Heidi Rehn Tanz des Vergessens

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Inhaltsangabe zu „Tanz des Vergessens“ von Heidi Rehn

Frühling 1919: Die junge Lou will nach dem tragischen Tod ihres Verlobten in den Wirren der Münchner Räterepublik nur noch eines: vergessen! Um ihren Schmerz zu betäuben, stürzt sie sich in das Bohème-Leben der frühen Zwanzigerjahre. Doch wie ein schwarzer Schatten hängt die Vorstellung über ihr, allen Menschen, die ihr nahestehen, Unglück zu bringen. Als sich dieser Glaube ein weiteres Mal zu bewahrheiten scheint, bleibt ihr nur noch ein letzter Ausweg ...

Ein an sich guter historischer Gegenwartsroman aber dann gab es doch das ein oder andere Merkmal, das mich störte...

— britsbookworld

Schöne Darstellung der Zeitgeschichte, allerdings war mir die Protagonistin nicht ganz sympathisch und es gab fast zu viele Wendungen

— Isaopera

Ein tolles Buch über die frühen 20er und über eine tolle Frau!

— paschsolo

Eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Tolle Epochenbeschreibung!

— AnnaBoleyn

Nicht schlecht, aber hab mir irgendwie mehr versprochen.

— Phienchen89

Ein Buch mit viel Auf und Ab.. mal bunt, mal grau, mit Spannung und Stetigkeit.. wie das Leben einer jungen Frau eben so sein kann :)

— LadyFelidae

Atmosphärisch, berührend und historisch fundiert, Eine schöne Geschichte über Freundschaft, Liebe und die Goldenen Zwanziger.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

Mitreißende Geschichte - mit interessanten gesellschaftlichen Einblicken in die Zeit nach dem ersten Weltkrieg.

— une_fleur

Fesselnd und berührend

— petra_radtke

Eine spannende Geschichte in den aufregenden 20er Jahren.

— Katjuschka

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  • Ein historischer Gegenwartsroman der jedoch ein paar Kritikpunkte aufwirft

    Tanz des Vergessens

    britsbookworld

    16. January 2018 um 12:05

    Hallo ihr Lieben :)ENDLICH komme ich dazu die #rezension zu diesem Buch hier zu schreiben :)"Tanz des Vergessens" von Heidi Rehn, war der erste Roman der Autorin, den ich gelesen habe und es hätte so so gut werden können, wenn mich nicht ein paar Dinge so sehr genervt hätten :( (Anstatt die angedachten 4 bis 5 Sterne) Bekommt das Buch von mir 3 1/2 ....Hier ist der Link zum Buch: http://amzn.to/2FIQ9ZIWorum geht es? (Natürlich ohne Spoiler)Es geht um Lou, diese ist im Jahr 1919, 19 Jahre alt und befindet sich am Ende des ersten Weltkriegs mitten in München zusammen mit ihrem Verlobten Curd und seinen zwei besten Freunden. Die jungen Leute haben kaum was zu Essen, die Rationen sind noch knapp jedoch hoffen sie, dass sich bald schon alles ändern wird. Lou, träumt davon einmal eine eigene Taschenkollektion zu entwerfen, denn als gelernte Täschnerin hätte sie das Zeug dazu.Als an einem Tag ihre drei Freunde, darunter natürlich auch ihr Verlobter sich auf den Weg machen um etwas zu Essen zu besorgen, passiert ein schreckliches Unglück. Curd, ihr Verlobter stirbt und Lou ist nun mit nicht einmal 20 Jahren ganz allein. Natürlich hat sie immer noch seine Freunde, die ihr zur Seite stehen, aber sie weiß: So wie ich bisher gelebt habe, kann es nicht weitergehen....Der Roman schildert auf seinen 557 Seiten die ersten Jahre des neuen Jahrzehnts, der 20er der Boheme, des Lebens der Menschen in Deutschland und Lou´s Schicksal, das wirklich mehr als turbulent ist. Zwischen München und Berlin, mit harten Arbeitgebern, Freunden, Affairen und immer den Gedanken an ihre eine große Liebe begleitet man Lou durch eine Zeit, die noch vor einem viel schlimmeren Schrecken steht, als dem vergangenen Krieg.`Gerade in diesen ersten Jahren macht sich ein junger Hitler in den Ratskellern in München einen Namen, verschafft sich Gehör und findet schnell seine Anhänger und auch Lou trifft auf ihn weiß: In München kann sie einfach nicht länger bleiben...Meine Meinung: Dieser Roman hat alles, was ein guter historischer Gesellschaftsroman braucht. Der Schreibstil von Heidi Rehn ist klar, fesselnd und die Geschichte ist authentisch geschrieben und man merkt, wie gut sie recherchiert hat um die Geschehnisse, die Unterschiede der verschiedenen Klassen und Lou´s Umfeld zu beschreiben. Warum dann nur 3 1/2 Sterne? Hin und wieder gab es einige Längen, darüber könnte ich hinwegsehen. Ich selbst bin jedoch ein Mensch, den Wortwiederholungen extrem stören und irgendwann auch echt nerven. Das Wort, welches gefühlte hundert Mal in dem Buch auftaucht ist "Antlitz". Warum nicht einfach mal Synonyme einbauen? "Gesicht" würde ja schon reichen ... "Als er den Raum betrat, sah sie sein Antlitz ", "Die Freundin wollte Lou schminken und drehte ihr ihr Antlitz zu".... und das nicht nur 2 mal nein, STÄNDIG... Hinzu kommt auch, dass eine der Figuren dem Römer Caesar mehr als ähnlich sieht. Diese Beschreibung kommt jedes Mal vor, sobald die Figur einen Raum betritt, oder sich gebieterisch oder überhaben verhält. Und dann sitzt man da als Leser und denkt :" Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa, ich weiß wie der aussieht, du musst es nicht jedes Mal erwähnen".... Und wer sowas kennt, der weiß, es ist egal wie gut ein Roman ist, wenn man immer wieder stockt, immer wieder über ein und das selbe Wort stolpert oder über ein und die selbe Redewendung der weiß: das Leseerlebnis wird dadurch getrübt :(

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  • Geblendet in den Goldenen Zwanzigern ...

