles andere als ein Plädoyer. Ich bin enttäuscht!!!

— frenx1
frenx1
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  • Leserunde zu "Wut: Plädoyer für ein verpöntes Gefühl" von Heidi Kastner

    Wut: Plädoyer für ein verpöntes Gefühl
    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Darf Wut sein? Ja, sie soll sogar   Worum geht's? In unserer Gesellschaft ist Wut, diese heftige Gefühlsregung, geächtet und negativ bewertet. Sehr zum Schaden für ein gelingendes Zusammenleben. Denn wer dieses Gefühl immer im Zaum hält, schafft sich andere Ventile: Zynismus, der beleidigt und entwertet; psychosomatische Erkrankungen; chronisches Gekränktsein; oder der lange zurückgehaltene Wutstau entlädt sich in einem fatalen Affektdelikt. Heidi Kastner weiß als Gerichtspsychiaterin nur zu genau, wohin Wut führen kann, wenn sie nicht ins Alltagsleben integriert ist. Anhand von Fallbeispielen und Rückgriffen auf Psychologie und Geschichte zeigt sie, wie sich die Spielregeln im Umgang mit Wut im Lauf der Zeit geändert haben und in welch engem Korsett der Gefühlsäußerungen wir heute leben. Das Buch ist ein Plädoyer für die Geradlinigkeit des Ausdrucks und die Anerkennung der eigenen Emotionen – der „guten“ wie der „bösen“. Denn, so schrieb schon der französische Philosoph Montaigne: „Alle offen zutage tretenden Laster sind weniger schlimm; am gefährlichsten werden sie, wenn sie sich unter dem Mantel seelischer Gesundheit verstecken.“ Wie wahr! Erscheinungstermin: 8. Oktober 2014   Heidi Kastner geboren 1962 in Linz, ist Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie. Seit 1997 Gerichtspsychiaterin; Aufbau und Leitung dreier forensischer Nachbetreuungsambulanzen; seit 2005 Chefärztin der forensischen Abteilung der Landesnervenklinik Linz; Gerichtsgutachterin für Strafrecht. Mehrere Buchveröffentlichungen. >> Informationen zum Buch Leseprobe: Wut als Charakterzug? Jeder kennt und keiner liebt sie: Menschen, die bei geringstem Anlass unverhältnismäßig heftig reagieren, die sofort die Beherrschung verlieren oder meinen, dass Beherrschung einen Aufwand erfordere, den sie sich selbst lieber nicht zumuten möchten. In der distanziert-formalen Sprache derjenigen Wissenschaften, die sich mit psychischen Phänomenen befassen, handelt es sich bei solchen Personen um Menschen mit hoher Impulsivität, womit ein weiterer „technischer Begriff“ benannt ist, mit dem wir Emotionen anderer distanziert-emotionsfrei etikettieren. [...] Bewerbung zur Leserunde: Wenn ihr mehr über die Macht der Wut erfahren wollt, dann bewerbt euch bis einschließlich 5.10.2014 für eines von 15 Leseexemplaren von "Wut: Plädoyer für ein verpöntes Gefühl". Sagt uns, wie ihr mit eurer Wut umgeht und auf welchen Plattformen ihr eure Rezension veröffentlichen werdet. Dafür könnt ihr gerne das Unterthema "Bewerbung" verwenden. Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht! Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen. Wir freuen uns auf eure Teilnahme! > Besucht unsere neue Webseite! www.kremayr-scheriau.at > Folgt uns auf Facebook und Twitter und verpasst keine Neuigkeiten und Buchverlosungen mehr.

