Heike Buchter

 4.6 Sterne bei 5 Bewertungen
Autor von Ölbeben, BlackRock und weiteren Büchern.

Neue Bücher

BlackRock

Erscheint am 19.08.2020 als Hardcover bei Campus.

Alle Bücher von Heike Buchter

Cover des Buches Ölbeben9783593510910

Ölbeben

 (2)
Erschienen am 18.09.2019
Cover des Buches BlackRock9783593504582

BlackRock

 (2)
Erschienen am 17.08.2015
Cover des Buches BlackRock9783593512723

BlackRock

 (0)
Erscheint am 19.08.2020

Neue Rezensionen zu Heike Buchter

Neu
B

Rezension zu "Ölbeben" von Heike Buchter

Unser Energiehunger frisst alle und alles
belanaherminevor 5 Monaten

Inhalt

Das Buch beginnt mit einem Blick auf das Klimaabkommen von Pairs und was sich seitdem hinsichtlich des CO2-Ausstoßes getan hat. Diese Einleitung endet mit dem Hinweis darauf, wie Trump "America great again" umsetzen will. "Der Anfang vom Ende" titelt dementsprechend ein Unterkapitel.

Die sich daraus ergebenden Katastrophen stellt Frau Buchter nun in 11 Kapiteln dar. Dabei geht es einerseits um die ganz reale Machbarkeit von Ölförderung, Auseinandersetzungen um Pipelines und anderer benötigter Infrastruktur, um die Beeinflussung von Abnehmerländern, die möglichst in Energieabhängigkeit gelangen sollen, um Möglichkeiten weiterer Finanzierung von Ölförderung, um Rivalitäten ölfördernder Länder weltweit und nicht zuletzt um unseren unstillbaren, immer stärker werdenden Energiehunger, der wohl letztendlich der eigentlich Treiber und Ermöglicher dieser neuen Ölförderanstrengungen ist und ihnen erst einen Erfolgsbasis garantiert.

Das Buch schließt ab mit einem Kapitel "Und was jetzt", das einen Blick auf die Jetztzeit und 2050 wirft. Immerhin scheint ein 2050 für die Autorin unter den zuvor beschriebenen Sachverhalten noch möglich. Mit mahnenden Worten an uns alle endet das Buch.

19 Seiten Anmerkungen und 4 Seiten Literaturhinweise geben viel Anregung zur weiteren Beschäftigung mit der Thematik.

Subjektive Eindrücke

Mich hat der Inhalt dieses Buches total geschockt. Es ging in den Details deutlich über das hinaus, was ich bisher hinsichtlich der neuerlichen Ölförderungen gehört und gelesen hatte. Und es zeigten einen deutlich größeren Rahmen dieser Aktionen als ich es bisher vermutet hatte. Es war damit sozusagen ein riesiger Augenöffner für mich.

Die Argumentationen sind logisch nachvollziehbar. Sie sind interessant geschrieben und erscheinen gut recherchiert. Hinweise zum weiteren Lesen am Ende eines Buches finde ich immer sehr hilfreich.

Aber man muss sich schon auf ziemlich starken Tobak gefasst machen, wenn man dieses Buch in die Hand nimmt. Also, bei mir blieb nicht mehr viel Hoffnung übrig. Es wurde ziemlich klar herausgearbeitet, dass wir alle durch unsere Aktionen, dass die Industrie durch ihre Produktion weltweit genau diese Entwicklung der Erdölförderung unterstützen und im Grunde erst ermöglichen.

In diesem Sinne greift dann der Untertitel zu kurz, denn im Grunde gefährden wir alle unsere Existenz.

Fazit

Wichtiges Wissen, um aktuelle Entwicklungen mit neuem Blick betrachten zu können.

Weitere Rezensionen von mir gibt es unter https://belanahermine.wordpress.com/category/rezension/

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K

Rezension zu "Ölbeben" von Heike Buchter

Wie die USA unsere Existenz gefährden (Buchuntertitel).
kvelvor 8 Monaten

Inhalt, gemäß
Buchrück- und Umschlaginnenseite:

Mit Vollgas gegen
den Rest der Welt.


Während wir alle
über den Klimawandel diskutieren, führt Trump die größte
Volkswirtschaft der Welt in ein neues Ölzeitalter und schafft
schmutzige Tatsachen. Von Alaska bis zum Golf von Mexiko werden ganze
Landstriche zu Industriebrachen – mit globalen Folgen.


Die in New York
lebende Wirtschafts- und Finanzmarktexpertin Heike Buchter hat sich
an den Schauplätzen der Ölindustrie ein Bild gemacht. Was bedeutet
die US-Energiedominanz für Deutschland und Europa, für unsere
Umwelt, aber auch für unsere Sicherheit? Sie zeigt, wie die
Finanzjongleure an der Wall Street den Boom anheizen und wie das Öl
der Fracker die Welt neu ordnet. Ihr erschütterndes Fazit: Überall
fließt das Geld weiter in die fossilen Brennstoffe, die grüne
Gegenbewegung bleibt in guten Absichten stecken.


