Heidi Rehn Thonets Gesellen

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Inhaltsangabe zu „Thonets Gesellen“ von Heidi Rehn

Das Rheintal um 1840: Die evangelischen Preußen regieren die Gegend zwischen Mainz und Köln. Das behagt den katholischen Rheinländern nicht, noch dazu, wo große wirtschaftliche Not ihren Alltag beschwert. Als eines Morgens die Leiche einer jungen Frau gefunden wird, sind sich alle sicher: Ein Evangelischer ist der Täter! Die Spuren führen in die Werkstatt des Tischlermeisters Thonet, der gerade an der Technik feilt, Möbel aus gebogenem Holz in großer Stückzahl günstig herzustellen. Damit ist er seiner Zeit weit voraus. Weil er außerdem lieber die verhassten evangelischen statt der einheimischen katholischen Gesellen beschäftigt, erregt er den Unmut seiner Mitbürger. Schon versammeln sich die Burschen der Stadt vor seiner Werkstatt, um den vermeintlichen Mörder zu stellen. Vor dem authentischen Hintergrund der Entstehung der Thonet-Möbel entwirft die Autorin das lebendige Bild einer Vergangenheit, in der Konfessionsstreitigkeiten den Nährboden für Verdächtigungen, Hass, Mord und Totschlag abgeben.

Katholiken gegen Protestanten - ein Konflikt, der schon vergessen geglaubt war, Boppard in den 1840ern

— Bellis-Perennis

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    Thonets Gesellen

    Bellis-Perennis

    26. November 2017 um 16:11

    Heidi Rehn entführt ihre Leser in das Rheinland der 1840er Jahre. Die jahrelangen wechselnden Herrschaftsverhältnisse, einmal Franzosen, dann wieder Deutsche (=Preußen) haben tiefe Spuren hinterlassen. Die Wirtschaft liegt darnieder, die Stimmung der Bevölkerung Boppards ebenso. Da kommt zwar die aufstrebende Tischlerei Thonet mit ihren neuen Produktionsweisen für Möbel gerade recht. Dennoch werden die Thonets scheel angesehen. Michael Thonets Idee, zum leichteren Transport zerlegbare Möbel zu bauen, kommt bei den alt eingesessenen Tischlern nicht gut an. Macht er doch aus dem Tischlerhandwerk eine Möbelfabrikation und – was wahrscheinlich noch viel schwerer wiegt – er beschäftigt protestantische Hilfsarbeiter. Ein No-Go im katholischen Boppard.Auch persönliche Dissonanzen spielen mit. Da sind zum einen die Nachbarn, die sich am Leimgestank, der Produktion der Leimholzmöbel nötig ist, stoßen oder die Geldgeber, die ihre Investitionen wiederhaben wollen. Auch Michaels Sohn Franz und der Geselle Martin Altdorf haben ihre Differenzen, fühlt sich doch der Sohn vom Vater zurückgewiesen. Die Situation eskaliert, als Lieselotte tot aufgefunden wird. Unverheiratet und schwanger - der Mörder kann nur ein Evangelischer sein! Diese Auffassung wird durch das plötzliche Verschwinden von Martin Altdorf noch genährt.Da nützt es wenig, wenn der Polizeidiener Müller behutsam, aber bestimmt seine Ermittlungen vorantreibt. Die katholischen Bürger bereiten sich auf eine Lynchjustiz vor. Kann dies gerade noch verhindert werden?Meine Meinung:Ein interessanter historischer Roman aus Heidi Rehns Feder. Bislang habe ich mir wenige Gedanken über die Herkunft der Familie Thonet gemacht, obwohl deren Bugholzmöbel der Inbegriff der Wiener Kaffeehauskultur in der untergehenden Donaumonarchie ist.Die Charaktere sind gut herausgearbeitet. Die feindselige Stimmung wirkt bedrohlich und authentisch. Das historische Umfeld ist penibel recherchiert. Die Krimihandlung selbst ist mäßig spannend, lebt aber von der explosiven Atmosphäre in Boppard.Fazit:Ein historischer Roman, der längst vergangen geglaubte Animositäten wieder zum Vorschein bringt.Gerne gebe ich 4 Sterne 

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    Thonets Gesellen

    PaulTemple

    Wir befinden uns im katholischen Boppard, Anfang der 1840er Jahre. Nach jahrzehntelanger Besetzung durch die Franzosen, herrschen nun die - oftmals protestantischen - Preußen - das Rheintal befindet sich auf wirtschaftlicher Talfahrt und die allgemeine Stimmung ist nicht viel besser. In dieser aufgeheizten Stimmung geschieht ein Mord an einer jungen Frau und sofort liegen die Nerven der Stadtbewohner blank. Wachtmeister Müller nimmt die Ermittlungen auf, die in den Augen vieler Bürger absolut überflüssig sind: Ein fremder Protestant muss der Täter sein. Warum? Weil er eben evangelisch ist! Die historischen Glaubensauseinandersetzungen mitsamt ihren Vorurteilen wurden von der Autorin sehr schön in die Handlung eingearbeitet, zudem verfügt der Roman über sympathische und gut durchleuchtete Charaktere, von der historischen Atmosphäre ganz zu schweigen - da fällt die etwas lahme Krimihandlung nicht allzu sehr ins Gewicht.  

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    • 6

    Faidit

    10. August 2014 um 11:02
  • Rezension zu "Thonets Gesellen" von Heidi Rehn

    Thonets Gesellen

    Natalie77

    16. November 2010 um 12:34

    Es beginnt mir einem kurzen Prolog um die Tote Fassbinder Tochter Lieselotte und der Weißgerber Tochter Helena, Helena erst neu nach Boppart gezogen lernt von Lieselotte das nähen und sie möchte Lieselotte gerne mal wieder bei sich zu Hause haben, damit diese ihr das Nähen weiter zeigen kann. Lieselotte ist Halbwaise, ihre Mutter und ihr älterer Bruder sind vor einiger Zeit gestorben, so dass sie sich um die kleinen Geschwister kümmern muss, das nennt sie auch als Grund dafür das der Vater gewiss was gegen ihren Besuch bei Helena haben wird. Soweit kommt es auch nicht mehr, denn kurze Zeit später wird Lieselotte tot aufgefunden in einem Fluss, nun beginnen die Ermittlungen von Dorfpolizist Müller... Das Buch hatte ich in der Bücherei entdeckt und schon alleine deswegen mitgenommen da die Firma Thonet hier in Frankenberg ansässig ist, mir war aber vollkommen unbekannt das es wohl nicht immer so war. Der historische K´rimi erzählt einige Fakten der Firma Thonet, aber zeigt auch auf wie zu der damaligen zeit die Glaubenskriege schwelten. Die Katholiken sahen in den evangelischen Mitbewohnern nur schlechtes und zeigten das auch. Das zieht sich als rotes Band durch diesen Roman. Leider ist er meiner Meinung nach der langatmig, die erst knapp 200 Seiten geht es um den Mord bzw. die Aufklärung fast weniger als darum wie sich evangelische und katholische Schuldzuweisungen geben und so merkt man kaum ein vorankommen im Ermittlungsstand, was eine durchaus gute Geschichte sehr langweilig macht. Zum Schluss geht es dann recht schnell und für mich bleibt auch noch die ein oder andere Frage offen.

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