Heimito von Doderer

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Heimito von DodererDie Strudlhofstiege
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Die Strudlhofstiege
Die Strudlhofstiege
 (36)
Erschienen am 01.08.1976
Heimito von DodererDie Dämonen
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Die Dämonen
Die Dämonen
 (14)
Erschienen am 31.07.2008
Heimito von DodererDie Merowinger oder Die totale Familie
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Die Merowinger oder Die totale Familie
Die Merowinger oder Die totale Familie
 (15)
Erschienen am 01.01.1965
Heimito von DodererDie Wasserfälle von Slunj
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Die Wasserfälle von Slunj
Die Wasserfälle von Slunj
 (12)
Erschienen am 16.10.1995
Heimito von DodererEin Mord den jeder begeht
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Ein Mord den jeder begeht
Ein Mord den jeder begeht
 (14)
Erschienen am 09.07.2008
Heimito von DodererDie Merowinger
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Die Merowinger
Die Merowinger
 (4)
Erschienen am 09.07.2008
Heimito von DodererDer Grenzwald
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Der Grenzwald
Der Grenzwald
 (3)
Erschienen am 15.12.2010
Heimito von DodererUnter schwarzen Sternen
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Unter schwarzen Sternen
Unter schwarzen Sternen
 (2)
Erschienen am 24.08.1966

Neue Rezensionen zu Heimito von Doderer

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glowingglooms avatar

Rezension zu "Die Strudlhofstiege" von Heimito von Doderer

Strudlhofstiege
glowinggloomvor 2 Monaten

Die geschilderten Vorgänge im Wien von vor 100 Jahren berühren mich nicht in einem Maße, um mich 900 Seiten bei der Stange zu halten. Das Beziehungskonstruckt ist verwirrend komplex, es gibt Naturbeschreibungen die ich nicht mag. Die Sprache ist antiquiert austrizistisch, daher etwas schwer verständlich, hat quälend langweilige Passagen aber auch brillante und witzige Stellen. Sehr ambivalente Lektüre. Hat mir eher nicht so gut gefallen.

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Schluffs avatar

Rezension zu "Die Merowinger" von Heimito von Doderer

die merowinger
Schluffvor 4 Monaten

kann Humor elitär sein? Seit dem ich den Doderer gelesen habe würde ich die Frage mit ja beantworten. Feingeschliffen in Sprache und Idee. Das kann nur aus der Feder eines Österreichers kommen. Wenn ich hier scheinbar respektlos "den Doderer gelesen..." schrieb so schließe ich mich damit solidarisch seinem Stil an, mit dem er über "den Döblinger" schreibt, seines Zeichens Schriftsteller. Mit seinen literarischen Erfindungen wie zum Beispiel die Nasenklammer oder gar die pneumatische Teetasse ist er ein Quell fröhlicher Lesestunden für mich gewesen. Die Firma Hulesch & Quenzel ist mittlerweile international tätig. Die Österreicher scheinen ihren großen Analytiker Freud nicht so recht geliebt zu haben und ich habe den Eindruck dass Heimito sich in diesem Buch etwas lustig darüber macht.

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awogflis avatar

Rezension zu "Die Strudelhofstiege" von Heimito von Doderer

900 Seiten nichtiges Geschwätz von seichten Personen sprachlich sehr verschwurbelt arrangiert
awogflivor 8 Monaten

Hiermit gebe ich bekannt, dass es mir gelungen ist, dieses Ungetüm "klassischer" österreichischer Literatur bewältigt zu haben. Dies befriedigt zwar ob der Schwierigkeiten der Rezeption meine intellektuelle Eitelkeit, entbehrt aber nicht meiner fassungslosen Verwunderung, dass so ein schriftstellerisches "Verbrechen" (aus meiner Sicht) von anderen als Meisterwerk bezeichnet wurde und wird. Wenn es nicht von einem Österreicher geschrieben worden wäre und wenn ich nicht mit meinem Lesefreund Armin jeden Tag ein bisschen darüber geätzt hätte, wäre ein Abbruch meinerseits unvermeidlich gewesen.

Aber weg von der geschwurbelten Sprache, die ich oben in Ansätzen ironisch imitiert habe (ich kann das natürlich nicht so gut wie Doderer) zu meinen eigentlichen Kritikpunkten - kurz, knackig und ein bisschen gemein formuliert wie Ihr es von mir gewohnt seid.

Doderer wirft eigentlich alle Grundsätze und fundamentalen Regeln, denen Romane und das Erzählen von Geschichten unterliegen, über Bord - im Gegenteil - er verstößt gleichzeitig gegen fast alle. Wir sind hier aber in der Belletristik und nicht in Mathe: hier ergibt eben sechs oder acht Mal Minus noch lange nicht Plus und somit eine positive Beurteilung des Werkes.

