Heidi Rehn Spiel der Hoffnung

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Inhaltsangabe zu „Spiel der Hoffnung“ von Heidi Rehn

1927 scheint die ganze Welt von einem Taumel ergriffen. Zwischen Berlin und München, Monte Carlo und Paris herrscht ausgelassene Aufbruchstimmung. Niemand ahnt, wie nah am Abgrund man sich in Wahrheit befindet. In vollen Zügen genießt Ella ihr junges Eheglück mit dem gutsituierten Unternehmersohn Jobst. Ihre gemeinsamen Reisen führen sie nach Montreux und Paris sowie an die italienische und französische Riviera, in mondäne Casinos und Varietés. Einzig Jobsts rätselhafte Geschäftstermine, zu denen er immer mal wieder verschwindet, manchmal gleich für mehrere Tage, behagen Ella gar nicht. Doch verbirgt ihr Mann wirklich etwas vor ihr – oder entspringt ihr Misstrauen nur ihrem eigenen schlechten Gewissen, weil sie selbst mehr als ein Geheimnis hütet?

ganz interessant,hätte noch über den Krieg hinaus gehen können!

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Tolle Milieustudie der 20er Jahre. Geheimnisse, Intrigen Drogenmissbrauch, Glücksspiel, Liebe, Standesunterschiede - das wahre Leben!

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Das Schicksal einer Hakbjüdin, die durch die Intrigen eines verwöhnten Mädchens und Schwulitäten gerät.

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Spannender und unterhaltsamer historischer Roman um die Goldenen Zwanziger mit glaubwürdiger Liebesgeschichte und interessanten Figuren.

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Literatur vom Besten!

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Ein wundervoller Roman, der mich ganz in seinen Bann gezogen hat!

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  • Ein Abenteuer, das sich für mich gelohnt hat.

    Spiel der Hoffnung
    TanteGhost

    TanteGhost

    02. June 2017 um 09:57

    Das Schicksal einer Hakbjüdin, die durch die Intrigen eines verwöhnten Mädchens und Schwulitäten gerät.Inhalt:Ella Withkamp will den Professor in München eigentlich nur kennen lernen. Seine Adresse fand sie im Nachlass ihrer Mutter. - Dass sie dann aber den Sohn eines münchener Unternehmers kennen und lieben lernt, war so nicht geplant. Die Hochzeit ist dann auch ziemlich schnell und klein. Und trotzdem hat Ella in ihrer Schwägerin auch eine erbitterte Feindin gefunden. Viktoria will ihr mit aller Macht die Tour vermasseln und engagiert dafür sogar einen Privatdetektiv. Er soll Sachen über Ella heraus finden, die sie selber nicht weiß.Jobst , ihr Ehemann , will von ihrer Vergangenheit nichts wissen. Er lebt seine Liebe zu ihr und verschwindet immer mal wieder zu Geschäftsreisen und Terminen. Er macht aus deren Inhalt und Zweck ein Geheimnis. Es kommt , was kommen muss. Mitten im großen Glück , als Ellla und Jobst eine Reise nach Paris unternommen haben, tauchen Fotos aus Ella Ihrer Vergangenheit auf. Genau diese Fotos sorgen für einen großen Bruch in der Ehe und einen riesengroßen Krach im Hause der Schwiegereltern. Ellas jüdische Wurzeln werden plötzlich zum Thema und Ella ergreift dir Flucht . Sie versteckt sich im anonymen Berlin.Ein Freund von Jobst, der schon immer ein Talent für den richtigen Augenblick hatte, taucht aber auf, holt sie aus ihrem Tun heraus und fährt mit ihr zu ihrem Jobst. Denn auch der hat es in seiner Familie nicht mehr ausgehalten und will sein Glück am Spieltisch versuchen. Doch Ella und Jobst müssen klären, wie es weiter gehen soll. Denn Ella hat inzwischen festgestellt , dass sie ein Kind erwartet.Der erste Satz:"Die Adresse stimmte noch."Der letzte Satz:"Was sollte jetzt noch Schlimmes passieren?"Fazit:Ich war angenehm überrascht von dem Buch. Ich habe es gewonnen und am Ende gar nicht gewusst, worauf ich mich dann bei der Lektüre am Ende einlasse. Dann aber wurde ich positiv überrascht.Zum einen handelt es sich hier um eine ziemlich normal Familiengeschichte. Gut, sie spielt in den 1920er Jahren, aber auch das ist jetzt noch nicht so die Sensation. Auch die Handlung ist eigentlich typisch Drama in der gehobenen Gesellschaft. Aber was das Ganze so spannend macht, ist die Tatsache, dass Hitler unterschwellig schon mitspielt. Jeder kennt um die Geschichte dieses schreienden Emporkömmlings und genau so zeigt er sich auch in der Handlung. Und da die Protagonistin auch noch Halbjüdin ist, ist die Spannung vorprogrammiert. Schon allein um der tatsächlichen Geschichte wegen. Jeder weiß, was mit Juden angestellt wurde.Ansonsten lässt es sich schön flüssig lesen und die Handlung ist leicht verständlich. Alles ist so beschrieben, dass man es leicht versteht und ruhig auch mal etwas abgespannt sein kann, beim Lesen. Einzig das Kopfkino brauchte immer etwas, bis es angesprungen ist. Aber wenn es dann angesprungen war, zeigte es mir Bilder, die besser nicht sein konnten.Dauerlesen war möglich und notwendig . Einmal angefangen und in die Handlung vertieft , war so schnell nicht mehr davon los zu kommen. Ich habe gelesen, war in der Zeit vollkommen vertieft und habe meine Umwelt komplett dabei vergessen. So gefesselt hat mich das Ganze .Ich kann für dieses Buch einfach nur wärmstens eine Leseempfehlung aussprechen. Ehrlich, ihr macht damit absolut nichts falsch. Und wer weiß , vielleicht eröffnet sich euch ja auch ein neues Genre, so wie mir.

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  • Challenge Historische Romane 2016

