Heike Trojnar Wie ein Esel mit Holz

(2)

Lovelybooks Bewertung

  • 1 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 2 Rezensionen
(0)
(1)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Wie ein Esel mit Holz“ von Heike Trojnar

Der Roman führt durch viele Lebensstationen einer Pontos-Griechin, die im Norden Griechenlands unter einfachsten Lebensbedingungen aufgewachsen ist:§Schon als Kind ist sie es gewohnt, hart zu arbeiten. So versäumt sie oft den Schulunterricht, der nur bis zum 13. Lebensjahr andauert. Als junge Erwachsene verlässt sie ihre Familie, um der Gewalt des Vaters und dem Druck der streng kulturellen Erziehung zu entgehen. Ungelernt sucht sie ihre Zukunft als Gastarbeiterin in Deutschland.§§Der inhaltliche Schwerpunkt liegt im Erleben der Kultur, den Erfahrungen der Protagonistin als Gastarbeiterin in Deutschland und in den Episoden ihres Liebeslebens.

Interessante Dokumentation über das Schicksal einer griechischen Gastarbeiterin

— sa_bienes
sa_bienes

Stöbern in Romane

Der Meisterkoch

Märchenhaft à la 1001 Nacht. Abenteuerlich, phantastisch, romantisch - spricht alle Sinne an. Geheimnisvoll und spannend bis zum Ende.

hasirasi2

Wie der Wind und das Meer

Ein emotionales Drama mit unvergesslichen Protagonisten

Monika58097

Vintage

Musik wird hier nicht mit Noten sondern mit Buchstaben geschrieben!

Laurie8

Der Junge auf dem Berg

Schockierend, geht unter die Haut, Taschentuchalarm!

DaniB83

Der verbotene Liebesbrief

Lucinda meets crime

Pat82

Wer hier schlief

Ein Suchender, der das Leben noch nicht richtig kapiert hat, sich selbst ein Bein stellt.

dicketilla

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Ein Frauenschicksal aus Griechenland

    Wie ein Esel mit Holz
    sa_bienes

    sa_bienes

    28. June 2015 um 21:38

    Die lebenslustige, kecke Kyra kommt in den fünfziger Jahren im Norden von Griechenland zur Welt. Ihre Eltern, arme Kleinbauern und Tagelöhner schaffen es gerade so eben, die siebenköpfige Familie zu ernähren. Die Kinder leiden unter dem harten Leben, aber noch mehr unter der Strenge ihres jähzornigen Vaters Philippos.  In den sechziger Jahren geht Kyra als eine der ersten griechischen Gastarbeiter nach Augsburg. Sie verliebt sich in einen Deutschen und wird prompt schwanger. Doch die Eltern weigern sich, die erforderlichen Dokumente für die Hochzeit zu schicken. Von dem Kindsvater verlassen zieht sie zu der Familie ihres Bruders nach Hannover, aber dort wird sie wie eine Gefangene behandelt. Als sie den Griechen Pavlos kennen und lieben lernt, kommt sie vom Regen in die Traufe. Während eines Heimaturlaubs in Griechenland findet sie sich allein und verlassen mit 2 kleinen Kindern auf einem Campingplatz wieder und muss sehen, wie sie ihre Familie durchbringt. Wie ein Esel mit Holz – Meine Meinung Dieses Buch ist in einem Protokollstil verfasst, der zusammen mit der verwendeten Gegenwartsform eine gewisse Distanz zu den Geschehnissen schafft. Selbst in Situationen höchster Emotionalität kann man nur erahnen, was in der Protagonistin wohl vorgegangen sein mag. Dazu trägt auch der Umstand bei, dass es zwischen den einzelnen Kapiteln kaum eine Überleitung gibt, alles wirkt wie eine Aneinanderreihung von Episoden. Das mag ein wenig irritieren, wenn man reine Belletristik erwartet. Andererseits gewinnt dadurch dieser biografische Roman ein Mehr an Authentizität. „Wie ein Esel mit Holz“ dokumentiert den Weg einer mutigen Frau. Sie hat keine nennenswerte Schulbildung und leidet unter den regiden Traditionen ihrer Familie. Auf Grund der damals in Griechenland herrschenden sozialen und politischen Probleme erlaubt ihr der Vater, zum Arbeiten nach Deutschland zu gehen. Im Wirtschaftswunderland genießt sie blauäugig ihre neue Freiheit – mit schwerwiegenden Folgen. Aber sie lernt aus ihren Fehlern und letztendlich wird aus der kleinen, makedonischen Landpomeranze eine tapfere, willensstarke Frau. Dieser biografische Roman ist keine Erzählung von höchster, literarischer Schönheit – aber das soll er auch gar nicht sein. Wir lesen hier von einem besonderen Lebensweg, den wir auf diese Weise im reichen Westen vielleicht gar nicht kennen. Und tatsächlich hat er mir sehr gut gefallen!