    Tanz des Vergessens

    engineerwife

    22. September 2017 um 12:17

    Eine spannende Zeit hat sich die bekannte Autorin Heidi Rehn für ihren Roman ausgesucht. Der schreckliche Erste Weltkrieg, gerne auch als der „Große Krieg“ bezeichnet, ist endlich zu Ende. Viele junge Männer sind auf dem Feld geblieben, viele kamen verwundet und stark traumatisiert nach Hause. Das Leben soll nun aber für die Überlebenden endlich wieder Spaß machen. Ein bisschen zu viel Spaß mutet sich die Protagonistin Lou meiner Meinung nach zu. Während ich verstehen kann, dass sie ihren Schmerz betäuben, am liebsten gerne vergessen oder ungeschehen machen will, habe ich doch oft wenig Verständnis mit ihrer Art dies in die Tat umzusetzen. Ich möchte sie gar manchmal nicht nur als leichtsinnig sondern sogar als egoistisch bezeichnen, was sie mir leider oft unsympathisch macht, was wiederum einen Schatten für mich auf den Roman legt. Keine Frage, das Buch ist flüssig und dadurch sehr gut lesbar geschrieben. Ein Roman, mit dem man sich morgens im Urlaub auf den sonnigen Balkon setzt und dann ganz überrascht ist, wenn man abends schon fast fertig ist. Dennoch kommen Frau Rehn und ich irgendwie nie ganz auf einen gemeinsamen Nenner, das ging mir ähnlich mit ihrem Buch „Der Sommer der Freiheit“. Auch da wurde ich mit der Protagonistin Selma einfach nicht warm. Liebe Frau Rehn, nun bin ich gespannt auf Ihr Buch „Das Haus der schönen Dinge“, das bereits darauf wartet, von mir gelesen zu werden. Mal sehen, ob es mit der Familie Hirschvogl besser klappen wird.

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  • Ich lebe...

    Tanz des Vergessens

    Eliza08

    15. June 2017 um 10:59

    Meine Meinung: Auch mit diesem Roman hat mich Heidi Rehn wieder überzeugt. Die 20er Jahre des letzten Jahrhunderts werden  lebendig und die Autorin liefert ein beeindruckendes Frauenportrait dieser Zeit ab. Das Cover ist nicht so ganz mein Geschmack, der Blick wirkt doch etwas durchdringend, auch wenn die Kleidung und der Kopfschmuck, sowie das Make-up eine absolute Eleganz ausstrahlt. Der Klappentext hat mich dann wirklich neugierig gemacht, man fragt sich als Leser unweigerlich, wie es mit Lou weitergehen mag. Die Schatten der Zeit liegen wie ein böser Fluch auf den Menschen dieser Zeit und das neue Unheil ist für einige schon am Horizont sichtbar, wogegen andere der Wahrheit dessen, was da kommen mag, noch nicht ins Auge schauen können, bzw. das Unheil schlicht und ergreifend nicht erkennen. Wie schafft es diese Generation mit dem Erbe der Vergangenheit umzugehen, ohne ihre eigene Identität zu verlieren, genau dies versucht Heidi Rehn in diesem Roman zu beantworten. Der Autorin gelingt dies auch sehr gut. Man bekommt einen guten Einblick in die Sorgen und Nöte der Zeit, aber auch von den Träumen und Sehnsüchten einer Generation. Der Roman wird chronologisch erzählt, die Autorin arbeitet neben Zeitraffungen auch mit Zeitsprüngen, um den Roman geschmeidig zu erzählen und keine Langeweile aufkommen zu lassen. Die Themen: Politik, Gesellschaft, Mode, aber auch das Nachtleben kommen in diesem Roman nicht zu kurz. Die Autorin hat akribisch recherchiert, um ein beeindruckendes Portrait einer Zeit einzufangen. Mich hat die Geschichte zwar beeindruckt, dennoch bin ich nicht zu 100% mit der Protagonistin Lou warm geworden. Sie mag zwar ein Kind ihrer Zeit sein, dennoch hätte ich sie mir beispielsweise nicht als beste Freundin vorstellen können. Oft war ihr Handeln für mich nicht nachvollziehbar, bzw. ich hätte es als ihre beste Freundin nicht billigen können, was sie tat. Dies ist mein ganz persönlicher Eindruck, meine Neugier hingegen hat die Autorin mit dieser Figur in mir geweckt. Auch die anderen Figuren, waren zwar sehr gut gezeichnet, dennoch bleiben sie mir ein wenig fremd, da auch ihr Handeln für mich nicht immer akzeptabel war. Oft war alles mehr Schein als Sein und genau damit habe ich mir in einigen Situationen des Romans schwer getan. Der Schreibstil der Autorin ist sehr feinfühlig und intensiv, einmal angefangen reißt er mit und man möchte am liebsten mit dem Lesen nicht mehr aufhören. Ich kann diesen Roman nur allen empfehlen, die mehr über diese besondere Zeit zwischen den zwei Weltkriegen erfahren möchten. Ein Roman der zum Nachdenken anregt, der aber auch gleichzeitig die unbändige Lebensfreude einer Generation thematisiert.

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  • Lou in den wilden 20er Jahren...