    Buecherwurm1973

    Buecherwurm1973

    Hallo Freunde der Historischen Romane! Unsere Challenge findet auch im Jahre 2016 statt. Mit neuen Kategorien und neuen Regeln. In diesem Jahr müssen  20 Bücher gelesen werden. Es gibt noch ein paar andere Änderungen. Am Ende des Jahres wird ein Bücherpaket verlost. Es gelten folgende Regeln: Ablauf:  Du kannst dich unten mit einem Kommentar anmelden. Erstellt bitte einen Sammelbeitrag, in dem ihr euere Rezensionen sammelt. Ich werde daraufhin eine Teilnehmerliste führen. Dann habe ich einen Überblick. 15 Bücher müssen rezensiert werden. 5 dürfen mit einem Leserkommentar bewertet werden. Es zählen nur rezensierte Bücher oder die 5 mit Leserkommentar. Auch dieses Jahr wird es  wieder Kategorien geben. Ich gebe euch 8 Kategorien und ihr müsst daraus die Hälfte lesen. Den Rest dürft ihr frei wählen. In jeder Kategorie max. 2 Bücher. Zeitspanne: 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2016 Mindestzahl Bücher:  20 Bücher müssen gelesen werden. Du kannst jederzeit einsteigen oder dich wieder abmelden. Du verpflichtest dich nicht fix. Die Challenge soll Spass machen! KATEGORIEN Historische Auswanderer-Romane: Auf vielfachen Wunsch wurden Siedler-Romane gewünscht. Ich habe den Begriff "Historische Auswanderer Romane" gefunden. Kaiserreiche /Königsreiche: Alle Romane über die Kaiser- und Königsreiche der Vergangenheit sind hier gefragt. Es gibt genügend Auswahl.  Mittelalter: bezeichnet in der europäischen Geschichte die Epoche zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit (ca. 6. bis 15. Jahrhundert) Historische Personen: Keine Biografien. Sondern fiktionale Romane über historische Personen. Z.B. Tanja Langer, die ein Buch über Heinrich Kleists Selbstmord geschrieben hat. Historische Krimis: Kriminalromane bis zirka zum 2. Weltkrieg. Danach sind es für mich keine Historische Krimis mehr. 1. und 2. Weltkrieg: Romane, die sich im Umfeld der beiden Weltkriege bewegen. Historische Ereignisse: Romane, die sich im Umfeld von Historischen Ereignissen spielen. Zum Beispiel Russische Revolution, Französische Revolution, Franco-Ära etc... Glauben: Es gibt unzählige Romane über die Katholische Kirche (Papst), die Reformation und andere Glaubenskriege. 10 Bücher aus diesen Kategorien müssen gelesen werden. Ich freue mich auf zahlreiche Teilnehmer und einen regen Austausch! Teilnehmerliste: Gesamt: anne_lay   20/20anushka    20/20 ban-aislingeach    8/20 Bellis-Perennis  90/20 Buchraettin    20/20ChattysBuecherblog  22/20Curin    2/20 DieBerta       0/20 engineerwife    27/20Filzblume   16/20 Finesty22   0/20 Floh      41/20 Fornika  21/20Ginevra    20/20 histeriker   21/20Insider2199  6/20 JuliB      7/20 Kirschbluetensommer    20/20 LadySamira091062      1/20Lese_gerne  15/20 leseratteneu    0/20 LibriHolly     5/20mabuerle   42/20 PMelittaM    20/20 Pucki60      15/20 Rissa    2/20 robberta        3/20 specialang   3/20 sursulapitschi     20/20Sternenstaubfee   36/20Svanvithe    0/20 tiggger  2/20Traubenbaer 4/20 werderaner  14/20 Historische Auswanderer-Romane: anne_lay 2/2anushka   1/2 ban-aislingeach    0/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 0/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   1/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  1/2 Ginevra  0/2 histeriker    0/2 Insider2199 2/2 JuliB       2/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne  2/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle   2/2 PMelittaM   1/2 Pucki60    2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi     2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  0/2Traubenbaer 1/2 werderaner  0/2Kaiserreiche / Königreiche: anne_lay 1/2anushka    2/2 ban-aislingeach   2/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    0/2 ChattysBuecherblog 1/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    1/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh      2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199   0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      1/2 Lese_gerne 1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     1/2mabuerle  2/2 PMelittaM  2/2 Pucki60     1 /2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    1/2 sursulapitschi      0/2Sternenstaubfee    0/2Svanvithe    0/2tiggger  0/2Traubenbaer 0/2 werderaner  2/2 Mittelalter: anne_lay 2/2anushka    2/2 ban-aislingeach    1/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin   2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2Insider2199 0/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 0/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly    1/2mabuerle  2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60     1/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2 tiggger  2/2Traubenbaer 1/2 werderaner  1/2 Historische Personen: anne_lay 2/2anushka    2/2 ban-aislingeach    2/2 Bellis-Perenni   2/2 Buchraettin   2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife   2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2 Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199 1/2 JuliB       0/2 Kirschbluetensommer     2/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 1/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM   2/2 Pucki60      2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    0/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe     0/2 tiggger  4/2Traubenbaer 1/2 werderaner  0/2 Historische Krimis: anne_lay 2/2anushka   1/2 ban-aislingeach    1/2 Bellis-Perennis   2/2 Buchraettin    2/2 ChattysBuecherblog 2/2 Curin     0/2 DieBerta       0/2 engineerwife    2/2 Filzblume   2/2 Finesty22   0/2 Floh       2/2 Fornika  2/2Ginevra  2/2 histeriker    2/2 Insider2199 0/2 JuliB      2/2 Kirschbluetensommer     1/2 LadySamira091062      0/2 Lese_gerne 2/2 leseratteneu    0/2 LibriHolly     0/2mabuerle   2/2 PMelittaM    2/2 Pucki60      2/2 Rissa    0/2 robberta        0/2 specialang    1/2 sursulapitschi      2/2Sternenstaubfee   2/2Svanvithe   0/2tiggger  0/2Trauenbenbaer 0/2 werderaner  2/2 1. und 2. 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    • 779
  • Goldenen Zwanziger Jahre

    Spiel der Hoffnung
    mama2009

    mama2009

    17. October 2016 um 11:11

    Inhalt: Ella ist eine junge Frau, die nach dem Tod ihrer Mutter allein da steht. Im Nachlass findet sie einen Zettel mit dem Namen eines Münchener Professors. Wie es der Zufall so will, läuft sie dort ihrem zukommen Ehemann über den Weg, für beide Liebe auf dem ersten Blick. Ein scheinbar glückliches Leben in der besseren Gesellschaft steht vor ihr, doch auch ein Welt von Intrigen, Geheimnissen und Oberflächlichkeiten. Fazit: Heidi Rehn schafft es nach "Der Sommer der Freiheit" mich mit einem weiteren Roman zu begeistern. Ella ist mir sofort sehr sympathisch. Das sie keine Angehörigen mehr hat, finde ich sehr traurig, sie lässt sich jedoch nicht hängen und geht ihren Weg. Mitunter scheint sie auch etwas zu gutgläubig zu sein, da sie nicht weiter nachfragt, was ihr Ehemann so geschäftlich allein zu klären hat bzw. sich mit lapidaren Aussagen zu frieden gibt. Aber dies ist ihrer Jugend und ihrer Verliebtheit geschuldet und macht sie für mich noch sympathischer. Auch dass sie sich ihrer Schwägerin behaupten kann, beeindruckt mich, sie ist eine willensstarke junge Frau. Ihr Ehemann Jobst, jüngster Sohn der Kirchenreuths, ist für mich zunächst sehr unnahbar, zu undurchsichtig, irgendwie mehr ein draufgängerischer Junggeselle, der nichts von der Vergangenheit wissen möchte und nur in der Gegenwart lebt. Im Verlauf der Geschichte erfährt man auch warum er so ist und so reagiert. Seine Eltern sind erfolgreiche Besitzer einer Maschinenfabrik und passen ihre Meinung so an, dass sie weiterhin gut in der Gesellschaft dastehen und ja keine Aufträge durch mögliche neue politische Konstellationen verlieren. Mit der Zeit merkt man diese Oberflächlichkeit und wie das Ansehen der Familie im Vordergrund steht und nicht der einzelne. An Falk, dem ältere Bruder von Jobst konnte ich nichts finden, was ihn positiv erscheinen lassen könnte. Er ist für mich eine solche Person, was für meinen Sohn als Schimpfwort verboten ist. Schwägerin Viktoria hat in ihrer Art und Weise nicht meine Sympathie gewinnen können, doch ihr Leben ist nicht so golden wie zunächst gedacht und somit kann ich ihr Handeln zumindest im Rückblick besser verstehen, als Art Schutz. Besonders gelungen finde ich, dass die gesellschaftliche Stimmung der Nachkriegszeit deutlich wird, dass sich die meisten nicht mit der deutschen Kriegsschuld einverstanden gaben. Was für mich beim Lesen noch viel deutlicher geworden ist, wie schwierig das Regieren bei den vielen Parteien gewesen sein muss. Erschreckend und mir bisher völlig unbekannt, dass die bessere Münchener Gesellschaft Hitler und seine NSDAP finanziell unterstützt hat und das in Berlin und Brandenburg die Macht der Braunen so starkunterschätzt wurde. All das konnte mir kein Geschichtsunterricht lehren und somit ist "Spiel der Hoffnung" für mich nicht nur ein Gesellschaftsroman über die Goldenen Zwanziger sondern ein solide recherchierter historische Roman. Eindeutig eine Leseempfehlung und mein Lesehighlight im Herbst. Hervorzuheben ist auch die gelungene Gestaltung des Taschenbuches, schon allein das Cover schickt mich in die Zeit der goldenen Zwanziger, Grammophon, extravagante Kleider und Tanzveranstaltungen. Schlägt man das Buch auf, wird man gleich von Heidi Rehn begrüßt, mit der Einladung mit ihr die Schauplätze des Romans in einem buchigen Spaziergang kennenzulernen, verlockend. Und natürlich das umfangreiche Glossar.

