Vorweg gesagt, es ist einfach gut, wichtig und rückt die Gedanken des Alltags eindeutig zu Recht, wenn ein (großer) Schritt aus der Blase der Reibungen, Aufgaben, Konflikte, Veränderungen der Gegenwart, mithin aus der eigenen „kleinen Welt“ (und das ist sie, egal wie wichtig, groß und mächtig aktuell das ein oder der andere erscheinen mag angesichts des Universums und der menschlichen Geschichte über zigtausend Jahre hinweg darin an sich) heraus getan wird und „das alles“ in den „großen Zusammenhang eingerückt wird.
Denn nichts weniger nimmt sich Heino Falcke vor, und es gelingt ihm mit seinem Werk durchaus, eine „universale Geschichte“ der Menschheit zu beleuchten. Mithilfe der alten, existenziellen Fragen, die in jeder Generation und in jedem Leben nach Antwort suchen, selbst wenn man diese Fragen vermeintlich erfolgreich zur Seite zu schieben gedenkt.
Woher kommen wir (ich)? Warum sind wir (ich) da? Wohin geht das alles (und ich mit)?
Da passt die Spanne vom Beginn überhaupt aller Möglichkeit zum Sein durch den „Urknall“ und die Beobachtung, (auch wenn es lebende Generationen wörtlich gesehen nicht betreffen wird (im übertragenen Sinne kann das natürlich jederzeit passieren), dass das alles auch ein Ende finden wird. Die religiöse Metapher dafür ist die „Apokalypse“.
Und auch wenn dazu, gerade in den ersten Kapiteln als Grundlegung, wissenschaftliche Fakten über Chemie, Strahlung, Materie, Energie, Atome, die Entstehung von Planeten und Sonnen und einiges mehr vor Augen geführt wird, durch den sehr flüssigen und verständlichen Stil sind das alles keine ermattenden und hoch abstrakten Hürden, sondern eine interessante Erinnerung an ehemals gelerntes Wissen und, auch das tritt ein, ein Gewahr werden, wie sehr Menschen doch Begriffe und Systeme in Sprache und Denken vereinfachen, um sich möglichst einfach orientieren zu können. Das Leben ist allerdings deutlich komplexer, schon dafür lohnt die Lektüre des Buches.
Mit einem Schwerpunkt dann aber auf die „Geschichte des Homo Sapiens“ in diesem Universum. Zentrale kulturelle Entfaltungen hin zu „Hochkulturen“, Gefährdungen bis hin zur Zerstörung nicht weniger ehemaliger „Hochkulturen“ in der Geschichte und die Ursachen für dieses „Werden und Vergehen“ dessen, das zu Zeiten je beteiligte Menschen wohl als „ewige Reiche“ betrachtet hätten (in Bezug auf die Tendenz zur ständigen Vereinfachung der Fakten und Komplexität der vielen beteiligten Linien und Verbindungen).
Und auch wenn Falcke gut auswählt und sich nicht in letzten Feinheiten und zu starken Differenzierungen aufhält, so ergibt die gesamte Lektüre doch einen durchgehenden, roten Faden über das, was Menschen konstruktiv zu leisten vermögen und wie oft die destruktiven Eigenschaften dann zerstören, was in langen Perioden mühsam aufgebaut wurde.
Mit einer möglichen Ableitung generellen Sinnes, was denn die Menschheit eigentlich „nach vorne“ bringen würde und was dem entgegensteht. Was für Leser und Leserinnen einen griffigen Lackmustest bereitstellt, Entwicklungen, aber auch Handlungen einzelner, hervorgehobener Personen oder konkreter Gruppen an diesen Unterscheidungsmerkmalen zu messen.
Wobei all dies übersichtlich, klar gegliedert und verständlich dargestellt in bester Weise den Boden für „das Eigentliche“ vorbereitet.
Denn der größte zusammenhängende Teil des Werkes ist „das Ende“ im planetarischen und universalen Sinn (das Kommen wird), aber auch die Gefährdungen auf dem (noch eigentlich langen Weg) zu diesem Ende durch den Menschen selbst.
Was aber in keiner Weise in Pessimismus oder Klage sich ergeht, sondern mit viel Hoffnung, mit vielen Hinweisen zu guten Möglichkeiten, mit viel Überzeugungskraft, diese auch zu ergreifen versehen ist. Nicht, was den physikalischen Urknall und die Apokalypse betrifft. Wohl aber, was die „kosmische Sekunde des Menschen“ an Möglichkeiten in sich trägt.
Was im Übrigen, auch das interessant zu lesen, einen „wissenschaftlichen“ Blick auf dem „Rücken“ und „Boden“ der Religionen beinhaltet. Denn darum drehen sich alle Hoffnungen, um die Kraft zur Gemeinschaft des Wesens Mensch.
Eine hervorragende, lehrreiche und wichtige Lektüre.




