    Tanz des Vergessens

    MissRose1989

    16. May 2017 um 14:56

    Das Cover zeigt eine hübsche junge Frau, die sicher Lou sein soll und die den Betrachter mit einen wirklich anziehenden Blick anschaut. Durch diesen Blick zieht das Cover auch einfach die Blicke auf sich. Lou erlebt das, was niemand im Leben erleben will, sie verliert tragisch ihren Verlobten und als würde das nicht schon reichen, hat sie das Gefühl, dass sie allen Menschen, die in ihre Umgebung sind, einfach nur Unglück bringt. Sie versucht sich im Tanzen und im Rausch des Lebensgefühl der 20er Jahre ihr bösen Vorahnungen zu vergessen, aber da diese Gefühl sich immer und immer wieder auch in Fakten zeigt, sieht Lou nur noch einen Ausweg für sich...Lou ist als Charakter an sich eine starke Frau, aber durch die Unruhen, die auf den Strassen toben und die Schicksalsschläge, die sie ereilen, immer wieder sehr stark in ihrem Wesen erschüttert wird. Sie verliert immer wieder Freunde und das macht sie selber fertig und auch ihre Anstellung als Täschnerin macht es nicht besser, weil sie das Tanzen einfach nicht vergessen lässt, was in ihrem Leben alles schief läuft. Gerade diese Zerbrechlichkeit macht aber Lou für den Leser wirklich gut greifbar, sie ist eben nicht die perfekte Frau, aber gerade das macht sie zu etwas Besonderem. Heidi Rehn setzt die Handlungsorte München und Berlin wirklich gut nach dem 1. Weltkrieg um, sie versetzt den Leser in eine aufregende Zeit, die man immer schlechthin als die Goldenen Zwanziger bezeichnet und diese Lebensgefühl setzt Heidi Rehn auch in ihrem Buch um. Aber sie zeigt eben auch die Schattenseiten dieser Jahre, den aufstrebenden jungen Hitler, die Wirtschaftskrise, die politischen Unruhen in der Weimarer Republik, die Inflation, die Hungersnöte und alles, was dann eben in den Jahren prägend waren, was wirklich gut, weil so golden wie der Name vermuten lässt, waren die Jahre Anfang der 1920er gar nicht. Der flüssige und wunderbar leichte Schreibstil von Heidi Rehn lassen die Seiten einfach so wegfliegen und die 560 Seiten sind so schnell weg, dass man es gar nicht merkt, weil man so in der Handlung der Geschichte ist, dass man gar nicht merkt, dass das Buch immer und immer weniger von den Seiten her wird. Natürlich gibt es immer mal wieder Länge im Buch, was aber durch die gründliche Recherche bedingt ist, aber das macht das Buch sehr authentisch. Das kann man dann zwar als etwas negativ ansehen, aber wenn man sich in der Zeit nicht so wirklich auskennt, sind gerade die Erklärungen und Hintergründe wichtig für die Entwicklung der Personen im Buch. Fazit:"Tanz des Vergessens" führt den Leser in das Deutschland nach dem ersten Weltkrieg, zeigt aber, dass die Goldenen Zwanziger nicht immer golden war, die Recherche zeigt sich immer wieder in dem Buch und das macht das Buch sehr authentisch. Durch den wirklich guten Stil von Heidi Rehn fühlen sich die 560 Seiten auch nicht so an, sie lässt den Leser einfach so durch die Seiten fliegen.

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  • Tanz ohne Fokus

    Tanz des Vergessens

    Isaopera

    03. February 2017 um 12:18

    "Tanz des Vergessens" ist mir eine Zeit lang immer wieder begegnet und da ich mich sehr für Romane aus der Zeit des 1. und 2. Weltkrieges interessiere, musste ich es schließlich kaufen. Hierbei wurde ich auch mit Bezug zum Zeitgeschehen nicht enttäuscht, denn Heidi Rehn lässt die 1920er und 1930er Jahre gut recherchiert auferstehen und konnte mich mit den Schilderungen begeistern. Der Klappentext selbst verrät nur wenig, allerdings hätte ich nach der Lektüre des Buches ebenfalls Probleme, einen aussagekräftigen Klappentext zu schreiben. Es geht um die Protagonistin Lou, die ihren Verlobten im Frühjahr 1919 verliert und lange Zeit in ihrer Trauer gefangen ist. Lou macht ihren Weg und entwirft Taschen, allerdings wird sie immer wieder durch Bekanntschaften auf einen anderen (schlechten?) Weg geführt. In der Geschichte ist insgesamt unheimlich viel passiert, allerdings hat bei mir wenig der Handlung wirklich Eindruck hinterlassen. Das Thema Tanz ist sicher zentral und wird schön eingebracht. Das erste Drittel des Buches hat mir sehr gut gefallen und auch der Rest liest sich wirklich gut. Aber irgendwie waren es mir dann zu viele Wendungen und Verwicklungen, zu viele Personen...und Lou war mir leider einfach nicht sympathisch. Sie wirkte häufig zu naiv, zu leicht manipulierbar und ich habe nicht so richtig mit ihr gefiebert. Ihre Gedanken wurden teilweise geschildert, dann aber auch länger wieder nicht, sodass man ihre Sicht nicht durchgängig erleben konnte. Insgesamt eine solide Geschichte, die für mich aber zu viele Wendungen und Verwicklungen hatte und insgesamt leider wenig Fokus auf einen bestimmten Handlungsstrang erkennen ließ. Positiv möchte ich noch das Nachwort der Autorin hervorheben, das mir sehr gefallen hat. Auch die Idee, die Figuren aus ihrem vorherigen Roman (den ich gerne noch lesen möchte, allein schon aufgrund der guten Darstellungen der damaligen Zeit), in dieser Geschichte kurz erscheinen zu lassen, fand ich gelungen!