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    • 2
  • Die Goldenen Zwanziger

    Spiel der Hoffnung
    dubh

    dubh

    16. October 2016 um 21:43

    München, zur Zeit der Goldenen Zwanziger.Nach dem frühen Tod ihrer Mutter kommt Ella Wittkamp von Berlin nach München. Ein Zettel im Nachlass ihrer Mutter hat die junge Frau dazu veranlasst - darauf steht, dass ein gewisser Constantin Lutz unbedingt von ihrem Tod erfahren soll. Völlig auf sich allein gestellt, besucht Ella den älteren Mann, ein Professor an der Münchner Universität. Doch schon die erste Begegnung ist sonderbar, denn Lutz gibt Ella spontan als seine Nichte aus...Schon bald ist Ella glücklich verheiratet und genießt ein ungewohntes Leben mit dem Unternehmersohn Jobst, doch den, der sich für all das stark gemacht hat, hat sie auch verloren: ihr angeblicher Onkel ist noch vor ihrer Hochzeit verstorben. Zuvor hat er Ella jedoch eine Aktentasche überreicht - mit dem Hinweis, dass die darin enthaltenen Unterlagen sehr wichtig sind und ihren Stand in ihrer neuen Familie sichert.Doch das neue, aufregende Leben an der Seite ihres Liebsten hält auch Schattenseiten bereit: Jobst verschwindet schon auf der Hochzeitsreise in Italien tagelang und die heimische Villa von Jobsts Eltern hat durchaus Ähnlichkeiten mit einem goldenen Käfig. Zumal die Schwägerin Viktoria nicht gerade zu den freundlichsten Zeitgenossinnen zählt...Und so macht sich Ella daran, die eigenen Fragen zu beantworten: die ihrer Herkunft und der Aktentasche, aber auch das Rätsel, warum Constantin Lutz sie selbst bei seinem besten Freund, Jobsts Vater, als seine Nichte ausgegeben hat.Die Autorin Heidi Rehn hat mit "Spiel der Hoffnung" den dritten Roman, der im noch jungen 20. Jahrhundert spielt, vorgelegt. 1927, die Weltwirtschaftskrise scheint noch in weiter Ferne, geht es der Bevölkerung einigermaßen gut - wenn einigen auch deutlich besser als dem Großteil. Doch die ersten dunklen Wolken ziehen auf: Hitler sammelt in der bairischen Landeshauptstadt bereits fleißig Anhänger, wenngleich der Schreihals vielerorts noch nicht wirklich ernst genommen wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass der Antisemitismus längst in Deutschland grassiert - eine Tatsache, die Ella schnell in ihrer neuen Familie bemerkt.Und da bin ich schon bei einer großen Stärke dieses Romans: die Verknüpfung historischer Fakten mit der Hauptfigur Ella Wittkamp und ihren Erlebnissen. Sicher, es handelt sich um keine politischen Roman, sondern um richtig gut gemachte Unterhaltung, die von einer jungen, lebensfrohen Frau auf der Suche nach ihren Wurzeln ist. Aber - und das ist ein großes Aber - die Autorin schafft es perfekt, eine authentische Atmosphäre zu erzeugen und so die damalige Zeit vor dem geistigen Auge entstehen zu lassen.Eine weitere große Stärke sind die Figuren, für die Heidi Rehn schlicht und ergreifend einfach ein Händchen hat. Sie sind glaubhaft und nicht eindimensional, so dass ich ihre Entwicklung gerne verfolgt habe - allen voran natürlich die von Ella.  Als kleines Bonbon für alle KennerInnen von "Sommer der Freiheit" und "Tanz des Vergessens" gibt es kleine Wiedersehen mit der ein oder anderen liebgewonnenen Figur.Kurzum, für mich ist "Spiel der Hoffnung" ein Volltreffer, der mich bestens unterhalten hat und mich schon gespannt auf weitere Bücher der Autorin warten lässt.

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    • 2
  • Stimmungsvolles Zeitbild der ausklingenden Goldenen Zwanziger

