Das Haus der schönen Dinge

von Heidi Rehn 
4,3 Sterne bei121 Bewertungen
Das Haus der schönen Dinge
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (101):
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spannend, aber langatmig

Kritisch (3):
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Leider sehr enttäuschend!

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Inhaltsangabe zu "Das Haus der schönen Dinge"

Der neue große Roman von Erfolgs-Autorin Heidi Rehn über Aufstieg und Fall einer jüdischen Münchner Warenhaus-Dynastie über 100 Jahre - opulent, dramatisch, emotional!
Als der jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl 1897 zum Königlich-Bayerischen Hoflieferanten ernannt wird, glaubt er sich und seine Familie als gleichwertige Mitglieder der Münchner Gesellschaft anerkannt. Zwar begegnet seine Frau Thea Jacobs Enthusiasmus mit einer gewissen Skepsis, doch der Erfolg des Kaufhauses belehrt sie eines Besseren.
Tochter Lily übernimmt das Kaufhaus am Münchner Rindermarkt in den goldenen 20ern und wähnt sich am Ziel aller Wünsche. Eine glückliche Zukunft scheint auf die Familie zu warten, doch als die Nazis die Macht ergreifen, müssen die Hirschvogls erleben, wie sich Bayern und München, das für sie stets Heimat war, plötzlich gegen sie wendet …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783426519370
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:656 Seiten
Verlag:Knaur Taschenbuch
Erscheinungsdatum:02.05.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 24.08.2018 bei Lindhardt og Ringhof erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    Laudia89s avatar
    Laudia89vor einem Monat
    Kurzmeinung: spannend, aber langatmig
    spannend, aber langatmig

    Der neue große Roman von Erfolgs-Autorin Heidi Rehn über Aufstieg und Fall einer jüdischen Münchner Warenhaus-Dynastie über 100 Jahre - opulent, dramatisch, emotional!
    Als der jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl 1897 zum Königlich-Bayerischen Hoflieferanten ernannt wird, glaubt er sich und seine Familie als gleichwertige Mitglieder der Münchner Gesellschaft anerkannt. Zwar begegnet seine Frau Thea Jacobs Enthusiasmus mit einer gewissen Skepsis, doch der Erfolg des Kaufhauses belehrt sie eines Besseren.
    Tochter Lily übernimmt das Kaufhaus am Münchner Rindermarkt in den goldenen 20ern und wähnt sich am Ziel aller Wünsche. Eine glückliche Zukunft scheint auf die Familie zu warten, doch als die Nazis die Macht ergreifen, müssen die Hirschvogls erleben, wie sich Bayern und München, das für sie stets Heimat war, plötzlich gegen sie wendet …

    Ich mag den Schreibstil von Heidi Rehn und man kommt sehr gut in das Buch rein und man kann sich schnell darin verlieren. Aber zwischendurch ist es einwenig sehr langatmig und man möchte den Teil überspringen, könnte aber wiederrum etwas verpassen.
    Der geschichtliche Hintergrund ist gut recherchiert und bringt einen guten Überblick und eine Grundlage für die damalige Zeit. Die Schwierigkeiten und die ANgst werden sehr gut beschrieben. Die Charakteren passen sehr gut zusammen und es wird nichts verschönert. 

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    marion_galluss avatar
    marion_gallusvor 3 Monaten
    Ich bin hin und weg und hätte noch 1.000 Seiten lesen können ....

    Mai 1987 in München. Am Rindermarkt eröffnet der jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl die neuen Geschäftsräume seines Kaufhauses Hirschvogl am Rindermarkt. Mittlerweile zum königlich-bayerischen Hoflieferanten ernannt, geht hiermit für Jacob ein Lebenstraum in Erfüllung. Gemeinsam mit seiner geliebten Ehefrau Thea hat er den Schritt gewagt und das von ihm gegründete Kaufhaus nach ihrer beider Vorstellungen erweitert und im Stil seiner großen Vorbilder aus New York und Paris wiedereröffnet. Auch in München will Jacob Hirschvogl den Flair der großen weiten Welt aufleben lassen und mit seinem „Haus der schönen Dinge“ den Zauber dieser wundervollen Einkaufstempel, die leuchten, funkeln und glitzern, in seiner Heimatstadt eröffnen.

