Heike Suzanne Hartmann-Heesch Möwen hatte ich doch gemeint

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Inhaltsangabe zu „Möwen hatte ich doch gemeint“ von Heike Suzanne Hartmann-Heesch

15 Geschichten, 15 Frauen. --

Eine erwacht auf einer Intensivstation und stellt fest, dass sie nicht mehr sprechen kann. Eine andere führt einen atemlosen inneren Monolog mit dem verstorbenen Geliebten, eine dritte hat die gemeinsame Sprache mit ihrem Partner verloren. Einer weiteren scheint das, worüber sie reden möchte, so ungeheuerlich auszusprechen, dass sie es nicht ein einziges Mal benennen kann. Eine spricht nur noch durch das, was und wie sie isst, und eine nur noch mithilfe kleiner Schwarz-Weiß-Skizzen auf Schmierpapier. --

Wenn Sprache verschwindet oder sich zwischen Menschen verliert, wird es einsam. Damit konfrontiert Walter-Kempowski-Literaturpreisträgerin Heike Suzanne Hartmann-Heesch ihre Figuren. 15 Frauen, die aus diesem Gefühl heraus neue Wege finden, sich auszudrücken.

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    Möwen hatte ich doch gemeint

    Minje

    17. October 2017 um 11:35

    "Möwen hatte ich doch gemeint" von Heike Suzanne Hartmann Heesch erschien 2017 im Wiesenburg Verlag.InhaltDas Buch enthält 15 Geschichten, in denen es um Sprache geht, um Sprachlosigkeit, um Einsamkeit & Verzweiflung, um Geduld, um Trauer und Verlust.MeinungCoverDas Cover gefällt mir, es ist farblich stimmig.AufbauDas Buch besteht aus vier Teilen, die jeweils 3 oder 4 Kurzgeschichten enthalten.PerspektiveAlle 15 Geschichten wurden in der Ich Perspektive geschrieben. Dadurch sind die einzelnen Geschichten sehr berührend geworden.Wie ist es, wenn man auf der Intensivstation aufwacht und man kann nicht mehr sprechen? Wie fühlt sich das an? Wie ist das, wenn man in Zeiten der Krankheit alleine ist? Oder wenn man tagsüber sprechen kann und nachts von Trachealkanüle und Beatmungsmaschine abhängig ist und dann nicht sprechen kann?Wie ist es für ein Kind, wenn die Eltern sich trennen? Wie ist es für ein Elternteil, wenn das eigene Kind stirbt? Wie ist es für den Partner, wenn der Partner nicht mehr da ist bzw sich das ankündigt?Die einzelnen Schicksale berühren einen tief. Das Lesen des Buches lässt einen betroffen und nachdenklich zurück. Ganz besonders herausragend ist die Geschichte "Findelkindheit", die besonders heraussticht wegen einiger Satzteilwiederholungen.Außerdem besonders gelungen ist "Kaulquappen atemlos". Hier befinden wir uns im Kopf einer Person, die offensichtlich im Altenheim ist und gewaschen wird, sich jedoch verbal nicht mehr dazu äußern kann. Eine Situation, die tagtäglich in über 11.000 Pflegeeinrichtungen Deutschlands vorkommt."Manchmal merke ich, dass sie mich waschen. Nein, abwischen. Ich lasse mit mir machen. Sie machen es oft, ich höre manchmal Stimmen, ungehalten; sind sie böse, weil ich mich schon wieder eingekotet habe?"(Zitat, Seite 109)Und dann halte ich inne, denke an den einen oder anderen Bewohner. Denke an Situationen, Gespräche die geführt wurden mit anderen Kollegen. Es ist erschütternd, diese Sprachlosigkeit.FazitIch kann dieses Buch empfehlen, vor allen Dingen Menschen, die in der Pflege arbeiten. Ich empfehle es aber auch jenen Politikern, die noch nicht verstanden haben, wie wichtig es ist, dass mehr qualifiziertes Fachpersonal in der Pflege arbeitet.

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