Heiger Ostertag Rot ist tot

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Inhaltsangabe zu „Rot ist tot“ von Heiger Ostertag

Um den Hals hing locker eine weiße Krawatte. Still und ruhig lag sie da, die Frau. Die Augen geschlossen, als ob sie schliefe. Melcher merkte, wie ihn etwas an dieser Unbeweglichkeit störte. Die Frau schlief nicht, diese Frau war tot! Und dort, wo ihr Herz zu vermuten war, zeigte sich das Weiß der Decke dunkelrot und anders, als es hätte sein dürfen … Mord im Leonhardsviertel. Der Fotograf Jörg Melcher entdeckt eine Tote ohne Herz. Er ermittelt auf eigene Faust und stößt bald auf ein wild verwobenes Geflecht von Geld, Macht und Gewalt. Hintergrund des Geschehens ist das Rotlichtviertel Stuttgarts. Melcher durchstreift das Milieu und seine nächtlichen Straßen. Seine Kamera ist auf Spurensuche und findet Bilder in vielfältigen Farben: junge Frauen in kurzen Kleidern, flanierende Voyeure, Betrunkene und Nachtschwärmer und Blondinen in allen Qualitäten und Schattierungen. Mord und Tod in blutroter Spannung erwarten den Leser – und die Antwort auf die Frage, ist rot wirklich tot?

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  • Rezension zu "Rot ist tot" von Heiger Ostertag

    Rot ist tot

    T1000

    12. January 2011 um 19:54

    Um es gleich vorweg zu sagen: Grandios! Dieser im Stuttgarter Rotlichtmilieu handelnde Krimi, ist meisterhaft und präzise recherchiert. Will sagen, schon auf den ersten Seiten taucht man ins Geschehen ein. Das liegt zum Teil auch daran, das einem die Orte der Handlung mehr als vertraut sind. Es beginnt mit einer Frauenleiche in einem schon seit Jahrzehnten leerstehenden Ladenlokal der ehemaligen Buchhandlung Franz, in der Jakobstraße. In unmittelbarer Nähe zur Jakobsstube. Doch bei dieser einen Leiche soll es nicht bleiben. Wird man zu Anfang des Krimis auf alle möglichen Spuren geführt, glaubt schon den Täter zu kennen, schlägt Dr. Heiger Ostertag einen anderen Kurs ein. Zugegeben zu Anfang muss sich der Leser mit einer Reihe von Protagonisten auseinandersetzen. Ist dies erst gelungen, bekommt man unweigerlich das Gefühl selbst zu ermitteln. Der Autor hat neben der exakten Ortsbeschreibung, die Fähigkeit den Spannungsbogen bis zum Schluss aufrecht zu erhalten. Es werden Themen angesprochen, die hinter vorgehaltener Hand schon lange in der Stadt diskutiert werden. Was aber besonders fasziniert, ist die Kaltblütigkeit, die vermeintliche Überheblichkeit des Täters. Der sich zu einem elitären, fast unangreifbaren wirtschaftorientierten Zirkel Stuttgarts zählt. Aber auch einer der sich im Milieu auskennt, dort gezielt oder gezwungenermaßen seine Opfer sucht. Der Täter wird von einer perfiden Psychose gequält, die Ihn zum morden zwingt. Bemerkenswert auch die Beschreibung der in den Fall verwickelten Personen. Immer wieder ertappt man sich dabei darüber nachzudenken, wer ist das? Letztendlich stolpert der Mörder über seine eigene Überheblichkeit, und die Beharrlichkeit eines durch das Rotlichtviertel ziehenden Fotografen. Aber auch die Bewohnern des Quartiers leisten auf eigene Weise ihren Beitrag, denen entgeht nichts was nicht routiniert erscheint. Dadurch gelingt es dem Fotografen das Puzzle zusammen zusetzten, und den Mörder zu entlarven. Aber es wäre nicht Stuttgart, würde die Akte nicht auf betreiben einer einzelnen Person geschlossen- gemäß dem Motto, erledigt! Halt doch ein bisschen Spätzlesmafia. Rot ist tot, ein hervorragend geschriebener Krimi, der einem rote Augen beschert, man kann das Buch einfach nicht zur Seite legen.

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