    Angefangen als Tuchhändler ist ihm nun dieser Schritt gelungen und das Hirschvogl am Rindermarkt erfreut sich größter Beliebtheit. Ganz nach dem Motto „Der Kunde ist König“ werden hier auch die Besucher zuvorkommend umworben, die sich die angebotenen Waren (vor allem die teuren Damen- und Herrenkonfektionen) nicht leisten können, sondern nur kommen, um zu staunen und zu träumen.

    In den 1920er Jahren zieht Lily, die Tochter der Hirschvogls nach und übernimmt die Leitung des beliebten Warenhauses. Sie bringt frischen Wind in die Führungsetagen und modernisiert das Kaufhaus. Anfang der 1930er Jahre werden auf einmal die Juden in ihrer Heimat nicht mehr gern gesehen, sie werden als geldgierige Mischpoke abgetan. Nun, fast alle Kaufhäuser in München sind in jüdischer Hand. Denn die Juden sind seit vielen Generationen an der Isar, viel länger als so manch Nicht-Jude.

    „In erster Linie bin ich Münchner, dann Bayer und dann erst Jude“ waren einmal die Worte von Jacob Hirschvogl, doch ob das wirklich so ist, dass wird sich zeigen …


    * * *

    Dieser Roman war ein Trödelmarktfund. Das Cover sprach mich an und als ich dann den Klappentext las, nämlich, dass die Geschichte im „alten München“ spielt, da konnte ich es nicht liegenlassen.

    Und das war gut so. Dieser Roman hat mich völlig in seinen Bann gezogen und ich habe es so genossen, das München am Ende des 19. Jahrhundert zu besuchen und durch das Hirschvogl am Rindermarkt zu schlendern. Die Autorin Heidi Rehn hat eine so reale Stimmung dieser Zeit erschaffen, dass ich wirklich dort war. Ich bin durch die Abteilungen gelaufen und habe den Zauber dieses Luxustempels in mich aufgesogen. Bin durch die Rayons spaziert und habe mich von diesem Flair einfach mitziehen lassen.

    Ich liebe München und war schon oft dort. Mein Mann hat dort die ca. ersten 30 Jahre seines Lebens verbracht und wenn ich dann im Roman z.B. von Giesing las, wo meine Schwiegermama noch heute in seinem Elternhaus lebt, dann ist das erst Recht so richtig toll.

    Ich habe auch sehr viel gelernt, während der Lektüre vieles nachgelesen und mir Bilder angesehen. Denn es gibt ja noch viele der Kaufhäuser oder Geschäfte, die im Roman eine Rolle spielen. Als ich vom „Kustermann“ am Rindermarkt las (in dem ich letzten Sommer noch war), musste ich doch glatt die Suchmaschine anwerfen, ob das Hirschvogl nicht doch als Fassade dort irgendwo steht. Das Ludwig Beck am Rathhauseck, auch das gibt es heute noch. Begonnen hat Beck auch schon 1861 als Knopfmacher und Posamentenmeister. Ich habe gelernt, warum der Hirmer seinen Namen hat und warum auf dem Oberpollinger 2 Koggen in den Himmel ragen. Man liest meine Begeisterung vielleicht heraus, denn es war wirklich eine wundervolle Zeitreise und das Glossar am Ende des Buches ist nicht nur hochinteressant, sondern sehr lehrreich. Auch einen alten Stadtplan gibt es hinten im Buch, auf dem man sehr gut die Lagen der Kaufhäuser sehen kann, die zum großen Teil ja eben nicht fiktiv sind.

    Aber auch geschichtlich hat der Roman natürlich einiges in seiner Handlung zu bieten, was nicht schön ist, sondern dramatisch, brutal und schrecklich. Hitler übernimmt die Macht und die Judenverfolgung beginnt. Und sie trifft natürlich auch die jüdischen Kaufleute der Stadt. Sie werden beispielsweise boykottiert und ihre Geschäfte in Trümmer geschlagen, sie selbst verprügelt, abgeführt und in Lager gebracht.

