Heidi Wagner

Lebenslauf von Heidi Wagner

Studierte Sprach-, Literatur- und Sozialwissenschaften. Seit 1987 ist sie kommunale Frauenbeauftragte und arbeitet an literarischen und sozialhistorischen Frauenprojekten. Sie lebt in Bielefeld.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Heidi Wagner

Cover des Buches Wiener Melange (ISBN: 9783934703377)

Wiener Melange

 (2)
Erschienen am 01.03.2002
Cover des Buches Jystalla Das Einhorn in der Glaskugel (ISBN: 9783944515304)

Jystalla Das Einhorn in der Glaskugel

 (0)
Erschienen am 22.11.2013

Neue Rezensionen zu Heidi Wagner

Cover des Buches Wiener Melange (ISBN: 9783934703377)A

Rezension zu "Wiener Melange" von Heike Herrberg

Heiß, in kurzen Zügen genießen!
aus-erlesenvor 4 Jahren

Während man in anderen Salons Wiens nicht um Pardon bitten muss – wie im Musical „Elisabeth“ – so ist man bei Alma Mahler-Werfel der Etikette verpflichtet. Der Etikette eine Diskussion so zu führen, dass am Ende der Diskussion niemand mit Groll nach Hause gehen muss. Aber es sind halt auch Künstler darunter, und somit ist der Salon auch eine Arena der Eitelkeiten. 
Das Wien der 20er und 30er Jahre ist immer noch ein Dreh- undAngelpunkt der Progression. Das einstige Reich hat sich geteilt, mehrfach. Ein Zehntel der Bevölkerung ist nun Österreicher, der Rest Slowene, Ungar, Bosnier etc. Die Kunst ist immer noch agil und weltoffen wie eh und je. Und davon berichtet dieses Buch. Was heißt berichtet? Es führt den Leser in eine Zeit, die vielleicht noch die Oma, als sie in Kinderschuhen steckte entfernt wahrnehmen konnte. Die Orte des Geschehens sind heute noch zum größten Teil besuchbar. Wie das Café Landmann, das Café Herrenhof hat zwar so machen Zwist, zwei verheerende Kriege überstanden, doch 2006 war dann doch endgültig Schluss. Jetzt steht dort das Steigenberger Hotel Herrenhof. Der Geist von Egon Erwin Kisch, Franz Werfel, Elias Canetti oder Milena Jesenská wird nur durch dieses Büchlein wieder lebendig. 
Heike Herrberg und Heidi Wagner begeben sich auf Spurensuche in einem Wien, das Weltruhm genießt. Fotos lässt man bei Madame d’Ora machen, Dora Kallmus, es sei denn man ist Tänzerin. Dann geht man natürlich zur Fleischmann, Trude Fleischmann. Ihre Tanzaufnahmen sind bis heute der Grundstein der Tanzfotographie. Dora Kallmus war die Erste, die Wein verließ. Das war 1925. Ihr Ziel war Paris. Das war noch weltläufiger als Wien. Ihr sollten viele folgen, doch nicht wegen mangelnder Weltläufigkeit, sondern des widerwärtigen Naziterrors wegen. Die Kundschaft war nicht mehr da oder hatte Angst oder war schon auf dem Sprung oder hatte Wichtigeres im Sinn als sich fotografieren zu lassen. Ein Aderlass unermesslichen Ausmaßes. 
Tänzer, Literaten, Maler, Sänger – sie prägten das Stadtbild Wiens. In den Cafés waren sie Stammgäste, in den Salons das Salz in der Suppe. Und dieses Buch ist das Rezeptbuch für die Seele. Starke Frauen, die sich Freiräume schafften und diese zu nutzen wussten. Viele von ihnen sind heute dem breiten Publikum unbekannt. Die beiden Autorinnen holen sie anekdotenreich aus dem Reich des Vergessens zurück auf die Bühne, die ihnen zusteht. Applaus garantiert.

Kommentieren0
Teilen

Gespräche aus der Community

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks