Heike Wanner

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Interview mit Heike Wanner

Interview zwischen LovelyBooks und Heike Wanner // Juni 2011

1) Wie bist du zum Schreiben gekommen und wie hat sich deine Arbeit als Schriftstellerin mit der Zeit verändert?

Ich habe immer schon gern geschrieben (Tagebuch, Briefe, kleine Geschichten etc.) ohne ernsthaft einen Gedanken daran zu verschwenden, dass ich dies eines Tages professionell machen könnte. Aber dann, bei einem Umzug, fielen mir meine alten Tagebücher wieder in die Hände. Statt Kisten zu packen habe ich einfach nur dagesessen, gelesen und mich köstlich über meine eigenen Zeilen amüsiert. Daraus entstand die Idee zum ersten Buch „Der Tod des Traumprinzen“, in dem die Heldin ihre eigenen Jugendlieben aufspürt und schaut, ob diese noch immer so hinreißend sind wie zu Teenager-Zeiten. Dieses Manuskript habe ich sozusagen „im stillen Kämmerlein“ geschrieben, ohne dass jemand davon wusste. Nur mein Mann durfte ab und zu mal probelesen. Jetzt – beim dritten Buch – ist das Schreiben eine viel öffentlichere Angelegenheit geworden. Ich habe einige „Testleserinnen“, und meine Lektorin beim Ullstein-Verlag erhält auch regelmäßig Leseproben. Kritik und Verbesserungsvorschläge können somit gleich eingearbeitet werden.

2) Welche Vorteile bietet für dich das Internet und wie nutzt du hier den Kontakt zum Leser, wie z.B. in einer Literaturcommunity wie LovelyBooks.de?

Das Internet hat den klaren Vorteil, dass es die Recherche beim Schreiben erleichtert. Wenn ich mal einige Daten oder Ereignisse nachschlagen muss, so kann ich das immer gleich online erledigen. Meine Heldinnen und Helden können dank Internet-Recherche außerdem auch Berufe oder Hobbies haben, die mir nicht ganz so vertraut sind. Ein kleiner Klick – und schon wird z.B. aus einem einfachen Pferd ein schwarzer Araber-Hengst mit Namen „Shahim“… Was die Kontakt-Möglichkeiten im Internet betrifft, so taste ich mich da ganz langsam heran. Immerhin bin ich schon über Facebook erreichbar. Und der nächste Schritt wird „LovelyBooks“ sein. 

3) Welche Bücher/Autoren liest du selbst gern und wo findest bzw. suchst du Empfehlungen für den privaten Buchstapel?

Ich lese im Bereich Belletristik so ziemlich alles, angefangen von spannenden Krimis über historische Romane bis hin zu romantischen Liebesgeschichten. Meine derzeitigen Lieblingsautoren sind Camilla Läckberg, Rebecca Gable und Kerstin Gier. Ach ja, und an dieser Stelle gestehe ich ganz offen, dass ich (obwohl ich eigentlich altersmäßig nicht mehr unbedingt zur Zielgruppe gehöre), die „Twilight“-Bücher regelrecht verschlungen habe!

4) Von welchem Autor würdest du dir mal ein Vorwort für eines deiner Bücher wünschen und warum?

Darf es auch eine Verstorbene sein? Dann würde ich mir Erma Bombeck wünschen, die große alte Dame der humorvollen Alltagsgeschichten. Sie hat ihr Familienleben immer mit einem Augenzwinkern und ganz viel Selbstironie geschildert. Vor zwanzig Jahren, als ich ihre Bücher zum ersten Mal gelesen habe, dachte ich noch, dass Frau Bombeck ziemlich übertreibt. Inzwischen weiß ich aber, dass große Teile ihrer Erlebnisse tatsächlich der Wahrheit entsprechen…

5) Man wird als Schriftstellerin schnell in Schubladen gesteckt. Würdest du gerne mal das Genre wechseln und deine Leser mit einer völlig neuen Seite überraschen?

Ich habe mich vor ein paar Jahren mal an einem Schreibwettbewerb beteiligt - das war noch weit vor der Veröffentlichung meines ersten Buches. Thema des Wettbewerbs war „Frauen morden besser“ oder so ähnlich, und ich war hundertprozentig davon überzeugt, dass ich eine supertolle Story geschrieben hatte. Leider war ich wohl die einzige mit dieser Überzeugung… Wenn ich mir die Geschichte heute durchlese, dann kann ich verstehen, warum sie so sang- und klanglos untergegangen ist. Ich kann keine Krimis schreiben. Deshalb aus Überzeugung: nein, ich möchte das Genre nicht wechseln!

6) Wo holst du dir die Ideen und Inspiration für deine Bücher?

Ich überlege immer, was ich selbst gerne lesen würde. Und mittlerweile bekomme ich auch Feedback von Leserinnen, das ich – wenn möglich - berücksichtige. Außerdem beobachte ich meine Umwelt und sammle sozusagen „Erlebnisse“, die ich in meine Geschichten einbaue.

7) Wie und wann schreibst du normalerweise, kannst du dabei diszipliniert vorgehen oder wartest, bis dich in einer schlaflosen Nacht die Muse küsst?

Ich bin leider eine Last-Minute-Autorin, die nur unter Druck Ergebnisse liefern kann. Dann schreibe ich aber auch ganze Wochenenden durch. Unter der Woche klappt es mit dem Schreiben nicht ganz so gut, weil ich ja auch noch einen „normalen“ Beruf und eine Familie habe. Bei „Für immer und eh nicht“ habe ich es mal anders versucht und mich mit einer Flasche Wein und dem Laptop abends gemütlich vor den Kamin gesetzt. Ergebnis am nächsten Morgen: schreckliche Kopfschmerzen und eine noch schrecklichere Liebesszene, die ich gleich in die Tonne entsorgt habe…

8) Welche Wünsche hast du im Bezug auf deine Bücher und deine Arbeit für die kommenden Jahre?

Wie jeder Autor hoffe ich natürlich still und heimlich auf DEN BESTSELLER! Aber wenn es damit nichts wird: solange meine Bücher gern gelesen werden, bin ich zufrieden. Neulich sagte eine Leserin zu mir, dass sie eines meiner Bücher immer neben ihrem Bett liegen hat, falls sie mal schlechte Laune hat und eine Aufmunterung braucht. Das war ein tolles Kompliment. Was will ich mehr?

9) Worüber kannst du selbst so richtig lachen und versuchst du mit diesem Humor auch deine Leser durch deine Bücher anzustecken?

Ich finde es wichtig, wenn man über sich selbst lachen kann. Manche Erlebnisse in der Familie, im Büro oder in anderen Alltagssituationen sind nur noch halb so schlimm, wenn man ihnen eine komische Seite abgewinnen kann. Ich hoffe, dass diese Einstellung auch in meinen Büchern rüberkommt. Wenn ich abends vor dem Fernseher mal so richtig lachen will, dann lege ich eine DVD von den „Golden Girls“, der „Nanny“ oder den „Friends“ ein. Das ist leichte Unterhaltung und genau die Art von Humor, die ich mag.