    Heidi Rehn hat diese lange Geschichte über drei Generationen sehr stimmungsvoll und voller Emotionen erzählt und meine Zusammenfassung reißt wirklich nur einen kleinen Teil der Handlung an, daher: lest selbst! Es ist kein historischer, kitschiger Liebesroman. Sondern eine Liebeserklärung: an die Kaufhäuser, an die „alte Zeit“, an München und die Menschen, die dort lebten und wunderschöne Dinge erschaffen haben.

    Ich freue mich so auf meinen nächsten Besuch in München, da werde ich mir alle diese Orte wieder ansehen und wahrscheinlich mit anderen Augen betrachten. Komisch, noch letzten Sommer saß ich mit meiner Familie am Rindermarkt und habe die riesige Baustelle gesehen. In einer Baulücke erwuchs in Heidi Rehns Fantasie das Hirschvogl am Rindermarkt. Schade, dass es nur Fiktion ist. Aber viele der alten zauberhaften Luxuskaufhäuser gibt es heute noch zu bewundern. Z.B. Das Bon Marché in Paris, Macy’s in New York, das KaDeWe in Berlin.

    Und wie es ausging für die Familie Hirschvogl, ob sie und ihr Kaufhaus das dunkle Kapitel der deutschen Geschichte überstanden haben, dass sei nicht verraten. Fakt und Fazit: Ich bin hin und weg und hätte noch 1.000 Seiten lesen können 

    © Marion Brunner_Buchwelten 2018

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    SveaJosephines avatar
    SveaJosephinevor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Eine wirklich schöne und eigentlich spannende Geschichte, wenn sie nicht so schrecklich umgesetzt wäre... es ist unheimlich schade darum.
    Wundervoller Inhalt mit schlechter Verpackung

    Bei keinem meiner bisher gelesenen Bücher fiel es mir so schwer, meine Eindrücke in Worte zu fassen, wie bei diesem. Für mich war es eine einzige Berg- und Talfahrt, immer wechselnd zwischen „Was für ein schlechtes Buch“ bis hin zu „Ich bin beeindruckt!“. Dementsprechend zwiegespalten wird wohl auch meine Rezension ausfallen. Aber zunächst zum Inhalt.

     

    Das Buch beschreibt die Geschichte des Münchner Kaufhauses Hirschvogl, das von der gleichnamigen Familie geleitet wird. Es beginnt mit der Eröffnung des Kaufhauses durch Thea und Jacob Hirschvogl und zieht sich über viele Jahrzehnte und mehrere Generationen dahin. Es gibt goldene Zeiten voller Glück und Reichtum, doch diese sind nicht von Dauer. Die Geschichte nimmt ihren Lauf und als die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland ergreifen, steht die jüdische Kaufmannsfamilie vor schier unlösbaren Herausforderungen...

     

    Die Geschichte an sich, wenn man den Schreib- und Erzählstil mal außen vor lässt, ist spannend und hat immer wieder neue Wendungen zu bieten. Die Charaktere geraten in Konflikte, versöhnen sich wieder, schmieden Pläne, bauen ihr Kaufhaus weiter aus und dies alles geschieht vor dem Hintergrund der damaligen politischen Ereignisse. In dem mit viel Liebe zum Detail entworfenen und beschriebenen Kaufhaus Hirschvogl fühlt man sich als Leser sofort heimisch und es macht Freude, sich die aufwendig dekorierten Verkaufsräume und Schaufenster vorzustellen. Zu vielen Charakteren baut man während des Lesens eine Beziehung auf und fiebert mit ihnen mit, spürt ihr Leid oder ihre Freude. Sowohl die geschichtlichen Hintergründe als auch die kaufmännischen Vorgänge im Hirschvogl werden authentisch dargelegt und sind umfangreich beschrieben, sodass auch Laien auf diesen Themengebieten gut mitkommen.

