Heidi Rehn

 4 Sterne bei 719 Bewertungen
Autorin von Das Haus der schönen Dinge, Der Sommer der Freiheit und weiteren Büchern.
Autorenbild von Heidi Rehn (©Susie Knoll)

Lebenslauf von Heidi Rehn

Geboren und aufgewachsen im geschichtsträchtigen romantischen Mittelrheintal ist Heidi Rehn von Kindheit an fasziniert von Geschichte(n). Folgerichtig entschied sie sich zum Studium der Germanistik und Geschichte. Dazu ging sie vor vielen Jahren nach München. Obwohl ihr dort der Anblick des imposoanten Rheins sehr abgeht, blieb sie an der Isar hängen und lebt bis heute mit ihrer Familie (fast) mitten in der Stadt, aber dennoch umgeben von viel Grün und Natur. 

Geschichte und Geschichten erzählen hat sie sich nach Stationen in der wissenschaftlichen Arbeit, dem Journalismus und in der PR-Branche längst zum Beruf gemacht. Pünktlich zur Jahrtausendwende erschien ihr erster Roman, dem inzwischen knapp 20 weitere sowie verschiedene Kurzgeschichten in Anthologien und Zeitungen folgten. "Die Wundärztin" über eine junge Frau im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges war ihr erster großer Erfolg, mit dem Kaufhausroman "Das Haus der schönen Dinge" über eine fiktive jüdische Warenhausdynastie zwischen Prinzregentenzeit und Drittem Reich gelang ihr erstmals der Sprung auf die Bestsellerliste. 2014 erhielt sie außerdem den Goldenen Homer für den besten historischen Gesellschafts- und Beziehungsroman. Ihre bevorzugten Genres sind historischer Roman und historischer Kriminalroman. Ihre bevorzugte Zeit ist die erste Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. 

In ihrer Wahlheimat München bietet Heidi Rehn unter dem Titel "Auf den Spuren von..." Spaziergänge zu den Schauplätzen ihrer Romane mit vielfältigen Informationen zum historischen Hintergrund an. Seit neuestem gibt es auch eine virtuelle Version dieser Touren auf einem eigenen Youtubekanal https://www.youtube.com/channel/UCO3qRWFTyXn29uqtejJ7rtg . Weitere Infos auf www.heidi-rehn.de

Neue Bücher

Cover des Buches Vor Frauen wird gewarnt (ISBN: 9783426526262)

Vor Frauen wird gewarnt

 (5)
Neu erschienen am 02.08.2021 als Taschenbuch bei Knaur Taschenbuch.
Cover des Buches Mordsgipfel (ISBN: 9783944936574)

Mordsgipfel

Erscheint am 02.11.2021 als Taschenbuch bei edition tingeltangel.

Alle Bücher von Heidi Rehn

Cover des Buches Das Haus der schönen Dinge (ISBN: 9783426519370)

Das Haus der schönen Dinge

 (149)
Erschienen am 02.05.2017
Cover des Buches Der Sommer der Freiheit (ISBN: 9783426512166)

Der Sommer der Freiheit

 (91)
Erschienen am 01.07.2014
Cover des Buches Die Wundärztin (ISBN: 9783426505373)

Die Wundärztin

 (68)
Erschienen am 01.04.2010
Cover des Buches Tanz des Vergessens (ISBN: 9783426515914)

Tanz des Vergessens

 (62)
Erschienen am 01.07.2015
Cover des Buches Das Lichtspielhaus - Zeit der Entscheidung (ISBN: 9783426523247)

Das Lichtspielhaus - Zeit der Entscheidung

 (39)
Erschienen am 02.05.2019
Cover des Buches Das doppelte Gesicht (ISBN: 9783746637075)

Das doppelte Gesicht

 (35)
Erschienen am 08.12.2020
Cover des Buches Hexengold (ISBN: 9783426505441)

Hexengold

 (40)
Erschienen am 01.06.2011

Interview mit Heidi Rehn

Interview zwischen LovelyBooks und Heidi Rehn // Juli 2011

1)Wie bist du zum Schreiben gekommen und wie hat dich deine Arbeit als Schriftstellerin mit der Zeit verändert?

Schreiben wollte ich schon immer, allerdings habe ich erst relativ spät mit dem Bücherschreiben begonnen. Gleich aber bin ich von der Sucht erfasst gewesen, ständig neue Ideen auf diese ganz besondere Weise im Kopf herumzuwälzen und zu Romanen auszubauen. Das liegt sicher auch daran, dass ich das unverschämte Glück hatte, meinen ersten Roman, einen Frauenroman, auf Anhieb bei einem angesehenen Publikumsverlag (Rowohlt) unterzubringen. Meine Arbeit als Autorin hat sich seither sehr verändert, zum einen, weil ich zunächst zwei Gegenwartsromane geschrieben habe, die nicht annähernd denselben Rechercheaufwand besaßen wie meine jetzigen historischen Romane. Zum anderen, weil ich mich seit einigen Jahren ganz aufs Schriftstellern konzentrieren kann und meine journalistischen Arbeiten dafür aufgegeben habe.

2)Welche Vorteile bietet das Internet für dich und wie nutzt du hier den Kontakt zum Leser, wie z.B. in einer Literaturcommunity wie LovelyBooks.de?

Eine sehr große Hilfe ist das Internet für mich natürlich beim Recherchieren. Ich gehöre zwar nach wie vor zu den Leuten, die Orte mit eigenen Augen gesehen, Dinge mit eigenen Händen angefasst, Gerüche um die eigene Nase geweht haben müssen, aber im Internet bekomme ich auf die Schnelle Informationen, die mir darüberhinaus noch fehlen. Und ich kann mich dort auf die Suche nach (Sach-)Büchern machen, die ich zu meinen Themen lesen will. Meine Lieblingsbibliothek, die Bayerische Staatsbibliothek, erreiche ich via Internet rund um die Uhr, ganz zu schwiegen von den Adressen für antiquarische Bücher etc. Ein wahrer Segen (allerdings nicht unbedingt für mein Bankkonto)! Zudem liebe ich es, dank des Internets den direkten Kontakt zu Lesern z.B. in Internetforen oder bei Leserunden auf sehr unkomplizierte Weise zu bekommen. Dadurch erfahre ich, wie meine Bücher und meine Schreibe bei meinen Lesern ankommen, was ihnen beim Lesen wichtig ist, wie sie Figuren oder den Plot verstehen etc. Es ist ein viel ungezwungenerer Austausch als z.B. bei Lesungen, wenn der Moderator die beliebte Aufforderung stellt „Wenn Sie jetzt noch Fragen haben...“ und alle verschämt hinterm Rücken ihres Vordermanns abtauchen...

3)Welche Bücher/Autoren liest du selbst gern und wo findest bzw. suchst du Empfehlungen für den privaten Buchstapel?

Ich bin geradezu lesesüchtig und lese eigentlich alles, was mir in die Finger kommt, so lange es gut schrieben ist und eine packende Story enthält. Wenn es mich allerdings langweilt, lege ich ein Buch inzwischen auch weg (das war ein langer Lernprozess!). Empfehlungen finde ich auf diversen Leselisten im Internet, immer wieder sehr gern auch bei meinem Buchhändler hier in meinem Stadtviertel sowie durch Gespräche mit Freunden, die ebenfalls sehr viel lesen. Manchmal macht mich sogar ein Zeitungsartikel neugierig. :-)))

4)Von welchem Autor würdest du dir gern mal ein Vorwort für eines deiner Bücher wünschen und warum?

Eine schwierige Entscheidung – ich hasse Entscheidungen! Mein absoluter Lieblingsautor – Gert Hofmann – ist leider schon gestorben. Von ihm stammt der Satz „Nicht schreiben, wie es war, sondern wie es gewesen sein könnte.“ Das steht allen meinen Romanen quasi als Grundüberlegung voran. Deshalb wäre er als Vorwortschreiber der absolute Wunschkandidat gewesen.