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  • Wut- ein Gefühl, das jeder kennt

    Wut: Plädoyer für ein verpöntes Gefühl
    Starbucks

    Starbucks

    15. September 2015 um 21:13

    Wut ist ein Gefühl, das jeder kennt. So ist es auch interessant, was eine Expertin zu diesem – wie sie sagt – verpönten Gefühl sagen kann. Heidi Kastner ist Gerichtspsychaterin und weiß, wovon sie spricht, denn sie hat Wut in vielen Fällen direkt erlebt. So ist aus ihren Erfahrungen das Sachbuch „Wut – Plädoyer für ein verpöntes Gefühl“ entstanden. Klar ist, dass man dieses Sachbuch nicht nebenbei lesen kann. Es ist aber dennoch wohl an den Laien oder auch an den Laien gerichtet. Hier muss ich sagen, dass man aber vielleicht doch Grundkenntnisse zum Thema haben sollte, um gut folgen zu können. Interessant fand ich die verschiedenen Ausprägungen und Ursachen der Wut. Diese kann eine wirkliche psychische Störung sein oder auch nur aus bestimmten Anlässen auftreten. Wut kann sich in der Pubertät verstärken und dann wieder abebben, aber Wut kann sich auch über Jahre hin entwickeln. Insgesamt habe ich aber den roten Faden in diesem Buch vermisst. Das eigentliche Plädoyer dafür, die Wut auch zuzulassen oder alleine auszuleben, ein Hinweis auf den Titel also kommt nur im Nachwort vor. Damit hat das Buch für mich zwar interessante Ansätze gebracht, aber nicht erfüllt, was es eigentlich verspricht. Es ist auch allgemein bekannt, dass man solche Gefühle wie Wut einfach zulassen oder irgendwie ausleben muss, sonst bricht sie anders aus den Wütenden heraus. Damit hat dieses Buch kaum Erkenntnisse gebracht. Ich bin hier etwas enttäuscht und kann leider nur drei Sterne vergeben.

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  • Wut – jeder kennt sie, keiner lebt sie. Ein Aufruf!

    Wut: Plädoyer für ein verpöntes Gefühl
    kalligraphin

    kalligraphin

    „Darf Wut sein? Heidi Kastner weiß als Gerichtspsychiaterin nur zu genau, wohin Wut führen kann, wenn sie nicht ins Alltagsleben integriert ist. Das Buch ist ein Plädoyer für die Geradlinigkeit des Ausdrucks und die Anerkennung der eigenen Emotionen – der ‚guten‘ wie der ‚bösen‘.“ Wut – jeder kennt sie, keiner lebt sie. Denn sie gilt als ‚schlechte‘ Emotion, die es zu unterdrücken gilt, wenn man als angenehmes, freundliches Mitglied dieser Gesellschaft gelten möchte. Heidi Kastner spricht sich dafür aus, dass Wut als das gesehen und anerkannt wird, was sie ist: Als menschliche Basisemotion, als etwas, das jeder empfindet und wahrnehmen sollte. Denn Wut zeigt Grenzen auf, die gerade überschritten werden. Und es ist durchaus legitim „wütend zu werden und sich gegen Übergriffe jeglicher Art verbal abzugrenzen“ (121). Und es auf jeden Fall wichtig, die aufbrodelnde Wut bei sich selbst wahrzunehmen und sie zu verstehen versuchen, statt zu unterdrücken. Denn wo Wut als gesellschaftlich geächtetes Gefühl gilt und jedes Ausleben, ja, sogar das bewusste Empfinden unterdrückt wird, kann es teilweise sehr katastrophal enden. Dieses Büchlein ist kein Ratgeber, das dem Leser für konkrete Situationen hilfreich zur Seite stehen möchte, sondern es kann als Aufruf an die Gesellschaft betrachtet werden, das Gefühl der Wut nicht zu stigmatisieren und unter den Teppich kehren zu wollen. Denn dieses Zügeln der Emotion ist nicht nur für jeden einzelnen in möglicherweise ganz banalen Alltagssituationen sehr unangenehm, es kann eben auch zu radikalen Ausuferungen führen, zu Mord und Affektdelikten. So greift Heidi Kastner in ihren Erläuterungen auf teilweise sehr extreme Fallbeispiele zurück. Es werden verschiedene Teilbereiche zum Thema Wut abgehandelt: Von der Definition über die Etymologie des Wortes Wut bis hin zur Wut in verschiedenen Kontexten (in der Geschichte, bei den Philosophen, im Christentum…). Es werden Persönlichkeitsstrukturen und Bedingungen in der Entwicklung und der Umgebung beschrieben, in denen unterdrückte Wut als letzte Zutat zu einer explosiven Mischung kommt. Es geht um die Wut, die gegen sich selbst gerichtet in psychosomatischen Krankheitsbildern und körperlichen Symptomen endet, bis hin zur aufgestauten Wut, die im schwerwiegenden Affektdelikt endet. Und dann gibt es noch die entwicklungsstörende Wut bei Jugendlichen und eine Wut, die durch eine Ungerechtigkeit ausgelöst in chronischer Verbitterung enden kann. Heidi Kastners „Plädoyer“ – dieses Wort ist übrigens sehr geschickt gewählt, steht es doch nicht nur für die engagierte Befürwortung einer Anerkennung von Wut in der Gesellschaft, sondern auch für die zusammenfassende Rede eines Rechtsanwalts oder Staatsanwalts vor Gericht* – ist ein bemerkenswertes, sehr wertvolles Büchlein, das sich dem Tabugefühl der Wut widmet. Das Thema wird psychologisch fundiert und voller Sprachwitz behandelt. Grandios! Also, steht zu eurer Wut, denn sie ist etwas sehr Lebendiges, das Veränderung und Bewegung ins Leben bringen kann! Aber vergesst dabei nicht, dass „nicht jedes Unrecht von weltumspannender Dimension und nachhaltiger Wirkung sein muss, selbst dann nicht, wenn es uns selbst widerfährt." (121) * http://www.duden.de/rechtschreibung/Plaedoyer