     

    Soweit der positive Teil. Für die Geschichte an sich würde ich sehr gerne zwischen 4 – 5 Sterne vergeben. Leider hat das Buch allerdings bei allen anderen Aspekten völlig für mich versagt.

     

    Zunächst wäre da einmal der Schreibstil. Er ist zwar, was die Wortwahl betrifft, wunderbar an den Inhalt und die damalige Zeit angepasst – auch daran, dass die wörtliche Rede oft in bayrischem Dialekt geschrieben ist, störe ich mich nicht – allerdings ist er sehr umständlich und ausschweifend und oft, gerade am Anfang des Buches, fiel es mir sehr schwer, aufmerksam zu bleiben. Ständig musste ich Sätze noch einmal lesen, da sie mich aufgrund der vielen Adjektive und Beschreibungen schnell ermüden ließen. Erst nach einiger Zeit hatte ich mich daran gewöhnt und das Lesen fiel mir leichter.

    Auch die Anzahl der Charaktere hat mich anfangs echt überfordert. Schon im ersten Kapitel wird man mit so vielen Namen und Personen konfrontiert, dass man nicht mehr weiß, wo einem der Kopf steht. Ich habe mir sogar ein paar Stammbäume und Beziehungsdiagramme aufgezeichnet, weil ich sonst immer wieder vergaß, wer wer war. Genaue Beschreibungen und Beziehungen zwischen den Charakteren wurden oft erst viel später im Buch wirklich klar, sodass man sie einordnen konnte. Dies finde ich persönlich sehr unglücklich gelöst.

    Was mir jedoch die komplette Freude an dem Buch genommen hat, war die Gewichtung, welche die Autorin in die einzelnen Szenen gelegt hat. Mir ist noch nie ein Buch untergekommen, das in dieser Hinsicht so viel falschgemacht hat wie dieses.

    Da gibt es Szenen, die unglaublich ausschweifend beschrieben werden. Seitenweise wird davon erzählt, wie ein paar Charaktere über etwas diskutieren, sei es die Deko für die neue Jahreszeit oder eine Familiensache. Dinge, die man in ein paar wenige Sätze fassen könnte, werden so langgezogen, dass man eine halbe Stunde lesen kann und am Ende nicht einmal mehr weiß, was man denn nun überhaupt gelesen hat. Um dem ganzen noch die Krone aufzusetzen: Hin und wieder passierte doch einmal etwas Spannendes. Etwas, wo man sich beim Lesen plötzlich aufsetzt und schneller liest und denkt: „Jetzt bin ich mal gespannt!“ Wo man das weitere Handeln der Charaktere gar nicht abwarten kann! Man liest, ein paar Sätze, dann blättert man um.

    Neues Kapitel.

    Fünf Jahre später.

    Und die Geschichte tuckert weiter ellenlang und zäh wie Kaugummi vor sich hin. Wie die Situation, in der man als Leser gerade mitgefiebert hat, letztendlich aufgelöst wurde, erfährt man oft gar nicht oder nur am Rande. Es ist wie die Fahrt auf der Achterbahn. Man fährt hoch, die Achterbahn beschleunigt und man ist kurz vor dem spannendsten Teil, der Abfahrt. Doch am allerhöchsten Punkt wird die Bahn plötzlich wieder flach und schleicht wieder vor sich hin. Es ist ein unglaublich frustrierendes Gefühl beim Lesen. Und es kam leider nicht nur einmal vor. Ich habe nicht mitgezählt, aber zwischen 5-10 Male werden es mindestens gewesen sein.

    Konflikte, die gerade noch schrecklich und unlösbar aussahen, werden einfach stehen gelassen. Die Charaktere sind am Boden, verzweifelt. Plötzlich der Zeitsprung, den Charakteren geht es wieder gut. Und irgendwann wird in einem kleinen Nebensatz erwähnt, wie das Ganze dann übrigens ausging. Genauso verhält es sich an vielen Stellen mit dem Tod gewisser Charaktere. Teilweise werden, auch wichtige Hauptcharaktere, ab einer Stelle plötzlich nicht mehr erwähnt – erst nach einer Weile erfährt man nebenher, dass die Person ja bereits vor drei Jahren gestorben ist.

    Das Buch gab mir nicht selten das Gefühl, dass sich die Autorin an solche Konfliktsituationen nicht herangetraut hat. Lieber wurden unwichtige, aber verhältnismäßig harmonische Szenen in die Länge gezogen, als einmal etwas auszuschreiben, was für den Leser spannend gewesen wäre. Auf diese Weise verliert der Roman unendlich viel von seiner Wirkung.

     

    Ich habe wirklich überlegt, ob ich dem Buch einen Stern geben soll, um es somit als Flop einzustufen. Was den negativen Teil meiner Rezension angeht, finde ich, es hätte dies verdient. Dennoch merke ich nun nach dem Lesen immer mehr, wie sehr ich an der Geschichte an sich und auch an einigen Charakteren hänge. Somit habe ich das Buch im mittleren Bereich eingeordnet, mit drei Sternen. Vielleicht merkt man meiner Rezension ja an, wie aufgebracht ich aufgrund der oft nicht passend ausgeschriebenen Szenen bin. Ich finde es einfach unheimlich schade für die Geschichte, die weder eine drei-Sterne-Bewertung, noch eine Rezension verdient hat, welche so viel Negatives aufzeigt.

     

    Kurzum: Es ist eine Geschichte, die für mich sicher nie in Vergessenheit geraten – jedoch aufgrund ihrer unglücklichen Verpackung auch immer einen sehr bitteren Beigeschmack mit sich ziehen wird.

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    Entenmausvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Eindrucksvoller Roman über eine bewegte Zeit
    Eindrucksvoller Roman über eine bewegte Zeit

    Heidi Rehns Roman "Das Haus der schönen Dinge" schildert sehr detailiert und stimmungsvoll den gesellschaftlichen Wandel in Deutschland während Kaiserreich, Weimarer Republik und NS-Regime. Ein schöner Schmöker!

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    Lumicercas avatar
    Lumicercavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine schöne Familiensaga über das Kaufhaus Hirschvogel
    ein schmaler Grad zwischen Wertschätzung und Neid

    Jacob Hirschvogel erfüllt sich seinen Traum und eröffnet das Kaufhaus Hirschvogel am Münchener Rindermarkt. Trotz jüdischer Wurzeln, wird sein Kaufhaus die Top Adresse Münchens. Eine starke Familie, die zusammen durch Höhen und Tiefen geht. Das Kaufhaus wird bis zur 3. Genration weitergeführt. Als der 2. Weltkrieg ausbricht, wendet sich das Blatt für die Hirschvogels. Ein hässlicher Krieg zeigt sein wahres Gesicht. Eine vollgepackte Zeitreise, die für mich im Zeitraster einige Lücken aufweist. Die Neugierde wird geweckt, man möchte unbedingt wissen, wie es am Ende für das Kaufhaus und der Familie ausgeht. Die Liebschaften untereinander und evtl. darauf folgenden Intrigen lassen sich nicht lange bitten und trumpfen voll auf. Eine emotinonale Geschichte der Familie Hischvogel.

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    Ariettas avatar
    Ariettavor einem Jahr
    Kurzmeinung: Sehr deataliert ist der Aufbau des Kaufhauses Hirschvogel beschrieben, dank Thea einer kreativen Frau
    Eine tolle und Familiensaga um eine Kaufhausdynastie

    Meine Meinung zum Inhalt und Autorin:


