Heiner Geißler

 4,2 Sterne bei 27 Bewertungen
Autor von Was würde Jesus heute sagen? Wo ist Gott?, Ou Topos und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Heiner Geißler

Dr. Heiner Geissler studierte als Mitglied des Jesuitenordens vier Jahre Philosophie und anschließend Rechtswissenschaften. Er war 25 Jahre lang Mitglied des deutschen Bundestages, Landesminister in Rheinland Pfalz, Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit in Bonn und galt als einer der besten politischen Redner der Bundesrepublik. National und international engagierte er sich für die Wahrung der Menschenrechte und die Humanisierung des Globalisierungsprozesses. Er war Autor zahlreicher Bücher, u.a. der Bestseller Was würde Jesus heute sagen? und Sapere aude!. Heiner Geißler verstarb am 12. September 2017.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Heiner Geißler

Cover des Buches Was würde Jesus heute sagen? Wo ist Gott? (ISBN: 9783499621543)

Was würde Jesus heute sagen? Wo ist Gott?

 (9)
Erschienen am 01.06.2006
Cover des Buches Ou Topos (ISBN: 9783499626388)

Ou Topos

 (6)
Erschienen am 01.10.2010
Cover des Buches Sapere aude! (ISBN: 9783548611686)

Sapere aude!

 (3)
Erschienen am 09.08.2013
Cover des Buches «Wo ist Gott?» (ISBN: 9783688110278)

«Wo ist Gott?»

 (2)
Erschienen am 18.05.2018
Cover des Buches Immer dieser Jesus (ISBN: 9783550088636)

Immer dieser Jesus

 (1)
Erschienen am 01.03.2013

Neue Rezensionen zu Heiner Geißler

Cover des Buches Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss? (ISBN: 9783550050060)W

Rezension zu "Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss?" von Heiner Geißler

Ein Büchlein mit Fragen zum Luther-Jahr.
Waschbaerinvor einem Monat

Dieses Taschenbuch "Kannn man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss" von Heiner Geissler hat mal gerade 75 Seiten. Doch diese wenigen Seiten haben es in sich. 

Heiner Geissler, der einst kath. Theologie studierte und Priester werden wollte bis er einsah, dass dieses Leben für ihn nicht passte. Das ehemalige `enfant terrible´ der CDU stellt in dieser Schrift viele Fragen, ohne jedoch umfassende Antworten zu geben. Es ist eine Herausforderung für den Leser, sich auf diese Fragen einzulassen und nicht nur mit dem üblichen Stammtischgeschwätz  zu beantworten. Jeder, der sich auf dieses Büchlein einlässt, wird seine eigenen Antworten finden müssen. Da hilft nur, sich auch in anderen literarischen oder theologischen Quellen  zu informieren und gründlich nachzudenken. 

Der Autor hat diese Lektüre in viele kurze Kapitel unterteilt, so dass man als Leser auch immer mal wieder bequem zurückblättern und das was einem unter den Nägeln brennt, zweimal lesen kann. Ich habe mir zig Notizen und Textstellen herausgeschrieben, die alle hier aufzuführen aber den Rahmen sprengen würde. 

Am weitesten verbreitet werden die Fragen des ganz kurzen Kapitels "Eine Menschheitsfrage" (S.11) sein. "Warum hat Gott das Übel nicht verhindert? Entweder Gott kann es nicht, dann ist er nicht allmächtig. Oder er will nicht, dann ist er nicht gut und gerecht. Oder er kann und will nicht, dann ist er ohnmächtig und böse zugleich. Oder er kann und will, warum tut er es dann nicht?" 

In dem Kapitel "Leid als globales Massenphänomen": Die Ausführungen "Die Frage nach der Gerechtigkeit Gottes ist global präsent und berührt die grundätzliche Akzeptanz vor allem der christlichen Religion.  Denn durch die Aufklärung vor gut dreihundert Jahren sind die Menschen in Europa und Amerika aus ihrer unverschuldeten Unmündigkei befreit und ermutigt worden, ohne Hilfe anderer selbständig zu denken. Hindus und Muslime haben die Aufklärung weitgehend noch vor sich..." Wie lässt sich unter diesem Gesichtspunkt unser Glaube erklären? Könnte es nicht sein, dass der Mensch mit seinen vielen Möglichkeiten überfordert ist und im Glauben eine Zuflucht, ein Fels findet?

Was gerade jetzt im Fokus steht (auf S. 18): " ....Sie liefert Diakonie und Caritas den modernen Götzen der Betriebswirtschaftslehre aus und verrät so die jesuanische Botschaft der Nächstenliebe." Insbesondere in der derzeitigen Pandemie ist dies ein großer Diskussionspunkt. Trotz aller Probleme werden Krankenhäuser geschlossen - rein aus betriebswirtschaftlichen Gründen. Man könnte fast glauben, Heiner Geissler habe hellseherische Eingebungen gehabt und die derzeitige Sitution vorhergesehen.

