Heinrich August Winkler Geschichte des Westens - Die Zeit der Gegenwart

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Inhaltsangabe zu „Geschichte des Westens - Die Zeit der Gegenwart“ von Heinrich August Winkler

Seit dem Ende des Kalten Krieges ist die Welt nicht übersichtlicher und auch nicht friedlicher geworden. Erweiterung und Krise der EU, der 11. September 2001, die Kriege in Afghanistan und Irak, die globale Finanzkrise, der „arabische Frühling“ – das sind nur einige Themen des abschließenden Bandes der Geschichte des Westens von Heinrich August Winkler, die schon jetzt zu den klassischen Werken der Geschichtsschreibung gezählt werden darf. Der transatlantische Westen sieht sich heute durch höchst unterschiedliche Kräfte herausgefordert: den islamistischen Fundamentalismus und Terrorismus, eine neoimperiale russische Großmachtpolitik, den Aufstieg der Volksrepublik China zur Weltmacht, das wachsende Gewicht von „global players“ wie Indien und Brasilien. Nachrufe auf den Westen aber sind verfrüht: Die Anziehungskraft seines normativen Projekts, der Ideen der Menschenrechte, des Rechtsstaates und der Demokratie, ist weltweit ungebrochen. Heinrich August Winkler führt den Leser im fulminanten letzten Band seiner Geschichte des Westens mitten hinein in die Geschichte unserer Gegenwart – und er zeigt uns eindringlich, was auf dem Spiel steht.

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  • Fulminanter Abschluss der historischen Betrachtungen

    Geschichte des Westens - Die Zeit der Gegenwart
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    17. March 2015 um 09:56

    In der Antike hat Winkler seine umfassende historische Darstellung der „Geschichte des Westens“ begonnen und von jenen alten Anfängen zu den Zeiten der Weltkriege und zum „kalten Krieg“ bis zum Mauerfall hin geführt. Ein umfassendes Projekt von mehreren Tausend Seiten, dass in diesem Band mit seinen gut 600 Seiten zunächst seinen Abschluss findet. Einen Abschluss, der sich gegen Ende hin in der Tonlage und der Ausrichtung der Darstellung naturgemäß ein stückweit verändern wird. Von der Darlegung von Fakten der jüngsten Epoche von 1989 an mitsamt den geopolitischen, teils radikalen Veränderungen (nicht nur im Blockdenken, sondern auch in der Entwicklung der EU, den wirtschaftlichen Verschiebungen, den politischen Veränderungen in Osteuropa und vielem mehr) schwenkt Winkler mehr und mehr hinein in seine Überlegungen eines „dynamischen Prozesses“ und damit von der reinen Darstellung (und Interpretation der Fakten) auch hin zu Hypothesen über die Entwicklungen der nahen Zukunft. „Die Infragestellungen der normativen Grundlagen des Westens durch den Westen selbst dürfte also weiter voranschreiten“. Bei all den aktuell (und von Winkler detailliert dargelegten) anstehenden offenen Fragen (Finanzspekulationen, Zustand der EU, Reibung zwischen Britannien und dem Rest der EU, Deregulierung der Märkte oder schärfere Regeln) konstatiert Winkler nüchtern zum Ende hin: „Ein westlicher Konsens auf der von Rodrik skizzierten Linie ist deshalb auf absehbare Zeit nicht zu erwarten“. Und das gilt eben nicht nur, wie Winkle aufzeigt, für die Fragen der Regulierung der Finanzmärkte. Eine Uneinigkeit, die Winkler in diesem Band fast „durchdekliniert“ und als „Blaupause“ im Hintergrund aller Ereignisse und Krisen mitschwingen lässt. Je mehr der „Westen“ aus Gedanken des Profits oder eines anderen partikulären Eigeninteresses sich gegen die eigenen (behaupteten) normativen Werte bewegt, desto unkontrollierbarer und unübersichtlicher werden Krisensituationen. Das betrifft die Vorgänge im Nahen Osten, den in den Westen hineingetragenen Terror und die aktuelle Politik Putins ebenso, wie die ständigen Strategien (gegeneinander) in der EU selbst. So vermittelt Winkler, ohne als „Untergangsprophet“ oder gar polemisch zu erscheinen das Bild einer „wankenden westlichen Welt“, eines Europas in Gefahr. Ökonomisch, politisch, untereinander. Komplizierte Verhältnisse, deren Entwicklung und Entstehung (und deren mögliche gefahrvolle Auswirkungen) Winkler in diesem Band fundiert und sprachlich verständlich nachzeichnet. Und doch, fast beschwörend, aber nicht ohne gute Gründe kann Winkler am Ende konstatieren (und nicht nur prophezeien): „Die Wühlarbeit des normativen Projekts des Westens aber, der Ideen der unveräußerlichen Menschenrechte, der Herrschaft des Rechts, der Gewaltenteilung, der Volksouveränität und der repräsentativen Demokratie, ist noch lange nicht zu Ende“. Auch wenn große Gefahr gar von Innen droht, Winkler traut diesen normativen Kräften immer noch zu, als Klebstoff und Bindeklammer der Gesellschaft und Politik zu bestehen. Ein fulminanter Abschluss des Großprojektes der „Geschichte des Westens“, die als Gesamtwerk einen klaren und dauerhaften Standard der historischen Betrachtung setzt.

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