Heike Specht

 5 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf von Heike Specht

HEIKE SPECHT, Jahrgang 1974, studierte Geschichte und Literaturwissenschaft in München. Sie promovierte über die Familie Lion Feuchtwangers und arbeitete mehrere Jahre als Verlagslektorin. Heute lebt sie als Literaturagentin und freie Autorin in Zürich. Zuletzt erschienen die Biografien »Lilli Palmer. Die preußische Diva« und »Curd Jürgens. General und Gentleman«.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Heike Specht

Cover des Buches Ihre Seite der Geschichte (ISBN:9783492316200)

Ihre Seite der Geschichte

 (3)
Erscheint am 31.08.2020
Cover des Buches Lilli Palmer. Die preußische Diva (ISBN:9783351035679)

Lilli Palmer. Die preußische Diva

 (1)
Erschienen am 16.05.2014
Cover des Buches Curd Jürgens - General und Gentleman (ISBN:9783351036010)

Curd Jürgens - General und Gentleman

 (0)
Erschienen am 12.10.2015

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Rezension zu "Ihre Seite der Geschichte" von Heike Specht

Spannende Einblicke in die Welt der deutschen First Ladys
seschatvor 8 Monaten

Heike Specht gibt in ihrem Sachbuch den 18 Ehefrauen der deutschen Bundespräsidenten und Bundeskanzler der letzten 70 Jahre ein Gesicht. In die rein repräsentative Rolle wollten sich die wenigsten Gattinnen pressen lassen. Vielmehr wirkten sie nicht nur optisch auf ihre "Staatsmänner" ein, sondern agierten als wichtige Ratgeber, Vermittler oder Sparringspartner. Auch wenn viele Frauen den eigenen Beruf zum Wohle des Mannes aufgaben, so ließen sie sich nie ihre eigene Meinung verbieten. Specht schließt mit diesem Buch eine große Lücke innerhalb der deutschen Geschichte. Denn noch immer herrscht das männlich dominierte Geschichtsbild vor, das die starken Frauen außen vor lässt. M. E. ist es wichtig und richtig, dass nun endlich auch diese Seite der Geschichte beleuchtet wird (s. Buchtitel). 


Ich habe Spechts wohl recherchiertes Sachbuch mit viel Freude gelesen, weil es unzählige neue Einblicke in das Leben der Kanzler und Bundespräsidenten und gerade auch in die Wirkmacht der Partnerinnen liefert. Dementsprechend war der persönliche Erkenntnisgewinn sehr hoch. Als besonders spannend empfand ich die Zitate bzw. Nacherzählungen der noch lebenden First Ladys oder die Berichte von ihren Nachkommen.

FAZIT 
Ein informatives, längst überfälliges Sachbuch, das sich zudem sehr flüssig liest. Auf dieses weibliche Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte sollte zudem von Universitäten und Geschichtsforschern stärker eingegangen werden. 

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Rezension zu "Ihre Seite der Geschichte" von Heike Specht