In dem Kapitel "Tod als Provokation" beleuchtet der Autor das Sterben. Wir alle wissen, dass der Tod zum Leben dazu gehört, doch wir verschließen die Augen davor, als könnten wir so entkommen. Es wird Tucholsky zitiert: "Ich habe keine Angst zu sterben. Ich möchte nur nicht dabei sein, wenn es passiert." (S. 41)

Ja, das ganze Taschenbuch ist auf gewisse Weise eine einzige Provokation für den Leser. Vielleicht, damit man sich nicht mehr herausreden kann wenn man sich weigert über Gott, die Welt und das Leben nachzudenken. Die Regale der Buchläden und  öffentlichen Bibliotheken sind heute voller banaler Romane, die man ohne geistige Anstrengung nur zu konsumieren braucht. Als sei es das Ziel, die Leser ruhig zu stellen und vom Nachdenken über Wesentliches abzuhalten. Keine unangenehmen Fragen aufwerfen. Schöne heile Welt  auf dem Teller, den man vor die Nase gestellt bekommt!

Ganz im Gegensatz dazu diese dünne Broschüre. Heiner Geissler gibt sich unbequem, stellt Fragen über Fragen - die wir wohl nie zufriedenstellend beantworten können, egal wieviel Zeit vergeht und wie sehr wir uns den Kopf darüber zerbrechen. Wahrscheinlich ist dies genau das, was der Autor mit diesem Buch bezweckte: Den Leser unruhig machen, aus seiner Lethargie aufscheuchen um seinen Hintern aus dem bequemen Sessel zu erheben, sich auf die Suche zu begeben und Antworten auf die entscheidendsten Fragen des Lebens zu finden. 

"Die Theologie hat die Naturwissenschaften über Jahrhunderte behindert, bevormundet, verfolgt." (S. 48) Religion hat auch ihre dunklen Seiten.

"Der Glaube an diesen Gott gibt uns keine Antwort, welchen Sinn das Leiden auf der Erde hat. Wir müssen also mit der Sinnlosigkeit des Leidens leben. Wir haben als Christen keine besser Sinndeutung des Leidens in der Welt als jeder andere auch. Deswegen wird das Leiden für viele immer mehr zum Fels des Atheismus".

Aber muss dies die letzte und einzige Antwort sein? (S. 69)

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Cover des Buches Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss? (ISBN: 9783550050060)Duffys avatar

Rezension zu "Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss?" von Heiner Geißler

Die Frage mit der Hoffnung als Antwort
Duffyvor 3 Jahren

Sind das denn wirklich die Fragen des Lebens: "Gibt es ein Leben nach dem Tod?" und "Gibt es einen Gott"?, die ja immer wieder gemeinsam und im Zusammenhang gestellt werden. Sind denn das richtige Fragen, wenn man schon weiß, dass es keine Antwort darauf gibt (und nie geben wird)? Der überzeugte Christ Heiner Geissler hat sich des Themas im Rahmen des Luther-Jahres angenommen und es so aufgearbeitet, wie man es von ihm gewohnt ist. MIt der Ehrlichkeit und Abgeklärtheit des denkenden Menschen, der sich nicht hinter a priori- Aussagen versteckt und so könnte man seine Äußerungen fast kritisch nennen, wenn sie nicht schon tausendfach so getätigt worden wären. Doch Geissler setzt hinter den Buchtitel ein Fragezeichen und das macht neugierig. Nicht, dass man von ihm ernsthaft eine Antwort erwartet, eher schon eine Richtung, in die sein Ansatz, über dieses Thema nachzudenken, geht und da überrascht seine Kompromisslosigkeit, wenn er den weltlichen Kirchen und insbesondere den christlichen, kurzerhand bescheinigt, dass es Gott, so wie von diesen Institutionen beschrieben, nicht geben kann. Auch sonst spart er nicht mir berechtigter Kritik an unseren irdischen Vertretern der höheren Mächte, dass man sich dann umso mehr freuen kann, dass er einen Hinweis gibt, wie man dieser Frage begegnen kann: Hoffnung und Nächstenliebe, was natürlich erst mal nicht unbedingt den Glauben an einen Gott ersetzen kann, aber immerhin eine gangbare Alternative der Lebensführung zur institutionalisierten Kirche sein kann.
Geissler arbeitet sich am Thema ab, ohne ausufernd zu sein. Er bleibt in seinem Kontext, zitiert und leitet her, wo es dem Verständnis dient. Dieses Büchlein nennt sich zwar Streitschrift, doch man muss nicht dieser Meinung sein, denn alles, was der Autor hier darlegt, ist erst mal nicht zu bestreiten. Ein Vorschlag der Typisierung dieses Essays wäre "Nachdenkschrift". Das würde es mehr treffen.
In jedem Fall lohnt es sich, dem Denker und Christen Geissler hier zu folgen. Den Stein der Weisen wird man genausowenig finden wie Gott, aber vielleicht ein wenig Hoffnung, dass man nicht ganz auf Spiritualität und, ja, Glauben verzichten muss.

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Cover des Buches Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss? (ISBN: 9783550050060)A

Rezension zu "Kann man noch Christ sein, wenn man an Gott zweifeln muss?" von Heiner Geißler

Wer sich damit beschäftigt
Andrea_Schluendervor 4 Jahren

Wer kennt das nicht,dass man an Gott zweifelt?Das Buch gibt Antworten dazu und läd zur Diskussion ein.Ich finde das Thema wichtig weil es auch stimmt zumindest für mich persönlich vom Titel.

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