    Spiel der Hoffnung
    SinjeB

    SinjeB

    15. October 2016 um 14:38

    Stimmungsvolles Zeitbild der ausklingenden Goldenen Zwanziger, in denen längst nicht mehr alles glänzt Zum Inhalt: Ende 1926 führt eine Adresse aus dem Nachlass ihrer Mutter die junge Ella Wittkamp zu dem Münchner Professor Constantin Lutz. Der stellt sie prompt dem Industriellensohn Jobst Kirchenreuth als seine Nichte vor. Ein halbes Jahr später ist auch Professor Lutz tot und Ella mit Jobst verheiratet. Lutz' Hinterlassenschaft an Ella besteht in einer ominösen Mappe mit Unterlagen, die ihre Zukunft bei den Kirchenreuths sichern soll. Doch zunächst genießen die frischgebackenen Eheleute ausschweifende Flitterwochen an den angesagtesten Locations Europas. Es wird gespielt, gekokst und ordentlich Geld zum Fenster herausgeworfen. Zurück in München folgt die Ernüchterung: Hatte Jobst bereits während des Honigmonds ab und an durch Abwesenheit geglänzt, sitzt Ella, die vor ihrem Umzug nach München berufstätig war, bald in der Familienvilla der Kirchenreuths oft nutzlos herum und darf den weiblichen Repräsentationszweck erfüllen. Während es für Schwiegermutter Isolde kaum ein wichtigeres Thema als den hoffentlich bald eintreffenden Nachwuchs gibt, ist Ella ihrer Schwägerin Viktoria ein Dorn im Auge. Sie hat es sich in den Kopf gesetzt, Ella als Hochstaplerin zu entlarven ... Meine Meinung: "Spiel der Hoffnung" ist der erste Roman, den ich von Autorin Heidi Rehn lesen durfte, und ich kann jetzt schon sagen, dass er trotz kleiner Abstriche bestimmt nicht der letzte war. Heidi Rehns historischer Roman, der knapp drei Jahre im Leben seiner Protagonisten abdeckt, entführt den Leser in die vermeintlich schillernde Welt des Jetsets der 1920er Jahre und flicht gekonnt historische Fakten ein, um interessante Einblicke in diese Zeit des erneuten Umbruchs zu bieten. Zum stimmungsvollen Gesamtbild tragen vor allem Rehns Figuren bei, die mehrschichtig gezeichnet sind und sich nicht in ein Schema pressen lassen. Allen voran steht Ella, die im Grunde ihrer Vergangenheit beraubt ist und sich im Laufe der Geschichte nach und nach kennenlernt, und dieses Kennenlernen ist wahrlich kein Zuckerschlecken. Entgegen Jobsts Auffassung, dass die Vergangenheit vergangen ist und nur das Jetzt zählt, ist es ihr wichtig, mehr über ihre Herkunft zu erfahren. Der Große Krieg liegt noch nicht lang zurück, und während Jobst die Zeit an der Front hinter sich lassen will, sind es gerade diese Jahre, die Ella entwurzelt haben. Dass sie sich in Rehns Geschichte dennoch vergleichsweise lang dem süßen Leben hingibt, bevor sie endlich der ominösen Mappe des Professors auf den Grund geht, lässt sich wohl mit ihrer Jugend entschuldigen. Da darf im ersten Teil durchaus gefeiert und geshoppt werden. Kleider und Handtaschen, Variétés und Casino sind an der Tagesordnung und werden lebendig und sehr bildhaft geschildert. Nach dieser cleveren, unterhaltsamen Ablenkung besticht die zweite Romanhälfte schließlich mit ordentlich Spannung und Dynamik. Nicht zuletzt sind die Hintergründe um die Mappe des Professors höchst interessant und glaubwürdig erzählt. Wenngleich Ella, die es aufgrund ihrer einfachen Herkunft gewöhnt ist, für sich zu sorgen, unumstritten im Mittelpunkt steht, sind die übrigen Figuren längst keine Randstatisten. Während Ella sich nicht in die Ehefrau-und-Mutter-Rolle pressen lassen will und der schwiegerelterliche Erwartungsdruck schwer auf ihr lastet, hat Gegenspielerin Viktoria diese Pflicht schon mal erfüllt. Als Mutter von Zwillingen tritt sie in der Villa der Kirchenreuths und in der Öffentlichkeit gebührlich auf. Hinter der Fassade bröckelt es aber gewaltig, wie Heidi Rehns personal erzählter Schwenk auf Viktoria zeigt. Sie versteht es ausgezeichnet, die ältere Schwägerin zugleich als durchtrieben, verzweifelt, mütterlich und sogar bemitleidenswert darzustellen. Im Vergleich dazu bleibt Ellas Gatte Jobst in meinen Augen etwas blass. Bereits auf der Hochzeitsreise zeigt er sich mit großen Pupillen und schwankt zwischen zärtlicher Zuneigung zu Ella, wilder Begierde und stoischer Verschlossenheit. Angesichts der flotten Heirat sind Konflikte vorprogrammiert. Die jungen Eheleute kennen sich nicht wirklich. Es ist Ellas verständigem, einfühlsamen und nicht zuletzt geduldigem Charakter zu verdanken, dass der eheliche Handlungsstrang nicht mit der Rückkehr nach München beendet ist. Mit den kurzlebigen Jetset-Affären hat das Paar nichts gemein: erfreulicherweise verbinden es nämlich echte Gefühle, die - wie auch Jobst technisches Interesse und sein Geschäftssinn - im Laufe der Geschichte immer mehr Kontur annehmen dürfen. Ellas und Jobst Liebesgeschichte mit ihren Höhen und Tiefen ist angenehm zu lesen und bietet einen ausgewogenen, wohltuenden Gegenpol zu der von Ressentiments, Erpressung und Gewalt geprägten Ehe von Viktoria und Jobst Bruder Falk. Die Darstellung der Familien- und Beziehungsgefüge gelingt Heidi Rehn besonders gut, da sie sich nicht auf soziale Zeitklischees beschränkt, sondern gekonnt die unterschiedlichen politischen Anschauungen und Lebensvorstellungen der Beteiligten aufzeigt. Diese bergen nicht nur Konfliktpotenzial, sondern auch Raum für eine Fortsetzung der Kirchenreuth-Familiensaga. Neben den Veränderungen, die durch Ellas Heirat mit Jobst in der Familie entstehen, erfährt auch der zeitliche Hintergrund ihrer Geschichte Veränderungen. So projiziert die Autorin ein kontrastreiches Bild der sehr verschiedenen Städte München und Berlin: Während Ellas Heimat Berlin lebendig leuchtet, weltoffen ist und dem aufstrebenden Nationalsozialismus noch die Stirn bietet, ist das München der Kirchenreuths buchstäblich dunkel (Leuchtreklame ist verboten) und konservativ. Im Hintergrund aber findet Hitler mehr und mehr Anhänger. Auch hier besteht durchaus Raum für eine Weitererzählung des Handlungsstrangs rund um die Maschinenbaufirma der Kirchenreuths. Rehns Nebencharaktere sind interessant, haben stringente Handlungsstränge und verschwinden nicht sang- und klanglos. Sie schreibt ihnen passende Dialoge in passender Sprache auf den Leib und macht sie damit glaubwürdig. Reale politische Persönlichkeiten erhalten ebenfalls dann und wann einen kleinen Statistenauftritt, womit das Zeitbild angenehm abgerundet wird. Etwas schwer getan habe ich mich allerdings mit Heidi Rehns Nominalstil, den ich als geradezu bürokratisch steif empfinde. So versucht sich Ella beispielsweise "im Herausfinden der Wahrheit", Viktoria steigt "nach dem Aussteigen" (aus der Tram) unangenehmer Geruch in die Nase oder Ella unterhält sich mit Rike "während des Durchgeknetetwerdens" ... Im Gegensatz dazu nimmt das "Patsch!", mit dem jede Ohrfeige angekündigt wird (und es gibt so einige Ohrfeigen in diesem Roman), schon fast comichafte Züge an. Auch ein paar Wiederholungen - so wird beispielsweise ständig Viktorias Haarfarbe erwähnt - führen dazu, dass ich einen Punkt vom Gesamteindruck abziehe. Dennoch ist "Spiel der Hoffnung" ein rundum befriedigender historischer Roman zwischen Familiensaga und europäischer Geschichte Ende der Goldenen Zwanziger und macht Lust auf mehr Lektüre über diese Epoche. Fazit: Ausgewogener historischer Roman, der mit schillernden Szenerien mitzureißen weiß, aber auch mit Schattenseiten und lauten wie auch leisen Töne überzeugt und nuancierte Figuren bietet. Empfehlenswert für Leser, die sich für die Zeit der Weimarer Republik interessieren und gleichzeitig eine glaubwürdige Familien- und Liebesgeschichte genießen möchten. Gesamteindruck: 4 von 5 Punkten

