Cover des Buches Advent, Advent, der Christbaum brennt (ISBN: 9783959100861)D
Rezension zu Advent, Advent, der Christbaum brennt von Heike Abidi

24 chaotische, mal auch romantische, besinnliche oder böse Geschichten zum Fest

von danielamariaursula vor 4 Jahren

Review

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danielamariaursulavor 4 Jahren
Weihnachten naht mit großen Schritten! Diese 24 sehr unterschiedlichen Kurzgeschichten rund um das Thema Weihnachten lassen sich auch gut als Adventskalenderbuch lesen.
Das Buch ist in vier Kapitel mit jeweils 6 Geschichten unterteilt, jedes mit einer kurzen humoristischen Einleitung und einem thematisch passenden Extra zum Ausklang.
Noch vor dem 1. Kapitel gibt es ein Extra mit 7 Tipps für ein entspannendes Weihnachtsfest.
Im 1. Kapitel: Familienchaos-Geschichten, lassen schmunzeln, da jeder ja irgendwie das familiäre Chaos zum Fest kennt und ein Lied davon singen kann.
Egal ob die beste Freundin Mitten im Weihnachtsstress das Plätzchen backen übernimmt, weil Schwiegermama, mit gekauften Plätzchen nicht zufrieden ist oder die Eltern verzweifelt versuchen Ihren Kindern den Glauben an das Christkind zu erhalten, am Ende kommt doch alles ganz anders als geplant. Trotz Schwangerschaft im Endstadion sollen noch alle Verwandten glücklich gestellt werden, oder eine Fahrt zur Familie steht an, obwohl man weiß, daß Papa doch wieder nur mit der Oma schlechte Stimmung verbreitet und man verzweifelt versucht, dem entgegen zu steuern, damit das Weihnachtsfest doch das Fest der Liebe bleibt. Diese Geschichte ist so schön aus dem Leben gegriffen und endet so ganz anders als erwartet, aber dennoch lebensnah, daß sie mir besonders gefiel.
Das Extra zum Schluss des Kapitels bietet unterhaltsame Infos zu den erfolgreichsten Weihnachtshits aller Zeiten, die im Übrigen auch immer wieder nebenbei in den einzelnen Geschichten vor allem im Autoradio gespielt werden.
Das zweite Kapitel heißt: Beziehungsgeschichten.
Hier gefielen mir besonders die romantische Geschichte „Umtausch ausgeschlossen“ und das versöhnliche „Elvira und Gisela“ über zwei alte Freundinnen, die sich vor Weihnachten über die Festplanung so zerstreiten, daß sie durch die Trennung erst wieder den Wert ihrer Freundschaft zu schätzen lernen.
Das Extra im Anschluß an das Kapitel widmet sich den besten Möglichkeiten sich schon mal in Weihnachtsstimmung zu bringen und sich nicht von Weihnachten überrumpeln zu lassen.
Das dritte Kapitel widmet sich „Schlemmergeschichten“.
Dieses Kapitel gefiel mir mit dem romantischen „Kommt Weihnachten nicht von Wein?“ über eine junge Frau, die nach dem Beziehungsende sich nur mit einer Flasche Wein auf das Hausboot ihrer verstorbenen Oma flüchten will, um sich alleine zu bemitleiden, dem liebenswert chaotisch und multikulturell offenen „Gans oder Falafel?“ besonders gut. „Das Fest der Liebe“ ist dann eher für Freunde des schwarzen Humors, wobei ich mich sehr gefreut habe, eine weitere Geschichte aus dem Leben des Düsseldorfer Schriftstellers in Grafenwerth und der Freifrau als Gastgeberin der vermeintlich gesellschaftlichen Crème de la Crème kennen zu lernen, die mich schon bei den Urlaubsgeschichten amüsierten.
Das Extra bietet hochprozentige Weihnachtsgenüsse aus aller Welt. Wer alle Rezepte gleichzeitig verbringt, dürfte das Fest allerdings in einer Ausnüchterungszelle oder der Intensivstation verbringen. Prost!
Im vierten und letzten Kapitel „Abenteuergeschichten“ schildert unterhaltsames, besinnliches und nachdenkliches zum Fest der Liebe.
In diesem Kapitel hat es mir besonders der „Weihnachtswahnsinn“ über ein als entspannter Fernsehabend mit Pizza geplantes Fest, dass ungeplant zur Mega-Party wird, wie auch die besinnlichen „Zu Hause ist manchmal dort, wo wir es nicht erwarten“ und „Weihnachtssehnsucht“ angetan. Einmal will eine junge Frau nur dem Fest entfliehen und findet auf dem Weg zum Flughafen, doch noch ihr perfektes Fest, während in der Geschichte „Weihnachtsehnsucht“ eine junge Frau an Heilig Abend im Auslandsjahr in Jerusalem nicht nur Kulturen verbindet und vermeintliche Glaubensbarrieren überwindet, sondern auch den Zauber der Weihnacht fernab von zu Hause findet.
Das Extra „Nach dem Fest ist vor dem Fest“ bietet unterhaltsame Tipps, wie man den Weihnachtsstress im nächsten Jahr dann doch endlich umgehen kann und die Zeit einem doch nur wieder entgleitet.
Um Ärger mit der lieben Familie zu vermeiden, die sich vielleicht durch die eine oder andere Geschichte persönlich auf den Schlips getreten fühlen mag, werden die jeweiligen Autoren der Geschichten nicht angegeben. Lediglich bei einigen der Autorenkurzinfos am Buchende kann man entnehmen welcher der Autoren, welche Geschichte verfasste, aber eben nicht bei allen. Die Autoren und ihre Vitae sind so unterschiedlich wie das Leben selbst. Daher ist wie bei einer Tüte Haribo Colorado für jeden Geschmack was dabei. Die einen Geschichten gefallen besser, die anderen weniger, aber insgesamt stellt man dann doch wieder fest: die Mischung macht‘s!
Von daher gebe ich gerne 4 von 5 Sternen.
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