5)Man wird als Schriftsteller schnell in Schubladen gesteckt. Würdest du gerne mal das Genre wechseln und deine Leser mit einer völlig neuen Seite überraschen?

Ich habe in meiner noch relativ kurzen Autorinnenkarriere schon mehrmals das Genre gewechselt: das erste Buch lief als „Frauenroman“, das zweite als „Regiokrimi“, dann folgten drei historische Krimis bis ich - endlich! - bei meinem absoluten Wunschgenre, dem historischen Roman, angekommen bin. Vorerst möchte ich dort bleiben, weil ich noch sehr, sehr viele Ideen dazu mit mir herumtrage. Meine Leser mögen mir also bitte verzeihen, wenn ich auf absehbare Zeit meinem Genre treu bleibe und lieber mit neuen Geschichten als mit einem neuen Genre überrasche.

6)Wo holst du dir die Ideen und Inspiration für deine Bücher?

Eigentlich überall: wenn mir ein interessantes Gesicht in der U-Bahn gegenübersitzt, denke ich mir gern eine Geschichte dazu aus, wenn ich in eine anregende Gegend reise, suche ich immer gleich eine Buchhandlung auf, um mich nach passender Literatur umzuschauen, wenn ich etwas Spannendes lese, erhalte ich oft Ideen. Meist ist es eine winzige Nebenbemerkung, die die Maschine in mir in Gang setzt. Bislang muss ich mir da also zum Glück keine großen Sorgen machen. Im Gegenteil. Manchmal würde ich gern die Klappen schließen und ein wenig in Ruhe durchschnaufen....

7)Wie und wann schreibst du normalerweise, kannst du dabei diszipliniert vorgehen oder wartest du, bis dich in einer schlaflosen Nacht die Muse küsst?

Brav auf die Muse zu warten – die bei mir übrigens ein gewisser Herr Muse ist – macht gar keinen Sinn. Der kann ganz schön zickig sein. Also setze ich mich lieber jeden Tag zur selben Zeit – nach Frühstück und Walkingrunde im nahen Park – an den Schreibtisch und lege los. Herr Muse weiß, wo ich zu finden bin. Geht es nicht weiter, weil er nicht auftaucht, erledige ich Routinearbeiten, überarbeite das bisher Geschriebene, lese mir das Exposee noch einmal durch etc. Meist geht es dann doch plötzlich wieder. Ansonsten kann ich mich auch darauf verlassen, dass mir zu den unmöglichsten Gelegenheiten doch noch eine bessere, wenn nicht gar die zündende überhaupt, Idee kommt. Sie schlaflos auf Biegen und Brechen herbeizusehnen, bringt jedoch gar nichts. Deshalb lasse ich das von vorneherein.

8)Gibt es eine lustige Anekdote aus deinem Schriftstellerleben, die du uns erzählen möchtest?

In meinem ersten Roman hatte ich eine winzige Nebenhandlung, die laut Aussage meiner damaligen Lektorin absolut unrealistisch war – aber ausgerechnet die war die einzige, wirklich von mir erlebte Geschichte, die ich dort eingebaut hatte. Seither weiß ich: Das Leben hält die verrücktesten Zufälle und Begebenheiten bereit, die für einen fiktiven Roman allerdings viel zu unrealistisch sind. Also dort bitte lieber „realistischer“ denken als das Leben selbst ist.

9)Welche Wünsche hast du im Bezug auf deine Bücher und deine Arbeit für die kommenden Jahre?

Ich wünsche mir viel Kraft, Ausdauer und natürlich den nötigen Erfolg bei meinen Leserinnen und Lesern, damit ich noch viele weitere Ideen in Bücher verwandeln und so unbeschwert weiter schreiben kann wie bisher.

10) Du schreibst historische Romane: doch welche Zeit in der Vergangenheit wäre es, in die du gern selbst einmal zurück reisen würdest? Oder bist du doch neugieriger auf die Zukunft?

