Wer glaubt, es gäbe in der heutigen Zeit keine Magie mehr, der irrt gewaltig.
Auch heute findet ein Buch auf magische Weise zu einem. Ich ging zum hiesigen Bücherschrank, um mich mit neuer Lektüre einzudecken und war sofort vom Cover des Buches fasziniert. Dann schlug ich den Umschlag auf und laß:
"Für HB" - soweit die Autorin. Und untendrunter stand eine Abwandlung meines eigenen Vornamens und eine Widmung für die Person, die das Buch wohl geschenkt bekommen hatte und es dann nicht mehr brauchte. "Für Janne/Jeanne" stand da und ich gefror quasi zur Salzsäule. Ich konnte das Buch nicht im Schrank stehen lassen. Es lag dann noch eine Weile bei mir auf meinem SUB und als dich es dann vor wenigen Tagen begann zu lesen, zog es mich von der ersten Seite an in seinen Bann.
Früher nannte man das Magie - wenn Dinge auf unerklärliche Weise geschehen - heute nennt es man "Zufall" oder "Göttliche Fügung" und von dieser bin ich absolut überzeugt.
Das Buch fesselt einen von der ersten Seite und man fiebert quasi mit, wie sich die Dinge entwickeln. Die Zeit der Hexenverbrennung wird so erzählt, dass man sich quasi selbst schon so fühlt, als wäre man direkt vor Ort. Schaurig.
Wenn auch meine Mitleser sagen, dass sich Cat mit ihrer neuzeitlichen Sprache hätte etwas zurückhalten sollen im Mittelalter, so finde ich, dass dies gerade den Schmackes des Buches ausmacht. Bei so einer wirklich schlimmen Thema wie der Hexenverfolgung, Folter und Scheiterhaufen und der ganzen damit verbundenen Spannung des Fluches, brauchte es den Humor, der mir nicht wenig Lacher zwischendurch bescherte. Herzlichen Dank! Ich fand, das hat Cat erst richtig sympatisch gemacht.
EINZIGES MANKO IN DIESEM BUCH - DIE GRIECHISCHE MYTHOLOGIE HÄTTE BESSER RECHERCHIERT WERDEN SOLLEN. ES WAR NICHT PROMETHEUS, DER FLÜGEL AN DEN SANDALEN HATTE, SONDERN HERMES DER GÖTTERBOTE.
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Man muss ja dann doch mal schlucken, wenn man bedenkt, dass da "An J(e)anne" steht, was ja auch einwenig an Jeanne D´Arc erinnert, die ebenfalls auf dem Scheiterhaufen ihr Leben hat lassen müssen. Dank meines Vornamens fühle ich mich nicht nur mit Ihr tief verbunden, sondern ich bin auch überzeugt davon, bereits gelebt zu haben und zwar als "Hexe", aber auch als Nonne. So konnte ich mich in all die Personen so tief einfühlen und war quasi mitten im Buch und Geschehen.
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Und nicht zuletzt hat das Buch ja auch noch eine Botschaft für mich - sonst hätte es mich erst garnicht so sehr in den Bann gezogen. Ich hätte es im Schrank stehen lassen. Und die Botschaft steht oben in der Überschrift.
Nur, wenn ich die Vergangenheit besiegen konnte, hatte ich eine Zukunft.
Manchmal ist es nötig, noch einmal - nur in der FANTASY - in die Vergangenheit zurück zu kehren, um etwas zu richten, neu zu ordnen, zu verändern, damit sich die Geschichte ändert. Leider Gottes leben wir in einer Zeit, in der Zeitreisen (noch) nicht wirklich möglich sind und die Zeit eben linear läuft. Wir können die Vergangenheit nicht verändern, aber wir können aus ihr lernen. Wir müssen uns fragen: Was hätte ich damals anders machen können, damit ich im Heute ein anderes Ergebnis eingefahren hätte? Natürlich hat man das damals nicht machen können, weil uns das Bewusstsein gefehlt hat, es bringt nichts, sich wegen dieses Fehlers schuldig zu fühlen. Eben WEiL wir diesen Fehler gemacht haben, schenkt er uns jetzt Erkenntnis. Und Erkenntnis ist Wachstum. Persönlichkeitswachstum. Womöglich waren damals auch garnicht die Voraussetzungen geschaffen, anders zu agieren, anders zu denken und anders zu fühlen.
Man war zu fest an den "FLUCHBANN DES BLUTES" der Ahnenlinie gebunden, sie schnürte einem, wie Cat das kupferne Halsband die Kehle zusammen. Man war gefangen und musste erst einen Weg finden, diesen Fluch zu lösen. Man musste sich selbst auch die Erlaubnis geben, sich von dieser Fessel befreien zu dürfen und frei atmen zu können. Das war ein Weg. Ein Prozess. Und er fühlt sich zuweilen tatsächlich an wie eine Reise, die 300 Jahre gebraucht hat.
Aber - soweit wurde mir durch meine eigenen Leidensgeschichte klar - OHNE diese Ablösung / Erlösung von diesem "Fluch" hatte ich keine Zukunft. Ich konnte nichts wirklich Neues erleben.


































