Cover des Buches Plötzlich 14 (ISBN: 9783864300479)M
Rezension zu Plötzlich 14 von Heike Abidi

Durchschnittlicher Lesespaß, Personen sind mir zu stereotyp, die Buchidee gefällt aber

von mysticcat vor 6 Jahren

Review

M
mysticcatvor 6 Jahren

Das Buch "Plötzlich 14" von Heike Abidi ist im Pink Verlag im November 2015 erschienen und die Fortsetzung von "Tatsächlich 13". Ich habe den Vorgängerband nicht gelesen, und darauf bezieht sich auch die Rezension.


Die Idee, dass ein 13-Jähriges Mädchen einen Blog schreibt über die Pubertät, den sie dann fortführt, finde ich gut. Wie jedoch das Buch einer Minderjährigen ohne Unterschrift der Erziehungsberechtigten (ist die Oma ja nicht) herausgegeben werden kann, verstehe ich nicht, das ist aber sicher im Vorgängerband geklärt - und daher ist dieser Kommentar nur Anmerkung und nicht Teil der Bewertung.

Sehr verwirrend fand ich, dass Henriette, von Freunden auch "Henry" genannt, unter dem Namen "Jette"schreibt. 3 Namen, die im Buch ständig parallel verwendet werde, hat mir (wegen aller anderen Personen) viel Konzentration abverlangt. Auch der "Bruder" und "Badezimmerblockierer" wird als "Levin" im Buch erwähnt - und auch das im ständigen Wechsel. Kein Drama, aber für mich schmälert das das Lesevergnügen schon, denn das Buch hat nicht mal 200 Seiten und ist mit größerer Schrift und gutem Zeilenabstand bedruckt, daher gar nicht so viel Text. Mit den doch relativ vielen Personen (zusätzlich noch Freund, beste Freundin, deren Mutter, Henrys Eltern, eine kleine Schwester, ein früherer Schwarm, die Namen von Klassenkolleginnen) war mir persönlich das zu viel - vielleicht ist das besser, wenn man den Vorgängerband liest.

Ich tat mir auch mit der Vorstellung von Henrys Eltern schwer, denn in Band 2 ist das ziemlich stereotyp (Midlifecrises eines Verwaltungsbediensteten trifft auf Kontrollsucht einer Öko-Gesundheitsanhängerin) und überzeichnet erschienen, ohne, dass sie eine tiefere Persönlichkeit bekommen. Als Teenager habe ich nicht so überzeichnet empfunden, vielleicht geht das anderen anders.

Viele Handlungen kann ich nicht so richtig nachvollziehen / nachfühlen, und bei manchen Inhalten dachte ich, dass sie wichtiger werden, z.B. PrincessX mit ihren Blog-Beiträgen, über die sich Henry ärgert, die dann aber in der Versenkung verschwindet und keine Rolle mehr spielt - da wurden einige Seiten aufgewendet ohne spätere Relevanz, die ich lieber an anderer Stelle (z.B. Charakterisierungen) gehabt hätte. Die Mutter der besten Freundin und die Oma waren für mich halbwegs vorstellbar, auch, wenn diese Personen für meinen Geschmack zu glatt stereotyp in ihrem Verhalten waren, mir kam da zu wenig an Persönlichkeit rüber.

Positiv war die vorhersehbare, erwünschte und nachvollziehbare Handlung, die nur in Nebenhandlungen kleine Logikfehler enthielt, die aber durchaus in der Welt von Jugendlichen Gedanken Sinn machen können. Ich glaube auch, dass Mädchen zwischen 12 und 14 das Buch gut weglesen und dort abgeholt werden, wo viele schon stehen. Dass Beziehungen in diesem Alter schon so eine große Rolle spielen, war in meiner "Vorjugend" noch nicht so - ich merke das aber in manchen Klassen, die ich unterrichte und unterrichtet habe, dass dieses Thema für immer mehr "Kinder" wichtig wird.

Fazit: Für mich ein durchschnittlicher Lesespaß, da ich schon viele Bücher dieses Genres kenne und mehr auf stark definierte Persönlichkeiten fixiert bin. Ich gehöre jedoch auch nicht zur Zielgruppe, sonder unterrichte diese.

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