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  • Misslungene Darstellung einer Epoche

    Tanz des Vergessens

    winter-chill

    Bohéme, Zwanzigerjahre und Zeit zwischen den Weltkriegen: Das waren die Schlagworte, die mein Interesse für diesen Roman geweckt haben. Leider hat sich die Lektüre für mich aber nicht gelohnt. Völlig uninspiriert versucht Heidi Rehn in ihrem Roman das Porträt einer jungen Generation zu zeichnen, die einerseits noch traumatisiert vom 1. Weltkrieg ist, sich nun aber trotz der schwierigen Situation in Deutschland nach dem Krieg wieder frei fühlen und das Leben genießen will. Bestimmt waren die Zwanzigerjahre eine spannende Zeit, vor allem auch was das gesellschaftliche Leben betrifft: Einerseits ist die wirtschaftliche Situation in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg schlecht, auch die politische Situation im Land ist instabil. Trotzdem ist da aber auch der Hunger nach Leben. Diese Epoche darzustellen beziehungsweise das Gefühl, das zu jener Zeit geherrscht haben muss, zu transportieren, schafft Rehn meiner Meinung nach nicht richtig. Das liegt am Aufbau der Geschichte, der stark etwas von einer Soap Opera hat. Aber vor allem an der Protagonistin. Lou ist in ihrer ganzen Art ungeeignet, um für die Generation zwischen den Weltkriegen zu stehen. Gleich am Anfang der Geschichte stirbt ihr Verlobter – das ist tragisch. Von da an hängt sie mit halbseidenen Personen herum, stolpert durchs schlüpfrige Münchner Nachtleben, lässt sich von einem älteren Herrn aushalten und stößt ihre Freunde vor den Kopf. Man fragt sich am Ende: Was soll das? Was will diese Lou? Obwohl es im Roman recht wild zugeht, fehlt es zudem an Emotionen. Ziemlich kurz kommt auch der historische Hintergrund. Einen kleinen Pluspunkt gibt es für Rehns leichten Schreibstil: So lässt sich die Geschichte wenigstens recht flüssig weg lesen. Nein, dieser Roman war leider nicht mein Fall.  

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  • Tanzen gegen das Vergessen

    Tanz des Vergessens

    Katjuschka

    Die junge Lou zieht es nach dem Tod der Eltern von Augsburg nach München. Mit den Wiener Juden Max, Judith und Curd findet sie aber neue Freunde. In den 1920er Nachkriegsjahren muss sie aber nicht nur den Tod ihres Verlobten Curd ertragen, sondern auch noch den einen oder anderen weiteren Schicksalsschlag hinnehmen. Mit ihrer neuen Vermieterin findet sie aber schnell eine weitere Freundin, die sie unterstützt. Als die NSDAP in München immer stärker wird, treibt es die 3 jungen Freunde nach Berlin. Hier lernt Lou nicht nur die Sonnenseite dieser aufregenden Stadt kennen. Mit Hilfe von alten und neuen Freunden will Lou es endlich schaffen einfach nur glücklich zu sein. Heide Rehn erzählt eine wunderbare Geschichte aus der aufregenden Zeit zwischen den beiden Weltkriegen.Die Menschen leiden unter der Depression, es mangelt so kurz nach dem Krieg an allem. Gleichzeitig ist da aber auch der Hunger nach dem Leben. Vergnügungen aller Art entstehen, Drogen sind genauso allgegenwärtig wie die Musik. Und alle haben nur ein Ziel: Überleben! Mir hat das Buch sehr gefallen. Die Stimmung in den "roaring twenties" war fast greifbar. Lou war mir sehr sympathisch, auch wenn ich sie am liebsten manchmal schütteln und fragen wollte "was tust du nur?"Aber zu der Zeit waren es eben andere Umstände...Die Idee mit dem regelmäßigin Treffen am Friedhof und dem Tanz am Grab fand ich sehr bewegend.

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    heidi_59

    11. March 2016 um 08:54
  • ein überzeugender Blick auf die zwanziger Jahre

    Tanz des Vergessens

    robbylesegern

    26. February 2016 um 12:59

    " Tanz des Vergessens " ist ein Buch, das ich gerne gelesen habe, gibt es doch einen tollen Einblick in die zwanziger Jahre in München und Berlin. Protagonistin dieses Romans von Heidi Rehn ist die junge Lou, die früh ihren Verlobten in den politischen Wirren nach dem 1. Weltkrieg verliert. Als dann auch Max und schließlich auch Judith, ihre Freunde aus dem Kleeblatt München verlassen, stürzt sich Lou ins Unterhaltungsvergnügen der zwanziger Jahre. Mit ihrem Beruf als Täschnerin wird sie später ein Auskommen haben , doch er wird ihr nicht über die Enttäuschungen der Zeit hinweghelfen. Sehr lebhaft und unterhaltsam, zeichnet Heidi Rehn ein Bild der zwanziger Jahre in München und Berlin, in dem auch der aufstrebender Hitler, Nahrungsmittelknappheit, Inflation , Drogen und die gleichgeschlechtliche Liebe ihren Platz finden. Die Sucht nach Vergnügungen in einer Zeit, die eigentlich von Depression und allerhand Entbehrungen gezeichnet ist, lässt die Menschen zu jedem Vergnügen greifen , derer sie habhaft werden können. Junge Menschen haben ihr Leben im Krieg verloren, Deutschland ächzt unter dem Versailler Vertrag und man weiß nicht , wie das Leben weitergeht. Da versucht jeden seinen Platz zu finden, auch Lou, doch Gott sei Dank hat sie noch ihre Freunde. Süffig, prall und mehr als unterhaltsam beschreibt Heidi Rehn ein Sittenbild der damaligen Zeit und hat damit einen sehr unterhaltsamen Roman geschaffen, dessen Figuren sympathisch und zeitgemäß agieren und es einfach Spaß macht , diesen Figuren zu folgen.