    Heidi Rehn hat viel Herzblut in ihre Familiengeschichte der Jüdischen Familie Jakob Hirschvogel in München und ihrem Kaufhaus einfließen lassen. Man spürt das es ihr ein großes Anliegen war von dieser Fiktiven Kaufhausdynastie dem Aufbau und Werdegang zu Akribisch erzählen, schon sehr Detail verliebt würde ich sagen. Das Leben der Münchner Gesellschaft in den goldenen Zwanzigern ist großartig beschrieben, man genoss das Leben in vollen Zügen, besuchte Partys, feierte das Geld floss, davon flotierte auch das Kaufhaus. Jakobs großer Traum geht in Erfüllung, nicht nur das auch wird er zum königlichen Bayrischen Hoflieferanten ernannt. Dank seiner Frau Thea die ihm nicht nur den Rücken stärkt, nein sie arbeitet mit und bringt viele Kreative Ideen ein, unermüdlich fährt sie mit Tochter nach Paris um dort die neuste Mode einzukaufen. Sie ist die Seele und Motor des Hauses, immer ein offenes Ohr für ihre Angestellten, die Kunden und ihre Familie. Auch Edra die Tochter von Lily tritt in die Fußstapfen. Drei Generation von Frauen die das Schicksal der Kaufhaus Dynastie mitbestimmen. Die mit Herzblut bei der Sache sind. Aber die Zeiten ändern sich in den 30 zigern Jahren, Hitler und seine Schergen kommen an das Ruder. Der Hass auf die Juden und die Verfolgung beginnt. Eine Familie die viele bittere und harte Schicksalsschläge hinnehmen müssen, die ein Auf und Ab erleben und immer versuchen das Ruder jedes mal herum zureisen. Ich habe die Familie bewundert für ihre Stärke den Mut, habe gebangt und gehofft das sie das ganze überleben. Eine Geschichte die 1897 beginnt und 1952 endet, darf man begleiten.. Danke auch für das ausführliche Glossar am Ende des Buches.


    Zur Autorin:

    Ihr Sprach und Schreibstil war flüssig und leicht lesbar. Schön fand ich den Einwurf der Münchner Dialekte, es gehörte zum Inhalt. Ebenso die damaligen Begriffe wie Ladnerin heute Verkäuferin, Lingerie – Wäsche usw. Das damalige Denken und die Redensarten. Der Plot war sehr gut aufgebaut, so das man es sehr gut nachvollziehen konnte. Etwas störend die abrupten Zeitsprünge, der 1. Weltkrieg und so manches hätte ausführlicher sein dürfen. Aber am Ende liefen offene Handlungen dann doch zu einem großen und ganzen zusammen. Der Spannungsbogen war nicht immer gleich hoch, besonders am Anfang hat sie sehr Ausführlich und detailliert das Kaufhaus beschrieben, das zog sich für meinen Geschmack etwas in die Länge.Aber wie gesagt es war ihre Herzensangelegenheit das Kaufhaus. Ihre Figuren fand ich sehr real und Glaubhaft, Menschen wie du und ich, aus Fleisch und Blut. Sie passten hervorragend in die Zeit, besonders Die Hirschvogelfrauen, waren sehr Emanzipiert, sie hoben sich aus der breiten Masse hervor, keine Heimchen am Herd, nein Geschäftsfrauen durch und durch die mit der Zeit gingen. Die, die Zügel in der Hand hielten. Die einzelnen Charaktere und Emotionen sind gut heraus kristallisiert. Historisch war alles sehr Authentisch, das geschehen zu den damaligen Zeiten Detail getreu wieder gegeben. Ob es die verschiedenen Politischen Lagen waren, die Inflationen, der schwarze Freitag, die Kriege, die Emanzipation der Frauen, die einzelnen Politischen Größen lernte man auch kennen, darunter leider auch Hitler und seine Schergen.Eine Welt im Umbruch erlebte man, teils mit einem unseren dunkelsten Kapiteln. Sie hat es geschafft uns in eine andere Epoche mit zunehmen...

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    Eliza08s avatar
    Eliza08vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein ganz tolles Buch!
    Eine Kaufhausdynastie im Spiel der Zeit

    Allein das Cover ist schon ein totaler Hingucker, am liebsten würde man sich sofort ins Getümmel stürzen bzw. wie die Frau im Vordergrund das Geschehen beobachten. Wenn dann auch noch der Name Heidi Rehn auf dem Cover steht, ist es für mich fast schon eine Pflicht das Buch zu lesen, zählt die Autorin doch zu denen deren Bücher ich bisher immer sehr gerne gelesen habe.