Allzu weit zurückreisen wollte ich gar nicht. Durch mein Schreiben bin ich jeden Tag in den Epochen meiner Romane zu Gast. Was ich aber gern einmal perönlich miterleben würde, ist die erste Mondlandung. Es muss ein phänomenales Gefühl gewesen sein, als erster Mensch dort oben zu stehen und unsere liebe Erde aus einem ganz neuen Blickwinkel zu betrachten. Wunderschön! Reisen in die Zukunft behagen mir allerdings ganz und gar nicht. Ich lasse gern – wie Franziska zu Reventlow einmal gesagt hat - „das Leben auf mich regnen“, sprich: ich warte lieber ab, was passiert. Es passiert ja so oder so, und da ist es besser, nicht vorab schon zu wissen, was auf einen zukommt.

Neue Rezensionen zu Heidi Rehn

Cover des Buches Vor Frauen wird gewarnt (ISBN: 9783426526262)katikatharinenhofs avatar

Rezension zu "Vor Frauen wird gewarnt" von Heidi Rehn

Erfolg ist eine Treppe, keine Tür
katikatharinenhofvor 2 Tagen

Vicki Baum hat großes vor und ihr Ziel fest im blick - Erfolg und zwar auf der ganzen Linie. Dafür widersetzt sich sich gerne dem gängigen Frauenbild und verkörpert Eigenwilligkeit, Selbstsicherheit und den Mut, eigene Wege zu gehen, auch wenn diese manchmal nicht ganz so einfach sind. Mit den ersten guten Resultaten, die sie im Verlagshaus Ullstein feiert, ist sie angefixt vom Erfolg und der Anerkennung, die man ihr zuteil werden lässt. Sie will mehr - sie will ganz nach oben und weiß auch schon, wie sie dorthin kommt....

Heidi Rehn hat mit "Vor Frauen wird gewarnt" wieder einmal bewiesen, dass sie es einfach kann .Denn mit dem biografischen Roman über Vicki Baum setzt sie nicht nur der großartigen Autorin des letzten Jahrhunderts ein Denkmal, sondern sie zeigt auch, dass sie in der gleichen Liga spielt und ihre Leser mit extrem gut recherchiertem Material versorgt, das sie hier zu einem Roman verarbeitet, der seinesgleichen sucht.

Man hat das Gefühl, dass Heidi Rehn für den Prozess des Schreibens zu Vicki Baum geworden ist. Beide Frauen sind zu einer einzigen starken Persönlichkeit verschmolzen und bieten hier nicht nur Kopfkino, sondern auch lebendige Geschichte der Extraklasse. Das Flair und das Lebensgefühl der Zwanziger Jahre inklusive.

Schon mit dem ersten Schritt in den Paternoster betritt man das wuselige Treiben im Verlagshaus und gleitet zwischen den Etagen hin und her. Man muss nur eine Schritt hinaus tun, um sich im nächsten Kapitel, und somit auf der nächsten Stufe der Erfolgsleiter von Vicki, wiederzufinden und somit die Ereignisse direkt vor Ort mitverfolgen zu können.

Auch der Blick in das außergewöhnliche Arrangement der offenen Ehe, um ihre Träume und sich selbst zu verwirklichen, gibt viel von der Person Vicki Baum preis und zeigt, dass hinter dem Freigeist auch eine liebende Ehefrau und Mutter steckt, die trotz Erfüllung und Realisierung ihrer eigenen beruflichen Träume nie die Bindung zu Mann und Söhnen verloren hat.

Der Roman zeigt alle Stufen des Werdegangs bei Ullstein auf und bietet so die Möglichkeit, das Leben im Leben und Treiben im Verlag kennenzulernen, den Alltag und den Spagat als Autorin und berufstätige Mutter mitzuerleben und schließlich den Sprung auf die oberste Sprosse der Erfolgsleiter im Rampenlicht zu genießen.

Ein außergewöhnlich gut recherchierter, fesselnd erzählter Roman, der ein absolutes Highlight ist !