    Mehr
  • Rezension: "Wie ein Esel mit Holz" (H. Trojnar)

    Wie ein Esel mit Holz
    Anchesenamun

    Anchesenamun

    25. May 2015 um 22:24

    Zum Inhalt: Die fünfjährige Kyra wächst Ende der 1950er Jahre in einem kleinen Dorf in Zentralmakedonien auf. Die Familie ist arm und lebt von der Hand im Mund. Der harte Alltag wird noch zusätzlich erschwert durch den tyrannischen Familienvater, der zu viel trinkt und gewalttätig ist. Als junge Erwachsene entflieht Kyra dem Elternhaus und versucht ihr Glück als Gastarbeiterin in Deutschland. Dort verliebt sie sich in einen deutschen Arbeitskollegen, von dem sie schwanger wird. Doch auch in der Liebe scheint ihr kein Glück beschieden... Meine Meinung: „Wie ein Esel mit Holz“ erzählt die Lebensgeschichte der Kyra Anassaros (später: Kyra Tsiounkolou) von ihrem fünften Lebensjahr an bis zu ihren Erlebnissen als junge Frau, die als Gastarbeiterin nach Deutschland kommt. Man erfährt viel über das harte Leben auf dem Land, das Kyra und ihrer Familie alles abverlangt. Schon als kleine Kinder müssen sie und ihre Geschwister die Mutter wochenlang als Erntehelfer begleiten und schwere körperliche Arbeiten verrichten, wodurch sie auch oft den Schulunterricht versäumen. Neben dem ohnehin harten Leben leidet die Familie unter dem herrschsüchtigen Vater. Auch später in Deutschland hat Kyra wenig Glück. Es handelt sich um einen biographischen Roman, den Heike Trojnar aus Erzählungen der Protagonistin rekonstruiert hat. Dies war auch ausschlaggebend für mich, dieses Buch lesen zu wollen, da ich sehr gerne Biographien lese und auch ein gewisses Interesse an der griechischen Kultur habe. Ich hätte mir im Buch gerne, z. B. in einem Vorwort, Informationen dazu gewünscht, wann die Autorin in welchem Zusammenhang mit der echten Kyra Tsiounkolou zusammengetroffen ist. Auch das Nachwort, in dem auf einer halben Seite kurz zusammengefasst wird, wo Kyra, ihre Geschwister und Kinder heute leben, hätte ich gerne ausführlicher gehabt. Die Geschichte endet irgendwann in den 70ern oder 80ern, und mich hätte Kyras weitere Lebensweg doch sehr interessiert. Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen, stellenweise eher einfach gehalten, aber auch mit Liebe zum Detail gerade in den Beschreibungen von Orten. Man kann sich die griechische Landschaft wirklich gut vorstellen. Auch die verschiedenen Charaktere werden ausführlich vorgestellt, allen voran natürlich Kyra. Ich kann nicht behaupten, dass ich eine richtige Beziehung zu ihr aufbauen konnte oder sie mir sehr sympathisch war, aber sie ist schon eine interessante und starke Persönlichkeit. Negativ ins Auge gefallen sind mir jedoch die zahlreichen Fehler im Buch. Viele Tipp-, aber auch Grammatik- und Satzzeichenfehler (v.a. bei der wörtlichen Rede) haben bei mir den Lesespaß etwas getrübt. Mir ist klar, dass sich nicht jeder Autor bzw. kleine Verlag ein teures Lektorat leisten kann, aber es würde sicherlich schon helfen, hier einen aufmerksamen Leser nochmal drüberschauen zu lassen, um wenigstens die gröbsten Schnitzer auszumerzen. „Wie ein Esel mit Holz“ ist eine kurzweilige Biographie über eine interessante Persönlichkeit, in der man viel über die griechische Kultur und das Leben erfährt.

    Mehr