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  • Tanz des Vergessens...

    Tanz des Vergessens

    Phienchen89

    01. February 2016 um 18:36

    Die junge Lou verliert 1919 ihren Verlobten Curd und gibt sich selbst die Schuld daran. Immer darauf bedacht sein Tod zu Vergessen, schlägt sie sich durch die Nachkriegszeit und stürzt sich in das glanzvolle Leben der 20er-Jahre. An sich eine gute Geschichte. Man erfährt einiges über das Leben der 20er-Jahre und wie die Leute in der Zeit lebten (was ich sehr interessant fand). Der Schreibstil der Autorin lässt sich gut lesen. Mal davon abgesehen, dass dieses Buch ein wunderschönes Cover hat. Aber... So ausführlich die Autorin auch schreibt, ist es teilweise doch zu lang gezogen. Das Buch geht gut los und ich war sehr interessiert an Lous Erlebnissen und neuen Bekanntschaften. Aber ab etwa der Hälfte fing es an mich zu langweilen. Lou erschien mir plötzlich dermaßen naiv, dass es mich manchmal aufregte. Auch die Liebschaften ihrer Freundin Judith fand ich teilweise unpassend und störend. Ich weiß, dass viele dieses Buch mögen und der Inhalt hört sich auch spannend an. Ich habe mich riesig gefreut das Buch anzufangen und wurde nicht unbedingt enttäuscht, aber ich hatte mir mehr versprochen.

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  • Eine bunte Reise in die Welt der berühmt berüchtigten Zwanziger ;-)

    Tanz des Vergessens

    LadyFelidae

    06. December 2015 um 18:39

    ... unternimmt man als Leser von "Tanz des Vergessens", welcher sich metaphorisch durch die gesamte Handlung zieht. Heidi Rehn zeigt in diesem Buch, wie die Seele und das Herz einer talentierten jungen Frau sich nach einem großen persönlichen Unglück verlieren ... aber auch wiederfinden kann. Umgeben von Verlockungen und nie gekannten Vergnügungen und dem sich anbahnendem Aufstieg Adolf Hitlers, versucht Lou zu sich selbst und zu ihrem Platz in der großen Welt zu finden und trifft dabei nicht immer die richtige Entscheidung... Aber was wäre das Leben, wenn es einem nicht auch Fehltritte verzeihen würde? Ich habe diese Geschichte genossen, obwohl es stellenweise Passagen gab, wo die Handlung leicht abflachte... . Bei dem großen Potenzial, über welches diese Erzählung und die Personen verfügen, könnte ich mir sehr gut eine Fortsetzung vorstellen ;-)

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  • Eine Hommage an die deutschen Roaring Twenties

    Tanz des Vergessens

    dubh

    01. November 2015 um 18:27

    1919 in München. Ein Jahr nach dem Ende des Ersten Weltkrieges liebt die junge Lou den jungen Curd. Sie haben eine kleine Wohnung und kommen knapp durch's Leben - aber überhaupt machen die Beiden den Eindruck, dass sie sich vor allem selbst genügen. Judith und Max, zwei Freunde Curds aus Wiener Zeiten, und die zwei Verlobten genießen einfach das Leben und den Frieden, wie es ihnen möglich ist. Doch dann geschieht das Unfassbare: in den letzten Zügen der Münchner Räterepublik verirrt sich eine Kugel und trifft Curd tödlich. Lou ist untröstlich und macht sich schwere Vorwürfe: immerhin hat sie Curd gebeten, etwas zu besorgen - nur deshalb hat er zu dieser Zeit überhaupt das Haus verlassen. Max und Judith stehen ihr in diesen schweren Stunden zur Seite, aber wirklich trösten kann sie nur das Tanzen. Hat sie früher zu gerne mit Curd gemeinsam getanzt, so tanzt sie nun um sein Grab und versucht so den Schmerz erträglich zu machen. Nun völlig mittellos geworden, sucht sie sich eine Stelle als Täschnerin und findet so auch eine neue Bleibe bei der Tochter ihres Arbeitgebers, Frida. Diese Frau ist etwas älter als sie und lebt gemeinsam mit ihrer Tochter Franzi in einer Wohnung, in der loh nun ein Zimmer bekommt. Doch auch ansonsten tut Frida Lou gut: sie geht mit ihr zum Tanzen aus und durch sie lernt Lou auch wieder Männer kennen. Relativ bald geht sie eine Beziehung ein - mit dem reichen Ernst, der ihr alles bieten kann. So tingelt Lou weiter durch die Tanzcafés und Nachtlokale, stets auf der Jagd nach dem Tanz des Vergessens. Zwischendurch hat sie immer wieder schwache Phasen, in denen sie sich schuldig fühlt. Die Eltern früh verloren, fühlt sie sich nicht nur am schweren Unfall ihres Bruders, zu dem sie kaum mehr Kontakt hat, sondern nun auch am Tod Curds schuldig - wer will ihr da die immer mal wieder aufkommende Schwäche übel nehmen? Als Ernst sich finanziell verspekuliert und Lou fallen lässt, ergreift sie die nächste Chance und bricht erneut auf: dieses Mal sogar in eine andere Stadt, nach Berlin! Dort lässt sich ganz wunderbar zu neuen Rhythmen tanzen. Die Menschen sind in der Nachkriegszeit regelrecht vergnügungssüchtig und wollen einfach nur leben. Genau das richtige für Lou - zumal sie dort auch wieder auf Judith und Max, ihre alten Freunde trifft. Doch es sind auch andere Zeichen spürbar: noch in München bemerkte Lou den stärker werdenden Antisemitismus, jetzt kommen noch die rasche Geldentwertung und die zunehmend sichtbare Armut auf den Straßen hinzu... Heidi Rehn zeigt mit diesem Roman - wie auch schon bei "Der Sommer der Freiheit" - ihr ausgeprägtes Gespür für den Lebenswillen, aber auch die Nöte und Sorgen der Menschen, dieses Mal aus den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg. Es ist eine hochspannende Phase der deutschen Geschichte, die unfassbar tragisch geendet hat, obwohl es in den Jahren der Weimarer Republik ja durchaus auch Hoffnung, Demokratiebestreben und Aufbruchsgeist gegeben hat. Gerade durch die Figuren und den Erzählstil der Autorin lehrt einen dieser Roman mehr als so manches Geschichtsbuch, denn sie sind allesamt - allen voran natürlich Lou - so plastisch und realistisch gezeichnet, dass man mit ihnen leidet und hofft; dass man ihnen das Beste wünscht und ob der heutigen Sicht das Schlimmste fürchtet. "Tanz des Vergessens" ist für mich schlicht und ergreifend eine Hommage an die Goldenen Zwanziger, die beides deutlich macht: die Licht- wie auch die Schattenseiten! Die Autorin hat sich mit "Der Sommer der Freiheit" bei mir schlagartig zu einer sogenannten Autobuy-Autorin entwickelt. Dieser Roman hier beweist, dass ich damit völlig richtig lag: "Tanz des Vergessens" ist einfach wunderbarer, atmosphärisch dicht und mit liebenswerten Figuren, deren Schicksal mich berührt hat und mit denen ich gebangt habe. Ich freue mich schon jetzt auf weitere Romane von Heidi Rehn. Fazit: Wer sich für diese Zeit interessiert, gerne in eine Geschichte abtaucht und mit den Figuren leidet: auf jeden Fall lesen!