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    • 3
  • Interessantes Buch

    Wut: Plädoyer für ein verpöntes Gefühl
    Talitha

    Talitha

    07. December 2014 um 18:30

    Dieses Buch ist kein Sachbuch oder Ratgeber im eigentlichen Sinne, sondern eine Art Abhandlung über das Thema unterdrückte Wut und ihre Folgen. Die Beispiele stammen aus der Praxis der Autorin, die als Psychiaterin arbeitet. Einige von ihnen waren mir etwas zu drastisch bzw. fand ich, dass man sie nicht als alleinige Folge von Wut bzw. Nicht-Wut ansehen kann, sondern dass es da noch mehr Faktoren gibt. Insgesamt hat mir das Buch aber gut gefallen. Es lies sich leicht und flüssig lesen und war interessant, da das Thema sonst ja eher selten angesprochen wird.

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  • Wut- sachlich analysiert

    Wut: Plädoyer für ein verpöntes Gefühl
    milchkaffee

    milchkaffee

    18. November 2014 um 21:28

    Ein Sachbuch über Wut. Darauf war ich sehr gespannt. Ich fand dass Buch sehr interessant, wenn auch anders als erwartet. Ich finde es ist eher ein Fachbuch, für Personen mit Vorkenntnissen, denn vieles nicht ganz einfach zu verstehen. Meiner Meinung nach hätte es auch mehr Fallbeispiele geben sollen. Das Wort Pladoyer passt für mich auch nicht, da es sich mehr um eine sachliche Analyse handelt. Ich konnte aber einiges an Wissen hinzulernen.

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  • Was passiert, wenn Wut unterdrückt wird