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Cover des Buches Vor Frauen wird gewarnt (ISBN: 9783426526262)SanneLs avatar

Rezension zu "Vor Frauen wird gewarnt" von Heidi Rehn

Eine ungewöhnliche Frau
SanneLvor 2 Tagen

1928, Berlin. Vicky Baum wird bei Ullstein, einem der wichtigsten und größten Verlagshäuser des Landes, eingestellt. Ihr Ziel: weg aus dem langweiligen Mannheim, fort aus ihrer in eine Sackgasse geratenen Ehe. Es gefällt ihr im Verlag, sie mag die Kollegen, ist mit allen gut Freund, der gesamte Verlag in der Kochstraße ist wie eine große Familie. Vicky bekommt enorm viele verschiedene Aufgaben und meistert alle mit unglaublichem Geschick, schreibt für verschiedene Verlagstitel, sichtet Manuskripte, arbeitet an mehreren Romanen, Theaterstücken, geht zum Boxtraining und ist überirdisch genial. Heidi Rehn zeichnet geschickt die wichtigste Zeit der Vicky Baum auf dem Weg zum internationalen Ruhm 1926–1931, ihren Aufstieg zur »höchstbezahlten Romanautorin Deutschlands« und den Beginn einer internationalen Karriere nach. Detailreich, anschaulich und interessant würdigt sie die für die damalige Zeit ungewöhnliche Laufbahn einer mutigen und klugen Frau. Sie schildert ihre Heldin als außergewöhnliche Person, über die man gern noch mehr erfahren würde. Viele der einbezogenen Figuren sind bekannte Personen der entsprechenden Zeit, auch das Ullstein-Haus wird authentisch skizziert, herrschende Moralvorstellungen werden verdeutlicht. Ein guter Einblick in die Verhältnisse der 20-er Jahre des letzten Jahrhunderts und Anregung für mich, Baums bekanntesten Roman „Menschen im Hotel“ unbedingt lesen zu wollen. Die Erfolgsgeschichte der Vicky Baum, verlegt von Droemer Knaur.

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Cover des Buches Vor Frauen wird gewarnt (ISBN: 9783426526262)Dreamworxs avatar

Rezension zu "Vor Frauen wird gewarnt" von Heidi Rehn

"Eine Frau, die geliebt wird, hat immer Erfolg." (Vicki Baum)
Dreamworxvor 3 Tagen

Die 1888 in Wien geborene Jüdin Hedwig Baum (Rufname Vicki) war fünf Jahre als Verlagsangestellte für den Berliner Ullstein-Verlag tätig, bevor sie in die USA emigrierte. In den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde sie mit ihren erfolgreichen Romanen wie „Menschen im Hotel“ oder „Vor Rehen wird gewarnt“ eine der bekanntesten Schriftstellerinnen der Weimarer Republik. Baum war eine emanzipierte, selbstsichere und vor allem selbstkritische Frau mit beruflichen Ambitionen, die sich von den Nazis als jüdische Asphaltliteratin bezeichnen lassen musste, gerade weil ihre Romane neben Unterhaltung vor allem gesellschaftskritisch angelegt waren. Besonders ihre weibliche Leserschaft war ihr treu ergeben und hegte größte Bewunderung für ihre Selbständigkeit.

Heidi Rehn hat mit „Vor Frauen wird gewarnt“ einen sehr unterhaltsamen biografischen Roman vorgelegt, der das Ausnahmetalent von Vicki Baum, vor allem aber ihre persönliche Seite in den Vordergrund rückt. Der flüssige Schreibstil nimmt den Leser mit in die Vergangenheit, wo er auf Hedwig/Vicki trifft, die in einer von Männern dominierten Welt emanzipiert und selbstbewusst genug ist, als verheiratete Frau und Mutter in Berlin ihr Domizil aufzuschlagen, um sich dort ihren Traum einer eigenen Karriere zu erfüllen, wobei sie von ihrem Ehemann, dem Dirigenten Richard Lert, unterstützt wurde. Die beiden führen eine moderne, offene Ehe, fühlen sich aber gefühlsmäßig fest aneinander gebunden. Berlin ist für Vicki eine Offenbarung, sämtliche Möglichkeiten, die sich ihr bieten, nimmt sie in Anspruch, während sie im Verlagshaus Ullstein als Redakteurin arbeitet und nebenbei auch ihre eigenen Werke verfasst. Ihr Roman „Menschen im Hotel“ wurde 1930 am Nollendorfplatz-Theater uraufgeführt und nach der englischen Übersetzung sogar am New Yorker Broadway inszeniert, was alsbald sogar zur Verfilmung in Hollywood führte und Baum weltbekannt machte. Heidi Rehn hat akribisch recherchiert und sämtliche Informationen in ihren biografischen Roman einfließen lassen. Der Leser bekommt nicht nur eine interessante, schillernde Persönlichkeit präsentiert, sondern schnuppert ins Verlagsleben und auch jede Menge Berliner Luft der 20er Jahre. Die politischen und gesellschaftlichen Veränderungen sind hervorragend eingearbeitet, so dass der Leser den Umschwung ebenfalls zu spüren bekommt durch die immer mehr an Einfluss gewinnenden Nazis.

