Heike Barai

 4.2 Sterne bei 21 Bewertungen

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Darum nerven Chinesen

Darum nerven Chinesen

 (21)
Erschienen am 12.02.2013

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Rezension zu "Darum nerven Chinesen" von Heike Barai

Witzig, informativ - aber niemals ohne Liebe zu Land und Leuten
Zen-Colavor 4 Jahren

Das Buch lehnt sich vom Titel, wie sich unschwer erkennen lässt, an Neumanns Werk über Japan an. Den Vorgänger fand ich inhaltlich zwar interessant, die Herangehensweise grenzte allerdings schon an Zumutung - es fehlte dem Buch an allen Ecken an Liebenswürdig- und Herzlichkeit. Das oft zitierte Augenzwinkern glich - für mich - eher dem Rundumschlag eines deutschen Ignoranten mit der Empathie eines Kieselsteins. Nun, das darf jeder für sich entscheiden. Ich selbst ging daher mit etwas gemischten Gefühlen an Heike Barais Pendant über China. Aber diese Vorsicht war letztlich vollkommen unbegründet. Denn der Autorin hier gelingt der Spagat, einerseits die befremdlichen Eigentümlichkeiten Chinas aufzuzeigen, andererseits aber auch, diese mit viel Liebe und Humor zu schildern, ohne im Ausland gleich ein zweites Deutschland errichten zu wollen. Sehr gelungen.

Der Inhalt gibt eher einen vagen, einführenden Überblick. Wer bereits einiges über das Land gelesen hat, wird hier nicht viel Neues finden - aber das Bekannte dafür aus einer etwas salopperen, humorvollen Sichtweise. Ich musste jedenfalls häufig grinsen und lachen beim Lesen; und es war keine diffamierende Schadenfreude. Ich selbst interessiere mich zwar schon seit mehreren Jahren stark für das Land, meine Eindrücke zu dem realen China beschränken sich jedoch bisher auf einen mehrwöchigen Urlaub. Somit wage ich nicht zu beurteilen, inwieweit das Geschriebene und Gelesene komplett der Realität entspricht oder inwieweit es teilweise selektiv wahrgenommen wurde. An einigen Punkten gibt es wahrscheinlich keinen, der Widersprüche wagen würde - wer auch nur einmal einen Blick in eine öffentliche Toilette in China geworfen hat, der wird das entsprechende Kapitel mit einem schmerzlichen Grinsen lesen. Von der oft geschilderten Kakerlakenflut bin ich dagegen, trotz recht billiger Unterkünfte, zum Glück verschont geblieben (mal hoffen, dass es nicht so ist wie mit der mir gerade nicht exakt bekannten Anzahl an Spinnen, die man durchschnittlich während des Schlafens unwissentlich in sich hineinstopft. Urgs, den Gedanken klammere ich mal lieber schnell aus ...)

Ich kann dieses Buch jedenfalls mit bestem Gewissen empfehlen. Wenn das meiste auch schon bekannt ist, so gelingt es der Autorin wunderbar, das Geschilderte sehr witzig, mit dem Blick eines Außenstehenden und trotzdem liebevoll zu transportieren. Ein gelungenes Buch!

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Code-between-liness avatar

Rezension zu "Darum nerven Chinesen" von Heike Barai

Eine süß-saure Liebeserklärung an das Reich der Mitte
Code-between-linesvor 4 Jahren

Zum Inhalt: In ihrem Buch "Darum nerven Chinesen" schildert die Autorin Heike Barai, studierte Sinologin mit intensiver Kenntnis des Reichs der Mitte und seiner Einwohner, Wissenswertes, Skurriles, aber auch Kritisches über den Alltag der Chinesen und die chinesischen Gepflogenheiten. Nach eigener Aussage ist es eine "süß-saure Liebeserklärung" an das Land - eine in meinen Augen sehr treffende Beschreibung des Buches, denn während die Autorin sowohl die liebenswerten Eigenarten der Chinesen und vielerlei aus unserer Sicht eher komisches und verrücktes Verhalten beschreibt und auch begündet, klingen bei den Themen Tierschutz, Umweltschutz, soziales Gefüge, chinesische Streitkultur uvm. doch auch kritische Töne an.