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  • Die 20er

    Spiel der Hoffnung
    Eliza08

    Eliza08

    12. October 2016 um 10:18

    Meine Meinung: Heidi Rehn beschert dem Leser eine unvergessliche Reise in die Golden Zwanziger. Ein Roman der das Flair dieser Zeit sehr gelungen einfängt. Das Cover ist zwar etwas typisch für dieses Genre, aber durch die gute Gestaltung Ton in Ton, strahlt es die Eleganz und den Stil der Zeit wieder. Der Roman wird stringent erzählt, der Fokus liegt auf der Perspektive von Ella, der weiblichen Hauptfigur. Dennoch bleiben dem Leser nicht die Gedanken der anderen Protagonisten und Nebenfiguren vorenthalten. Ella ist eine junge Frau, die man meiner Meinung nach einfach gern haben muss, sie ist ein absoluter Gutmensch. Sie hat wohl die Naivität der Jugend ihrer Zeit, sie setzt sich nicht mit der Vergangenheit ihrer Familie auseinander, erst nach dem Tod ihrer Mutter macht sie sich daran nachzuforschen, was ihre Eltern für Menschen waren. Ihr Mann Jobst hingegen ist ein komplett anderer Charakter, er zeigt nicht sein wahres Gesicht. Es gibt vieles was er Ella wissentlich verschweigt, zudem kämpft der gegen seine Kokainsucht an. Dennoch gehört auch Jobst zu den „Guten“ in diesem Roman, er liebt seine Frau abgöttisch. Die Rolle der „Bösewichte“ übernehmen Falk, der Bruder von Jobst, und dessen Frau Viktoria. So ist es Viktoria, die den Stein über die Vergangenheit von Ella und ihren Eltern ins Rollen bringt. Als überaus erfrischend habe ich die Nebenfigur der Rike, Ellas bester Freundin, empfunden. Sie ist eine absolut ehrliche Haut und redet wie ihr der Mund gewachsen ist in bestem Berlinerisch. Was mich ein klein wenig irritiert hat, ist das Ella ihre Nachforschungen über die Vergangenheit in ihrer Familie einige Zeit ruhen lässt. Ich glaube, wenn man einmal angefangen hat, dann will man unbedingt wissen, was für ein Geheimnis die Familie umgibt. Mich könnte nichts davon abbringen die Wahrheit zu erfahren. Ob Berlin, München, Monte Carlo oder eine der vielen Städte in diesem Roman, sie alle spiegeln auf gelungene Weise den Zeitgeist wieder. Am beeindruckendsten waren für mich die Schilderungen der Casinos in Monte Carlo, ich hätte zu gerne über die Schultern von Ella und Jobst gespinst. Erwähnenswert finde ich die dargestellte Verstrickung der Wirtschaft mitsamt ihren führenden Persönlichkeiten in der Gesellschaft und dem Aufstieg der NSDAP bzw. Hitler. Auch die Probleme der Weimarer Republik werden meiner Meinung nach im Rahmen eines Romans gut dargestellt, auch wenn vielleicht an der einen oder anderen Stelle eine kleine Vertiefung wünschenswert gewesen wäre. Der Schreibstil der Autorin ist gut und flüssig zu lesen, wer allerdings ein Fan von (spritzigen) Dialogen ist, wird von Heidi Rehn enttäuscht sein. Die Autorin beschreibt die Schauplätze sehr genau, was bei mir wunderbares Kopfkino verursacht hat. Der Roman ist sicherlich an die weibliche Leserschaft adressiert, denn neben einem historischen Roman ist es vor allen Dingen auch ein Liebesroman und eine Familiensaga. Dennoch möchte ich männliche Leser keinesfalls abschrecken, der Roman ist nicht kitschig oder klischeehaft, er ist einfach wunderbar romantisch. Für mich ein sehr gelungener Roman der die Goldenen Zwanziger wundervoll einfängt und ein Sittengemälde der Zeit abliefert. Für diesen Roman gibt es von mir eine ganz klare Leseempfehlung und volle Punktzahl!

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  • Die goldenen Zwanziger

    Spiel der Hoffnung
    buecherwurm1310

    buecherwurm1310

    10. October 2016 um 11:11

    Ella Wittkamp findet nach dem Tod der Mutter in einer Schmuckschatulle einen Zettel mit der Anschrift eines Professors aus München. Da Ella keine Verwandten mehr hat, macht sie sich auf, um Professor Lutz aufzusuchen und mehr zu erfahren. Constantin Lutz gibt sich als Ellas Onkel aus und übergibt ihr eine Mappe mit Papieren. Bei Lutz lernt sie auch den Unternehmersohn Jobst von Kirchenreuth kennen. Es ist Liebe auf den ersten Blick und schon bald sind die beiden verheiratet. Isolde und Werner von Kirchenreuth sind angetan von ihrer neuen Schwiegertochter, aber Ellas Schwägerin Viktoria droht ihr unverhohlen vor dem Aufbruch in die Flitterwochen. Jobst und Ella genießen ihre Flitterwochen. Doch schon bald verschwindet Jobst zu rätselhaften Geschäftsterminen, über die er sich ausschweigt. Ganz wundervoll schildert uns Heidi Rehn die Zeit der Zwanziger Jahre. Man hat gerade erst schwierige Zeiten hinter sich und nun genießt man das Leben. Auch bei den von Kirchenreuths gehören Vergnügungen mit zu den gesellschaftlichen Verpflichtungen. Gerade in diesen Münchner Kreisen hofiert man dabei auch Hitler. Seine Anhänger treten in München schon sehr ungeniert auf und Judenfeindlichkeit ist sogar in den besten Kreisen en vogue. Auch in Berlin gibt es Tanzvergnügen und andere Unterhaltung, aber es gibt auch Ecken, in denen Not herrscht. Aus einer solchen Gegend stammt Ellas Freundin Rike, die alles dafür tut, diesem Milieu zu entkommen. Ella ist jung und unbedarft, als sie nach München kommt. Sie lässt sich von der leichtsinnigen Art, die Jobst an den Tag legt, mitreißen. Das sorgte dafür, dass ich sie nicht wirklich sympathisch fand. Nach den Flitterwochen kommt die Ernüchterung. Jobst ist in Geschäften unterwegs und oft tagelang weg. Ella langweilt sich in dem düsteren Haus der von Kirchenreuths und muss auch noch die Sticheleien ihrer Schwägerin ertragen. Als Jobst für die Firma ein Büro in Berlin eröffnet, bietet sich für Ella eine Chance, ihm im Geschäft zu helfen. Aber Jobst hat auch Geheimnisse und hält Ella von einigem fern. Doch auch Ella muss feststellen, dass es in ihrer Vergangenheit Dinge gibt, über die sie nichts wusste. Sie macht eine Entwicklung durch und kämpft für ihre Ehe. Am Ende überrascht sie mich mit ihrem Handeln. Alle Charaktere sind sehr vielschichtig und interessant dargestellt. Besonders gut gefallen haben mir Rike und Wolf, die wunderbare Freunde sind. Auch begegneten uns Personen, die wir schon in vorherigen Büchern der Autorin kennengelernt haben. Ich kann diesen wundervollen Roman aus den Zwanziger Jahren nur empfehlen.