    Wut: Plädoyer für ein verpöntes Gefühl
    Thala

    Thala

    16. November 2014 um 11:05

    Die Linzer Gerichtspsychiaterin Heidi Kastner beschriebt in ihrem neuen Buch die Auswirkungen nicht gelebter bzw. nicht erkannter Wut.  Bei den theoretischen Ausführungen zu Paul Ekmans Theorie der universellen Mimik der Gefühle und dem Dualitätsprinzip (Leib vs.Seele) kamen starke Erinnerungen an Vorlesungen in Kommunikationswissenschaft in mir hoch. Ich bin mir nicht sicher, ob ich diese Ausführungen ohne Vorkenntnisse hätte nachvollziehen können. Warum das Buch den Untertitel "Plädoyer für ein verpöntes Gefühl" trug, war mir zunächst nicht klar und die Bedeutung wurde auch leider erst im Nachwort erklärt. Frau Kastner plädiert dafür, die eigenen Gefühle der Wut zu erkennen und zu akzeptieren, diese sogar im stillen Kämmerlein auszuleben. Man kann die Wut gegenüber Gegenständen auslassen oder sogar die Wut hinaus schreien, solange dabei niemand zu Schaden kommt. Wut wird zu Unrecht stigmatisiert, denn wenn man sie rechtzeitig erkennt und auslebt, kann diese wie ein Katalysator wirken. Generell hat mir das Buch gut gefallen, aber aufgrund der Verständlichkeitsprobleme vergebe ich nur 3 Sterne. Von einem Sachbuch für interessierte Laien erwarte ich einfach eine klare Sprache und einen weniger klinischen Schreibstil. Ansonsten kann ich gleich zum Fachbuch greifen.

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  • Interessantes Buch über WUT

    Wut: Plädoyer für ein verpöntes Gefühl
    Mrs. Dalloway

    Mrs. Dalloway

    08. November 2014 um 13:40

    Ein Buch über Wut? Das klingt ungewöhnlich und genau deswegen wollte ich es unbedingt lesen. Außerdem habe ich einen persönlichen Bezug zu dem Thema. Das Buch ist recht kurz und in relativ kurze Kapitel unterteilt, was sehr angenehm ist. Das Cover ist rot und sehr aufgeregt gehalten, was gut zum Titel passt. Wie der Titel schon sagt, ist dieses Buch ein Plädoyer dafür, Wut auch mal zuzulassen. Oft geächtet und verpönt, ist die Wut als negatives Gefühl bekannt. Doch man sollte sie öfter mal rauslassen, ansonsten kann das schwerwiegende Folgen, zum Beispiel für die Gesundheit haben. An jedes Kapitel sind ein oder zwei Fallbeispiele gehängt. Diese beschreiben das Leben von Menschen, die irgendetwas mit dem Thema Wut zu tun haben. Einige  von ihnen unterdrücken sie und werden daraufhin krank. Viele von diesen Fallbeispielen sind sehr lebensnah und man kann sich mit den darin vorkommenden Personen sehr gut identifizieren. Ich empfehle dieses Buch allen, die auch gerne mal Fach- und Sachbücher lesen. Die größtenteils einfache Sprache macht es auch für Laien gut lesbar.

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  • Wut als Zeichen der Lebendigkeit