Aus den unterschiedlichsten Bereichen schildert die Autorin Unterhaltsames, aber auch merkwürdig Anmutendes - so geht es um die Zweideutigkeit chinesischer Schriftzeichen und die mehrdeutige Symbolik von Zahlen, sanitäre Anlagen in China, chinesisches Büroleben, chinesische Streitkultur, chinesische Reisekultur, die Einstellung der Chinesen zu Religion und Aberglauben, natürlich um Karaoke (mit allem, was dazu gehört…), und warum man als Europäer kaum vermeiden kann, in ein Fettnäpfchen nach dem nächsten zu treten, uvm. 

Sehr unterhaltsam wird außerdem die Sicht der Chinesen auf uns westliche Ausländer (Langnasen) geschildert.

 

Eigene Meinung: Meiner Meinung nach ist der Autorin eine gute Mischung aus Unterhaltung und Information gelungen. Sowohl positive als auch negative Aspekte aus der chinesischen Gesellschaft und Lebensweise werden geschildert, so dass das Buch gleichermaßen zum Lachen aber auch zum Nachdenken anregt. Natürlich ist es dabei (auch aufgrund seiner Kürze) nur ein Abriss, welcher aber Interesse weckt, sich über bestimmte Bereiche umfassender zu informieren.

Der Schreibstil ist sehr leicht und das Buch lässt sich flüssig lesen. Bis auf ein, zwei Kapitel, die mir etwas langwierig wurden (was aber daran liegt, dass ich mich für chinesische Götter und Götterglauben einfach zu wenig interessiere), hat mich das Buch sehr gut unterhalten und hat mir viele Aspekte, die ich über China und seine Einwohner nicht wusste, auf sehr amüsante Art und Weise vermittelt.

Gefallen haben mir sehr viele kleine interessante Details, über die man normalerweise nichts erfährt, wenn man sich eher faktenbasiert über China informiert, z.B. habe ich mich schon öfter gewundert, warum alle Chinesen mit Nachnamen Wang, Li, Liu, Zheng oder ähnlich heißen. Im Buch habe ich dann erfahren, dass tatsächlich 20% aller Chinesen diese Namen tragen und dass es für ein so großes Volk von 1,3 Milliarden Menschen nur ca. 700 Nachnamen gibt. Sehr schön beschrieben auch das Verhältnis der Chinesen zum Handy - " Rein statistisch gesehen scheinen Chinesen noch vor der Rassel zum Handy zu greifen." - Darin werden wir ihnen vermutlich nicht mehr lange nachstehen...

Sehr amüsant war außerdem die Verwendung von Kosenamen bei Verliebten: während uns Kosenamen wie "Schatz" und "Liebling" auch hier geläufig sind, würden wir wohl bei der Verwendung von "Herz-Leber" oder "Schweinekopf" wohl etwas merkwürdig aus der Wäsche schauen.

Auch für mich überraschend waren die vielen unterschiedlichen Arten des chinesischen "Nein"-Sagens: zuvor hatte ich das offensichtlich falsche Bild im Kopf, dass die Chinesen aus Häflichkeit, und um ihr Gesicht zu wahren, ein Volk notorischer "Ja-Sager" sind,  aber offensichtlich ist dies eher bei den Japanern so. Sehr interessant zu lesen, wie die meisten Formen des chinesischen "Neins" für uns unwissende Westler kaum zu verstehen sind und somit ausreichend Gelegenheit bieten, sich selbst (und mitunter auch sein Gegenüber) bis auf die Knochen zu blamieren…

Für alle, die sich für China interessieren und eine Reise dorthin planen, würde ich das Buch auf jeden Fall  empfehlen, da insbesondere zwischenmenschliche Unterschiede zwischen uns Europäern und Chinesen recht anschaulich vermittelt werden. Für alle anderen ist es kein Must-Read, aber definitiv eine interessante und abwechslungsreiche Unterhaltung.