Das beginnt mit der infationären Installation von Personal: Unzählige Personen geben sich innerhalb kürzester Zeit manchmal innerhalb eines Satzes das Staffelholz der Aufmerksamkeit in die Hand. Mein Lesepartner Armin hat es sehr treffend mit der Drehtür des Hotel Adlon verglichen. Dabei sind die vielen Protagonisten  gar nicht das Problem, aber auch noch deren Hausangestellte, Verwandtschaft, Arbeitskollegen, Clubpartner.... und deren seichte Petitessen ständig vor dem Leser auszubreiten, ist wirklich armselig. Man hat das Gefühl, dass man jede verdammte Kaulquappe im Mirkokosmos und Biotop des neunten, ersten und zweiten Wiener Gemeindebezirks zumindest oberflächlich beschrieben bekommt. Und wir reden hier aber nicht davon, dass die Kaulquappen seziert werden.

Da sind wir schon bei einem weiteren ganz schlimmen Schnitzer. Alle der 1000 eingeführten Figuren sind derart hohl oberflächlich und flach beschrieben und sie entwickeln sich auch bis SEITE 700 !!!! überhaupt nicht (Sorry ich bin kein Schwurbler, aber das schreit einfach nach Rufzeichen  Großbuchstaben und Wiederholung - SIEBENHUNDERT SEITEN FLACHE, HOHLE, NUTZLOSE PERSONEN, DIE NICHT DENKEN UND SICH NICHT ENTWICKELN - lasst Euch das mal auf der Zunge zergehen).

Handlungstechnisch ist der Schwerpunkt von zwei Dritteln des Werkes auf Gerüchten, Gossip und Andeutungen für fast jede Figur, aber keine Entwicklung und Drama aus erster Hand. Sowas kann ich auch in der Realität absolut nicht ausstehen, wenn im Kleinstadtmiliieu über alles und jeden getratscht wird. Gelangweilte reiche nutzlose Jugenliche ohne jeglichen Tiefgang und bar intelligenter Gedanken schwirren durch ihre Stadt, verusachen Skandälchen, zerrreißen sich das Maul und schützen Pseudoaktivitäten vor. Würde man das in die aktuelle Zeit um 2012-15 transportieren: In der Stadt mit Paris Hilton, Ivanka Trump und den Kardashians - Moment ☝️ da gibts wirklich Buch & Serie namens Gossip Girl. Wie sehr die Seichte der Figuren nervt, zeigt Seite 549. Melzer reicht Asta ein Messer, dann episch breite Beschreibung desselben, dann bemerkt Asta, das Messer wäre Melzer ähnlich. Dann keine Erklärung, warum der Vergleich von Melzer und dem  Messer herangezogen wird - jeder Charakter perlt einfach an der oberflächlichen Konzeption ab, tiefschürfende Locationbeschreibungen, Klatsch in Limbohöhe, aber keine innere Einsicht in irgendeine der 1000 Figuren.

Im letzten Drittel werden dann auch noch wirklich peinliche sehr oberflächliche Intrigen präsentiert: Eine unglückliche Ehefrau, die sich wegen des gesellschaftlichen Status nicht scheiden lassen will und deshalb herumhurt, permanent manipuliert und ihre gesamte Umgebung in die Lügengespinste und Gspusis hineinzieht. Weiters zwei dummdreiste Highschool-Intrigen, die zwar bei Teenagern noch a bissi witzig sind, aber bei dreißigjährigen Erwachsenen nur noch peinlich: Erstens der Doppelte-Lottchentausch der Pastre Zwillinge, um ein bisschen herumzuschnacksln, Verwirrung zu stifen und um dilletantische Tschickschmugglereien zu begehen, die andern auch noch den Job kosten können, weil man sie intriganterweise hineingezogen hat. Und zweitens das Telefonspiel mit der inflationären Pizzabestellung auf den Namen des Opfers wird hier mit Hausdamen und Hunden vollführt - wie peinlich sich so etwas überhaupt auszudenken - wie die letztklassigen Highschool Klamotten der 80er Jahre (mir fällt grad keine schlechte ein).

Das nächste literarische No-Go  und ein Kardinalschnitzer sind die unglaublichen Redundanzen. Je länger der Roman dauert, desto mehr eskalieren die ständigen Plotwiederholungen: der Naphtalingeruch von Melzers Bärenfell die Fünfundzwanzigste. Und wir reden hier nicht von einer Wiederholung  fünfundzwanzig Mal sondern fünfzig Wiederholungen fünfundzwanzig Mal - so wie 1000 Schallplatten, die gleichzeitig abgespielt hängengeblieben sind. Eine literarische Kakophonie.