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  • Mit Musik geht fast alles besser

    Tanz des Vergessens

    Bokmask

    15. October 2015 um 14:59

    Dieses Werk von Heidi Rehn war mein 10. das ich von ihr gelesen habe. Und ich kann sagen, sie überrascht mich jedes mal aufs neue. Da ich dieses Buch im Rahmen einer Leser-runde gelesen habe, bekam ich von der Autorin auch einiges an Hintergrundinformationen. Auch wie sie selber ihre Figuren gesehen hat und immer noch sieht. Autoren begleitete Leser-runden sind für mich etwas ganz besonderes. Diese Geschichte spielt in den Jahren direkt nach dem ersten Weltkrieg. Die Menschen möchten sich wieder vergnügen und Fröhlich sein. Sodass es in der Stadt München und später auch in Berlin des Nachts hoch hergeht. Auch die galoppierende Geldentwertung spielt eine Rolle, sowie die Einführung der neuen Währung. Am Rande aber dennoch beachtenswert ist der langsame aber stetige Aufstieg von Adolf Hitler. Lou, eine zu Anfang und zu dieser Zeit noch Minderjährige, junge Dame hat einen Schicksalsschlag nach dem anderen zu verkraften. Sie redet sich ein, dass sie allen Menschen mit denen sie näher in Kontakt steht Unglück bringt. Doch sie hat Freunde, die in allen Lebenslangen zu ihr stehen. Auch wenn Lou diese tiefe und innige Freundschaft teils nicht so recht mitbekommt und fast schon mit Füßen tritt. Stehen ihr fünf Figuren immer zur Seite. Lou hat ein außerordentliches Talent, sie ist Täschnerin, und hat wunderbare Ideen, diese versucht sie in Berlin umzusetzen und sich ein eigenes selbstbestimmtes Leben aufzubauen. Doch gewisse Umstände lassen Lou nicht gerade gradlinig ihren Weg gehen. Frida, Wilma, Judith, Max und Franzi haben teils ihr heile Not mit Lou, doch sie lassen nicht locker und so mache brennende Situation kann so überwunden werden. Und was alle miteinander verbindet, ist die Musik. Die Musik ist immer mit dabei, ob in Gedanken oder um an Menschen zu gedenken die von ihnen gegangen sind. Diese Freunde haben immer ein Lied auf dem Grammophone oder in Gedanken bei sich. Eine in meinen Augen wunderbare Geschichte, die uns mal wieder zeigt wie schwer es die Menschen gerade nach einem Krieg haben, um sich aus den Trümmern wieder emporzuarbeiten. Ein friedliches Leben zu führen, aber auch wie sie damit umgehen, Menschen die sie verloren haben nicht zu vergessen. Ich freue mich sehr auf den dritten Band aus der Zeit der zwanziger Jahre. Das ich diesen auch lesen werde steht außer Frage. Denn Heidi Rehn hat sich bei mir einen festen Leseplatz er schrieben.