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Wildponys avatar

Rezension zu "Darum nerven Chinesen" von Heike Barai

Der chinesische Wahnsinn... ich bleib lieber zu Hause!
Wildponyvor 5 Jahren

Darum nerven Chinesen - Heike Barai

Kurzbeschreibung Amazon:

Wussten Sie, dass chinesische Wellness zur Qual werden kann? Dass es in China Sternekategorien für öffentliche Toiletten gibt? Und dass man als Chinareisender permanent mit seinem Leben spielt? Mit diesem Buch sind Sie gewappnet für einen Aufenthalt im Land des Lächelns, das seine Besucher oft zum Lachen bringt – und manchmal auch zum Verzweifeln.

Mein Leseeindruck:

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben.

China - eine Weltmetropole - werde ich nach dieser Lektüre wohl nicht mehr besuchen. Meine chinesischen Erfahrungen waren bisher eigentlich nur Busfahrten in Deutschland und Europa, bei denen wir chinesische Reisegäste befördert haben. Der Kulturunterschied kam bei diesen Begegnungen nur an der Unsauberkeit der Fahrgäste im Bus zutage und bei Ihrem Verhalten beim Frühstücksbuffet in den 4 Sterne Hotels. Das Rülpsen und Fu....n beim Essen gehörte wohl auch dazu.

Als ich nun aber das - ganz toll geschriebene Buch von Frau Barai gelesen hatte - bin ich sicher, das dieses Land nichts für mich ist.

Mein Magen und Darm würde wohl einiges krum nehmen, ich würde wohl übelst unter Verstopfung leiden wenn ich allein an die Toiletten denke und Kakalaken kann ich auf den Tod nicht ausstehen.

Fazit:

Ein sehr informatives und unterhaltsames Buch, das mich über vieles wieder schlauer gemacht hat. Aber auch davon überzeugt hat, das diese Kultur sich für mich zu weit vom europäischen Standart abhebt und ich daher auf eine Reise nach China verzichten werde.

Ich würde wohl in alle Fettnäpfen treten, die sich mir in den Weg stellen würden.

Für das Buch vergebe ich 5 Sterne und kann es weiter empfehlen.

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Gespräche aus der Community

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H
Darf man einfach so ein ganzes Volk durch den Kakao ziehen? 
Das Buch "Darum nerven Chinesen" ist eine süß-saure Liebeserklärung an ein Land, das es dem ausländischen Besucher im Alltag nicht immer einfach macht. Politik und wirtschaftliche Analysen gibt es in diesem Buch daher nur in ganz kleinen Dosen, und auch keine belehrenden Erkenntnisse, warum China doch so ganz anders ist, als es auf den ersten Blick scheint und Konfuzius den Westen aus der Krise retten könnte. Stattdessen geht es um die profanen Fragen des Alltags: Warum gehen Chinesen grundsätzlich zu tausenden auf Reise? Warum schwärmen sie von ihrer einzigartigen Küche und essen selbst am liebsten Fast Food? Warum gibt es keine einzige Hose über Größe 40, obwohl doch auch die Chinesen zunehmend dicker werden? Warum bitte empfehlen Ärzte grundsätzlich und immer heißes Wasser zu trinken, solange man nicht mit dem Kopf unter dem Arm in die Praxis kommt? Und warum kann man in China nach einem Verkehrsunfall mitunter ziemlich lange auf Hilfe warten, obwohl sich zahllose Gaffer um das Opfer scharen?
Hinter dem provokanten Titel verbirgt sich ein ironisch-satirisches Buch, das (nicht nur) in chinesischen Kreisen auf gemischte Resonanz trifft. Gerade deshalb finde ich es interessant, das Buch den Lovelybooks-Lesern vorzustellen. Der Piper Verlag sponsert 15 Bücher, die unter den Bewerbern verlost werden.
Viele Grüße!

Heike Barai
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Letzter Beitrag von  Wildponyvor 5 Jahren
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