    Wut: Plädoyer für ein verpöntes Gefühl
    Ginevra

    Ginevra

    06. November 2014 um 22:10

    Was ist Wut – und wie gehen wir damit um? Wie darf sie sich in unserer Gesellschaft äußern – und wie äußert sie sich tatsächlich? Was sollten wir im Umgang mit unserer Wut verändern? Diesen Fragen geht die renommierte österreichische Ärztin und Autorin Heidi Kastner im vorliegenden Fachbuch nach. Neben ihrer Tätigkeit als Gerichtsgutachterin leitet sie die forensische Abteilung im Psychiatrischen Landeskrankenhaus Linz. Frau Kastner beleuchtet die physiologischen Muster einer Wutreaktion, die Funktion der Wut für unser Überleben, die Folgen unterdrückter Wut für Körper und Seele – und die Extremfälle, in denen unterdrückte Wut zu einer plötzlichen und heftigen Entladung führt. Als strafrechtliche Gutachterin belegt Frau Kastner ihre Beobachtungen anhand von Fallbeispielen, die schockieren, manchmal auch amüsieren. Da wird ein unterdrückter Pantoffelheld zum Doppelmörder, ein bequemer Beamter nach einem Rüffel durch den Chef zum Rächer der Enterbten. Auch literarische und biblische Beispiele werden aufgeführt, was die Lektüre abwechslungsreich macht. Frau Kastner stellt Wut in Zusammenhang mit Kränkung und mangelnder Wertschätzung. Oft stecken jahrelange Leidenswege hinter einer Straftat – die man durch Konfliktlösungen und offene Gespräche oftmals hätte verhindern können. Die gesellschaftlich geforderte Unterdrückung der Wut, eine individuelle Opferhaltung und dauerhafte Konflikte führen oftmals dazu, dass ein bis dato harmlos wirkender Nachbar „urplötzlich“ ausrastet und ein Blutbad anrichtet. Die Autorin ruft dazu auf, die Wut endlich zu akzeptieren und zu ent-tabuisieren, so dass sie verbal und durch Gesten ausgedrückt und abgebaut werden kann – und darf. Mir hat dieses Fachbuch gut gefallen, da es leicht zu lesen ist und komplexe Zusammenhänge anschaulich erklärt. Auf psychoanalytische Fachbegriffe wurde weitgehend verzichtet, zugunsten einer alltagsnahen Sprache.  Zu bemängeln habe ich zum Einen, dass mir die Fallbeispiele etwas zu kurz kamen, davon hätte ich mir mehr gewünscht, auch mehr Berichte über weibliche Täterinnen.  Zum Anderen kamen mir die Tipps und Anregungen, wie wir denn nun mit der Wut umgehen sollen, viel zu kurz – sie blieben vage oder bildhaft („Im besten Fall ist die Wut ein uns dienliches Krokodil“; „...es soll ein Plädoyer sein für … die Kommunikation dieser Gestimmtheit in verträglicher, aber klarer und deutlicher Form“). Beispiele für eine gelungene Wut- Mitteilung fehlen – oder Hinweise auf psychologische Trainings wie z.B. die „Gewaltfreie Kommunikation“ nach Rosenberg. Das hat mir zur Abrundung und als positiver Ausblick gefehlt. Dennoch ist es ein interessantes Fachbuch, das scheinbar irrationales Verhalten gut erklärt. 4 von 5 Sternen!

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  • Plädoyer? - Ich tat mir leider schwer....

    Wut: Plädoyer für ein verpöntes Gefühl
    Lesemaus_im_Schafspelz

    Lesemaus_im_Schafspelz

    06. November 2014 um 19:48

    Wut – Plädoyer für ein verpöntes Gefühl Darf Wut sein? – Ja, soll sie sogar! So beginnt der Klappentext dieses Plädoyers für ein verpöntes Gefühl. Heidi Kastner, Gerichtspsychiaterin und Autorin dieses 128 Seiten umfassenden Büchleins beschreibt dem Leser in mehreren übersichtlich gestalteten Kapiteln die Formen und Ausprägungen dieser Emotion. Untermauert wird das Ganze durch anonymisierte Fallbeispiele, welche die eher trockenen Ausführungen im Vorfeld verdeutlichen sollen. Diese haben mir einerseits sehr gut gefallen, jedoch hat der Tenor, der hier überall mitgeschwungen ist (der Täter ist Opfer und kann eigentlich nichts für seine unbändige Wut, die ihn zu solchen Taten hinreißen lässt) bei mir leider einen schalen Beigeschmack hinterlassen. Auch fiel es mir schwer wie selten in die Thematik, die mich eigentlich sehr interessiert, einzufinden. Im einleitenden Kapitel finden sich viele extrem verschachtelten Sätze, die den Leser zwingen, den Text mehrfach zu lesen, wenn man jedes Detail erfassen möchte. Dies stimmte mich eher etwas missmutig, auch wenn ich neugierig auf den Rest, insbesondere auf die Fallbeispiele, blieb. Was folgte war meines Erachtens leider nicht viel mehr als eine Aufzählung der verschiedenen Arten der Wut, die sicherlich interessant und informativ gestaltet war, jedoch gerne ein wenig lockerer hätte präsentiert werden können. Ferner konnte ich das im Titel angekündigte Plädoyer nicht wirklich ausmachen, mit Ausnahme vielleicht der Tatsache, dass man seiner Wut lieber freien Lauf lassen sollte, als sie herunterzuschlucken, wenn man nicht als Mörder enden möchte. Dies ist sicherlich etwas überspitzt dargestellt, jedoch zeigt das leider den Eindruck, der mir geblieben ist. Ja, es gab tolle Ansätze; ja, ich habe auch einiges Neue gelesen; ja, die Fallbeispiele haben mir gefallen, allein schon, weil die die Seiten etwas aufgelockert haben. Es gab sogar Stellen und Zitate, die mich sehr beeindruckt haben, so insbesondere das Geschimpfe von Sokrates über die Jugend, das „erstaunlich neuzeitlich“ anmutet, so die Autorin: Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte […]. Dies war mein Schmunzler des Buches, das ich schwerlich kategorisieren vermag. Leider hat mich dieses Buch insgesamt dennoch eher enttäuscht zurückgelassen. Vielleicht war aber auch meine Erwartungshaltung einfach nicht die richtige. So denke ich, dass ein anderer Leser sicherlich mehr daraus ziehen kann.