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  • Die goldenen 20er Jahre

    Spiel der Hoffnung
    Dreamworx

    Dreamworx

    08. October 2016 um 16:14

    1927. Nach dem Tod ihrer Mutter Hannah findet Ella Wittkamp in deren Hinterlassenschaft die Münchener Adresse des Professors Constantin Lutz mit der Aufforderung zu einem Besuch. Ella reist von Berlin nach München, um den Professor aufzusuchen und findet sich alsbald als Dauergast in seinem Haus wieder, wobei er Ella eine Mappe mit wichtigen Unterlagen aushändigt und sie gegenüber seinen Freunden und Geschäftskollegen als seine Nichte ausgibt. So lernt Ella auch Jobst von Kirchenreuth kennen und die beiden verlieben sich auf Anhieb ineinander. Ein halbes Jahr später, kurz nach dem Tod des Professors, heiraten Ella und Jobst und ziehen in die Villa zu Jobsts Familie. Bereits die Hochzeitsreise eröffnet Ella einige dunkle Seiten ihres Ehemannes, auch überlässt Jobst tagelang sich selbst, ohne dass Ella weiß, was ihr Gatte so treibt. In der Kirchenreuthschen Villa muss sie sich gegen Schwägerin Viktoria wappnen, die ihr feindlich gesinnt gegenüber steht und alle Register zieht, um Ella als Schwindlerin zu entlarven. Ella fühlt sich in der Villa nicht wohl, sie vermisst ihre Freundin Rike und wünscht sich ein Leben nur mit ihrem Mann in den eigenen vier Wänden. Auch die schwarze Mappe vom Professor gibt ihr Rätsel auf, die sie unbedingt lösen möchte, da es sich offensichtlich um Aufzeichnungen ihres Vaters handelt. Wird Ella endlich mehr über ihre eigenen Eltern erfahren? Und wird sie an der Seite von Jobst wirklich glücklich werden?Heidi Rehn hat mit ihrem Buch „Spiel der Hoffnung“ einen wunderbaren historischen Roman vorgelegt, der die 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts, die Zeit der Weimarer Republik, wieder auferstehen lässt. Der Schreibstil ist herrlich flüssig, der Leser wird geradezu in die damalige Zeit versetzt und erlebt anhand von Casinobesuchen, Musikveranstaltungen, Reisen nach Monte Carlo und Paris den mondänen Lebensstil einer wohlbetuchten Gesellschaft mit, aber auch die Welt der Journalisten, die auf eine gewagte Story hoffen, oder den Nachforschungen eines Privatdetektives, der Verborgenes zutage fördert, was Schwierigkeiten bringt und die Betroffenen gerne vernichtet sehen würden. Auch die damalige politische Lage wird von der Autorin sehr schön in die Handlung miteingeflochten und wirkt so wie ein Stück Zeitgeschichte, das der Leser per Kopfkino miterleben darf. Die Anfänge der NSDAP und die unterschiedliche Wahrnehmung in der Bevölkerung werden ebenso thematisiert, wie die verschiedene Beachtung dieser Partei in Berlin und München.Die Charaktere sind sehr unterschiedlich skizziert, haben alle ihre Eigenheiten und wirken dadurch sehr lebensecht und authentisch. Ella ist eine sympathische Frau, die allerdings zu Beginn auch noch sehr naiv wirkt aufgrund ihres Alters. Sie liebt ihren Ehemann von Herzen, obwohl sie sich kurz nach der Hochzeit eingestehen muss, dass sie sich so gut wie gar nicht richtig kennen. Doch Ella erlebt während des Romans eine erstaunliche Entwicklung, sie beginnt, Dinge zu hinterfragen und verfolgt hartnäckig die Antwort auf ihre Fragen. Dabei erfährt sie überraschenderweise Hilfe von ihr teilweise nur flüchtig bekannten Menschen, aber auch von ihrer Freundin Rike. Rike ist eine typische Berliner Pflanze, fühlt sie sich unbeobachtet, redet sie mit Berliner Schnauze, ansonsten ist sie sehr darauf bedacht, sich überall ihren Vorteil zu sichern und sich einen Platz in den wohlhabenden Kreisen zu erobern. Manchmal gewinnt man den Eindruck, sie würde Ella nur ausnutzen, doch im entscheidenden Augenblick ist auf Rike Verlass, und das ist unbezahlbar. Auch die Reichen werden Rike egal, als sie auf die wahre Liebe trifft. Jobst ist ein unsteter Mann, der Ella zwar wirklich liebt, der aber auch seine Geheimnisse mit sich herumträgt und an einer Schuld trägt, über die er nicht spricht, sich aber mit Drogen Erleichterung verschafft. Man weiß nie, wie er im nächsten Moment reagieren wird, was einiges an Spannung erzeugt. Viktoria ist eine missgünstige und hochmütige Person, die mit ihrem eigenen Ehemann große Probleme hat, so dass sie anderen ihr Glück nicht gönnt. Doch leider ist sie nicht clever genug, um ihre Trümpfe auszuspielen. Gleichzeitig ist Viktoria aber auch einer der spannendsten Charaktere in diesem Roman, denn durch ihr Verhalten gibt es einige interessante Wendungen innerhalb und außerhalb der Familie, die recht bedeutsam sind. Auch die anderen Protagonisten tragen mit ihren kleinen Episoden und ihrem Verhalten zu der opulenten Handlung dieses Romans bei. „Spiel der Hoffnung“ ist ein sehr interessanter und spannender Familien- und Gesellschaftsroman in den 20er Jahren, der sowohl historisch als auch fiktiv nichts vermissen lässt und einmal mehr zeigt, dass Heidi Rehn exzellent recherchiert und wunderbare Geschichten erzählen kann, bei denen das Kopfkino keine Pause hat. Man darf gespannt sein auf das nächste Werk der Autorin. Absolute Leseempfehlung!!!  

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  • Wieder ein sehr gelungener Roman!

    Spiel der Hoffnung
    odenwaldcollies

    odenwaldcollies

    07. October 2016 um 20:35

    1927: Die Berlinerin Ella Wittkamp findet nach dem Tod ihrer Mutter die Adresse eines Münchner Professors in deren Unterlagen. Als sie den Professor in München aufsucht, stellt dieser Ella seinen Freunden als seine Nichte vor. Dabei begegnet sie Jobst, dem Sohn des besten Freundes des Professors und verliebt sich in ihn. Bald heiraten die beiden und verbringen ihre Flitterwochen an der italienischen und französischen Riviera. Einziger Wermutstropfen: Jobst verschwindet immer wieder tagelang zu rätselhaften Geschäftsterminen. Verheimlicht er ihr was oder ist Ella umsonst misstrauisch? Mit diesem Roman entführt die Autorin den Leser mitten in die Weimarer Republik: der Wirtschaft geht es sehr gut, die Menschen sind mit der Regierung relativ zufrieden, die NSDAP hat noch kaum Bedeutung. Die Romanhandlung spielt in München und Berlin und es wird schnell deutlich, dass zwischen den beiden Großstädten immense Unterschiede bestehen, die bayerische Stadt ist deutlich konservativer als das quirlige Berlin. Während die Berliner nichts von Hitler wissen wollen, wird er in München von der Oberschicht hofiert. Das alles ist jedoch der Protagonistin Ella ziemlich egal, sie geniesst einfach die Zeit mit ihrem frischgebackenen Ehemann. Viel Zeit bleibt für die traute Zweisamkeit sowieso nicht, wohnt das Paar doch bei den Schwiegereltern im Haus und wird daher für allerlei geschäftliche und gesellschaftlichen Verpflichtungen eingespannt. Ihre Vergangenheit lässt sie gerne hinter sich und hinterfragt nicht, warum der Professor sie als seine Nichte ausgegeben hat. Erst als ihre intrigante Schwägerin beginnt, in Ellas Vergangenheit zu wühlen, muss sie sich ihr stellen. Sehr geschickt verknüpft Heidi Rehn wieder fiktive Erzählung mit historischen Fakten, so dass der Leser ein umfassendes Bild der damaligen gesellschaftlichen und politischen Lage erhält. Was mich besonders gefreut hat, dass wir liebgewonnenen Figuren aus ihren beiden vorherigen Romanen begegnen, wobei es keine Voraussetzung ist, die Bücher zuvor gelesen zu haben. Neben der gut recherchierten Handlung haben mich wieder die Charaktere überzeugt, die sehr vielschichtig dargestellt werden und damit nicht vorhersehbar und für manche Überraschung gut sind. So haben auch unsympathische Figuren durchaus positive Seiten und die Sympathieträger ihre Schwächen. All das zusammen ergibt einen spannenden und schillernden Roman, bei dem auch die Liebe nicht zu kurz kommt. Jetzt heißt es warten auf das nächste Buch von Heidi Rehn, auf das ich mich sehr freue.

