Heidi von Plato Das verschwundene Manuskript

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Inhaltsangabe zu „Das verschwundene Manuskript“ von Heidi von Plato

Eine faszinierende Spurensuche nach dem verschollenen Theaterstück, das Georg Büchner über den rebelischen Renaissance-Dichter ARETINO geschrieben hat.

Gründlich recherchierter Büchner-Roman, poetisch gekonnte Verarbeitung des Rätsels um sein letztes Manuskript, nebenbei viel Zeitgeschichte!

— tamsky
tamsky

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    Das verschwundene Manuskript
    tamsky

    tamsky

    30. June 2014 um 12:15

    In den Programmen kleiner Verlage finden sich mitunter echte Perlen. Von Platos Büchnerroman ist so ein Edelstein, der mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Wo haben wir je authentischer von Büchners letztem Lebensjahr gelesen? Und wussten wir eigentlich, dass Büchner an einem Theaterstück über den kirchenkritischen Renaissance-Schriftsteller Aretino schrieb? In Platos Roman können wir Büchner daran arbeiten und dafür streiten sehen. Ganz dicht fühlen wir uns auf Büchners Spuren, während er mit seiner Verlobten Minna über den Marktplatz von Straßburg schlendert und durch unbedachte Äußerungen über staatliche Repressionen riskiert ins Visier der Polizei zu geraten. Büchner wird steckbrieflich gesucht, die Behörden haben stets ein Auge auf ihn. Umso größer ist seine Hoffnung auf einen beruflichen Neuanfang im liberalen Zürich als Dozent an der Universität. Allerdings stehen ihm dort eher das Sezieren von Barben und die wissenschaftliche Anatomie als weitere literarische Großtaten bevor. Doch zum Glück hat er ja das Aretino-Manuskript im Gepäck, das er in Zürich fertig stellen will. Was er nicht weiß, ist, dass es genug Neider, Kleingeister und Missgünstige in seinem Umfeld gibt, die verhindern wollen, dass sein Aretino jemals das Licht der Welt erblickt. Von Plato hat bestens recherchiert und führt eine spannende Spurensuche nach einem verloren gegangenen Manuskript durch, bei der sie schlaglichtartig Zeit und Menschen in Büchners Umgebung beleuchtet. So entsteht auf kleiner Fläche das faszinierende Panoptikum einer Epoche, in der freies Schreiben und kritisches Denken mitunter lebensgefährlich waren, staatliche Zensoren an jeder Straßenecke ihre Ohren spitzten und angehende Dichter auf die Mitarbeit fleißiger Kopisten angewiesen waren. Geschickt verwebt von Plato unterschiedliche Milieus, lässt Arm und Reich, Opfer wie Täter zu Wort kommen und befolgt damit nebenbei ein poetologisches Konzept Büchners, dem es in seinen Stücken immer darum ging den Figuren die ihnen je eigene, authentische Stimme zu geben. Ein kleiner kluger Roman, der kein Büchner-Spezialwissen voraussetzt, Historie auf unterhaltsame Weise lebendig macht und in einem unnachahmlich leichfüßigen Stil von einem ebenso wissensdurstigen wie sprachmächtigen mutigen Dichter erzählt. Unbedingt lesenswert!

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