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  • Fesselnd und berührend

    Tanz des Vergessens

    petra_radtke

    26. August 2015 um 14:38

    Heidi Rehn nimmt den Leser mit auf eine Zeitreise in die Goldenen Zwanziger Jahre. Es ist Frühling im Jahr 1919, der erste Nachkriegsfrühling nach dem 1.Weltkrieg. In München herrschen chaotische Zustände - es tobt ein Kampf der Weißgardisten gegen die Spartakisten in den Straßen der Stadt. Lou, 18 Jahre jung, lebt mit ihrem Verlobten Curd zusammen und sie planen ihre Hochzeit. Mit ihren Freunden Judith und Max sind sie unzertrennlich wie ein vierblättriges Kleeblatt - sie helfen sich in der schweren Zeit und hoffen auf ein baldiges glückliches Leben. Wenn Curd seine Schlagerplatten auflegt, vergessen sie die Welt um sich herum und tanzen, um so ihren Optimismus aufzubauen. Endlich scheinen die Kämpfe in der Stadt aufzuhören und die Freunde beschließen auf Erkundung zu gehen und etwas Essbares aufzutreiben. Lou bleibt alleine zu Hause, denn sie arbeitet an einem Rucksack, den sie, da sie von Beruf Täschnerin ist, selbst entworfen hat... Doch Curd kehrt nicht zu ihr zurück - eine verirrte Kugel trifft ihn tödlich...Lou versucht dieses Unglück zu verarbeiten. So tanzt sie zusammen mit ihrer Freundin regelmäßig um das Grab ihres Verlobten, um ihm ganz nah zu sein...Da Lou sich auch an dem schrecklichen Unfall, durch den ihr Bruder zum Invaliden wird, schuldig fühlt, hat sie nun Angst auch ihren Freunden Unheil zu bringen. So versucht sie ihren Weg alleine zu gehen, sucht sich eine Arbeit, findet eine neue Freundin, bei der sie auch wohnen kann. Diese nimmt sie mit zu abendlichen Tanzveranstaltungen.Hier kann Lou den schweren Alltag und ihre Sorgen vergessen. Sie lernt einen reichen älteren Herren kennen, dessen Geliebte sie wird und durch ihn Zutritt in die obere bürgerliche Elite erhält. Doch als seine Ehefrau alles durchschaut und er durch Fehlspekulationen fast ruiniert wird, lässt er Lou fallen...Ihre Freunde sind inzwischen nach Berlin gezogen. Dorthin zieht es Lou nun auch. Ihre Freunde helfen ihr ein neues Leben zu beginnen und es scheint auch , als ob sie mit ihren Entwürfen zu modernen Taschen bald große Erfolge feiern würde. Doch die Zeit ist gekennzeichnet von politischen Machtkämpfen und dem aufkommenden Faschismus. Wird es Lou trotzdem gelingen sowohl beruflich als auch privat glücklich zu werden? Oder wird Ihre Vorahnung, dass sie ihren Freunden Unglück bringt zur Gewissheit ??? Meine Einschätzung : Die Geschichte hat mich von Anfang an gefesselt. Lou ist mir vom ersten Augenblick an sympathisch und ich habe mit ihr gelacht und gelitten. Während ihrer Tänze habe ich die alten Melodien, die ich teils noch von meiner Oma kenne, mitgesummt...Heid Rehn gelingt es wieder einmal die damalige Zeit bildhaft darzustellen. Die Nachkriegszeit, geprägt von Klassenkämpfen, Inflation, Arbeitslosigkeit, aber auch Reichtum in den Händen weniger... Vor allem die jungen Menschen versuchen bei Tanzvergnügen, die schweren Kriegsjahre zu vergessen und greifen dabei auch zu Rauschmitteln. Das Leben meint es nicht gut mit unserer Hauptheldin Lou, die frühzeitig ihre Eltern verloren hat, zu ihrem Bruder kaum Kontakt hat, da sie sich selber schuldig fühlt an seinem Unfall, bei dem er zum Invaliden wurde. Mit ihrem Verlobten Curd wollte sie nun in München sich eine neue Heimat aufbauen, dies wurde durch eine verirrte Kugel, die ihren Liebsten tödlich traf, verhindert. Die Freundschaft zu Max und Judith, die immer zu ihr stehen wollen, wird auf harte Proben gestellt. Überhaupt überrascht die Schriftstellerin mit unerwarteten Wendungen in der Geschichte und unterhält damit den Leser sehr gut. Eine Geschichte, die berührt, den Leser nicht loslässt, auch wenn er den letzten Satz schon längst gelesen hat.

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  • Feinfühlig erzählter Roman in einer interessanten Zeit!