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  • Literatur vom Besten!

    Spiel der Hoffnung
    Monika58097

    Monika58097

    07. October 2016 um 09:32

    Literatur vom Besten! Das Jahr 1927. Als Ella Wittkamp den Nachlass ihrer verstorbenen Mutter ordnet, entdeckt sie die Adresse eines Münchner Professors. Die junge Frau macht sich auf den Weg von Berlin nach München, um Professor Lutz aufzusuchen. Der heißt sie herzlich als seine Nichte willkommen. Als Jobst von Kirchenreuth dort erscheint, ist es die berühmte Liebe auf den ersten Blick. Ella und Jobst verlieben sich unsterblich ineinander. Schon kurze Zeit später wird geheiratet und Ella hat endlich wieder eine richtige Familie. Ihre Schwägerin Viktoria scheint längst nicht so begeistert zu sein und versucht alles, um Ella das Leben schwer zu machen. Ella und Jobst erleben die erste Zeit ihrer Ehe wie im Rausch. Paris, Monte Carlo, Casinos und Varietés stehen auf dem Programm ihrer Flitterwochen. Jobst verschwindet jedoch immer wieder mal zu rätzelhaften Geschäftsterminen, an denen sie nicht teilnehmen darf. Oft ist er tagelang verschwunden. Und was hat es mit der Mappe auf sich, die der inzwischen verstorbene Professor Lutz ihr mit den Worten überreicht hat, die Unterlagen würden ihr ihren Platz in der Familie von Kirchenreuth sichern? „Spiel der Hoffnung“ - die Autorin Heidi Rehn hat mich mit ihrem neuesten Roman wieder in die Zwangziger Jahre entführt. Mit großer erzählerischer Kraft und viel Einfühlungsvermögen lässt sie mich so Zeuge einer vergangenen Zeit werden. Eine Zeit, in der die wohlhabenden Bürger wie im Rausch gelebt haben. Musik, Tanz, Casinos, Theater – das ganze Leben scheint das reinste Vergnügen gewesen zu sein. Heidi Rehn zeigt dem Leser aber auch die andere Seite. Als Ella in Berlin auf der Suche nach ihrer Freundin Rike ist und der Leser mit ihr die elenden Mietskasernen aufsucht, in der unzählige Menschen leben, es nach Kohl und Suppe stinkt, spätestens da, wird dem Leser klar, dass das Leben nicht für alle ein Dasein im Rausch war. Hitler gewinnt immer mehr an Gehör. Die Braunhemden marschieren ungehindert auf. Und Ella erfährt, dass ihre Mutter jüdische Wurzeln hatte. Auch die von Kirchenreuths wollen mit Juden nichts zu tun haben. Als Leser spürt man förmlich, wie die Stimmung umschlägt und man unweigerlich den Atem anhält. „Spiel der Hoffnung“ - spannend und authentisch. Ein großartiger Roman, der den Leser die Stunden nur so vergessen lässt. Tiefsinnig und unterhaltsam mit vielschichtigen und interessanten Persönlichkeiten. Vor dem inneren Auge des Lesers läuft von der ersten Seite an ein Film ab. Der Schluss lässt mich ganz innig hoffen, dass es eine Fortsetzung geben wird und ich Ella und Jobst ein weiteres Mal begleiten darf. „Spiel der Hoffnung“ - unbedingt lesen!

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  • Atemberaubender historischer Roman

    Spiel der Hoffnung
    zauberblume

    zauberblume

    03. October 2016 um 16:37

    Auch in ihrem neuesten Werk "Spiel der Hoffnung" entführt uns die Autorin Heidi Rehn, wieder in eine ihrer Lieblingsepochen, nämlich das frühe zwanzigste Jahrhundert. Wir befinden uns in München und lernen eine bekannte Unternehmerfamilie kennen. Doch nicht immer ist alles Gold was glänzt.Die Geschichte: 1927 scheint die ganze Welt von einem Taumel ergriffen. Zwischen Berlin und München, Monte Carlo und Paris herrscht ausgelassene Aufbruchstimmung. Niemand ahnt, wie nah am Abgrund man sich in Wahrheit befindet. In vollen Zügen genießt Ella ihr junges Eheglück mit dem gutsituierten Unternehmersohn Jobst. Ihre gemeinsamen Reisen führen sie nach Montreux und Paris sowie an die italienische und französische Riviera, in mondäne Casinos und Varietés. Einzig Jobsts rätselhafte Geschäftstermine, zu denen er immer mal wieder verschwindet, manchmal gleich für mehrere Tage, behagen Ella gar nicht. Doch verbirgt ihr Mann wirklich etwas vor ihr – oder entspringt ihr Misstrauen nur ihrem eigenen schlechten Gewissen, weil sie selbst mehr als ein Geheimnis hütet?Wenn ich die Augen schließe, befinde ich mich wieder in der Geschichte. Und das begeistert mich am Schreibstil der Autorin. Der Leser taucht sofort in die Geschichte ein. Ich befinde mich im Jahr 1927. Und lerne die bezaubernde Ella kennen. Ella hat niemand mehr, wie muss sie sich gefühlt haben, als sie sich allein auf den Weg von Berlin nach München gemacht hat. Ich kann mir die schüchterne Frau vorstellen, als sie im Haus des Professors vorstellig wird. Es scheint irgendein Geheimnis zu geben, dem Ella auf den Grund gehen will. Und dann trifft sie auf Jobst, dies scheint ja wie ein Sechser im Lotto zu sein. Da fliegen ja gewaltig die Funken. Ich habe die beiden auf ihren traumhaften Reisen begleitet. Und Jobst Familie sehe ich direkt vor mir, die sozusagen bessere Gesellschaft der damaligen Zeit. Nur ist hier auch nicht alles Gold was glänzt. Besonders gefallen hat mir auch der geschichtliche Hintergrund. Es scheint wieder aufwärts zu gehen. Und doch tauchen im Horzizont bereits wieder dunkle Wolken auf. Ich habe Ella für ihren Mut bewundert, sie hat sich nicht unterkriegen lassen und sie hat an ihre Liebe geglaubt. Trotz aller Steine, die man ihr in den Weg gelegt hat.Ein beeindruckender Roman an wunderbaren Schauplätzen mit interessantem historischen Hintergrund. Ein absolutes Lesehighlight.Selbstverständlich vergebe ich 5 Sterne und freue mich schon auf den nächsten Roman der Autorin.Das wunderbare Cover ist für mich ein echter Hingucker. Spiegelt sich doch daran wunderbar die damalige Zeit.