    Der Klappentext verrät zwar schon einiges, dennoch ist jedem, der sich ein klein wenig in der deutschen Geschichte auskennt klar, dass den Hirschvogels schwere Zeiten bevorstehen. Die Neugier der Leser wird somit gekonnt geweckt. In diesem Roman geht es nicht nur um eine Kaufhausdynastie, sondern auch um ein Familienschicksal, um die Stellung der Juden in der deutschen Gesellschaft in turbulenten bis schwierigen Zeiten und nicht zuletzt die Emanzipation der Frau innerhalb der eigenen Familie. Heidi Rehn zeigt sehr eindrucksvoll das Familien zum Spielball der Zeit, der Gesellschaft und der Politik werden können, sofern sie nicht mehr in das aktuelle Raster passen. Besonders mit Lily und Jacob Hirschvogel hat die Autorin zwei Figuren geschaffen, mit denen sich der Leser absolut identifizieren kann. Sie haben nicht nur Stärken oder Schwächen, nein, sie sind authentisch indem sie beides in sich vereinen. Besonders Lily schafft mehr als man ihr zuerst zutraut, doch auch sie kann nicht immer nur die „starke“ Frau sein, sondern muss sich auch eingestehen, dass sie irgendwann an ihre Grenzen stößt. Der Roman wird von der Autorin weites gehend chronologisch erzählt, Zeitsprünge und Raffungen tragen dazu bei, dass es niemals langweilig wird und die wirklich wichtigen Ereignisse dieser Familie ins rechte Licht gerückt werden. Ebenso schafft es die Autorin keine logischen Lücken entstehen zu lassen, ob politische oder wirtschaftliche Entwicklungen sind für die Leser zu jeder Zeit nachvollziehbar. Der Schreibstil von Heidi Rehn hat mich auch diesmal wieder überzeugt: tolle Dialoge, sehr bildliche Beschreibungen, verschiedene Perspektiven. Ein Buch zum Eintauchen und Abtauchen, am liebsten möchte man es gar nicht mehr zur Seite legen!

    Ein Roman, den ich jedem Leser nur wärmsten ans Herz legen kann, ein Roman der unter die Haut geht, bei dem man lachen und weinen kann und den man nicht so schnell vergisst. Danke für dieses tolle Leseerlebnis! Ganz klare Lese- und Kaufempfehlung für diese berührende und zugleich spannende Familiensaga die bestes Kopfkino garantiert.

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    Zabou1964s avatar
    Zabou1964vor einem Jahr
    Eine anschauliche Reise in die deutsche Vergangenheit

    Heidi Rehn gehört zu meinen Lieblingsautorinnen. Ich habe zwar nicht alle, aber doch die meisten ihrer Bücher gelesen. Und so habe ich auch das neuste Werk aus ihrer Feder, in dem es um eine jüdische Kaufhausdynastie geht, begeistert verschlungen.

    Jacob und Thea Hirschvogl eröffnen 1897 in München am Rindermarkt ein Kaufhaus. Damit erfüllen sich die beiden einen langgehegten Traum. Besonders Thea hat ein Händchen dafür, mit ihrer gestalterischen Art und ihren kulturellen Vorlieben aus dem Kaufhaus etwas ganz Besonderes zu machen. Ihre Tochter Lily interessiert sich schon als junges Mädchen für alles, was mit dem Kaufhaus zu tun hat. Sie übernimmt in den 20er-Jahren die Leitung. Doch die Zeiten werden schlechter und die Schuld wird, wie so oft in der Geschichte, den Juden in die Schuhe geschoben. Als Hitler 1933 an die Macht kommt, ist nicht nur das Kaufhaus in Gefahr. Die Familie Hirschvogl muss um ihr Leben bangen.