Money makes the
world go green?


„Abgesehen von der
Politik gibt es nur noch eine Macht, die tatsächlich dafür sorgen
könnte, dass Öl, Gas und Kohle bald zu Fossilien des
Industriezeitalters werden: ihre Geldgeber. Wenn Banken und
Investoren den Förderfirmen und Minenbetreibern kein Kapital mehr
zukommen lassen würden, wäre die Branche bald vor dem Aus. Vor
allem die Fracker mit ihrem stetigen Milliardenbedarf an frischem
Cash sind verwundbar. Doch es sieht nicht danach aus, als ob die
Finanziers der Branche den Rücken kehren würde. Im Gegenteil.“
(Aus dem Inhalt).


Auszug aus dem
Inhaltsverzeichnis:
- Mit Torpedos in den Untergrund
- Wall
Streets neue Geldmaschine
- Rockefeller: Der Vater der Kartelle
-
Treibstoff für Hitlers Krieg
- Aufstand der Milliardäre
-
Kanadas schmutziges Geheimnis
- Anfang vom Ende der OPEC


Meine Meinung:

Die Autorin
vermittelt in diesem Sachbuch ihr sehr umfangreiches und breit
gestreutes Wissen dem Leser. Insiderwissen. Wissen, an das man,
meiner Meinung nach, als Laie sonst gar nicht so leicht ran kommt.

Es ist sehr
verständlich geschrieben.

Und sie beleuchtet
auch die Hintergründe, wie die Entstehungsgeschichten von Firmen,
was ich sehr interessant fand.

Insgesamt empfand
ich dieses Buch sogar richtiggehend spannend (obwohl es ein Sachbuch
und kein Roman ist ;) ).


Textbeispiele:
„In
Deutschlands Importstatistik belegt die US-Steinkohle inzwischen den
zweiten Platz nach Russland. So gesehen hilft das Ende der deutschen
Steinkohleförderung den US-Minenbetreibern mehr als die Versuche
Trumps, die sterbende Industrie wieder zu beleben.“ (S. 119)

„Tatsächlich
gehörten die Kochs mit zu den ersten wohlhabenden Spendern, die
erkannten, wie wichtig die Beeinflussung der öffentlichen Meinung
ist, um die Politik in die von ihnen gewünschte Richtung zu bewegen.
So starteten sie eine ganze Reihe von Thinktanks und Institutionen …
Statt ihrer selbst würden Akademiker und andere Vordenker ihren
Vorstellungen bei Volksvertretern und Medien Gehör verschaffen.“
(S. 128)


Fazit: Lesenswert.

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Rezension zu "BlackRock" von Heike Buchter

Viel Wirbel um relativ wenig Inhalt
R_Mantheyvor 5 Jahren

Schon wenn man die Texte auf dem Schutzumschlag liest, kommt man je nach Gemütslage ins Schwitzen vor Angst, in künstlich geschürte Empörung oder ins Lachen. Heike Buchter hat sich auf die Fährte von BlackRock gesetzt und bringt endlich Licht ins Dunkle. Deutschlands wichtigste Unternehmen gehören längst zu BlackRocks Reich, liest man dort. Ach du Schreck, denkt man plötzlich. Man hat uns verkauft und keiner hat's gemerkt. Manchmal lohnt es sich bei so viel Angst und Schrecken das Buch besser von hinten anzufangen. Dort nämlich findet man eine Grafik, die die tatsächlichen Anteile von BlackRock an deutschen Unternehmen vornehmlich aus der Dax-Familie illustriert. Sie liegt im Durchschnitt wohl bei 5%, aber niemals über 10%. Und das dürfte wohl damit zu tun haben, dass BlackRock den Dax nachbildet und als ETF verkauft. So viel zu der Behauptung, diese Unternehmen gehörten zum Reich dieses Vermögensverwalters.

Das Buch beginnt ähnlich und malt zunächst irgendeine dumpfe Gefahr an die Wand, die hier nicht näher erläutert wird. Aber die schiere Größe von BlackRock, die Unmenge des verwalteten Vermögens soll wohl ein gewisses Unwohlsein erzeugen. Was tatsächlich an dieser vermeintlichen Bedrohung dran ist, erklärt die Autorin erst viel später. Bis dahin muss man sich durch einen Text lesen, der eine Story erzählen will. Manchmal fragt man sich schon, wo eigentlich der rote Faden geblieben ist, wenn man sich mit all diesen vielen Informationen auseinandersetzen muss, die nur beiläufig mit dem Konzern zu tun haben, aber irgendwie mehr oder weniger weitläufig zu dessen Geschichte gehören und sicher nicht uninteressant sind. Aber sie erklären die diffuse Gefahr nicht, die von der Autorin anfangs beschworen wurde.