    Tanz des Vergessens

    Immchen

    24. August 2015 um 20:08

    Mein Einruck: Heidi Rehn hält sich nicht unnötig lange mit Geplänkel auf: Während der Leser im ersten Kapitel Bekanntschaft mit der Hauptfigur Lou und ihrem Verlobten Curd machen darf, so nimmt bereits im zweiten Kapitel das unheilvolle Schicksal seinen Lauf, als Curd ausgerechnet jetzt, da der Krieg endlich zuende ist, durch eine verirrte Kugel tödlich verletzt wird. Lou ist am Boden zerstört und erhält seelische Unterstützung von den zwei besten Freunden ihres Verlobten: Max und Judith, wie Curd beide ursprünglich aus Wien stammend, haben ihrem Freund kurz vor seinem tragischen Tod versprochen, sich um seine Lou zu kümmern. Diese ist zwar froh über die Freundschaft zu Max, der wie Curd im Theater als Dramaturg arbeitet und zu der lesbischen, einige Jahre älteren Judith, die als Journalistin in München ihr Glück versucht. Dennoch geht auch Lous Leben weiter : sie sucht sich einen Job in einem Lederwarengeschäft, lernt neue Leute kennen und zieht aus der gemeinsamen Wohnung aus. Curds Grab auf dem Ostfriedhof bleibt aber für Lou und auch die Freunde ein fester Anlaufpunkt, während Lou mit ihrer neuen Vermieterin und Freundin Frida erste Ausflüge in das Münchner Nachtleben unternimmt und ihren Kummer buchstäblich wegtanzt. Lou ist eine bildhübsche junge Frau, die sich trotz oder gerade wegen ihrer schlimmen Erlebnisse, nach einem unbeschwerten und vergnüglichen Leben sehnt. Der erheblich ältere Unternehmer Ernst scheint ihr all das bieten zu können, wäre da nicht dessen Ehefrau. Durch einen perfiden Plan wird Lou zumindest zeitweise ein Mitglied der feinen Gesellschaft und kann ihren Job in der Werkstatt an den Nagel hängen. Stattdessen kreiert die gelernte Täschnerin nebenbei eigene Stücke, für die sie bei gesellschaftlichen Anlässen und im Nachtleben genügend Ideen findet. Ganz nebenbei ist der Leser nicht nur von der Geschichte um Lou und ihre Freunde gefesselt, sondern wird gleichermaßen Zeuge von den politischen und gesellschaftlichen Ereignissen in einem München der 1920er Jahre. Die „Goldenen Zwanziger“ haben Einzug gehalten und der Leser taucht mit ein in das rauschhafte Leben aus Tanz, Vergnügung und Überfluss. Rehn schafft ein ausführliches und stimmiges Gesamtbild der Zeit, indem sie neben der Kulturgeschichte und den Modetrends auch auf die Inflation eingeht, durch die es zu abstrusen Summen kommt. Ein Österreicher namens Adolf Hitler taucht zu dieser Zeit in München auf und zieht in gewissen gesellschaftlichen Kreisen seine Bahnen, immer häufiger tritt nun die NSDAP auf den Plan. In dieser unruhigen Zeit und nach gescheiterten Beziehungen entflieht Lou den Wirren durch einen Ortswechsel. In Berlin ist sie wieder vereint mit ihren alten Freunden Max und Judith, die sich dort bereits eine neue Existenz aufgebaut haben. Auch Lou will dort ihr Glück versuchen, indem sie als Täschnerin mit eigenen Kreationen Geld verdient. Berlin hat natürlich noch viel mehr zu bieten: das ausschweifende Nachtleben und die Kreise der Boheme sind wie geschaffen für die lebenshungrige Lou, bringen aber sowohl Licht, als auch Schatten mit sich. Rehn gelingt es auch hier feinsinnig, ein intensives und vielschichtiges Bild von einer besonderen Stadt zu einer interessanten Zeit zu zeichnen. Die Menschen, die den Weg von Lou kreuzen und die Orte, die von ihr besucht werden, sind so lebhaft beschrieben, dass der Leser sich beinahe als Teil davon fühlt. Mein Fazit: „Tanz des Vergessens“ ist nicht nur ein überaus gut recherchiertes Stück Zeit- und Kulturgeschichte, sondern auch ein feinfühlig erzählter Roman mit einer unglaublichen Vielzahl an interessanten Charakteren. Die Handlung um das Leben der von Rehn geschaffenen Protagonistin Lou ist eingebettet in den Zeitrahmen zwischen den beiden Weltkriegen in Deutschland, womit sicher kein einfaches Kapitel bedient wird. Dank guter Recherche ist das jedoch hervorragend gelungen und real existierende Personen wurden von der Autorin schlüssig in den Plot eingearbeitet. Ich empfehle an dieser Stelle auch die Lektüre des ausführlichen Glossars am Ende des Buches! Die klare und schnörkellose Sprache sowie die richtige Prise Spannung und Gefühl lassen den Leser ganz eintauchen in die „Goldenen Zwanziger“ Jahre und mindestens ab der Hälfte des Buches kann man es nur schwerlich aus der Hand legen. Eine schöne Geschichte um Freundschaft, Liebe und Erwachsenwerden und gleichzeitig ein grandioses Zeugnis der Zeit!

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  • Tanz des Vergessens

    Tanz des Vergessens

    manu62

    18. August 2015 um 10:10

    Klappentext: Frühling 1919: Die junge Lou will nach dem tragischen Tod ihres Verlobten in den Wirren der Münchner Räterepublik nur noch eines: vergessen! Um ihren Schmerz zu betäuben, stürzt sie sich in das Bohème-Leben der frühen Zwanzigerjahre. Doch wie ein schwarzer Schatten hängt die Vorstellung über ihr, allen Menschen, die ihr nahestehen, Unglück zu bringen. Als sich dieser Glaube ein weiteres Mal zu bewahrheiten scheint, bleibt ihr nur noch ein letzter Ausweg ... Produktinformation • Taschenbuch: 560 Seiten • Verlag: Knaur TB (1. Juli 2015) • Sprache: Deutsch • ISBN-10: 3426515911 • ISBN-13: 978-3426515914 Meine Meinung: Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen.  Da dies nicht mein erstes Buch der Autorin ist, bin ich mit ihrem Schreibstil vertraut und auch dieses Buch hat mich nicht enttäuscht. München in den 20er Jahren, der Krieg ist beendet, als Curd durch einen unglücklichen Zufall auf offener Straße von einer verirrten Kugel getötet wird. Für Lou bricht eine Welt zusammen, war Curd doch für sie unterwegs. Halt bieten ihr in dieser schweren Zeit die Freunde von Curd, Judith und Max. Obwohl bereits dort die ersten Gefühle für Max aufkommen, kämpft Lou dagegen an, empfindet es als Verrat gegenüber Max. Als Täschnerin begibt sie sich auf Arbeitssuche und als es ihr gelingt, beruflich Fuß zu fassen, beginnt ihr Leben wieder in geordneten Bahnen zu verlaufen. Während sie das Münchener Nachtleben auskostet, lernt sie Ernst kennen, verheiratet, einiges älter als sie und wohlhabend. Sie beginnt eine Affäre mit ihm. Ernst kommt eines Tages auf die Idee, Lou zu adoptieren, um weiterhin das Verhältnis aufrecht erhalten zu können. Nach einigen Überlegungen stimmt Lou zu und genießt das angenehme Leben, wenn sie auch mit der Frau von Ernst ihre Probleme hat. Doch das Leben hält noch einige Überraschungen für sie bereit. Die Autorin versteht es hervorragend die Charaktere glaubhaft zu beschreiben. Es ist mir nicht schwer gefallen, meine Sympathien zu verteilen. Auch die Atmosphäre nach dem Krieg und die aufkeimende Begeisterung über Hitlers erste Aktivitäten wurden authentisch dargestellt. Für mich heutzutage immer noch erschreckend. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen und bedanke mich besonders bei Heidi Rehn für die Begleitung dieser Leserunde.

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