    Ich mag historische Romane sehr gerne, besonders solche, in den Geschichten über mehrere Generationen erzählt werden. Heidi Rehn hat es geschafft, dass ich mit der Familie Hirschvogl gefühlt habe. Die einzelnen Mitglieder der Familie und deren Freunde sind mir immer mehr ans Herz gewachsen, sodass ich am Ende traurig war, von ihnen Abschied nehmen zu müssen. Die Geschehnisse rund um die Judenverfolgung und das Aufkommen des Nationalsozialismus hat die Autorin zum Glück nicht zu detailliert geschildert. Hier hat sie das Augenmerk mehr auf die zwischenmenschlichen Belange gelegt, was für einige Überraschungen und Enttäuschungen gesorgt hat. Denn so mancher „Freund“ hat sich sehr schnell als falsch herausgestellt.

    Die wunderbar bildhaften Beschreibungen des Kaufhauses und seiner Kunden haben mich sehr begeistert. Ich mag diese alten Tempel des Kommerzes sehr. Wenn ich in einer fremden Stadt bin, schaue ich mir immer solche Gebäude an. Das Hirschvogl, das im Übrigen ein fiktives Kaufhaus ist, ist sofort vor meinem inneren Auge entstanden. Die Familie Hirschvogl steht exemplarisch für viele jüdische Kaufleute, denen es damals ähnlich gegangen ist.

    Fazit:
    Heidi Rehn ist eine anschauliche Reise in die deutsche Vergangenheit gelungen, die mich sehr bewegt hat.

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    Leserin3vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Die Geschichte einer erfolgreichen jüdischen Kaufmannsfamilie, welche jedoch tief stürzen muss.
    Glanzvolle Vergangenheit

    Das Cover stimmt mich fast romantisch, ich fühle mich in eine vergangene, vornehme Welt  versetzt, doch den Leser erwartet ein schreckliches Ende. Der jüdische Kaufmann Jacob Hirschvogl gründet 1897 ein prachtvolles Kaufhaus, welches seine Tochter Lily in den Jahren nach dem ersten Weltkrieg mit Talent und Engagement weiterführt. Anfang der Dreissigerjahre wird jedoch hinweggefegt, was über Jahrzehnte aufgebaut wurde. Es ist die Geschichte dreier Generationen, gespiegelt im glanzvollen Aufstieg der «guten» Jahre und im grausamen Absturz in Deutschlands dunkelster Zeit. Die Beschreibungen gehen ins Detail, vermitteln uns das farbige Bild einer erfolgreichen Familie mit sympathischen Menschen. Alle Facetten der Gefühle bieten sich dem Leser dar, Trauer ohne Larmoyanz, gegen Schluss Zerstörung und zerbrochene Freundschaften. Von der Autorin toll und mit Tempo geschrieben, eine fesselnde Story, basierend auf genauen Recherchen. Der Roman hat zwar seine Längen, doch wird der Spannungsbogen bis zum Schluss gehalten. Ein weiteres lesenswertes Buch zur deutschen Geschichte.

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    Kerstin_Lohdes avatar
    Kerstin_Lohdevor einem Jahr
    Ein ungewöhnlicher aber gut geschriebener Roman

    Wenn ich dieses Buch in der Buchhandlung meines Vertrauens gesehen hätte, würde ich es zumindest mal in die Hand nehmen. Denn das Cover verlockt dazu, es nicht nur anzuschauen sondern auch mal den Klappentext zu lesen.
    Nachdem bei mir die Neugier für dieses Buch überhand genommen hatte, habe ich mit dem Lesen begonnen. Und ich war schon nach den ersten Seiten begeistert, wie gut das Buch geschrieben ist. Es ist zwar Unterhaltungsliteratur, aber an manchen Tagen ist so etwas genau richtig für mich. Und nachdem ich ein paar Seiten gelesen hatte, konnte ich es kaum mehr aus der Hand legen so intressant war es. Hier baut sich die Spannung so nach und nach auf und dann bleibt es bis zum Schluss spannend, es gibt aber auch unerwartete Wendungen.
    Ich kann bei diesem Roman nur empfehlen, sich ihn mal anzuschauen und gegebenenfalls auch mal anzulesen. Er könnte was für alle sein die gute Unterhaltungsliteratur mögen.

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