Vicki Baum war eine Frau von Format, eine, die weiß, was sie will und kein Blatt vor den Mund nimmt. Sie ist intelligent, selbstbewusst, vor allem aber bodenständig, weshalb sie von ihrer damaligen Fangemeinde angebetet wird. Sie kämpft und erfüllt sich ihren Wunsch nach einer Karriere, von der viele Frauen träumen, es ihnen aber untersagt bleibt, ob aus fehlendem Mut oder einem bevormundenden Ehemann, sei dahin gestellt. Sie verkörperte schon damals das Frauenbild, dass viele Frauen heutzutage anstreben: Karriere, Ehefrau und Mutter zu sein erfolgreich unter einen Hut zu bringen. Dafür bringt sie allerdings auch einige Opfer, die sich aber durch ihren Erfolg und die damit verbundene Zufriedenheit die Waage halten.

Heidi Rehn hat mit „Vor Frauen wird gewarnt“ ein wunderbares Porträt einer außergewöhnlichen Frau geschaffen. Der Roman liest sich nicht nur hervorragend, sondern besticht mit in Worten gemalten Beschreibungen, die das Kopfkino anspringen und der Leser gemeinsam mit Vicki das Berlin der 20er Jahre erleben lassen. Absolute Leseempfehlung!

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Gespräche aus der Community

Vicki Baum war in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts der Inbegriff der neuen, modernen Frau. Emanzipiert, erfolgreich, selbstbewusst. Mit Romanen wie "Menschen im Hotel" landete sie die ersten aufsehenerregenden Bestsellererfolge in Deutschland und der Welt, mit der Verfilmung "Grand Hotel" eroberte sie Hollywood. Doch auch privat hat Vicki Baum ein aufregendes Leben geführt...

Ihr Lieben,

seit vielen Jahren schon bin ich ein ganz großer Fan von Vicki Baum. Zwar habe ich (noch) nicht alle, aber die meisten ihrer Romane gelesen. Ein bisschen was muss immer noch zum Entdecken bleiben ;-) Auch viele ihrer amüsanten Zeitschriftenartikel habe ich bereits mit größtem Vergnügen verschlungen und natürlich mehrmals schon ihre Erinnerungen mit dem vielsagenden Titel "Es war alles ganz anders" studiert. Einen Roman über sie schreiben zu dürfen, ist mein ganz großer Traum gewesen - und nun endlich wahr geworden! 

Ihre Jahre in Berlin 1926-1931 sind dabei die entscheidenden - privat wie beruflich, weil die Stadt damals in allen Ecken brodelte, flimmerte, tanzte und die ganze Welt auf den Kopf stellte. "Berlin machte mich zu einer schicken, kultivierten, mondänen Frau", schrieb Vicki Baum später ebenso wie: "Die glücklichsten, interessantesten und fruchtbarsten Jahre meines Lebens (waren) Berlin, 1926 bis 1931, Ullsteinhaus, dritter Stock". Hermann Ullstein, der Chef des damals größten Verlagshauses im Land, versprach ihr, sie zur "höchstbezahlten Romanautorin Deutschlands" zu machen.