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  • Die Zornesröte...

    Wut: Plädoyer für ein verpöntes Gefühl
    Alinardus

    Alinardus

    01. November 2014 um 10:33

    könnte einem ins Gesicht steigen wenn man von "Wut - Plädoyer für ein verpöntes Gefühl" eine allumfassende Analyse zum Thema Wut erwartet und dann enttäuscht wird. Es handelt sich in der Tat um kein umfassendes Werk. Um die die ganze Bandbreite zum Thema Wut zu erfassen sind 126 Seiten auch beiweitem zu wenig. Für ein paar Fallbeispiele  und ein wenig Hintergrundinformation reichen sie alle mal. Die Autorin, die Österreicherin Heidi Kastner, hat in ihrer bisherigen Karriere als Psychiaterin mit dem Fachbereich forensiche Psychiatrie sicherlich schon einige Fälle von Wut und deren teils katastrophalen Folgen kennen gelernt. Sie möchte mit dem Buch versuchen, dem Leser das Thema Wut in seinen negativen und auch positiven Aspekten zu zeigen. Die positiven Aspekte ausgelebter Wut ergeben sich hier nicht als direkter Ratschlag wie man mit der Wut umgehen soll, sondern liegt das Plädoyer darin, dass der Leser seinen Schluss selbst aus den Beispielen ziehen muss und für sich selbst erkennen muss ob es nicht besser gewesen wäre, vorher etwas gegen die aufteigende Wut zu unternehmen, sie vielleicht sogar auszuleben. Mir hat das Buch gut gefallen, es richtet sich an interessierte an dem Thema. Einen totalen Überblick über das Thema gibt es wie ich Eingangs erwähnt habe nicht, dafür gibt es im Zweifellsfall aber auch ein Literaturverzeichnis. Wer viele in die Tiefe gehende Fallbeispiele erwartet wird sicher enttäuscht, es geht in dem Buch um das Thema Wut, nicht um die Fälle. Ich habe eine Weile überlegt, wie ich das Buch bewerte. Nach dem ich eine Nacht darüber geschlafen habe, bin ich zu dem Entschluss gekommen vier Sterne zu vergeben. Der Grund hierfür ist einfach, das Buch hat dazu gebracht über das Thema nachzudenken, ich denke dazu wurde es geschrieben.  

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  • Ein Sammelsurium unterschiedlicher Formen und Folgen von Wut, alles andere als ein Plädoyer!