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  • Spannender Einblick in die bessere Gesellschaft

    Spiel der Hoffnung
    Zabou1964

    Zabou1964

    01. October 2016 um 12:55

    Die 22-jährige Ella Wittkamp fährt nach dem Tod ihrer Mutter von Berlin nach München zu einer Adresse, die sie im Nachlass ihrer Mutter gefunden hat. Dort trifft sie auf Professor Constantin Lutz, der sie anderen als seine Nichte vorstellt. Bei ihm lernt sie den jungen Jobst von Kirchenreuth kennen. Bei beiden ist es Liebe auf den ersten Blick. Nur wenig später heiratet Ella ihn und damit auch seine Familie. Die von Kirchenreuths sind eine Industriellenfamilie, die sich selbst zur besseren Gesellschaft zählt. Neben Jobsts Eltern lebt noch sein Bruder Falk nebst Gattin Viktoria und den Zwillingen Klara und Charlotte im Haus. Besonders Viktoria scheint die Frau ihres Schwagers nicht zu gefallen. Sie macht ihr schon bald das Leben schwer und will ihr nachweisen, dass sie nur eine Hochstaplerin ist. Doch der Professor, der mittlerweile verstorben ist, hat für diesen Fall vorgesorgt und Ella eine Mappe mit brisanten Unterlagen überlassen. Wie schon in ihrem vorherigen Werk „Tanz des Vergessens“ hat Heidi Rehn auch diesen Roman zwischen den beiden Weltkriegen angesiedelt. Hier beginnt die Geschichte 1927. Die Nazis sind im Kommen und werden von der besseren Gesellschaft Münchens unterstützt. Auch ein Mitglied von Ellas neuer Familie sympathisiert mit der neuen Partei. Ella ist zunächst sehr glücklich mit Jobst, stellt aber schon bald fest, dass sie mehr oder weniger im goldenen Käfig lebt. Ihre Schwägerin Viktoria versucht, etwas über Ellas Vergangenheit herauszufinden. Da Ella selbst nicht allzu viel über ihre Eltern weiß, begibt sie sich selbst auf Spurensuche. Sehr gut hat mir gefallen, dass Heidi Rehn wieder Figuren aus ihren vorherigen Romanen in die Handlung eingeflochten hat. Ich freue mich immer sehr, wenn ich auf diese Weise „alten Bekannten“ wiederbegegne. Die Figuren waren durchweg gut gezeichnet. Neben Ella haben mir besonders deren Freundin Rieke und Jobsts Freund Wolf sehr gut gefallen. Viktoria, die scheinbar eher eine bösartige Frau ist, hat mich auf besondere Art gefesselt. Im Laufe der Geschichte konnte ich ihr Handeln immer besser nachvollziehen. Ein Glossar und ein Nachwort der Autorin am Ende des Buches sind sehr hilfreich. Ich freue mich schon auf weitere spannende Werke aus der Feder der Autorin, die ich mit Sicherheit auch wieder lesen werde. Fazit: Spannender Einblick in das Leben der besseren Gesellschaft zwischen den beiden Weltkriegen.

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  • Ein gut recherchierter hIstorischer Roman

    Spiel der Hoffnung
    Lerchie

    Lerchie

    05. September 2016 um 18:44

    1927. Ella Wittkamp hatte gerade ihre Mutter verloren. In ihrer ansonsten leeren Schmuckschatulle fand sie die Adresse eines Münchner Professors mit der Anweisung, ihn sofort zu besuchen…Der Professor, C Constantin Lutz, wusste sofort, dass Ella Hannahs Tochter war. Über sein Verhältnis zu Hannah ließ er sich nicht weiter aus, aber er bezeichnete Ella einem weiteren Besuch gegenüber als seine Nichte….In Jobst von Kirchenreuth verliebte Ella sich auf der Stelle, und ein halbes Jahr später heirateten sie. Jobst war das Patenkind von Constantin Lutz und Lutz hatte Ella eine Mappe übergeben, die ihr gegen die Kirchenreuths helfen würde, sollte das notwendig werden….Schon auf ihrer Hochzeitsreise gefiel es Ella nicht, dass Jobst sie oft Tagelang allein ließ…Viktoria von Kirchenreuth war die Ehefrau von Jobst‘ älterem Bruder Falk. Und sie war gleich gegen Ella eingenommen. ..Die Kirchenreuths stellten in ihrer Firma KiMa Maschinen zur Tütenherstellung her. Vater und ältester Sohn hingen jeder einer anderen Partei an…Ella vermisste in München ihre Freundin Rike, mit der sie bei Gerson als Vorführdame gearbeitet hatte. Als sie Rike eine Tages in Berlin wiedersah, führte sie diese kurzerhand bei den Kirchenreuths als ihre Cousine ein…Und dann war da noch dieser Privatdetektiv, den Viktoria beauftragt hatte, in Ellas Vergangenheit herumzuschnüffeln…Warum hatte Ellas Mutter nicht schon früher von diesem Professor in München gesprochen? Weshalb wollte sie, dass Ella ihn aufsuchte? Warum sprach der Professor nicht darüber, in welchem Verhältnis er zu Ellas Mutter Hannah gestanden hatte? Weshalb behauptete er Ella sei seine Nichte? Was hatte es mit dieser ominösen Mappe auf sich, die Ella helfen sollte? Warum ließ Jobst Ella schon auf der Hochzeitsreise so oft allein? Was hatte Viktoria gegen Ella? Welchen Parteien hingen Vater und ältester Sohn Kirchenreuth an? Warum bezeichnete Ella Rike als ihre Cousine? Und was fand der Privatdetektiv über Ella heraus? Gab es überhaupt etwas Brisantes zu finden? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.Meine MeinungDas Buch ließ sich leicht und flüssig lesen. In der Geschichte war ich schnell drinnen und in die Protagonisten konnte ich mich auch gut hineinversetzen. Auch fing es gleich interessant und spannend an mit der Behauptung von Constantin Lutz, dass Ella seine Nichte sei. Ich fragte mich, was da dahintersteckt. Das Buch spielt in der Zeit, als es noch ein auf und ab für Adolf Hitler gab. Dass sich das später stabilisierte wissen wir ja. Aber das ist nach diesem Buch. Ich fragte mich auch immer wieder warum Viktoria so gehässig zu Ella war. Der Schreibstil der Autorin ist unkompliziert, es stellen sich keine Fragen nach dem Sinn eines Wortes oder Satzes. Das Buch hat mich gefesselt und mich sehr gut unterhalten. Es ist gut recherchiert und man erfährt doch einiges aus dieser Zeit. Alles in Allem hat es mir sehr gut gefallen und bekommt eine Lese-/Kaufempfehlung von mir.

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