BlackRock-Boss Larry Fink gehörte zu den Erfindern der Kreditverbriefungen, also jener Vermanschungen von Klein- und Großkrediten zu einem handelbaren Wertpapier, die erst die Immobilienkrise in den USA befeuert und schließlich zu einer weltweiten Finanzkrise führten, weil am Ende keiner mehr durchblickte, was er da eigentlich im Portfolio hatte. Wenn also einer etwas von diesem Zeug versteht, dann ist es Larry Fink. Und immer, wenn guter Rat teuer ist, holt man die Experten von BlackRock zur Analyse des Mülls, die sich insbesondere staatliche oder staatsnahe Banken haben andrehen lassen. Dabei kommt es zu erheblichen Interessenskonflikten bei BlackRock. Auf der einen Seite liefern sie Analysen von Wertpapieren und auf der anderen Seite kaufen sie diese Papiere von denen, für die sie die Analyse erstellt haben. Im Buch wird das ausführlich erläutert.

Immerhin versteht man auf diese Weise, dass es niemals zu einer tatsächlichen Regulierung der Finanzmärkte kommen wird. Es fehlt den staatlichen Behörden schlicht an Personal und an Wissen, um das leisten zu können. Neu ist das nicht. Schließlich hätte es die letzte Finanzkrise nicht gegeben, wenn es anders gewesen wäre. Die behördlichen Regulierer würden im Dunkeln noch nicht einmal ihren Hintern finden, kommentierte einst ein Insider der Wall Street. Doch diese Tatsache alleine rechtfertigt noch nicht die von der Autorin wortreich beschriebene dunkle Bedrohung durch BlackRock.

Worum es dabei wirklich geht, macht sie erst im letzten Drittel des Buches klar: Zum einen nämlich würde BlackRock als mächtiger Anbieter von ETFs krisenhafte Entwicklungen an den Finanzmärkten beschleunigen. Das ist in der Tat ein Risiko. Je mehr ETFs gehandelt werden, umso mehr Kleinanleger drängen in die breiten Märkte. Insbesondere bei fallenden Kursen würden dann massiv Fondanteile zurückgegeben, was wiederum zum Verkauf der Index-Aktien führen würde. Außerdem entsteht bereits beim Versuch der Nachbildung von Indizes eine höhere Volatilität. Auch das wird ausführlicher im Buch erläutert. Gibt man ETFs für enge Märkte aus, dann verschärft sich die Situation zusätzlich, weil die Käufer im Ernstfall fehlen würden. Die Autorin spekuliert in diesem Zusammenhang auch über den sogenannten Flash-Crash. Man wird wohl nie erfahren, wer letztlich dafür verantwortlich war. Ihre Variante wird bisher nicht durch Tatsachen unterlegt.

Schließlich bestehe mit BlackRock eine weitere Gefahr, nämlich die Entfremdung der Eigentümer vom Eigentum. Das ist tatsächlich ein erhebliches Risiko: "Das Problem der wachsenden Dominanz der Vermögensverwalter ist nicht, dass sie Unternehmen in eine bestimmte Richtung lenken. Zumindest ist es nicht das größte Problem. Das zunehmende Problem ist, dass sie sich nicht wirklich für das Schicksal der meisten Unternehmen in ihren Portfolios interessieren." Damit wird die Sache genau auf den Punkt gebracht. Glücklicherweise machen die börsennotierten Unternehmen nicht den größten Teil der deutschen Wirtschaft aus. Denn wo immer auch die angelsächsischen Geld-Oligarchien ihre gierigen Finger hineinstecken, kann man Unheil erwarten.

Auf einen wesentlichen Aspekt bei dieser ganzen Geschichte geht die Autorin (wenn überhaupt) nur am Rande ein. Wo kommt eigentlich das ganze Geld her, das solche Vermögensverwalter anlegen müssen? Es stammt unter anderem aus den von den Notenbanken veranstalteten Geldschwemmen, die ihr System angeblich retten sollen.

Wenn dieses Buch eines deutlich werden lässt, dann, dass die Systemkrise bei weitem nicht vorbei ist, dass es unmöglich sein wird, die Finanzmärkte gegen den Willen solcher Giganten wie BlackRock zu regulieren und dass neue systemische Risiken entstanden sind. Allerdings muss man sich zu diesen Erkenntnissen erst einmal durchkämpfen, denn der Text ist einfach zu weitschweifig und zu zerfasert, weil er verschleiern muss, dass die Autorin nicht sehr viel über BlackRock weiß. Auf der anderen Seite sind die ganzen Abschweifungen auch gelegentlich sehr informativ, selbst wenn sie vom eigentlichen Thema ablenken.

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