Ob und wie ihm das gelang, davon handelt mein Roman. Ich lade euch ein, mit mir in diese fünf entscheidenden und glücklichsten Jahre aus Vicki Baums Leben einzutauchen, und mitzulesen, was sie in dieser Zeit alles erlebt, getan, gesehen und wen sie geliebt hat, damit ihr einen Eindruck bekommt, wie aus der 38jährigen Schriftstellerin, Ehefrau und Mutter DIE Vicki Baum geworden ist, der nicht nur Berlin zu Füßen lag, sondern die international gefeiert wurde und der man in New York wie in Hollywood den roten Teppich ausrollte. Und das, obwohl sie in aller Bescheidenheit stets von sich behauptete "Ich weiß, was ich wert bin. Ich bin eine erstklassige Schriftstellerin zweiter Güte."

Eine erste Leseprobe findet ihr auf der Website von Droemer Knaur https://www.droemer-knaur.de/buch/heidi-rehn-vor-frauen-wird-gewarnt-9783426526262, im Magazin könnt ihr ein Interview mit mir über diesen Roman lesen https://www.droemer-knaur.de/magazin/entdecken/interview-heidi-rehn-vor-frauen-wird-gewarnt

Ich freue mich auf den Austausch mit euch!

291 BeiträgeVerlosung beendet

Zum Erscheinen des ersten Falls für das neue Ermittlerduo Emil Graf und Billa Löwenfeld am 8. Dezember lade ich euch ein, mit mir den beiden durch das München der Stunde Null zu folgen. Der Aufbau Verlag stellt freundlicherweise 20 Rezensionsexemplare in Buchform zur Verlosung zur Verfügung. 

Bewerbt euch jetzt und beantwortet die Frage. Ich freue mich, von euch zu lesen!

Zugegeben, der Sommer 1945 ist keine sehr einladende Zeit. Der zweite Weltkrieg ist seit wenigen Monaten vorbei, Deutschland liegt in Trümmern. Städte wie München sind nahezu vollständig zerstört. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht neue Kriegsgräuel ans Licht kommen. 

Dennoch gibt es immer wieder erste Lichtblicke, vor allem Menschen, die den Glauben an das Gute nicht verloren haben und hoffen, "dass die Zustände nicht nur anders sondern auch besser" werden. Wie das aussehen könnte, das hat mich schon immer an diesen ersten Jahren zwischen 1945 - 1949, zwischen Kriegsende und Gründung der Bundesrepublik, interessiert. Deshalb starte ich nun diese Krimiserie.

Auch meine beiden Ermittler, die Fotoreporterin Billa Löwenfeld, gebürtige Münchnerin, vor den Nazis mit ihrer Mutter, einer beliebten Gesellschaftsreporterin, ihrer jüdischen Herkunft wegen in die USA geflohen und nun in ihre Heimatstadt zurückgekehrt, sowie Emil Graf, von den amerikanischen Besatzern unfreiwillig zum Kriminalpolizisten an die Isar berufen, wollen ihren Teil dazu beitragen, dass die Zustände künftig nicht nur anders sondern auch besser werden. Zufällig treffen sie bei diesem ersten Mordfall aufeinander und bald merken sie, dass es noch einige Vorurteile zwischen ihnen auszuräumen gibt, bis sie sich gemeinsam auf den Weg machen können.

Ich freue mich, wenn ihr dabei seid, um sie auf diesem Weg zu begleiten!

Eine Leseprobe findet ihr auf der Website des Aufbau Verlags durch Anklicken auf "Blick ins Buch".

https://www.aufbau-verlag.de/index.php/das-doppelte-gesicht.html


763 BeiträgeVerlosung beendet

Viele kennen Erika Mann vor allem als "Die Tochter des Zauberers" Thomas Mann. Doch sie war weitaus mehr als "nur" seine Beraterin und spätere Nachlassverwalterin. Als Erste der Familie ging sie ins amerikanische Exil, um dort für den Kampf gegen Hitler und den drohenden Krieg zu werben, galt als eine der wichtigsten Stimmen des Exils. Und riskierte dafür sogar ihr ganz persönliches Glück...