Weiters existieren Schachtelsätze, so verschachtelt, dass die Rückbezüge nicht mehr erkennbar sind, daran mag sich jetzt der österreichische Germanist hochziehen, wenn sprachkonzeptionelle Eitelkeit die einzige Eigenschaft und eigentlich der Selbstzweck eines Werkes ist, könnte ich den Autor gleichsam durch die Buchseiten erwürgen. Auch die Sprache ist extrem altmodisch und verschwurbelt, das mag einem Sprachfetischisten gefallen, stotzt aber auch nur so vor eitlem Vorführen von und dem Protzen mit seltenen Wörtern, die bereits zur Jahrhundertwende komplett out waren. Da ich ja im Gesamtoeuvre von Arthur Schnitzler, Josef Roth, Erich Maria Remarque und  Stefan Zweig, die auch im Großen und Ganzen ungefähr zu dieser Zeit geschrieben haben, ziemlich gut daheim bin, sei gesagt, man hat sich auch zu dieser Zeit als gebildeter Mensch nicht so ausgedrückt. Aber auch das ist die Manifestation des hohlen reichen Bürgertums, das zwar Bildung genossen hat, aber zu faul und degeneriert ist, das Hirn einzuschalten. Das muss ich nun erstmals leider nicht nur auf die Figuren, sondern auch auf den Autor anwenden, der den Leser zumindest in diesem Werk mit solcherart oberflächlichem gesellschaftlich verklausulierten eitlem Herumgeschwafel nervt.  

Was steht auf der positiven Seite: So gut wie nix.
Erstens bei 55% des Romans gelingt es Doderer, einen Bogen zu spannen zwischen dem tumben Beziehungskarussel, der Strudelhofstiege und dem 1. Weltkrieg. Aber genial war das sicher nicht, sondern nur ganz essentiell, wenn ich aufs Tapet bringe, dass er mich vorher 500 Seiten sinnlos quälte.

Bei 95% des Romans lösen sich auch noch die letzten Intrigen auf. Es ist schon ein Wunder, wie der Autor bei den vielen Handlungssträngen den Überblick bewahrt hat. Leider existiert auch am Ende keine wirkliche Figurenentwicklung. Nie bekommt man eine Innensicht auf die Motive der Protagonisten, warum sie sich nun geändert, sich umgebracht haben, oder nun zu diesem Zeitpunkt bereit waren für die Heirat.

Ok Wien ist ganz nett beschrieben und auch die Landschaft der Sommerfrische, aber das ist wirklich schon alles.

Der vielgerühmte Humor Doderers findet sich leider in diesem Werk auch nur in homöopathischen Dosen, weshalb ich ihm auch den 2 Stern verweigern muss. Wenn ich auf 900 Seiten nur zwei mal schmunzeln muss, ist das wirklich nicht witzig.

Die Mama Schmeller hatte es auch längst aufgegeben oder nie eigentlich versucht. Sie war eine jener zerflossenen Patzen von Ergebenheit, wie solche Männer ihn eben in reiferem Alter zurücklassen als Rest der Frau ihrer einstigen Wahl und Umwerbung, eine dickliche Sauce mit wenigen kleinen Brocken des längst zertrümmerten Charakters, die man ungerechterweise solchen Damen leicht übelnimmt, einfach deshalb, weil diese noch relativ festeren Stellen jetzt schon als etwas ganz und gar Sinnloses und ohne Zusammenhang sich präsentieren.

 Die junge Naive (über deren Dummheit sich seitenweise ich glaube sogar redundant zwei mal mehr als 20 Seiten ausgekotzt wird) vereitelt doch tatsächlich die schlimmsten Intrigen und deren Folgen der bösen und vorgeblich intelligenten Weiber, indem sie beherzt handelt. Sie weiß zwar nicht, was sie tut und ist ohne Arg, aber was sie tut, ist sehr effizient. Keine blöde Idee die Naive als intelligente Retterin einzusetzen.

Fazit: Lasst diesen DODO-Strudelhofstiegen-Doderer bitte literarisch aussterben- dieses Werk hat es sich wirklich verdient, von der Evolution hinweggerafft zu werden. Weiters habe ich natürlich durch Anspielungen von Armin auch noch nachrecherchiert, dass der gute Heimito auch noch ein Nazi der ersten Stunde war, also bei Parteigründung und nicht beim Anschluss von Österreich, sich aber irgendwie durch Tricks reinwaschen konnte. Ich schüttle noch immer den Kopf, dass sowas im Deutschunterricht als Lektüre zumindest in den 80er Jahren vorgeschlagen wurde.

In einem Nachwort möchte ich mich nun auch noch bei meinem Leidensgenossen Armin auf der Via Dolorosa der Literatur bedanken. Weiters gilt mein Dank auch den Zaungästen am Rande, (wie Semjon, Hendrik, Claudia...) die sehr amüsiert über unseren Kreuzweg und über unser Gejammer geklatscht und kommentiert haben. Sie haben uns mehrmals aufgefordert, auf keinen Fall abzubrechen, denn sie sahen uns so gerne leiden. Auch sie haben zum Erfolg dieses Projektes beigetragen. 😂

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