    Wut: Plädoyer für ein verpöntes Gefühl
    frenx1

    frenx1

    01. November 2014 um 10:10

    Wut ist kein negatives Gefühl. das ist die zentrale Aussage von Heidi Kastners Buch über die Wut. Es wäre ein billiges Wortspiel, zu sagen, dass dieses Buch mich wütend gemacht hat, unzufrieden hat es mich aber dennoch zurückgelassen. Denn eine rote Linie lässt sich in dem Buch nicht erkennen. Es ist mitnichten ein Plädoyer, wie der Titel behauptet, es ist vielmehr vor allem eine Darstellung unterschiedlicher Formen von Wut. Die Fachärztin für Psychiatrie und Neurologie stellt diese verschiedenen “Ausdrücke” von Wut vor: Wut als Ausdruck einer Persönlichkeitsstörung, Wut als psychosomatische Erkrankung, Wut in der Pubertät und Wut durch Verbitterung. Das ist zumeist nicht uninteressant. Auch die Fallbeispiele, die sehr ausführlich sind und manchmal etwas zu einseitig wirken, erfüllen ihre Funktion, wenn sie für mich auch teilweise sehr isoliert dastanden und etwas zu knapp beurteilt wurden. Aber, und das ist ein sehr, sehr dickes ABER: Bei einem Plädoyer erwarte ich, dass eine klare Meinung da ist, die dann begründet wird. Das ist in diesem Buch überhaupt nicht der Fall. Ganz willkürlich sind einzelne “Ausdrücke” von Wut geschildert, nebenbei geht es noch um die Frage, inwiefern es sich um Krankheiten handelt bzw. inwiefern das vor Gericht relevant ist. Aber die eigentliche Frage, was nun die positive Wirkung von Wut ist, wird fast gar nicht gestellt, obwohl es ja das Hauptanliegen von Heidi Kastner ist. Dass die zentrale Aussage des Buches, was nun das “Gute” an der Wut sein kann, erst im Nachwort genauer beantwortet wird, ist für mich ein Armutszeugnis. Ein spannendes Thema, wie Wut positiv wirken kann, was sie über einen selbst sagt, wie man also mit der eigenen Wut umgehen soll, wo Wut gesund ist, und wo sie ungesund ist: all das bleibt eine Randfrage. Und das nehme ich der Autorin durchaus übel. Denn interessante Ansätze sind vorhanden, so heißt es im Nachwort: Die Wut hat viele Funktionen, sie vermittelt klare Grenzen, setzt Warnsignale, befreit von der Spannung, die aus Kränkung entsteht, vermittelt uns selbst präzise Einsichten in unsere Schwachstellen und fordert uns auf zu Veränderung, entweder an uns selbst oder an unseren Lebensumständen, sie fordert und fördert Lebendigkeit. (Seite 124) Hätte Heidi Kastner all diese Gedanken ausgeführt, mit Beispielen versehen, es wäre ein wirklich gutes Buch entstanden. So bleibt der schale Beigeschmack eines Sammelsuriums von unterschiedlichen Formen und Folgen von Wut mit einer völlig unklaren bzw. fehlenden Argumentationslinie. Schade!

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  • Zuspruch für eine "negative Emotion"

    Wut: Plädoyer für ein verpöntes Gefühl
    Wortklauber

    Wortklauber

    Als Chefärztin der forensischen Abteilung einer Landesnervenklinik und Gerichtsgutachterin weiß Heidi Kastner, wovon sie spricht: Wut, in ihren verschiedenen Ausprägungen, ist Begleiterin vieler Gewalttaten. Die Psychiaterin greift in ihrem Buch auf verschiedene Fallgeschichten zurück, zeigt auf, wie unterdrückte Gefühle krank machen können, wie der unauffällige Nachbar von nebenan aus heiterem Himmel um ein Haar zum Mörder werden kann. Doch die Fallgeschichten stehen, anders als in vielen anderen Büchern, nicht im Vordergrund, illustrieren vielmehr ihre Ausführungen. Hauptsächlich geht es in diesem Buch nicht um Täter, nicht um aufsehenerregende Straftaten, sondern – wie der Titel sagt – um das Gefühl Wut in all seinen Facetten. Heidi Kastner umreißt philosophische und psychologische Theorien, lässt Seneca und Aristoteles zu Wort kommen, macht Zorn als Nährboden abendländischer Kultur aus, zitiert religiöse Dogmen genauso wie Erkenntnisse moderner Hirnforschung. Dabei entsteht ein Kaleidoskop unterschiedlicher Blickwinkel auf dieses eine Phänomen. Auf den ersten Blick vielleicht überraschend, schlägt sie sich dabei letztendlich auf die Seite der Wut, hält – so der Untertitel – ein Plädoyer für ein verpöntes Gefühl. Sie spricht sich aus für einen klaren, geradlinigen Ausdruck der Gefühle. Der in unserer Gesellschaft für gut befunden Gefühle, aber auch der geächteten, wozu die Wut zweifellos gehört.

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    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    31. October 2014 um 06:39