Für mich ist "Die Tochter des Zauberers - Erika Mann und ihre Flucht ins Leben" ein ganz besonderes Buch. Zum ersten Mal habe ich damit einen historischen Roman über eine reale historische Persönlichkeit geschrieben. Und das ausgerechnet über Erika Mann, deren Leben und Wirken mich schon sehr lange persönlich sehr interessiert. Und noch dazu in der beeindruckenden Reihe "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe" im Aufbau Verlag!

In dem Roman konzentriere ich mich ganz auf Erikas erste beide Jahre im amerikanischen Exil, in meinen Augen ein entscheidender Wendepunkt in ihrem beruflichen wie privaten Leben, der einem einen ganz neuen Blick auf sie gestattet. Ich jedenfalls hatte das Gefühl, sie plötzlich in einem ganz anderen Licht zu sehen. Noch dazu fand ich das Setting New York sehr aufregend. Was für eine faszinierende Stadt! Vor vier Jahren war ich zum ersten Mal dort, ohne zu ahnen, dass ich einmal ein Buch über Erikas erste Jahre dort schreiben werde. Vieles von meinen damaligen Eindrücken konnte ich jetzt für den Roman verwenden, habe dafür oft in meinen Fotos gestöbert.

Ich freue mich darauf, den Roman mit euch zu lesen, und bin gespannt auf eure Meinung zu dieser sehr vielseitigen und sehr vielschichtig begabten und leider oft auch sehr verkannten Frau. So oft und so schnell ich kann, werde ich eure Beiträge kommentieren und eure Fragen zum Roman, meinen Recherchen etc. beantworten.

Eine Leseprobe findet ihr hier:
https://www.aufbau-verlag.de/index.php/die-tochter-des-zauberers-erika-mann-und-ihre-flucht-ins-leben.html

Und jetzt freue ich mich auf eure Bewerbungen und auf den Austausch mit euch!

1100 BeiträgeVerlosung beendet
RehnHeidis avatar
Letzter Beitrag von  RehnHeidivor 8 Monaten

Oh, sorry, leider sehe ich erst jetzt Deine Frage, deshalb ganz spät meine Antwort. Tut mir leid, war keine Absicht.

Schreiben wollte ich eigentlich schon immer, allerdings keine Bücher, sondern über Bücher und Autoren. Zunächst habe ich ja auch als Redakteurin gearbeitet, einige Jahre bei einer Literaturzeitschrift, wo ich sehr viel gelernt habe. Und dann habe ich es einfach mal selbst ausprobiert. Geschichten habe ich immer schon gern erzählt, aber bis zu meinem ersten Roman wirklich nie aufgeschrieben. Es war mehr so eine Art Wette mit einer Autorin, ob ich es durchhalte bis zum Ende. Das ist ja bis heute die größte Herausforderung für mich. Ideen gibt es viele, aber sie wirklich schlüssig bis zum Ende zu erzählen und aufzuschreiben, ist die große Kunst. Das nötigt mir immer noch größten Respekt ab, sowohl als Leserin als auch als Autorin.
Monika Mann finde ich in der Tat auch eine sehr interessante Persönlichkeit, nicht nur, weil sie in der Familie so stiefmütterlich behandelt wurde - auch von Erika! -, sondern weil sie selbst auch so toll geschrieben hat. Bis heute wird sie völlig unterschätzt. Leider. Aber erst einmal brauche ich etwas Abstand zur Familie Mann ;-) Über Klaus gibt es natürlich schon sehr, sehr viele Bücher, aber eben auch Sachbücher. Einen Roman hätte er auch mehr als verdient. Das Gleiche gilt für Lena Christ. Ich könnte Dir eine lange Liste von Persönlichkeiten nennen, die mich reizen als Romanstoff. Mir wird nur immer Angst und Bang, wann ich das machen will ;-) Dazwischen schieben sich immer auch Ideen für rein fiktive Romane. Der Stoff geht mir jedenfalls nicht aus. ;-)

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