Ladies frist - First ladies
aus-erlesenvor 9 Monaten

Sie hatten nur einmal eine Wahl. Ja oder Nein zu sagen. Sie sagten Ja. Ja zu dem Mann, der einmal die Geschicke eines Landes leiten bzw. es repräsentieren soll. Sie waren die First Ladies. Sind es noch. Heike Specht hat sich auf Spurensuche gemacht und von Elly Heuss-Knapp und Bettina Wulff über Mildred Scheel und Hannelore Kohl bis zu Christina Rau und Lotte Ulbricht (die den Titel First Lady mit ihrer bekannten bissigen Zunge wohl zu gern zerfleischt hätte) so manches herausgefunden, dass das Protokoll noch unter Verschluss hielt. Auch der aktuelle First Husband, Joachim Sauer und die Hausherrin im Schloss Bellevue, Elke Büdenbender, kommen in diesem mehr als spannenden Sachbuch zu Wort.
Das Vorurteil, dass die Dame an der Seite des Ersten Mannes des Staates nur Beiwerk ist, ist nichts mehr als eben ein Vorurteil. Sie haben Einfluss, sind geschätzte Gesprächspartner und Ratgeber. 
Die junge Bundesrepublik kommt mit einem Witwer und einem verheirateten Bundespräsidenten aus dem Kreisssaal. Konrad Adenauer hat rund ein Jahr vor Amtsantritt seine Frau, Gefährtin und engagierte Stütze Gussie verloren. Auch Theodor Heuss‘ Gattin geht es nicht gut, sie verstirbt noch während seiner ersten Amtszeit.
Kurt Georg Kiesingers Frau Luise war nach dem Krieg unerlässliche Stütze für ihren Gatten. Ihre Fürbitte verschaffte dem ehemaligen hochrangigen NSDAP-Mitglied im Reichsaußenministerium zu einer früheren Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft. 
Im Osten traten die Frauen viel öfter in den Vordergrund, der ihren Männern laut Protokoll vorbehalten war. Allen voran Margot Honecker, die eben nicht nur die Frau Honecker war, sondern auch gefürchtete Ministerin für Volksbildung. Ihr oblag die Bildung der neuen sozialistischen Generation, was sich nicht nur in endlosen Phrasen in den Lehrbüchern niederschlug.
Engagiert sollen sie sein, Empfänge organisieren und einfach repräsentieren. Das hat selbst in den Kinderjahren der Republik nur bedingt funktioniert. Sicher mussten die First Ladies in erster Linie den Staat und ihren Mann unterstützen. Das Lob dafür schmeichelte ohne Frage, aber sich einbringen, das begann erst ein paar Jahrzehnte nach der Staatsgründung. Loki Schmidt ist dafür das beste Beispiel. Als Biologin genoss sie weltweit Anerkennung. Nicht, weil sie Frau Helmut Schmidt war, sondern weil ihre Forschungen in Fachkreisen (und aufgrund ihres Bekanntheitsgrades auch darüber hinaus) Beachtung fanden. Hannelore Kohl, geprägt durch das selbst erlebte Elend der Kriegsjahre war für Helmut Kohl aktive Stütze bei der Ausarbeitung so mancher politischer Papiere. Doris Schröder-Köpf ist nach ihrer Scheidung selbst in die Politik gegangen, ihr Name war dabei kein Hindernis.
Das Jahr 2019 ist das Jahr, in dem einhundert Jahre Frauenwahlrecht und siebzig Jahre Grundgesetz gefeiert werden. „Ihre Seite der Geschichte“ ist mehr als nur ein Zeitdokument, es ist das richtige Buch zur richtigen Zeit. Auch ohne Jubiläen längst überfällig.

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Rezension zu "Ihre Seite der Geschichte" von Heike Specht

70 Jahre deutscher Geschichte – aus Sicht der First Ladies
buecherwurm_invor 9 Monaten

(Auto-)Biografien politischer Persönlichkeiten gehören zu meinen liebsten Genres, sie haben sogar ein eigenes Bücherregal. Wer sich für die einflussreichsten Personen der letzten Jahrzehnte interessiert, und nicht gezielt anderes sucht, stößt dabei auf ein Problem: Meistens geht es um Männer. Umso mehr habe ich mich über das Buch „Ihre Seite der Geschichte“ von Heike Specht gefreut, in dem sie Leben und Wirken der First Ladies in Deutschland seit 1949 untersucht. Diese Frauen, die nie gewählt wurden, das häufig gar nicht wollten und doch so viel Verantwortung tragen mussten, eint, dass sie alle versuchten, das beste aus ihrer Situation zu machen. Ob in der Villa Hammerschmidt, dem Kanzlerbungalow oder Schloss Bellevue: Die Frauen an der Seite der mächtigsten Männer des Landes prägten die Bundesrepublik und die DDR retrospektiv mehr als damals angenommen.

Die Autorin bezieht sich dabei auf ihre ausführlichen Recherchen und viele persönliche Gespräche mit First Ladies wie Elke Büdenbender oder ihren Kindern, wie Willy Brandts Sohn Peter. Chronologisch nimmt uns Specht an die Hand und führt uns durch 70 Jahre deutscher Geschichte, sachlich und mir persönlich an manchen Stellen etwas zu unkritisch. Das mindert aber keineswegs die riesige Begeisterung, mit der ich dieses Buch gelesen habe und mit der ich seitdem ständig Funfacts über frühere First Ladies in Gespräche einfließen lasse. Wusstest du zum Beispiel, dass der moderne Werbejingle maßgeblich von der ersten First Lady Elly Heuss-Knapp mitgeprägt wurde? Oder dass bereits in den 70ern eine Frau in die Villa Hammerschmidt zog, die lange Zeit unverheiratet alleinerziehend und gleichzeitig als Ärztin vollzeit berufstätig war? Eben. Ganz große Leseempfehlung für alle Fans guter Sachbücher!

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